Familie und Schule

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28 Sep 2017 10:03 #1 von Flevami
Flevami erstellte das Thema Familie und Schule
Hallo liebe Emo-Community!
Ich bin seit heute angemeldet und hatte einige Probleme mich zurecht zu finden, deshalb verzeiht mir, wenn ich diesen Beitrag im falschen Fenster/Abschnitt poste ;)
Ich möchte vorab sagen, dass der folgende Text relativ lang und ausführlich werden könnte! Mein jetziges Problem steht in Abschnitt 2-3 :) (Abschnitte sind mit einem "~" versehen)

Aber gut, ich möchte anfangen:
~Ich habe mich hier angemeldet, weil ich mir gerne Tipps anderer Menschen mit dem selben Problem anhöre und weil ich gerne verschiedene Meinungen höre.
Ich habe ebenfalls Emetophobie, dazu kommen auch viele andere Dinge, wie ADS, Panikstörung, Zwangsgedanken(,...). Meine Psyche ist schon seit meinem 9. Lebensjahr problematisch. Ich bin mittlerweile 14 Jahre alt und gehe in die 7. Klasse. Meine Angst habe ich nun ungefähr 3 Jahre und wie es wahrscheinlich vielen ergeht, habe ich gute und schlechte Phasen.
In der 6. Klasse hat sich meine Freundin in der Klasse übergeben (ich saß hinter ihr), weil sie einen Magen-Darm-Virus hatte. Das und einige andere Erlebnisse sind höchstwahrscheinlich der Auslöser für meine Angst gewesen.
Erst danach bekam ich Probleme in die Schule zu gehen. Ich wollte meine Freundin auch nicht sehen, da mir jedes Mal dieses Bild durch den Kopf ging. Es war keineswegs gewollt, aber es viel mir in der folgenden Zeit unheimlich schwer, mich mit ihr zu treffen.
Ehrlich gesagt, bekomme ich ein schlechtes Gewissen bei dem Gedanken daran, wie ich von ihr gedacht habe. Ich mochte sie weiterhin, aber ich verspürte jedes Mal ein starkes Ekelgefühl, wenn ich mich Situationen aussetzen musste, die mich daran erinnerten. (Entschuldigung für das viele "Ich" in den Sätzen)
In den Wochen danach war ich kaum in der Schule. Meiner Familie sagte ich, ich hätte Bauchschmerzen, was nicht gelogen war.
Insgesamt war ich dann ein halbes Jahr nicht in der Schule, da wir zu Hunderten Ärzten liefen, um meine andauernden Bauchschmerzen abzuklären. Ich musste in eine Tagesklinik, um mir helfen zu lassen. Diese brach ich allerdings ab, um mit meiner Klasse einen Ausflug zu machen (und weil ich fand, dass diese "Helfer" dort, die Kinder nicht richtig verstanden und sie teils schlecht behandelten).
~Um alles nicht ganz so ausführlich zu gestalten, komme ich ohne viele Details zu meinem jetzigen Problem.
Meine Angst baute sich nach einem blöden Erlebnis erneut auf.
Da ich in meiner Klasse, abgesehen von meinen Freunden, keinerlei Verständnis bekam, fingen sie an mir vorzuwerfen, ich würde schwänzen oder alles nur erfinden.
Ich war zu diesem Zeitpunkt weiterhin in Behandlung bei einer Therapeutin (seit der 6. Klasse).
Letztendlich, als Zwangsgedanken dazu kamen, musste ich in eine Klinik. Dort sollte ich voraussichtlich 3 Monate bleiben. Nach 6 Wochen (ca. die Hälfte der Zeit) wurde ich Zwangsentlassen, da ich 2 Mal "abgehauen" bin. Eigentlich nur, um im nächsten Restaurant meine Mutti anzurufen, da es dort bestimmte Zeiten gab, die mir aber extrem schwer fielen einzuhalten. Zudem hörte man mir, so sehe ich es zumindest, nicht wirklich zu und erkannte den Unterschied zwischen meiner Angst und meinem allgemeinen Befinden nicht.
Ich fing eine neue Therapie bei einer Psychologin an, wurde zurückgestuft und bekam einen Neustart. Soweit hielt ich es auch aus; ich ging regelmäßig in die Schule (mit kleinen Ausnahmen) und hatte meine Angst gut im Griff.

