Mama mit Panik

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04 Feb 2018 02:10 #1 von Lisa3001
Lisa3001 erstellte das Thema Mama mit Panik
Hallo zusammen

Mein Name ist Lisa, ich bin 29 Jahre alt, verheiratet und Mutter eines einjährigen Sohn.
Ich hoffe ich finde hier etwas Hilfe.
Mein Sohn hatte vor ca.3 Wochen nen schlimmen Magen Darm Infekt der mich ziemlich aus der Bahn geworfen hat. Ich würde nicht sagen das ich Depressionen habe. Ich würde die Tage danach eher als depressives Verhalten beschreiben. Ich hab jede Bewegung meines Kindes beobachtet, jedes "schwere Schlucken" oder rülpsen von ihm als eins nächsten Magen Darm Infekt gedeutet, bin immer neben im Wach gelegen aus Angst er müsste wieder erbrechen.
So jetzt dachte ich, ich hatte es langsam überwunden und würde langsam wieder "normal " mit meinem Kind umgehen, ich weinte die letzten Tage kaum noch, sagte zu meinem Mann das ich das Gefühl habe mir geht's viel besser....tja...war wohl nicht so. Heute Nacht ist es wieder so. Ich liebe Wach neben meinem Kind, bekomme Herzrasen wenn er wach wird weil ich denke es geht wieder los. Und das nur weil er heute Nacht einfach nur unruhig schläft. Das ich auf Dauer kein Zustand für mich.
Ich weiß schon lange von meiner Emetophobie bin aber die ganzen Jahre damit klar gekommen. Bin Situationen wo jemand erbrochen hat oder ich erbrechen hätte können einfach aus dem Weg gegangen. War für mich ok. Nun ja wenn es allerdings mein Sohn erwischt kann ich der Situation nicht aus dem Weg geh'n. Und das belastet mich so doll das ich so wie jetzt z.B.wach liege. Ich hoffe ich konnte mein Problem etwas rüber bringen und ihr versteht es.

Habt ihr Ideen was ich am besten dsgegen tun kann? Denk das wird nicht der letzte Infekt gewesen sein deswegen muss ich was tun.

Liebe Grüße Lisa

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04 Feb 2018 10:34 #2 von Monica
Monica antwortete auf das Thema: Mama mit Panik
Hallo Lisa!

Ich kann dir leider keine große Hilfe sein - mir geht es leider ganz genauso. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hatte meine Tocher so schlimmen Brechdurchfall und ich war so hilflos, musste meine Mutter aus dem Bett klingeln und mein Mann musste von seiner Nachtschicht kommen, um alles zu beseitigen und bei ihr zu sein. Ich habe mich für drei Tage mit meinem Sohn im Schlaf- und Kinderzimmer verbarrikadiert, aus panischer Angst vor Ansteckung. Glücklicherweise sind wir alle verschont geblieben, aber ich weiß, dass es so nicht weitergehen kann. Das Schlimmste ist für mich inzwischen gar nicht mehr so das Erbrechen an sich, sondern in dem Moment die große Angst vor Ansteckung. Ich schäme mich sehr für diese Gedanken und mir graut vor der nächsten Nachtschicht meines Mannes am Mittwoch, wenn meine Tochter wieder neben mir schlafen möchte. Bei jedem Seufzer werde ich wieder so in Panik geraten... :(

Ich drücke uns die Daumen, dass jemand eine Idee für uns hat.

Viele Grüße
von Monica
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07 Feb 2018 14:10 #3 von diepuschy
diepuschy antwortete auf das Thema: Mama mit Panik
Hallo ihr beiden!
Ich reihe mich hier ein. Habe somit keinen wirklich Tipp. Heute ist Mittwoch. Ich denke an dich, Monika. Wir alle wissen natürlich, dass die Chance sehr gering ist, dass dein Kind den Kram so kurz hintereinander wieder bekommt. Aber ich kenne das Gefühl absolut. Man liegt mit Herzklopfen wach und ist am nächsten Tag gerädert ohne Ende, obwohl gar nicht war. Und schlecht drauf ist man auch. Mein Geduldsfaden ist dann immer seeehr kurz und letzten Endes mecker ich mit allen rum, weil theoretisch jemand hätte spucken können, es aber nicht getan hat.
Völlig bekloppt!!
:)
Viele Grüße

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07 Feb 2018 14:15 #4 von Monica
Monica antwortete auf das Thema: Mama mit Panik
Hallo ihr Mamis :-)

Meine Tochter ist inzwischen wieder fit, niemand anderes hatte was und letztlich wird die bei Anschnitt merkwürdig riechende Tomate beim Abendbrot als Übeltäter gehandelt.

