Am tiefsten Punkt
- Helpless
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16 Jan 2026 01:17 #1
von Helpless
Hallo ihr lieben
Ich war schonmal auf dem forum habe aber Benutzer Name und pw vergessen also musste ein neuer Account her.
Ich versuche mich kurz zu fassen:
Ich bin am tiefsten Punkt angelangt.
Ich glaub schlimmer geht die emo garnicht mehr. Ich könnte jetzt ins Detail gehen aber das wird zu lang.
Kurz: die emo ist so schlimm das ich ungelogen nicht mehr aus dem Haus gehe.
Das letzte mal war ich draußen an Silvester und seitdem nicht mehr (ausser im Garten) ich habe ungelogen 24/7 diese Angst im Kopf selbst beim schlafen träume ich davon wenn ich überhaupt mal schlafe weil ich so extreme angst vor dem schlafen habe das ich meistens erst gegen morgens Ruhe finde. Ich lungere den ganzen tag auf dem Sofa mit Handy tv und hab zu nichts Lust. Ich bin kurz davor zu sagen ich gehe nur noch mit Mund Schutz und Handschuhen raus. Ich habe einfach jeden tag beschwerden wie zb. Bauchweh, Übelkeit, Druck im hals, brennen im Magen, Druck im magen , Durchfall "gefühl", bauchgrummeln. All das verunsichert mich so sehr und ich Krieg bei jedem Geräusch oder zwicken riesige angst ich kann wirklich nicht mehr. Ich esse sehr wenig das wenn möglichst wenig raus kommt.
Ich leide so sehr und ich kann nicht mehr selbst zur Therapie schaffe ich es kaum weil ich angst habe dort df zu bekommen. Es ist so schlimm ich weiß nicht was ich machen soll ich bin ratlos.
Sorry fürs rumheulen aber ich weiss nicht mehr weiter so lässt es sich nicht mehr leben.
Ich war schonmal auf dem forum habe aber Benutzer Name und pw vergessen also musste ein neuer Account her.
Ich versuche mich kurz zu fassen:
Ich bin am tiefsten Punkt angelangt.
Ich glaub schlimmer geht die emo garnicht mehr. Ich könnte jetzt ins Detail gehen aber das wird zu lang.
Kurz: die emo ist so schlimm das ich ungelogen nicht mehr aus dem Haus gehe.
Das letzte mal war ich draußen an Silvester und seitdem nicht mehr (ausser im Garten) ich habe ungelogen 24/7 diese Angst im Kopf selbst beim schlafen träume ich davon wenn ich überhaupt mal schlafe weil ich so extreme angst vor dem schlafen habe das ich meistens erst gegen morgens Ruhe finde. Ich lungere den ganzen tag auf dem Sofa mit Handy tv und hab zu nichts Lust. Ich bin kurz davor zu sagen ich gehe nur noch mit Mund Schutz und Handschuhen raus. Ich habe einfach jeden tag beschwerden wie zb. Bauchweh, Übelkeit, Druck im hals, brennen im Magen, Druck im magen , Durchfall "gefühl", bauchgrummeln. All das verunsichert mich so sehr und ich Krieg bei jedem Geräusch oder zwicken riesige angst ich kann wirklich nicht mehr. Ich esse sehr wenig das wenn möglichst wenig raus kommt.
Ich leide so sehr und ich kann nicht mehr selbst zur Therapie schaffe ich es kaum weil ich angst habe dort df zu bekommen. Es ist so schlimm ich weiß nicht was ich machen soll ich bin ratlos.
Sorry fürs rumheulen aber ich weiss nicht mehr weiter so lässt es sich nicht mehr leben.
