- Forum
- Angst - verstehen & bewältigen...
- Ich & die Angst (Vorstellungsrunde)
- Wieder hier und ich drehe durch zur Zeit!
Wieder hier und ich drehe durch zur Zeit!
- Kathik
- Autor
- Offline
- Neuling
Weniger
Mehr
- Beiträge: 2
- Dank erhalten: 0
31 Jan 2026 09:56 #1
von Kathik
Hallo ihr Lieben,
vor 2 Jahren war ich hier (im alten Forum, welches nicht mehr existiert?) recht aktiv. Als ich mich mit meinen alten Daten nicht mehr einloggen konnte, ging es mir auch wieder recht gut und ich blieb dem Forum erst einmal fern.
Jetzt geht es mir allerdings wieder so schlecht wie seit langem nicht mehr! Außerdem suche ich ein altes Forenmitglied, aber dazu später mehr.
Zuerst kurz zu mir:
Ich bin 30 Jahre alt und leide seit vielen Jahren an Emo. Alles begann, als ich 3 Jahre alt war. Ich zog mir ein Darmbakterium zu, welches über 3 Monate Durchfall bei mir verursachte. Leider kam der Kinderarzt erst nach dem 5ten Besuch auf die Idee, dass alles nicht noch länger als eine "Sommergrippe" abzutun, sondern den Stuhl zu untersuchen. Zu dem Zeitpunkt ging es mir wohl schon sehr schlecht. Die Wochen danach hatte ich einen regelrechten Ekel vor dem Essen und permanent eine wahnsinnige Angst, wieder Durchfall zu bekommen. Mit den Jahren schwenkte die Angst vor Durchfall in eine Angst vor Erbrechen um.
Meine Eltern schleiften mich immer mit, selbst wenn ich krank war. Ich erinnere mich z.B. als ich auf dem Geburtstag meines Onkels Windpocken bekam und keiner mein Unwohlsein ernst nahm. Erst als die ersten Pusteln da waren, "befreite" man mich aus der Situation. Ebenso ein Restaurantbesuch. Ich sagte vorher, es ginge mir schlecht. Das wurde ignoriert... ich aß dann einfach und übergab mich mehrfach als kleines Kind im Restaurant. Ich denke, dass diese Erfahrungen massiv zu meiner Emo beigetragen haben, denn ich träume teilweise mit 30 Jahren noch immer davon, dass ich von meinen Eltern irgendwohin geschleift werde gegen meinen Willen.
Es folgten 4 Magendarminfektionen, an die ich mich sehr gut erinnern kann, leider. Mit etwa 8 Jahren hatte ich den absoluten Horror-Virus und ich will das jetzt gar nicht näher ausführen. Mit 10 Jahren direkt nach der Klassenfahrt ohne Erbrechen, aber 1 Woche Durchfall. Danach mit 15 während einer Klassenfahrt und schließlich mit 17, als mich meine Mutter ansteckte. Bei der letzten Infektion litt ich zumindest nur einen Tag an starker Übelkeit und leichtem Durchfall.
Während der Schulzeit bis zum Abi war meine beste Freundin auch Emo... wir beide wussten nicht einmal, dass das eine Krankheit ist. Wir standen uns zur Seite, steigerten uns vermutlich aber gegenseitig auch noch mehr rein. Trotzdem tat es gut, jmd zu haben, der einen komplett verstand. Mit 18 folgte eine Therapie, da ich das Haus kaum noch verlassen konnte, ohne sofort Panikattacken zu bekommen. Die Thera half mir in Bezug auf die Emo leider nicht, aber zumindest lernte ich, mit den Panikattacken besser umzugehen. und sie auszuhalten und teils auch zu kontrolieren.
Das Leben normalisierte sich mit dem Studium, doch die Angst verschwindet nur phasenweise...
Momentan schlägt die Emo mal wieder mit voller Wucht zu, was vor allem an dem aktuell grassierenden mutierten Noro-Virus liegt. Überall um mich herum sind Arbeitskollegen, Freunde und Familie erkrankt. Ich höre nichts anderes mehr. Mein Mann war am Wochenende bei den Eltern und leider wussten wir es nicht, aber dort grassierte gerade Noro. Er holte nur ein paar Sachen und verließ das Haus. Aber er aß direkt im Anschluss daran einen Burger, ohne sich die Hände zu waschen oder zu desinfizieren. Ich habe also die letzten 2 Tage nur darauf gewartet, das es bei uns auch losgeht. Es passierte aber nichts.
