xstazzy - mein bisheriger Weg mit Emo

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24 Apr 2016 17:28 #1 von xstazzy
xstazzy erstellte das Thema xstazzy - mein bisheriger Weg mit Emo
Hallöchen.

wie im alten Forum, ein kleiner Roman, der aber denke ich informativ ist :')
Meine Familie und zwei Freundinnen wissen von der Phobie mittlerweile.

Klar hat man sich als Kind den Magen mal verdorben oder MDG erwischt. Aber sonst bin ich nicht anfällig fürs Übergeben. Im Grunde hat denke ich alles gegen 2007/2008 angefangen, als ich noch in die Schule ging + mit dem Schulbus fahren musste & sich ein Junge aus meiner Klasse übergeben hat. Ich stand weiter hinten im Bus und hab beim Aussteigen nicht viel mitbekommen, außer den Geruch und das einige Schüler "Ihh" gesagt haben. Ich weiß nur noch, dass der Junge nach Erzählen vom Busfahrer ziemlich zusammengepfiffen wurde und das noch sauber machen sollte. Musste er natürlich dann nicht. Jedenfalls bin ich seitdem nur noch mit dem Zug zur Schule gefahren und hab Busfahrten nach Möglichkeit vermieden.

An sich nichts weiter schlimmes, mir war auch im Zug ab und an mal etwas schlecht. Aber das habe ich nie weiter beachtet, weil ich mich auch nie übergeben musste bisher im Zug oder Bus. Ich bin weiterhin in Geschäfte, Kino etc. gegangen ohne Probleme.

Die einschneidende Situation war aber Winter 2010, als ich mit meinem Vater im Mäcces kurz vorm Bestellen war und mir aus wirklich heiterem Himmel so unsagbar schlecht wurde, dass mir das Herz spürbar geklopft hat und ich schwitzige Hände bekam. Schnell bin ich aufs Klo und musste auch ein paar Mal Luft aufstossen aber das wars dann auch. Ich weiß nicht, ob ich mir an dem Tag nur etwas den Magen verstimmt habe oder etwas gegessen habe, was mir auf den Magen geschlagen ist. Jedenfalls fings ab da dann an.

Jedes Mal wenn ich in Geschäfte oder sonst wo hingegangen bin, mich mit Freunden getroffen habe. Hatte ich immer immer wieder diese Gedanken "Was wäre wenn..." und hatte immer zur Vorsicht einen Bonbon oder Kaugummi dabei, da mich das abgelenkt hat. Irgendwann wurde es dann aber so schlimm, dass ich gegen 2013 (wo es mir auch psychisch sehr sehr schlecht ging, mit mehrwöchigem Klinik Aufenthalt aus eigener Entscheidung) Vermeidungs-Verhalten entwickelt habe und nur noch mit extrem beklemmenden Angstgefühl in Situationen bin. Selbst einfaches Einkaufen war für mich ein Spießrutenlauf mit Herzklopfen und dem Gefühl, dass mir die Luft abgeschnürt wird. Die Zugfahrt früh zur Berufsschule von Ende 2012 bis Juli 2015, ich hatte eine Ausbildung fertig gemacht, war für mich oft sehr schlimm, mit Stress verbunden und immer saß ich Nähe der Tür oder Toilette.

Letzten Endes wars so schlimm mit, dass ich 2014 nur 1x im Kino war, sowie Ende letzten Jahres ein einziges Mal. Von 2012 bis April 2015 war ich auch in therapeutischer Behandlung (leider kann meine Therapeutin nicht mehr praktizieren), ich hatte letztes Jahr die Phobie angesprochen, aber wirklich konnte mir meine Therapeutin nicht helfen außer, dass ich mich den Situationen stellen solle. Aber wie sollte das gehen, wenn ich ständig Gedanken hatte und mir schon vorher schlecht war "Wo kann ich hin, falls ich mich übergeben muss, wo ist der nächste Ausgang oder Toilette, ohgott die Menschen, was würden die denken/sagen wenn ich mich jetzt übergeben muss." und ich aus der Situation bloß noch so schnell wie möglich raus wollte.

Das letzte Mal übergeben musste ich mich Dezember 2014, als mir 2 Weisheitszähne rausoperiert wurden und ich am 2. Tag nach der OP eine zu starke Schmerztablette genommen habe. Welche mich dann Stunden später 2x dazu gezwungen hatte, dem Eimer "Guten Abend" zu sagen. Das hat mich bis dato zurückgeworfen, da ich mir selbst am abgewöhnen war, nicht jedes Mal wenn ich irgendwo in ein Geschäft oder so ging, einen Kaugummi zur Ablenkung zu kauen oder eine Tüte mitzunehmen. (Davor kann ich mich gar nicht mehr erinnern wann ich mich das letzte Mal übergeben musste, das muss wirklich etliche Jahre her gewesen sein.)