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- Micha_Mausi
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16 Jan 2026 11:23 #2
von Micha_Mausi
Hallo Helpless,
tut mir leid das zu lesen
Aber ich sage dir eins: ich kann das im Moment absolut nachvollziehen! Mir geht es zurzeit ganz genauso, ich gehe auch nicht aus dem Haus, außer ich muss eben einkaufen oder so. Und das geht dann auch nur unter Panik. Essen tue ich auch kaum mehr, die Angst läst mich einfach nicht. Vor allem abends wird es immer richtig schlimm. An schlafen ist auch meist nicht zu denken. Ich dachte nicht, dass man so tief fallen kann. Daher habe ich mich jetzt auch endlich zu einer Therapie durchgerungen, die geht aber "erst" im März los, und ich weiß nicht wie ich die Zeit bis dahin überbrücken soll, oder eben auch wie ich es dann zur Therapie schaffen soll. Sobald ich einen Fuß vor die Tür setze kommt die Panik.
Das ist wirklich schrecklich. Aber irgendwie muss man da ja wieder rauskommen. Hast du schon mit deinem Therapeuten/ deiner Therapeutin telefoniert deswegen? Wenn es so akut ist im Moment, dann kann er/sie dir bestimmt ein paar Tipps geben, vllt brauchst du auch ein Medikament oder so, dass du mal vorübergehend nimmst damit die Angst dich nicht so schwer einschränkt. Sprich einfach mal mit ihm/ ihr
Ansonsten kann ich dir auch nicht viel raten, weiß ja im Moment selbst nicht weiter. Gibt es irgendetwas bestimmtes, das dich beruhigt? Ein bestimmter Duft (den du dann immer bei dir tragen kannst), Kaugummi kauen? Sport soll ja auch gut helfen um die Anspannung abzubauen. Ist natürlich schwer, wenn du gar nicht mehr raus kannst. Aber versuche dich einfach mal zu überwinden, auch wenn es hart ist. Einfach mal eine kleine Runde spazierengehen oder sogar joggen. Du musst ja nicht weit weg vom Haus, dann kannst du jederzeit zurück. Einfach klein anfangen
Alles Gute!
Michaela
tut mir leid das zu lesen
Aber ich sage dir eins: ich kann das im Moment absolut nachvollziehen! Mir geht es zurzeit ganz genauso, ich gehe auch nicht aus dem Haus, außer ich muss eben einkaufen oder so. Und das geht dann auch nur unter Panik. Essen tue ich auch kaum mehr, die Angst läst mich einfach nicht. Vor allem abends wird es immer richtig schlimm. An schlafen ist auch meist nicht zu denken. Ich dachte nicht, dass man so tief fallen kann. Daher habe ich mich jetzt auch endlich zu einer Therapie durchgerungen, die geht aber "erst" im März los, und ich weiß nicht wie ich die Zeit bis dahin überbrücken soll, oder eben auch wie ich es dann zur Therapie schaffen soll. Sobald ich einen Fuß vor die Tür setze kommt die Panik.
Das ist wirklich schrecklich. Aber irgendwie muss man da ja wieder rauskommen. Hast du schon mit deinem Therapeuten/ deiner Therapeutin telefoniert deswegen? Wenn es so akut ist im Moment, dann kann er/sie dir bestimmt ein paar Tipps geben, vllt brauchst du auch ein Medikament oder so, dass du mal vorübergehend nimmst damit die Angst dich nicht so schwer einschränkt. Sprich einfach mal mit ihm/ ihr
Ansonsten kann ich dir auch nicht viel raten, weiß ja im Moment selbst nicht weiter. Gibt es irgendetwas bestimmtes, das dich beruhigt? Ein bestimmter Duft (den du dann immer bei dir tragen kannst), Kaugummi kauen? Sport soll ja auch gut helfen um die Anspannung abzubauen. Ist natürlich schwer, wenn du gar nicht mehr raus kannst. Aber versuche dich einfach mal zu überwinden, auch wenn es hart ist. Einfach mal eine kleine Runde spazierengehen oder sogar joggen. Du musst ja nicht weit weg vom Haus, dann kannst du jederzeit zurück. Einfach klein anfangen
Alles Gute!