Es fällt mir momentan so verdammt schwer, das Haus zu verlassen.... zur Uni zu fahren, zur Arbeit zu gehen oder gar selbst zum Arzt zu gehen, wenn es nötig wäre, da die Wartezimmer ja nun voll sind von Noro-Patienten. Ich muss nachher 45min Bus fahren und ich habe absolute Panik, dass mich dort jemand anstecken könnte. Bei der Arbeit habe ich Bammel davor, aktuell die Toiletten zu benutzen, denn es könnte ja jmd während der Arbeitszeit erkranken (ist leider wirklich schon mal passiert).
Ich fühle mich regelrecht umzingelt von dem Virus und völlig hilflos zur Zeit. Selbst Personen, die es viele Jahre nicht mehr hatten, stecken sich zur Zeit an. Und ich hatte es 13 Jahre nicht mehr und habe mich seit fast exakt 15 Jahren nicht mehr übergeben.
Nun hatte ich immer die Hoffnung, dass es vll besser werden könnte, wenn ich mich mal wieder übergebe... aber nachdem ich eben mehrere Vorstellungsbeiträge gelesen habe und es bei diesen Personen nach der durchgemachten Infektion sogar noch schlimmer wurde, macht mich völlig fertig.
Und so trete ich heute, morgen und übermorgen meinen Weg zur Uni und zur Arbeit an... mit meiner kleinen Flasche viruzidem Desinfektionsmittel im Gepäck und einer nahezu unerträglicher Angst, die mir immer wieder sagt: Du wirst dich diese Saison anstecken, du wirst leiden, dir wird übel sein, du wirst dich übergeben, du wirst dir währenddessen wünschen, lieber tot zu sein.
Nun schnell zu dem anderen Punkt: Ich hatte damals Kontakt zu einem anderen Forenmitglied. Der Name ging in Richtung "Angsthase" o.ä. Wir haben viele PNs ausgetauscht und ihr stand gerade ein Jobwechsel bevor, durch den sie lange Fahrzeiten vor sich hatte. Wenn du dich darin erkennst, schreib mir bitte Ich habe dich nicht vergessen, ich konnte mich nur nicht mehr einloggen und dir antworten.
vor 2 Jahren war ich hier (im alten Forum, welches nicht mehr existiert?) recht aktiv. Als ich mich mit meinen alten Daten nicht mehr einloggen konnte, ging es mir auch wieder recht gut und ich blieb dem Forum erst einmal fern.
Jetzt geht es mir allerdings wieder so schlecht wie seit langem nicht mehr! Außerdem suche ich ein altes Forenmitglied, aber dazu später mehr.
Zuerst kurz zu mir:
Ich bin 30 Jahre alt und leide seit vielen Jahren an Emo. Alles begann, als ich 3 Jahre alt war. Ich zog mir ein Darmbakterium zu, welches über 3 Monate Durchfall bei mir verursachte. Leider kam der Kinderarzt erst nach dem 5ten Besuch auf die Idee, dass alles nicht noch länger als eine "Sommergrippe" abzutun, sondern den Stuhl zu untersuchen. Zu dem Zeitpunkt ging es mir wohl schon sehr schlecht. Die Wochen danach hatte ich einen regelrechten Ekel vor dem Essen und permanent eine wahnsinnige Angst, wieder Durchfall zu bekommen. Mit den Jahren schwenkte die Angst vor Durchfall in eine Angst vor Erbrechen um.
Meine Eltern schleiften mich immer mit, selbst wenn ich krank war. Ich erinnere mich z.B. als ich auf dem Geburtstag meines Onkels Windpocken bekam und keiner mein Unwohlsein ernst nahm. Erst als die ersten Pusteln da waren, "befreite" man mich aus der Situation. Ebenso ein Restaurantbesuch. Ich sagte vorher, es ginge mir schlecht. Das wurde ignoriert... ich aß dann einfach und übergab mich mehrfach als kleines Kind im Restaurant. Ich denke, dass diese Erfahrungen massiv zu meiner Emo beigetragen haben, denn ich träume teilweise mit 30 Jahren noch immer davon, dass ich von meinen Eltern irgendwohin geschleift werde gegen meinen Willen.