~Nach den Sommerferien ging es also wieder los...Und nun bin ich hier. Ich habe derzeit große Schwierigkeiten meine Phobie zu kontrollieren und einen geregelten Alltag zu leben. In die Schule gehe ich sehr unregelmäßig, manchmal nur 2 Stunden, manchmal garnicht; selten schaffe ich einen ganzen Tag komplett. Meine Schule ist sehr verständnisvoll, aber ich weiß, dass sie das nicht mehr lange mitmachen wird. Meine Angst ist durch den vielen Stress und die Gedanken deutlich gewachsen. Ich möchte nicht, dass meine Mutti Ärger mit dem Jugendamt bekommt oder ähnliches. Meine Therapie Stunden werden weniger und noch gibt es keine Besserung. Meine Noten leiden und ich bekomme oft gesagt, ich müsse die Schule wechseln, wenn ich es nicht schaffe. Aber das Schlimmste ist der Gedanke, ich müsste wieder in eine Klinik. Besonders, da dieses Thema in letzter Zeit wieder aktuell ist. Meine Familie leidet unter allem sehr und ich fühle mich verantwortlich dafür. Sie hatten/haben Verständnis dafür, aber mittlerweile ist es jedem zu viel (kann man nachvollziehen). Ich bin derzeit in einer Zwickmühle und meine Probleme und Panikattacken verfolgen mich ständig...

Ich denke, viele hier werden ein ähnliches Problem haben. Ich würde mich über eine Rückmeldung und Tipps, wie ihr es geschafft habt, damit klarzukommen, sehr freuen ;) Ich hoffe, dieser Text hat euch nicht zu viel Zeit gekostet. Ich kann mich nicht gut kurz fassen ^^
Mir ist das Ganze sehr wichtig. Danke im Voraus und gute Besserung an alle, die ebenfalls noch zu kämpfen haben <3

LG Sami :)

Genaueres zu mir findet ihr in meinem Beitrag "Familie und Schule" ;)

(PS.: Ich weiß nicht genau, was man bei Signatur schreiben soll :D Deshalb das ^^)

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28 Sep 2017 12:46 #2 von Oriane
Oriane antwortete auf das Thema: Familie und Schule
Hallo Sami,

erstmal herzlich Willkommen hier bei uns! :)

Was mir besonders ins Auge gefallen ist: du fühlst dich verantwortlich dafür, dass deine Familie unter deinem Problem leidet. Du bist nicht schuld daran, dass es dir schlecht geht und du kannst nichts dafür, dass es deiner Familie vielleicht manchmal zu viel wird. Mach dir keine Vorwürfe deswegen, denn das führt vermutlich nur dazu, dass es schlimmer wird, weil du dich zwingst, diese Angst so schnell wie möglich loszuwerden.
Genausowenig würde ich auf das Gerede der anderen in deiner Klasse hören. Die haben nunmal keine Ahnung, wie es ist, so etwas durchzumachen. Lass dich nicht von ihnen beeinflussen und mach dein Ding, so wie es für dich am besten ist. :)

Ich selber habe keine Erfahrung mit Therapie oder Kliniken, da ich zum Glück nie darauf angewiesen war, aber ich kenne viele, denen ein stationärer Aufenthalt gut geholfen hat. Es muss ja nicht wieder so werden wie in der ersten Klinik, in der du warst. Und ich glaube, unter Stress lässt sich keine Besserung erzielen, also würde ich mich zuallererst und hauptsächlich um die Emo kümmern und alles andere hinten anstellen, soweit das möglich ist, damit du erstmal wieder festen Boden unter den Füßen hast, bevor du dich um Noten etc. kümmerst.

Lg
Oriane
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28 Sep 2017 13:32 #3 von EmmaLee
EmmaLee antwortete auf das Thema: Familie und Schule
Hallo Sami,

wow, es tut mir echt total leid, dass du so leiden musst. Die Versorgung in Deutschland lässt, wie du sicher schon am eigenen Leib spüren musstest, wirklich manchmal zu wünschen übrig bei psychischen Problemen. Und vor allem die Emetophobie ist nicht sonderlich bekannt und sehr missverstanden.

Wie Oriane schon meinte, ist nichts davon deine Schuld! Du kannst nichts dafür, dass es dir schlecht geht, und du brauchst dir dafür keine Vorwürfe machen. Aber wenn die Schuldgefühle nun mal da sind, dann sind sie eben da und du kannst sie nicht einfach wegzaubern. Aber vielleicht könntest du sie mal in deiner Therapie ansprechen oder mit deiner Familie darüber reden?

