Meine Geschichte

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09 Okt 2017 01:12 #1 von specialfe
specialfe erstellte das Thema Meine Geschichte
Hey zusammen,

Ich bin 18 Jahre alt und leide jetzt schon ca. 7 Jahre akut an Emetophobie. Ungefähr so lange bin ich auch schon in therapeutischer Behandlung, mit ein paar Jahren Pause dazwischen.

Die letzten Jahre habe ich meinen Körper in der Hinsicht eigentlich recht gut kennengelernt und auch ist es mir gelungen das erste Mal mit auf Klassenfahrt zu fahren und ein allgemein relativ normales Leben zu führen. Doch seit meinem Abitur, also Anfang des Jahres, geht es wieder total bergab mit mir. Alles hat sich wieder extrem verschlechtert und im Zusammenhang mit meiner eh vorhandenen Sozialphobie hat es sich echt zur Katastrophe für mich entwickelt. Ich habe zur Zeit einfach das Gefühl vollkommen die Kontrolle über meine Angst verloren zu haben und sobald diese Panik anfängt nichts mehr tun zu können um sie zu unterbrechen. Meist traue ich mich ohne Medikamente gar nicht mehr aus dem Haus. Allein normales einkaufen ist für mich wieder zur absoluten Qual geworden und ich habe das Gefühl mehr als 90% meiner vorherigen Lebensqualität verloren zu haben, was mich echt traurig macht.

Zur Zeit wird diese Angst, dadurch das ich überhaupt keinen geregelten Tagesablauf mehr habe, absolut nicht besser. Meine Therapeutin meint mir fehlt einfach die Struktur in meinem Leben und die tägliche Konfrontation mit meinen Problemen. Eigentlich wollte ich dieses Jahr schon studieren, doch den Gedanken habe ich auf nächstes Jahr verschoben, da ich im Moment einfach nicht dazu in der Lage bin.
Habe jetzt geplant mir vielleicht erstmal ein Praktikum zu suchen, um wenigstens wieder etwas Struktur in meinem Leben zu erreichen und damit vielleicht auch meinem Körper wieder zur zeigen, dass man nicht permanent Angst davor haben brauch sich zu übergeben oder Andere dabei zu sehen.
Selbst zuhause in "Sicherheit" habe ich zur Zeit Angst krank zu werden und mich deshalb übergeben zu müssen (was bei mir bis jetzt erst wirklich verdammt selten vorkam). Selbst die kleinsten Anzeichen von Bauchschmerzen lösen totale Panik aus und oft sind diese Bauchweh auch einfach nur da, weil ich mich da so reinsteigere.. Ich würde so gerne Aktionen mit Freunden oder allgemein mein Leben wieder mehr genießen können..
Ich hoffe einfach so sehr, dass es bald wieder besser wird und ich wieder lerne mich im Griff zu haben und dieser Panik zu entfliehen.

Habe mich deswegen heute hier auf diesem Forum angemeldet, da ich mich mit diesem Problem so unfassbar allein fühle und es mir Kraft gibt zu sehen, dass ich das gar nicht bin :) Meine Familie toleriert meine Panik zum Glück und versucht sie auch weitestgehend nachzuvollziehen, aber trotzdem würde ich gerne mal mit Anderen in Kontakt treten denen es ähnlich geht :)

Das war mal ein kleiner Teil von mir :)
Über Kommentare und so würde ich mich sehr freuen :)

Eure Fe <3

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09 Okt 2017 01:36 - 09 Okt 2017 01:38 #2 von zzyz
zzyz antwortete auf das Thema: Meine Geschichte
Hey Fe,

Herzlich Willkommen und ja wie du schon festgestellt hast bist du keineswegs allein :) Aber das deine Familie so viel Verständnis hat ist schonmal wirklich super und spricht für sie. Ich stimme deiner Therapeutin auf jeden Fall zu in dem Punkt, dass du einen geregelten Tagesablauf brauchst, alleine schon um diesem Teufelskreis der Gedankenspiralen zu entkommen. Mir hat das Studium bis jetzt super geholfen morgen früh bin ich wieder mit Bus und Bahn unterwegs, esse dort und bin mit vielen potenziell kranken Leuten in Kontakt- vor 1 Jahr wäre das noch undenkbar gewesen so ähnlich wie bei dir nur das ich keine Medikamente genommen habe, aber das hat auch noch andere Hintergründe , habe nämlich eine Tablettenschluckphobie? Oder sowas in der Art auf jeden Fall kann ich nur sehr schlecht Tabletten schlucken :D Jedenfalls solltest du keine Medikamente mehr nehmen, da es sich ja höchstwahrscheinlich um keine körperliche Übelkeit sondern psychische Übelkeit handelt. Zur Unterscheidung gibt es auch spezielle Techniken, da musst du mal deine Therapeutin fragen oder dich im Internet informieren.Wenn du zwischen körperlicher und psychischer Übelkeit unterscheiden kannst,ist das schon die halbe Miete :)

Mfg Tom

"Everything we call real is made of things that cannot be regarded as real " - Niels Bohr
Letzte Änderung: 09 Okt 2017 01:38 von zzyz.
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09 Okt 2017 12:34 #3 von specialfe
specialfe antwortete auf das Thema: Meine Geschichte
Hey Tom,

erstmal danke für deine Antwort :)
Du hast recht mit dem geregelten Tagesablauf und das man nur so aus dieser Gedankenspirale wieder herauskommt, nur da erstmal das Passende zu finden ist echt schwierig. Trotzdem bemühe ich mich natürlich weiterhin wieder Struktur in mein Leben zu kriegen und so auch wieder ohne Medikamente klarzukommen. Ich nehme ja auch nicht regelmäßig was, weil das natürlich auch meinem Körper schadet und ich eigentlich gar kein Fan von Medikamenten bin.
Für mich ist es super schwierig zwischen psychischer Übelkeit und körperlicher zu unterscheiden.. Aber danke für den Tipp, ich werde meine Therapeutin nächstes Mal mal fragen ob sie da vielleicht spezielle Techniken kennt, sodass ich das wieder besser lerne zu unterscheiden :)
Wenn ich das schonmal wieder könnte, wäre das mit der Angst bestimmt auch wieder etwas besser.

Mfg Fe

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