Michaela
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- Sabine
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16 Jan 2026 12:09 #3
von Sabine
Wie alt bist Du denn, Helpless? Wohnst Du alleine? Hast Du einen Freundeskreis? Da sind viele Fragen, die das Bild von Dir abrunden könnten.
An Euch Beide: Wenn Ihr gar nicht mehr rauskönnt, wovon lebt Ihr denn? Arbeitet Ihr nicht oder müsst zur Schule oder so was? Ich kann mir das im Augenblick gar nicht praktisch vorstellen, weil ich Arbeit, Familie, Kind habe und einfach gar nicht anders kann als raus zu müssen. Gott sei Dank, denke ich. Ich kann mir das schon vorstellen, dass wenn man nicht wirklich muss, man in so ein Vermeidungs-zuHausebleib-Verhalten rutscht. Das ist echt nicht gut. Aber raten kann ich natürlich auch leider nichts.
Seid ganz lieb gegrüßt!
Sabine
Wie alt bist Du denn, Helpless? Wohnst Du alleine? Hast Du einen Freundeskreis? Da sind viele Fragen, die das Bild von Dir abrunden könnten.
An Euch Beide: Wenn Ihr gar nicht mehr rauskönnt, wovon lebt Ihr denn? Arbeitet Ihr nicht oder müsst zur Schule oder so was? Ich kann mir das im Augenblick gar nicht praktisch vorstellen, weil ich Arbeit, Familie, Kind habe und einfach gar nicht anders kann als raus zu müssen. Gott sei Dank, denke ich. Ich kann mir das schon vorstellen, dass wenn man nicht wirklich muss, man in so ein Vermeidungs-zuHausebleib-Verhalten rutscht. Das ist echt nicht gut. Aber raten kann ich natürlich auch leider nichts.
Seid ganz lieb gegrüßt!
Sabine
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- Nerb
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16 Jan 2026 14:46 - 16 Jan 2026 14:47 #4
von Nerb
„You’re not your job. You’re not how much money you have in the bank. You’re not the car you drive. You’re not the contents of your wallet. You’re not your fucking khakis. You’re the all-singing, all-dancing crap of the world.“ - Chuck Palahniuk
Hi,
du musst auf jeden Fall aus dem Teufelskreis raus. Es ist doch schonmal gut, dass du in Terhapie bist und somit einen Ansprechpartner hast. Schildere ihm die Situation wie sie ist und er wird dir sicherlich weiterhelfen können.
Ansonsten musst du dir klar machen, dass deine Symptome ziemlich sicher psychosomaticher Natur sind und du den Teufelskreis nur durchbrechen kannst, wenn du trotz der Symptome wieder raus gehst. Verlangt ja keiner die harte Konfrontationstour, du kannst auch ganz klein anfangen, wie Micha_Mausi das am Ende ihres Beitrages schon schön beschrieben hat.
Wovor hast du gleich noch genau Angst wenn du raus gehst? Das du dich mit MDG ansteckst? Mach dir klar, dass du durch deine selektive Wahrnehmung ein verzerrtes Bild von der Bedrohungslage hast und die echt Bedrohung vermutlich viel geringer ist. Kein Witz: Ich kann mich persönlich nicht daran erinnern jemals MDG gehabt zu haben. Und das obwohl ich mich in der Hinsicht nie besonders gerschützt habe. Gibt es also durchaus auch.
Hast du irgendwas, worauf du richtig Bock hast? Sowas kann man auch nutzen, um sich zu anderen Dingen aufzuraffen und ein bisschen Motivation aufzubauen.
Viel Erfolg!
du musst auf jeden Fall aus dem Teufelskreis raus. Es ist doch schonmal gut, dass du in Terhapie bist und somit einen Ansprechpartner hast. Schildere ihm die Situation wie sie ist und er wird dir sicherlich weiterhelfen können.