Mit Therapien oder Kliniken habe ich leider auch keine Erfahrungen, aber ich habe von Freunden mitbekommen, dass Kliniken sehr unterschiedlich sind und man sie sich vorher ansehen kann - ich wünsche dir nun nicht, dass du wieder in eine Klinik musst, aber falls - nur falls - es doch mal wieder ein Thema sein sollte, würde ich dir und deiner Familie empfehlen, vorher einfach ganz unverbindlich eine Besichtigung zu machen, um euch mit den Therapieverfahren dort vertraut zu machen und vielleicht ein Bisschen mit den Mitarbeitern zu reden.Wenn du dich dort unwohl fühlst und es nicht die richtige Klinik ist, dann bringt es ja nichts, wenn du dich dort länger aufhältst.
Allerdings hab ich da auch nicht so viel Ahnung, inwiefern man sich eine Klinik aussuchen kann, aber versuchen würde ich es auf jeden Fall - und vielleicht kannst du das in der Therapie ja mal erfragen.

So richtige Tipps hab ich ansonsten aber auch nicht, weil die Angst bei jedem unterschiedliche Ursachen hat und auch unterschiedliche Dinge helfen. Wenn es ein Patentrezept gäbe, dann hätte ja keiner mehr eine Emo ... aber ich wünsche dir noch alles Gute auf deinem Weg aus der Phobie und hoffe, dass das Forum und der Austausch mit anderen Betroffenen dir ein Bisschen hilft. Du bist ja bei weitem nicht die einzige, der es so geht.

lg, Emma
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28 Sep 2017 16:46 - 28 Sep 2017 17:04 #4 von Flevami
Flevami antwortete auf das Thema: Familie und Schule
Danke Oriane ;) Es ist mir sehr wichtig, dass ich mich mit Menschen austauschen kann, denen es auch so ergeht. Ebenfalls ein großes Dankeschön dafür, dass du dir die Zeit genommen hast. Bis jetzt finde ich diese Seite wirklich klasse, da es meiner Meinung nach an Wissen und Umgang mit Menschen dieser Art fehlt!
Ich nehme mir die Tipps sehr zu Herzen, auch wenn ich weiß, dass ich gegen die Schuldgefühle höchstwahrscheinlich nichts machen kann. Trotzdem strenge ich mich weiter an!
Eventuell werde ich meinen Papa und meine Brüder besuchen, ich denk, es könnte ebenfalls eine gute Ablenkung vom ganzen Stress sein und mir helfen. Dahingehend überlege ich allerdings noch, weil es schließlich einige Punkte im schulischen Bereich gibt, die man nicht umgehen kann. Nochmal wiederholen kann ich die Klasse nicht :(

Dennoch finde ich deine Antwort bereits sehr hilfreich. Ich werde es versuchen ;) Dir einen schönen Tag, je nachdem, wann du es siehst :D

LG Sami

Genaueres zu mir findet ihr in meinem Beitrag "Familie und Schule" ;)

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Letzte Änderung: 28 Sep 2017 17:04 von Flevami.

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28 Sep 2017 17:03 - 28 Sep 2017 17:06 #5 von Flevami
Flevami antwortete auf das Thema: Familie und Schule
Hallo Emma ;)
Ich danke dir für deine ausführliche Antwort. Wenn ich solche Texte schreibe, bin ich mir nie sicher, ob es aktive Nutzer gibt, die sie lesen. Ich bin sehr froh zu sehen, dass ich keineswegs allein damit bin und bereits das gibt mir Kraft :) Ich kann dir nur zustimmen; die Behandlung von psychischen Krankheiten ist in Deutschland noch sehr ausbaufähig. Aber schließlich haben wir überhaupt sowas.
Ich finde deine Ratschläge sehr hilfreich, auch wenn du dir nicht sicher warst, ob es wirkliche Tipps sind ;D
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, so ausführlich darauf zu antworten! Ich wünsche dir ebenfalls viel Kraft B)
Ich hoffe, wie viele andere auch, dass man sich ein bisschen mehr mit dieser Phobie beschäftigt, um den Menschen zu helfen. Aber dieses Forum ist ja bereits eine große Hilfe ;)! Nochmal ein fettes Dankeschön ;D

LG Sami

Genaueres zu mir findet ihr in meinem Beitrag "Familie und Schule" ;)

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Letzte Änderung: 28 Sep 2017 17:06 von Flevami.

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