"Neu" hier, aber schon ein alter Emo-Hase

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25 Dez 2017 23:14 - 25 Dez 2017 23:15 #1 von Monica
Monica erstellte das Thema "Neu" hier, aber schon ein alter Emo-Hase
Als allererstes wünsche ich euch einen guten Abend und noch ein restliches, hoffentlich besinnliches und speifreies Weihnachtsfest ;)

Ich war vor, tja, x Jahren bereits hier(?) angemeldet, das Forum wurde dann irgendwann überarbeitet oder so, genau kriege ich es nicht mehr zusammen.

Hm, ich bin leider keine Frau der kurzen Worte, aber ich versuche mein Bestes...

Ich bin Monica, 35 Jahre alt, stolze Mami von zwei Kindern (5 Jahre und 17 Monate) und glücklich verheiratet, in Braunschweig lebend.
Meine Emetophobie fing an, wenn ich mich ganz stark zurückerinnere, ich denke so mit fünf oder sechs Jahren. Ich habe mich damals im Schlaf übergeben (was ja, im Nachhinein betrachtet, gar nicht mal ungefährlich ist...), und ich weiß noch, dass mein Vater mich so dermaßen verbal rund machte, anschrie, ich sei ja selbst zum kotzen zu blöd usw. (er hatte ein Schimpfwortrepertoire, das ich besser nicht wiederhole) und seither begleitet mich die Angst vor dem Erbrechen oder die Panik, sobald ich irgendwo Erbrochenes sehe. Diesen "suchenden" Blick (ihr kennt das wahrscheinlich?) habe ich mir schon früh angeeignet und wünschte, dass ich so manche Pfützen übersehen würde, aber weit gefehlt.

Jedes Jahr um diese Zeit greift mich so ganz langsam die nackte Panik vor dem Norovirus. Ich habe der Phobie ja das Schlimmste angetan: Ich habe zwei Kinder bekommen, die diesen Virus spielend leicht einfangen können. Glücklicherweise hatte meine Tochter bisher erst ein einziges Mal Magen-Darm, und ich bekam es leider zeitgleich. Aber ich besitze die herrliche Gabe, das Erbrechen so grandios zu unterdrücken, auch wenn es mir sicherlich danach besser gehen würde. Wie ich eben zufällig las - und das trifft es so perfekt! - ich hasse es, die Kontrolle zu verlieren.
Haha, jetzt kommt der Witz schlechthin: Ich, Miss Anti-Kontrollverlust, bin im Juli 2016 an Brustkrebs erkrankt. Aber ich habe diese - pardon - Scheiße besiegt (fürs erste?) und was soll ich sagen? Trotz zweier Schwangerschaften, bei denen mir so unendlich übel war, ich MCP-Zäpfchen und -Tabletten nehmen musste, um überhaupt aufstehen zu können, die acht Chemorunden und Bestrahlung hinter sich hat, die einen Tag nach der Brustkrebsdiagnose ihren Sohn auf die Welt brachte, die durch die Chemos einen Großteil der Erinnerungen eingebüßt hat und somit wertvolle Erinnerungen an ihren Sohn als Baby vergessen hat, ist seit dem Jahr 2001 spuckfrei. Gut, ne? Eigentlich schon. Aber warum fühle ich mich dann nicht gut? Neben der Rezidivangst ist die Emetophobie merkwürdigerweise DIE Angst, die jetzt wieder hochkommen mag. Weil die dazugehörige Jahreszeit droht.
Ich glaube inzwischen, dass das eines meiner Hauptprobleme ist: Ich habe den Ehrgeiz, weiterhin spuckfrei zu bleiben. Ich will kein Noro, Rota und wie der ganze Rotz heißt. Ich möchte, dass meine Familie und ich gesund bleiben und ich möchte meinen Mann nicht erbrechen hören (ihm habe ich das, wie er es so schön nennt, "unbeschwerte Kotzen" mit meiner Phobie zerstört ;) Auch er ist seit 2001 spuckfrei, in dem Jahr kamen wir zusammen).

So, entschuldigt bitte mein weites Ausholen. Ich werde hier immer mal quer lesen, diese dumme Angst kraucht immer mal in meinem Kopf herum und ich merke, dass sie mich mal mehr, mal weniger im Griff hat. Der Gedanke, ab Anfang Januar wöchentlich in einen Schwimmkurs mit meiner Tochter zu gehen, lässt immer diesen "oh Gott, Schwimmbad, da gibts sicherlich Noroviren!"-Gedanken aufkommen. Was ja mal totaler Blödsinn ist, denn diese Viren gibt es garantiert überall.

Bis bald und viele Grüße
von Monica
Letzte Änderung: 25 Dez 2017 23:15 von Monica.

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