Ansonsten musst du dir klar machen, dass deine Symptome ziemlich sicher psychosomaticher Natur sind und du den Teufelskreis nur durchbrechen kannst, wenn du trotz der Symptome wieder raus gehst. Verlangt ja keiner die harte Konfrontationstour, du kannst auch ganz klein anfangen, wie Micha_Mausi das am Ende ihres Beitrages schon schön beschrieben hat.
Wovor hast du gleich noch genau Angst wenn du raus gehst? Das du dich mit MDG ansteckst? Mach dir klar, dass du durch deine selektive Wahrnehmung ein verzerrtes Bild von der Bedrohungslage hast und die echt Bedrohung vermutlich viel geringer ist. Kein Witz: Ich kann mich persönlich nicht daran erinnern jemals MDG gehabt zu haben. Und das obwohl ich mich in der Hinsicht nie besonders gerschützt habe. Gibt es also durchaus auch.
Hast du irgendwas, worauf du richtig Bock hast? Sowas kann man auch nutzen, um sich zu anderen Dingen aufzuraffen und ein bisschen Motivation aufzubauen.
Viel Erfolg!
„You’re not your job. You’re not how much money you have in the bank. You’re not the car you drive. You’re not the contents of your wallet. You’re not your fucking khakis. You’re the all-singing, all-dancing crap of the world.“ - Chuck Palahniuk
Letzte Änderung: 16 Jan 2026 14:47 von Nerb.
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- Kriss
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16 Jan 2026 20:30 #5
von Kriss
Hallo Helpless,
ich war vor fast einem Jahr an genau dem Punkt, an dem du jetzt bist. Ich kann also gut nachempfinden, wie es dir gerade geht. Ich saß nur noch zu Hause, meistens im Bad, weil ich auch Zuhause Panikattacken mit schrecklicher Übelkeit hatte und immer in der Nähe der Toilette sein musste. Ich konnte nicht mehr schlafen, habe so gut wie nichts gegessen. Aber, und ich hoffe, das macht dir jetzt ein bisschen Mut, ich bin aus dieser Situation wieder raus gekommen.
Ich habe mich erstmal von meiner Mama zum Arzt fahren lassen. Dort war es mir nicht möglich, im Wartezimmer zu warten, weil ich direkt wieder Panik bekommen habe. Ich bin im tiefsten Winter draußen vor der Praxis auf- und abgelaufen, bis mich die Arzthelferin rein gerufen hat. Dort saß ich dann, hab am ganzen Körper gezittert und war absolut überzeugt, mich jeden Moment übergeben zu müssen. Der Arzt hat mir dann ein Medikament gegen die Angst verschrieben. Es war ein leichtes Medikament und das war mir wichtig. Ich wollte auf keinen Fall etwas nehmen, das mich abhängig macht. Zuvor war ich immer überzeugt, das auch ohne Medikamente zu schaffen, aber in der Situation war ich wirklich dankbar dafür. Leider braucht das Medikament einige Wochen, bis es seine volle Wirkung entfaltet, aber es hat mich kurz nach der Einnahme so müde gemacht, dass ich zumindest wieder geschlafen habe. Ich will hier jetzt keine Werbung für Tabletten machen, aber ich glaube mittlerweile, wenn man in einem Zustand ist, in dem man nicht mal mehr zur Therapie gehen kann, die einem ja eigentlich helfen soll, ist das okay.
