Ich, die Angst und meine Kinder

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19 Okt 2017 20:51 #1 von SuLa
SuLa erstellte das Thema Ich, die Angst und meine Kinder
Hallo, lange (Jahre) habe ich überlegt, in einem Forum zu schreiben. Heute habe ich mich dazu entschlossen in der Hoffnung auf Austausch. Ich bin 41, Mutter von 2 Kindern (6 und 8 Jahre) und frage mich, "wann hört die Brechangst auf"? Als ich Teenager war, habe ich zuversichtlich in die Zukunft geblickt mit dem Gedanken, dass das Alter mich erfahrener, vernünftiger, ruhiger und entspannter in dieser Sache machen wird. Ich erinnere mich an den Gedanken: "wenn ich 40 bin, dann ist das vorbei, da ich gelernt habe, damit umzugehen." Jetzt bin ich 41 und kann euch sagen: es ist leider nicht vorbei.
Ich lebe ein normales Leben mit allem, was dazugehört. Arbeit, Freunde, Familie, Reisen,....man würde wahrscheinlich nicht denken, auch, wenn man mich kennt, dass mich diese Angst so quält. Doch sie begleitet mich ständig in meinem Kopf. Besonders schlimm wird es im Herbst und Winter, wenn der MDV vermehrt umgeht. Wenn meine Kinder erbrechen, fange ich an zu zittern, werde kurzatmig, kämpfe allerdings dagegen an, weil ich nicht will, dass sie etwas merken. Will für sie da sein.. schaff es kaum- aber doch. Die Angst, mich anzustecken ist überdimensional groß. Wenn ich höre, ein Virus geht um, habe ich vor jeder Nacht Angst, es könne ein Kind erbrechen. Jede freie Minute beschäftige ich mich dann mit dem Gedanken. Letzte Woche bin ich nachts mit starker Übelkeit aufgewacht und bin über der Toilette gehangen, panisch.. Ich musste mich nicht übergeben, aber es hat mich definitiv ein Virus gestreift, da mehrere in meinem Umfeld MDV haben und auch mein Sohn es hatte. Das zeigt mir wieder, ich kann mich dem nicht entziehen, immer wieder kann es mich erwischen.
Ich habe viele Jahre Therapie gemacht, doch es macht es nicht weg. Ich frag mich, ob man es jemals ablegen kann und wenn ja, wie?
Hat es jemand in den Griff bekommen? Wie geht es euch mit Kindern? Was macht ihr, wenn der Vater nicht da ist- weder für euch noch für die Kinder? Wenn man da einfach durch muss? Wie sind dann die Tage danach- quasi die Inkubationszeit, die für mich kaum aushaltbar ist.
Freue mich über eure Erfahrungen und Geschichten!

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30 Okt 2017 16:18 #2 von sonne1011
sonne1011 antwortete auf das Thema: Ich, die Angst und meine Kinder
Hallo SuLa!
...also erstmal vorab... leider kann ich Dir keine Deiner Fragen beantworten, da bin ich selbst auf die Antworten anderer Leute gespannt:)
...aber vielleicht hilft es Dir, dass ich zu 100 Prozent mit Dir mitfühlen kann! Das ist wirklich interessant! Dein Beitrag könnte exakt so von mir auch geschrieben worden sein!
Ich finde mich in jedem Wort wieder! Ich habe drei Kinder (4, 6 und 7) Jahre und ich lebe auch mit dem ständigen MDV und "Erbrechen" - Gedanken in meinem Kopf. Es lässt mich einfach nicht los! Bei mir ist es ebenfalls ab April ( wenn auch nicht ganz weg) besser und seit September/Oktober wieder ständig präsent! Ich kann mich da überhaupt nicht dagegen wehren. Das ist so anstrengend...
Wenn eins meiner Kinder über Bauchweh und Übelkeit klagt, dann merke ich zu meiner inneren Panik auch, dass ich sehr schnell gereizt bin, schnell schimpfe und an meine Grenzen stoße. Und es macht mich innerlich so kaputt und müde (ich nenn es mal "mental" fertig und müde). Mein größter Wunsch ist, dass ich einfach lockerer damit umgehen kann. Ich habe mich auch schon ertappt, dass ich gewisse Sachen und Situationen (z.B. Feiern, Veranstaltungen, aber auch Einkaufen) versuche zu meiden - mit den Kindern - um zu verhindern, dass sie sich evtl anstecken. Oh man wie blöd...wenn es passiert, dann passiert es eben - man kann es eh nicht verhindern. Theorie und Praxis eben...
Hätte auch gerne ein paar Tipps oder Erfahrungen, wie ich alles evtl auch etwas entspannter sehen kann und ich nicht ständig den belastenden Gedanken mit mir im Kopf herum trage.
...eine Therapie habe ich mal gemacht, allerdings nur wenige Sitzungen. Es war eine Gesprächstherapie und ich hatte einfach das Gefühl, dass das nicht das richtige für mich ist. Denke eine Verhaltenstherapie wäre da angebracht gewesen.

Also SuLa... möchte Dir durch meinen Beitrag sagen, dass Du damit nicht allein bist! Ich kann Dich soo gut verstehen......
Alles Gute !

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