Meine Geschichte

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19 Okt 2017 20:28 #1 von JuFa
JuFa erstellte das Thema Meine Geschichte
Hallo zusammen :)

Ich heisse Fabienne und bin 17 Jahre alt.
Mit der Phobie lebe ich seit ungefähr drei Jahren. Die Krankheit hat sich eigentlich vergleichbar spät gezeigt. Damals vor ca 10 Jahren war ich mit meiner Mutter auf einem Basar. Mir war den ganzen Tag schon schlecht aber sie zwang mich trotzdem mitzugehen. Ich wartete im Auto während sie mit anderen Frauen redete. Ich musste mich übergeben und als sie wieder kam interessierte sie sich nur für den Basar und schleppte mich mit rein. Dort drin musste ich mich erneut vor allen Leuten übergeben. Ich sehe noch heute das Bild ganz scharf als wäre es gestern gewesen, wie mich ein Junge anstarrte. Ich war vor ein paar Wochen seitdem wieder in dieser Halle und mein Herz raste so schnell und mein Hals schnürte sich zu. Vor meinem Auge bildeten sich deutlich die Bilder von damals ab.
Meine Mum weiß nicht wie es mir geht und ich habe angst ihr davon zu erzählen. Vielleicht sollte ich das nicht aber ich gebe ihr dafür irgendwie die Schuld, dass ich jetzt mit dieser Krankheit leben muss. Vor ein paar Monaten hatte ich all meinen Mut zusammen genommen und meinem Dad davon erzählt. Ich fing an zu weinen und er nahm mich in den Arm. Es war ein schönes Gefühl es jemandem erzählt zu haben. Aber ich glaube er hatte mich nicht ernst genommen, denn danach sprachen wir nie wieder darüber.
Meinem Exfreund erzählte ich als erstes von dieser Krankheit und alles was er dazu sagte war, dass ich nicht so rumheulen solle. Das gab mir das Gefühl noch mehr alleine dazustehen. Seit dem fühlte ich mich schlecht und minderwertiger. Ich konnte ihm nie sagen wenn ich mich schlecht fühlte weil ich nicht noch mehr runtergemacht werden wollte.

Jeden Tag an die Krankheit denken zu müssen ist schlimm. Ich kann nicht normal in der Schule dem Lehrer zuhören, weil ständig diese Gedanken in meinem Kopf kreisen. Dieses Jahr mache ich Abitur aber ich kann mich einfach nicht konzentrieren weil ich ständig daran denken muss. Ich suche mir überall einen Platz nah an der Tür um im Notfall rausrennen zu können. Es kommt oft vor, dass ich meinen Freunden absage, weil ich an diesem Tag zu viel Angst habe. Was total nervt ist das ständige desinfizieren und Hände waschen, weil ich angst habe mich anzustecken. Auto, Bus, Zug usw. fahren ist kaum auszuhalten weil ich weiss, dass ich nicht einfach aussteigen kann. Leider verstehen die meisten Menschen diese Krankheit nicht und das macht alles noch viel schlimmer. Morgen muss ich einen 30 minütigen Dauerlauf machen und letztes Mal hatte sich ein Mädchen dabei übergeben. Ich wollte am liebsten wegrennen und unterdrückte so gut es ging eine Panikattacke. Ich habe total angst vor morgen, dass ich mich selbst übergeben muss.
Ich würde gerne eine Therapie machen aber trau mich nicht mit meinem Arzt darüber zu sprechen, weil ich denke, dass er es nicht versteht wie alle anderen Menschen die mir wichtig sind. Zum glück habe ich einen Freund gefunden, der als Außnahme versucht mich zu verstehen. Aber ich will ihn nicht ständig damit nerven.

Vielleicht habt ihr ja einen Ratschlag für mich oder einfach ein offenes Ohr.

Liebe Grüße Fabienne :)

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22 Okt 2017 21:43 #2 von specialfe
specialfe antwortete auf das Thema: Meine Geschichte
Hey Fabienne :)

Erstmal vorweg, du bist absolut nicht alleine mit deinen Problemen und deiner Situation. Ich selber habe auch eine ähnliche Erfahrung gemacht, die zwar schon ewig her ist, aber mich immer noch prägt :/

Ich finde es genau richtig, dass du dich getraut hast mit deinem Dad darüber zu reden und dich ihm zu öffnen :) Es ist wichtig sowas nicht komplett in sich hinein zu fressen...
Und es freut mich wirklich sehr, dass du einen Freund gefunden hast, der versucht dich zu verstehen und dich so nimmt wie du bist :)
Ich glaube auch das deine Mutter dich verstehen würde, wenn du es ihr vernünftig erklären würdest :)
Vielleicht würde dir eine Therapie echt helfen wieder auf die richtige Spur zu finden und da musst du auch keine Angst haben dich an einen Arzt zu wenden oder dir Hilfe zu suchen. Ich selbst mache schon seit mehreren Jahren Therapie und habe jedes Mal ein besseres und gestärktes Gefühl wenn ich da wieder raus gehe. Sowas zeigt nicht von Schwäche, sondern von Stärke und Wille daran zu arbeiten :)

Ganz liebe Grüße
Fe (:

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