Ich hatte damals leider keine Zeit zu warten bis die Tabletten ihre Wirkung zeigen. Wie Nerb schon geschrieben hat, kommst du aus diesem Teufelskreis letztlich nur raus, wenn du trotz der Panik wieder raus gehst. Ich habe mir also Prioritäten gesetzt, was ich unbedingt so schnell wie möglich wieder hinkriegen muss/will. Für mich war das, wieder zu arbeiten, da ich zu der Zeit mitten in meinem Volontariat war und befürchtet habe, das nicht zu Ende bringen zu können, wenn ich länger fehle. Ich habe also an einem Sonntag wieder angefangen zu arbeiten, denn da ist unsere Redaktion leer. Ich dachte mir, das ist für den Anfang wahrscheinlich noch am leichtesten. Ich bin mit dem Auto losgefahren und musste nach etwa zwei Kilometern anhalten, weil ich zu sehr gezittert hab, um weiter zu fahren und weil ich sicher war, mich jeden Moment zu übergeben. Als es nach einer Weile nicht besser wurde, bin ich wieder nach Hause gefahren, habe mir eine Stunde Zeit genommen, um mich wieder zu beruhigen und habe den nächsten Versuche gestartet. Beim zweiten Mal hat es geklappt. Ich hatte einen schlimmen Tag in der Redaktion, auch die Tage darauf, als ich bei vollem Betrieb wieder dort war, waren krass. Aber es ist mit jedem Mal ein bisschen besser geworden. Genauso bin ich dann weiter vorgegangen in Bezug auf einkaufen, Straßenbahn fahren, Freunde besuchen und schließlich DIngen mit niedrigerer Priorität, wie essen gehen, Ausflüge usw. Lange Rede kurzer Sinn: Ja, es ist hart, aber es funktioniert. Und wenn du keine Arbeitsstelle hast, bei der du erscheinen musst, würde ich an deiner Stelle mit der Therapie anfangen. Wenn dir das momentan unvorstellbar erscheint, dann fang mit einem Spaziergang an oder einem kurzen Einkauf. Aber ich will dir wirklich ans Herz legen, fang an wieder raus zu gehen. Denn je länger du damit wartest, umso schwieriger wird es. Was ich immer recht motivierend finde, sind kleine Belohnungen. Wenn du eine Situation erfolgreich gemeistert hast, mach dir bewusst, was du gerade geschafft hast und gönn dir auch mal was. Was mir manchmal in schlimmen Panikmomenten geholfen hat und auch heute oft funktioniert, sind Atemübungen. Wenn du deinen Atem beruhigst, fährt auch dein Herzschlag runter und du wirst ruhiger.
Tut mir leid, falls das jetzt ein bisschen lang und viel war. Ich fand es nur wichtig, dir klar zu machen, dass du nicht für immer in dieser Situation sein wirst und dass du selber dir da raus helfen kannst.
Liebe Grüße
Kriss
ich war vor fast einem Jahr an genau dem Punkt, an dem du jetzt bist. Ich kann also gut nachempfinden, wie es dir gerade geht. Ich saß nur noch zu Hause, meistens im Bad, weil ich auch Zuhause Panikattacken mit schrecklicher Übelkeit hatte und immer in der Nähe der Toilette sein musste. Ich konnte nicht mehr schlafen, habe so gut wie nichts gegessen. Aber, und ich hoffe, das macht dir jetzt ein bisschen Mut, ich bin aus dieser Situation wieder raus gekommen.
Ich habe mich erstmal von meiner Mama zum Arzt fahren lassen. Dort war es mir nicht möglich, im Wartezimmer zu warten, weil ich direkt wieder Panik bekommen habe. Ich bin im tiefsten Winter draußen vor der Praxis auf- und abgelaufen, bis mich die Arzthelferin rein gerufen hat. Dort saß ich dann, hab am ganzen Körper gezittert und war absolut überzeugt, mich jeden Moment übergeben zu müssen. Der Arzt hat mir dann ein Medikament gegen die Angst verschrieben. Es war ein leichtes Medikament und das war mir wichtig. Ich wollte auf keinen Fall etwas nehmen, das mich abhängig macht. Zuvor war ich immer überzeugt, das auch ohne Medikamente zu schaffen, aber in der Situation war ich wirklich dankbar dafür. Leider braucht das Medikament einige Wochen, bis es seine volle Wirkung entfaltet, aber es hat mich kurz nach der Einnahme so müde gemacht, dass ich zumindest wieder geschlafen habe. Ich will hier jetzt keine Werbung für Tabletten machen, aber ich glaube mittlerweile, wenn man in einem Zustand ist, in dem man nicht mal mehr zur Therapie gehen kann, die einem ja eigentlich helfen soll, ist das okay.