Es folgten 4 Magendarminfektionen, an die ich mich sehr gut erinnern kann, leider. Mit etwa 8 Jahren hatte ich den absoluten Horror-Virus und ich will das jetzt gar nicht näher ausführen. Mit 10 Jahren direkt nach der Klassenfahrt ohne Erbrechen, aber 1 Woche Durchfall. Danach mit 15 während einer Klassenfahrt und schließlich mit 17, als mich meine Mutter ansteckte. Bei der letzten Infektion litt ich zumindest nur einen Tag an starker Übelkeit und leichtem Durchfall.
Während der Schulzeit bis zum Abi war meine beste Freundin auch Emo... wir beide wussten nicht einmal, dass das eine Krankheit ist. Wir standen uns zur Seite, steigerten uns vermutlich aber gegenseitig auch noch mehr rein. Trotzdem tat es gut, jmd zu haben, der einen komplett verstand. Mit 18 folgte eine Therapie, da ich das Haus kaum noch verlassen konnte, ohne sofort Panikattacken zu bekommen. Die Thera half mir in Bezug auf die Emo leider nicht, aber zumindest lernte ich, mit den Panikattacken besser umzugehen. und sie auszuhalten und teils auch zu kontrolieren.
Das Leben normalisierte sich mit dem Studium, doch die Angst verschwindet nur phasenweise...
Momentan schlägt die Emo mal wieder mit voller Wucht zu, was vor allem an dem aktuell grassierenden mutierten Noro-Virus liegt. Überall um mich herum sind Arbeitskollegen, Freunde und Familie erkrankt. Ich höre nichts anderes mehr. Mein Mann war am Wochenende bei den Eltern und leider wussten wir es nicht, aber dort grassierte gerade Noro. Er holte nur ein paar Sachen und verließ das Haus. Aber er aß direkt im Anschluss daran einen Burger, ohne sich die Hände zu waschen oder zu desinfizieren. Ich habe also die letzten 2 Tage nur darauf gewartet, das es bei uns auch losgeht. Es passierte aber nichts.
Es fällt mir momentan so verdammt schwer, das Haus zu verlassen.... zur Uni zu fahren, zur Arbeit zu gehen oder gar selbst zum Arzt zu gehen, wenn es nötig wäre, da die Wartezimmer ja nun voll sind von Noro-Patienten. Ich muss nachher 45min Bus fahren und ich habe absolute Panik, dass mich dort jemand anstecken könnte. Bei der Arbeit habe ich Bammel davor, aktuell die Toiletten zu benutzen, denn es könnte ja jmd während der Arbeitszeit erkranken (ist leider wirklich schon mal passiert).
Ich fühle mich regelrecht umzingelt von dem Virus und völlig hilflos zur Zeit. Selbst Personen, die es viele Jahre nicht mehr hatten, stecken sich zur Zeit an. Und ich hatte es 13 Jahre nicht mehr und habe mich seit fast exakt 15 Jahren nicht mehr übergeben.
Nun hatte ich immer die Hoffnung, dass es vll besser werden könnte, wenn ich mich mal wieder übergebe... aber nachdem ich eben mehrere Vorstellungsbeiträge gelesen habe und es bei diesen Personen nach der durchgemachten Infektion sogar noch schlimmer wurde, macht mich völlig fertig.
Und so trete ich heute, morgen und übermorgen meinen Weg zur Uni und zur Arbeit an... mit meiner kleinen Flasche viruzidem Desinfektionsmittel im Gepäck und einer nahezu unerträglicher Angst, die mir immer wieder sagt: Du wirst dich diese Saison anstecken, du wirst leiden, dir wird übel sein, du wirst dich übergeben, du wirst dir währenddessen wünschen, lieber tot zu sein.
Nun schnell zu dem anderen Punkt: Ich hatte damals Kontakt zu einem anderen Forenmitglied. Der Name ging in Richtung "Angsthase" o.ä. Wir haben viele PNs ausgetauscht und ihr stand gerade ein Jobwechsel bevor, durch den sie lange Fahrzeiten vor sich hatte. Wenn du dich darin erkennst, schreib mir bitte Ich habe dich nicht vergessen, ich konnte mich nur nicht mehr einloggen und dir antworten.
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
Moderatoren: Abbel, Anthea
Powered by Kunena Forum