Meine Angst, die mich sogar von der Schule abhält

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25 Nov 2017 20:29 #1 von NRJSHE
NRJSHE erstellte das Thema Meine Angst, die mich sogar von der Schule abhält
Hallo,
ich bin neu hier und wollte einfach mal schreiben was mich belastet.
Ich bin 17 Jahre alt und gehe in die 11te Klasse, also kann ich mir eigentlich keine Fehltage in der Schule erlauben und will ich auch gar nicht. Meine Angst hab ich seit Mitte 2016, weil ich dort Magen-Darm hatte und mich dadurch übergeben musste. Davor hatte ich nur in sehr jungen Jahren Probleme damit, wo anders etwas zu essen (z.B. Restaurants etc.). Nach meiner Krankheit hatte ich keine Probleme. Ich konnte in die Schule gehen und mir war so auch nie übel.
Dann fing es an, dass ich immer das Gefühl bekam, dass ich wieder Magen-Darm habe. Ich hab dann immer geguckt, ob ich einen harten Bauch habe und sonstiges. Somit fing dann alles an. Ich hatte Probleme in die Schule zu gehen und musste öfters nachhause fahren oder mich abholen lassen. Da fiel mir auf, dass immer wenn ich nachhause konnte meine Übelkeit fast komplett verschwand, was auch noch heute der Fall ist.
Diese Angst wurde dann noch verstärkt dadurch, dass sich eine Mitschülerin im Unterricht übergeben hat. Ich hatte dann natürlich angst, dass ich mich angesteckt haben könnte und ich mich jetzt auch in der Schule übergeben könnte.
Mit der Zeit ging es immer mal wieder. Ich konnte zur Schule gehen, musste aber manchmal schon eher nachhause fahren. Problem dabei ist, dass ich Eltern habe die Fehltage nicht gerne sehen und auch meine Angst nicht verstehen. Ich bekomme dann sowas zu hören wie: "ach du steigerst dich da rein", "dir ist einfach langweilig und du denkst zu viel nach", "du bist echt ein komischer Mensch".
Wenn man sowas von seinen Eltern zu hören bekommt, fängt man natürlich an an sich zu zweifeln und auch hört man auf über diese Thema zu reden. Ich wünschte meine Mutter würde das verstehen, ich weiß ja dass das alles nur Einbildung ist, aber ich kann nichts dagegen machen. Wenn ich die Angst habe, dann hat sie die Kontrolle über mich und ich kann nicht anders als nachhause zu fahren. Ich kann sowas nicht aussitzen und einfach weiter machen. Meine Gedanken sind schon jeden Abend vor der Schule bei der Angst und ich kann diese auch nicht davon abbringen. Es ist einfach nur schwer für mich niemand zuhaben der das versteht, oder es versucht zu verstehen.

Naja, also die letzten Wochen war es wieder so schlimm wie lange nicht mehr. Ich habe schon alles probiert um mir selber zu helfen. Ich habe Rescue Tropfen benutzt, die aber einfach nicht mehr helfen, habe Iberogast genommen, war auch schon beim Arzt die mir jetzt eine Magenspiegelung verschrieben haben, habe einen Homöopaten aufgesucht, der mir aber nur kurze Zeit helfen konnte und meine Mutter macht für mich Healing Code (weil ich das selber nicht kann), was zwar was bringt, aber trotzdem wird es schlimmer.

In zwei Wochen hab ich dann endlich einen Termin mit einer Psychologin. Ich verspreche mir sehr viel davon und hoffe, dass sie mir helfen kann. Außerdem hab ich im kommenden Jahr eine Magenspiegelung, damit man wirklich sicher gehen kann, dass das nicht doch körperlich ist.
Ich kann echt nicht mehr und hab da auch keine Lust mehr drauf. Diese Angst kontrolliert mein Leben, ich kann mich nicht mehr mit Freunden treffen oder sonst was. Ich will einfach nur leben. Ich habe sogar das Gefühl, dass ich dadurch in eine Depression gerate, weil ich nichts mehr unternehme, mich zurückziehe und nur noch in meinem Zimmer hocke.

Das ist meine Geschichte und ich werde hier dann auch von meinen Erfahrungen mit der Psychologin und der Magenspiegelung berichten. Falls jemand das Bedürfnis hat zu reden, kann mich auch gerne anschreiben.
Liebe Grüße

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08 Dez 2017 11:51 #2 von specialfe
specialfe antwortete auf das Thema: Meine Angst, die mich sogar von der Schule abhält
Hey NRJSHE,
ich kenne dein Problem und habe selber ein paar Jahre darunter zu leiden gehabt.. Glaube ich habe von der 7.-9. Klasse kaum was vom Unterricht mitbekommen, weil ich so unter der Panik gelitten habe oder erst gar nicht zur Schule gegangen bin. Zum Glück habe ich Eltern die versucht haben mich zu verstehen und zu unterstützen. Oft saß ich den ganzen Tag nur bei der Sozialpädagogin, weil ich nicht in den Unterricht konnte vor Angst Bauchschmerzen und Übelkeit zu bekommen. Es war ein langer Kampf, doch ich habe ihn dank meiner Psychologin gemeistert. Konnte sogar das erste Mal in meinem Leben auf Klassenfahrt fahren und hatte bis zum Abitur kaum noch Probleme. Erst als es dann ans Abi ging und der Stress richtig los ging, kam meine Krankheit wieder zurück..
Trotzdem habe ich aber dank meinem Freund, meinen Eltern und meiner Psychologin mein Abitur erfolgreich abgeschlossen und mir dieses Jahr erstmal eine Pause genommen um mein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Deine Entscheidung eine Psychologin aufzusuchen war gut :) Oft haben solche Leute noch einmal ganz neue Lösungsansätze für einen und man merkt das man nicht allein ist. Mir hat das jedenfalls total geholfen und ich wüsste nicht wo ich heute stehen würde, wenn ich keine psychologische Unterstützung gehabt hätte.
Ich wünsche dir ganz viel Glück bei deiner Therapie und das sie so schnell wie möglich erfolgreich ist!
Der Kampf wird sich lohnen und danach kannst du stolz auf dich sein!

Viele Grüße
Fe

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