Fakt ist aber, dass mich dieses für mich so belastende und traumatisierende Ereignis so dermaßen an den Rand meiner Belastbarkeit getrieben hat, dass ich in der kommenden Woche einen Termin bei einer Psychologin habe. Ich esse und trinke seit einer Woche kaum noch und mich nehmen diese Ängste so in Beschlag, das kann so nicht angehen. Mein Mann ist diese Woche noch krankgeschrieben und ich versuche irgendwie ganz langsam wieder in den Alltag zu finden, was aber so schwer ist. Nach einer Woche hungern notiere ich jedes Bauchgeräusch und bekomme sofort Angst, es könnte etwas nicht stimmen... Völliger Quatsch!
Ich meine, ich habe den Brustkrebs überwunden, aber stelle mich an wegen womöglicher Kotzerei? Mein Hirn ist bescheuert!

Viele Grüße!

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07 Feb 2018 14:24 #5 von diepuschy
diepuschy antwortete auf das Thema: Mama mit Panik
Hi Monica!
Schön zu hören, dass ihr alle (wieder) wohlauf seid.
Du hattest Brustkrebs? Wie war das mit der Chemo? Ich habe mal gesagt, ich würde lieber keine Chemo machen, aus Angst, dass ich davon erbrechen muss. Absolut verrückt! Nach dem Motto "lieber sterben als kotzen"
Ich habe auch schon an Therapie gedacht, aber irgendwie kann ich mich doch nicht dazu aufraffen, vor allem, weil ich nicht glaube, dass es etwas bringt. Denn rational wissen wir ja alle, dass unsere Angst unbegründet ist.
Berichte doch bitte, wenn du magst, wie es dir mit der Therapie gefällt.
Viele Grüße

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07 Feb 2018 14:36 #6 von Monica
Monica antwortete auf das Thema: Mama mit Panik
Ja, ich hatte Brustkrebs, und ich bin dennoch seit dem Jahr 2001 spuckfrei. Ich kann das unterdrücken wie nix, außerdem gibt es heutzutage sehr gute Medikamente gegen Übelkeit. Ein Spaziergang war die Chemo keinesfalls.
Therapie, na ja, ich muss irgendwie etwas daran glauben. Denn so ein Nervenbündel, wie ich jetzt bin, kann ich nicht bleiben. Meine Gedanken drehen sich nur noch darum und dafür ist das Leben viel zu kurz.

Was mir auffällt, dass meine Angst mit dem Krebs zu tun hat. Angst vor dem Verlust der Kontrolle. Dabei ist meine vermeintliche Kontrolle über meinen Körper im Juli 2016, mit dem Tag der Diagnose, gestorben. Ich HABE über manche Dinge einfach keine Kontrolle. Ob der Krebs wieder kommt oder wann und wo es mich oder meine Lieben mit MD trifft. Das kann ich nicht sicher beeinflussen, maximal Maßnahmen ergreifen (gründlich Hände waschen, Handdesinfektion nach Einkäufen...). Aber in meinem dummen Hirn ist das leider noch nicht wieder verankert.

Ich habe in den letzten Tagen so viel über Emetophobie gelesen und will mich nicht weiter davon ängstigen lassen!

Viele Grüße!
Monica

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07 Feb 2018 14:42 #7 von diepuschy
diepuschy antwortete auf das Thema: Mama mit Panik
Ja, das mit dem Unterdrücken kenne ich. Habe seit meiner Kindheit nicht mehr gespuckt. Und trotzdem diese Angst. Ich weiß nicht, woher sie kommt. Habe allerdings eine Vermutung. Wäre es denn hilfreich, das zu wissen? Kann man es dann aufarbeiten?
Bin gespannt auf deine Berichte (falls du berichten magst)
Gruß puschy

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07 Feb 2018 15:24 #8 von Elke
Elke antwortete auf das Thema: Mama mit Panik
Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum, bin 26 Jahre alt und leide seit ca. 12 Jahren an Emetophobie. Dein Gefühl kenne ich sehr gut, nur nicht mit meinem 1-jährigen Sohn, sondern meinem 35-jährigen Freund ;) wenn er Alkohol getrunken hat, ist an Schlaf nicht zu denken und auch sonst, wenn er unruhig schläft oder nachts auf Toilette muss, bin ich auch oft wach und bekomme Herzrasen. Allerdings geht es mir seit ca. einem dreiviertel Jahr sehr viel besser, da ich eine Hypnose-Therapie hinter mir habe. Wenn man die Ursache der Phobie noch nicht kennt, lernt man sie hier kennen und die Therapeutin versucht, mit der Ursache zu arbeiten und die negativen Gefühle und Gedanken in positive umzuwandeln. Ich kann das wirklich nur empfehlen.
Seit dem bewältige ich den Alltag sehr viel besser, mit deutlich weniger Vermeidungstaktiken und bin auf kleine Erfolge fast lächerlich stolz ;)
Die Phobie ist aber natürlich noch lange nicht überwunden, falls das überhaupt möglich ist. Gibt es hier jemanden, der "geheilt" ist?
Aktuell beschäftigt mich vor allem das Thema Schwangerschaft und Kind. Da ich ja doch langsam in das Alter komme, in dem man sich ernsthaft Gedanken darum macht, habe ich einigen Respekt vor einer Schwangerschaft und dem damit verbundenen Risiko der Morgenübelkeit. Wie habt ihr das denn gemacht? Hattet ihr Emetophobie, seid aber trotzdem schwanger geworden, hattet Glück und musstet euch nicht übergeben? Oder habt ihr euch übergeben und trotzdem noch die Phobie?
Ich bin nämlich der Meinung, dass wenn ich es erstmal hinter mich gebracht habe und feststelle, dass ich das tatsächlich überstanden habe, auch die Angst abnimmt. Wenn nun aber die Angst trotzdem noch da ist?? Habe ich tatsächlich eine Phobie vor der Phobie? :cheer:

Ich freue mich auf eure Antworten!
Liebe Grüße
Elke

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07 Feb 2018 15:30 #9 von Monica
Monica antwortete auf das Thema: Mama mit Panik
Hallo Elke!

Mein Wunsch, Kinder zu bekommen, war glücklicherweise eines Tages stärker als die Angst. Man gut!

Ich habe zwei wirklich sehr mit Übelkeit begleitete Schwangerschaften hinter mir. Wochen, in denen es mir so schlecht ging und ich eigentlich ins KH gemusst hätte (zu wenig getrunken, gegessen). Aber auch hier gibt es gute Medikamente in der allergrößten Not, die man natürlich nur mit Absprache seines Arztes nehmen sollte. Auch Akupunktur kann gut helfen.

Meine Angst verlagerte sich irgendwann auch, inzwischen habe ich eher Angst vor MD als "nur" dem Erbrechen. Ob das von Vorteil ist, weiß ich nun nicht unbedingt, haha.

Mir stand es oft Oberkante Unterlippe, aber auch diese Zeit vergeht und bei weitem nicht jeder Frau muss so extrem übel sein wie mir über viele Monate.

Lass deine Angst nicht deine Zukunft verbauen. Meine Kinder sind das Beste, das ich je zustande gebracht habe!

Viele Grüße
Monica

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07 Feb 2018 20:35 #10 von Lisa3001
Lisa3001 antwortete auf das Thema: Mama mit Panik
Hey ihr Lieben

Ich bin so froh das ihr geschrieben habt. Es tut so gut zu wissen das ich nicht alleine bin.

Monica mir geht es genauso wie dir. Ich finde auch nur schwer zurück in den Alltag. Die ständige Angst das mein Sohn wieder erbrechen muss dominiert mein Alltag( oder eher die Nacht) . Jetzt eben liegt er mit Fieber neben mir. Das heißt für mich wieder Panik das es ein Anzeichen ist das er wieder ein Magen Darm Infekt hat.
Ich muss auch dringend was dagegen tun...stell es mir nur so schwer vor.

In der Schwangerschaft hatte ich zum Glück keine Probleme, hatte iwie auch nie Angst davor. Auch das Erbrechen wärend der Geburt war nicht schlimm für mich.
Ich glaub die Angst ist eher da wenn es um einen Infekt geht. Vorallem bei meinen Sohn da ich ihn nicht mit Medikamenten voll stopfen kann.

Es ist schwer das alles in nen Text zu fassen wenn sooo viel im Kopf los ist.

Liebe Grüße

Lisa

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08 Feb 2018 22:03 #11 von Lisa3001
Lisa3001 antwortete auf das Thema: Mama mit Panik
Hey ihr Lieben

Ich bin so froh das ihr geschrieben habt. Es tut so gut zu wissen das ich nicht alleine bin.

Monica mir geht es genauso wie dir. Ich finde auch nur schwer zurück in den Alltag. Die ständige Angst das mein Sohn wieder erbrechen muss dominiert mein Alltag( oder eher die Nacht) . Jetzt eben liegt er mit Fieber neben mir. Das heißt für mich wieder Panik das es ein Anzeichen ist das er wieder ein Magen Darm Infekt hat.
Ich muss auch dringend was dagegen tun...stell es mir nur so schwer vor.

In der Schwangerschaft hatte ich zum Glück keine Probleme, hatte iwie auch nie Angst davor. Auch das Erbrechen wärend der Geburt war nicht schlimm für mich.
Ich glaub die Angst ist eher da wenn es um einen Infekt geht. Vorallem bei meinen Sohn da ich ihn nicht mit Medikamenten voll stopfen kann.

Es ist schwer das alles in nen Text zu fassen wenn sooo viel im Kopf los ist.

Liebe Grüße

Lisa

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