Ich hatte damals leider keine Zeit zu warten bis die Tabletten ihre Wirkung zeigen. Wie Nerb schon geschrieben hat, kommst du aus diesem Teufelskreis letztlich nur raus, wenn du trotz der Panik wieder raus gehst. Ich habe mir also Prioritäten gesetzt, was ich unbedingt so schnell wie möglich wieder hinkriegen muss/will. Für mich war das, wieder zu arbeiten, da ich zu der Zeit mitten in meinem Volontariat war und befürchtet habe, das nicht zu Ende bringen zu können, wenn ich länger fehle. Ich habe also an einem Sonntag wieder angefangen zu arbeiten, denn da ist unsere Redaktion leer. Ich dachte mir, das ist für den Anfang wahrscheinlich noch am leichtesten. Ich bin mit dem Auto losgefahren und musste nach etwa zwei Kilometern anhalten, weil ich zu sehr gezittert hab, um weiter zu fahren und weil ich sicher war, mich jeden Moment zu übergeben. Als es nach einer Weile nicht besser wurde, bin ich wieder nach Hause gefahren, habe mir eine Stunde Zeit genommen, um mich wieder zu beruhigen und habe den nächsten Versuche gestartet. Beim zweiten Mal hat es geklappt. Ich hatte einen schlimmen Tag in der Redaktion, auch die Tage darauf, als ich bei vollem Betrieb wieder dort war, waren krass. Aber es ist mit jedem Mal ein bisschen besser geworden. Genauso bin ich dann weiter vorgegangen in Bezug auf einkaufen, Straßenbahn fahren, Freunde besuchen und schließlich DIngen mit niedrigerer Priorität, wie essen gehen, Ausflüge usw. Lange Rede kurzer Sinn: Ja, es ist hart, aber es funktioniert. Und wenn du keine Arbeitsstelle hast, bei der du erscheinen musst, würde ich an deiner Stelle mit der Therapie anfangen. Wenn dir das momentan unvorstellbar erscheint, dann fang mit einem Spaziergang an oder einem kurzen Einkauf. Aber ich will dir wirklich ans Herz legen, fang an wieder raus zu gehen. Denn je länger du damit wartest, umso schwieriger wird es. Was ich immer recht motivierend finde, sind kleine Belohnungen. Wenn du eine Situation erfolgreich gemeistert hast, mach dir bewusst, was du gerade geschafft hast und gönn dir auch mal was. Was mir manchmal in schlimmen Panikmomenten geholfen hat und auch heute oft funktioniert, sind Atemübungen. Wenn du deinen Atem beruhigst, fährt auch dein Herzschlag runter und du wirst ruhiger.
Tut mir leid, falls das jetzt ein bisschen lang und viel war. Ich fand es nur wichtig, dir klar zu machen, dass du nicht für immer in dieser Situation sein wirst und dass du selber dir da raus helfen kannst.
Liebe Grüße
Kriss
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- Micha_Mausi
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17 Jan 2026 14:26 #6
von Micha_Mausi
Hallo ich nochmal
Ich kann mich den Meinungen der anderen nur anschließen. Es wird auch erst wieder besser, wenn man wieder etwas unternimmt. Ich war gestern Abend in der Uni. Das war der blanke Horror, denn abends ist die Angst immer besonders schlimm. Aber ich wollte dort hin, wollte mich von der Angst nicht länger beherrschen lassen. Und obwohl ich anfangs wirklich Panik hatte, ging die Angst dann schnell zurück und ich hatte sogar Freude an meinem Seminar Seit zwei Tagen kann ich auch wieder essen. Es ist einfach immer die Überwindung, man muss einmal extrem viel Kraft aufbringen um diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Dann geht es wieder aufwärts
Ach und noch zu dem was Sabine geschrieben hat: Nichts für ungut, aber ich finde das kommt etwas komisch rüber. Ich habe keine Familie, wohne allein. Und darum bin ich wahnsinnig froh. Andere Menschen könnten mich nicht dazu bringen das Haus zu verlassen, ich bin lieber unabhängig von allen anderen und kann tun und lassen was ich will. Aber das ist natürlich auch nicht bei jedem so, bin halt Einzelgänger Ich habe ja auch nicht geschrieben, dass ich das Haus nicht mehr verlasse. Ich gehe auch gern spazieren, alleine. Alltäglichen Dingen gehe ich natürlich trotzdem nach. Einkaufen etc muss man ja. Ich gehe zur Uni, da kann ich mir in den meisten Fällen natürlich selbst aussuchen ob ich hingehe oder zu Hause bleibe. Das ist aber ein gewaltiger Nachteil. Ich wünschte ich hätte geregelte Arbeitszeiten und wäre mehr oder weniger auch verpflichtet dieser Arbeit nachzugehen. Als ich noch gearbeitet habe war das alles viel leichter für mich, da war die Angst aber auch noch nicht so stark ausgeprägt. Trotzdem stehe ich jeden Tag unter Druck, wenn ich zu Hause sitze muss ich ja auch lernen oder andere Dinge für die Uni tun. Da ist nix mit 24 Stunden am Tag faulenzen
Ich habe hier im Forum auch schon Leute kennengelernt, die wegen dieser Angst einfach nicht mehr in die Arbeit/ zur Schule gehen können. Es GEHT manchmal einfach nicht mehr. Ich finde es toll, dass du nicht an so einem Punkt stehst, aber manchen hier geht es eben wirklich so schlecht, dass sie das Haus nicht mehr verlassen können. Das ist schrecklich, aber (wie ich finde) auch irgendwie absolut nachvollziehbar. Nur brauchen solche Menschen eben dringend Hilfe, so schnell wie möglich. Egal wie diese Hilfe dann aussehen mag. Das wollte ich nur loswerden.
Wie geht es dir denn so Helpless? War es die letzte Zeit etwas besser?
Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft, du wirst es schaffen dich aus diesem Abrund wieder heraus zu kämpfen. Glaub an dich
Beste Grüße
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Ich kann mich den Meinungen der anderen nur anschließen. Es wird auch erst wieder besser, wenn man wieder etwas unternimmt. Ich war gestern Abend in der Uni. Das war der blanke Horror, denn abends ist die Angst immer besonders schlimm. Aber ich wollte dort hin, wollte mich von der Angst nicht länger beherrschen lassen. Und obwohl ich anfangs wirklich Panik hatte, ging die Angst dann schnell zurück und ich hatte sogar Freude an meinem Seminar Seit zwei Tagen kann ich auch wieder essen. Es ist einfach immer die Überwindung, man muss einmal extrem viel Kraft aufbringen um diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Dann geht es wieder aufwärts
Ach und noch zu dem was Sabine geschrieben hat: Nichts für ungut, aber ich finde das kommt etwas komisch rüber. Ich habe keine Familie, wohne allein. Und darum bin ich wahnsinnig froh. Andere Menschen könnten mich nicht dazu bringen das Haus zu verlassen, ich bin lieber unabhängig von allen anderen und kann tun und lassen was ich will. Aber das ist natürlich auch nicht bei jedem so, bin halt Einzelgänger Ich habe ja auch nicht geschrieben, dass ich das Haus nicht mehr verlasse. Ich gehe auch gern spazieren, alleine. Alltäglichen Dingen gehe ich natürlich trotzdem nach. Einkaufen etc muss man ja. Ich gehe zur Uni, da kann ich mir in den meisten Fällen natürlich selbst aussuchen ob ich hingehe oder zu Hause bleibe. Das ist aber ein gewaltiger Nachteil. Ich wünschte ich hätte geregelte Arbeitszeiten und wäre mehr oder weniger auch verpflichtet dieser Arbeit nachzugehen. Als ich noch gearbeitet habe war das alles viel leichter für mich, da war die Angst aber auch noch nicht so stark ausgeprägt. Trotzdem stehe ich jeden Tag unter Druck, wenn ich zu Hause sitze muss ich ja auch lernen oder andere Dinge für die Uni tun. Da ist nix mit 24 Stunden am Tag faulenzen
Ich habe hier im Forum auch schon Leute kennengelernt, die wegen dieser Angst einfach nicht mehr in die Arbeit/ zur Schule gehen können. Es GEHT manchmal einfach nicht mehr. Ich finde es toll, dass du nicht an so einem Punkt stehst, aber manchen hier geht es eben wirklich so schlecht, dass sie das Haus nicht mehr verlassen können. Das ist schrecklich, aber (wie ich finde) auch irgendwie absolut nachvollziehbar. Nur brauchen solche Menschen eben dringend Hilfe, so schnell wie möglich. Egal wie diese Hilfe dann aussehen mag. Das wollte ich nur loswerden.
Wie geht es dir denn so Helpless? War es die letzte Zeit etwas besser?
Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft, du wirst es schaffen dich aus diesem Abrund wieder heraus zu kämpfen. Glaub an dich
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- Sabine
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18 Jan 2026 09:54 #7
von Sabine
Hallo Michaela,
ich hoffe, mein Beitrag kam nicht anmaßend oder so rüber. Das wollte ich nicht! Mein Gedanke war genau, was Du schreibst:
"Als ich noch gearbeitet habe war das alles viel leichter für mich,"
Ich weiß es nicht, weil meine Angst noch nie so unüberwindlich war, dass ich wirklich nicht mehr raus konnte. Ich nehmen an, dann könnte ich auch nicht mehr für mein Kind sorgen. Dann könnte ich es z. B. nicht zur Schule bringen oder in den Kindergarten oder mit Freunden spielen lassen etc. Dann müsste ich mein Kind "abgeben" bzw. es würde mir wahrscheinlich weggenommen oder so und das triebe mich sicher an, doch i-wie raus zu gehen. Aber wie gesagt: Das kann ich nicht wirklich beurteilen, weil es mir sooo schlecht nie ging. Ich konnte -trotz Angst- bisher immer noch alles machen (arbeiten, Kinder und Familie versorgen, einkaufen etc.). Ich habe "nur" sehr gelitten und viel Vermeidungsverhalten und teils auch Zwangsverhalten praktiziert.
Ich hoffe, ich konnte das klären!
Sabine
ich hoffe, mein Beitrag kam nicht anmaßend oder so rüber. Das wollte ich nicht! Mein Gedanke war genau, was Du schreibst:
"Als ich noch gearbeitet habe war das alles viel leichter für mich,"
Ich weiß es nicht, weil meine Angst noch nie so unüberwindlich war, dass ich wirklich nicht mehr raus konnte. Ich nehmen an, dann könnte ich auch nicht mehr für mein Kind sorgen. Dann könnte ich es z. B. nicht zur Schule bringen oder in den Kindergarten oder mit Freunden spielen lassen etc. Dann müsste ich mein Kind "abgeben" bzw. es würde mir wahrscheinlich weggenommen oder so und das triebe mich sicher an, doch i-wie raus zu gehen. Aber wie gesagt: Das kann ich nicht wirklich beurteilen, weil es mir sooo schlecht nie ging. Ich konnte -trotz Angst- bisher immer noch alles machen (arbeiten, Kinder und Familie versorgen, einkaufen etc.). Ich habe "nur" sehr gelitten und viel Vermeidungsverhalten und teils auch Zwangsverhalten praktiziert.
Ich hoffe, ich konnte das klären!
Sabine
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