Seit Mai 2015 arbeite ich mit dem Buch von Rob Kelly "Cure Your Emetophobia and Thrive", teilweise hat es mir wirklich geholfen anders zu denken in gewissen Situationen. Dadurch, dass meine Therapeutin nicht mehr praktizieren konnte, war ich also auf mich allein gestellt. (Bisher habe ich noch keinen neuen Therapeuten gefunden :/ ). Ich habe in der 2. Jahreshälfte 2015 keinen Job gefunden. Also hatte ich auch mehr Zeit mich zu beobachten und mich Situationen zu stellen, von denen ich dachte "Das traust du dich jetzt.". Ich bin öfter mit meiner Mutter oder meinem Vater einkaufen gegangen, anfangs kleine Einkäufe und dann immer längere. Auch alleine habe ich mich wieder getraut. Ich habe mir die Situationen, denen ich mich gestellt habe, in einem kleinen Heft aufgeschrieben und hinter jene einen kleinen Smiley gesetzt, wo mir wirklich nicht schlecht war und ich mich loben konnte.

Meine Mum hat mich Ende letzten Jahres ins Kino geschleppt. Ich saß zwar gerade anfangs drin wie Espenlaub und habe versucht meinen Puls und mich zu beruhigen und mich abzulenken. Es ging. Aber den ganzen 2 Stunden langen Film über hatte ich dennoch ein beklemmendes Gefühl und konnte nicht ganz abschalten. Aber ich bin dennoch froh, dass ich mich das getraut habe. Hätte ich diese Angst nicht, hätte ich mir bereits ein oder zwei Träume erfüllen können, die ich bisher wegen der Angst vermieden habe.

Klar kommen immer mal Momente/Tage wo mir wirklich schlecht ist, aber mittlerweile habe ich gelernt, dass wenn ich mich der Angst stelle es besser werden kann mit der Zeit. Jeder kleine Schritt und Überwindung ist ein Erfolg, den man wahrnehmen muss. Nicht jede Situation in die man sich begibt, ist bedrohlich. Nicht immer ist einem wirklich übel sondern es ist nur die "Angstübelkeit", dann sollte man wissen wie man sich beruhigen oder ablenken kann.

Ich bin noch lange nicht am Ziel. Aber auf dem Weg der Besserung...
Ich melde mich wieder, wenns was Neues gibt. Bis dahin, liebe Grüße xstazzy :)

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25 Apr 2016 23:59 #2 von Anthea
Anthea antwortete auf das Thema: xstazzy - mein bisheriger Weg mit Emo
Hallo xstazzy!
Irgendwie dachte ich eben schon: Diesen Nick hab ich irgendwo schon mal gelesen :-) Schön, dass du mit hergekommen bist!
Gruß
Anthea

Wunder muss man selber machen (Trinkwalder)

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06 Mai 2016 16:06 #3 von xstazzy
xstazzy antwortete auf das Thema: xstazzy - mein bisheriger Weg mit Emo
Hi Anthea.

Na klar, mir hats schon im alten Forum gut gefallen und es tut gut sich auszutauschen :)

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06 Mai 2016 16:19 #4 von xstazzy
xstazzy antwortete auf das Thema: Erfolgserlebnis
Ich muss euch das einfach jetzt mitteilen. Weil ich echt stolz bin über diesen (kleinen Fortschritt).

Weiterhin arbeite ich mit dem oben erwähnten Ratgeber von Rob Kelly. Arbeite mich alleine durch und versuche die Tipps so gut wie möglich umzusetzen.

Ich habe mir seit letzten Dezember (als ich mal wieder im Kino war, nach fast einem Jahr) vorgenommen dieses Jahr öfter ins Kino zu gehen, um mich meiner Angst zu stellen und an mir zu arbeiten. Was von Mitte 2013 bis 2014 bis dahin fast undenkbar gewesen wäre ohne fast Panikattacken zu bekommen. Ich habe mich überwunden wieder ins Kino zu gehen. Meine Mum war gestern wieder mit dabei und war mir eine wirkliche Hilfe.

Ich saß anfangs zwar noch die ersten gefühlten 15-20 Minuten im Kino, mit diesem beklemmenden Gefühl im Bauch und etwas Bammel, inklusive leicht kribbelnden Fingern. Aber in den letzten 1,5 - 2 Stunden des 150 Minuten langen Films gings mir soweit gut und der Film konnte mich wirklich von meiner Angst relativ gut ablenken.

Ich bin froh diesen Schritt getan zu haben. Es hat Überwindung gekostet, aber ich habs getan und bin stolz auf mich :)

Insgesamt habe ich mein Vermeidungsverhalten von den letzten 3 Jahren, über letztes Jahr bis jetzt spürbar reduzieren können und stelle mich den Herausforderungen des Alltags soweit ich kann.


Liebe Grüße & ein erholsames Wochenende wünscht,
xstazzy

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07 Mai 2016 09:40 #5 von Kinabalu
Kinabalu antwortete auf das Thema: Erfolgserlebnis
Wow super da kannst du wirklich stolz auf dich sein :) :)

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08 Mai 2016 20:23 #6 von Anthea
Anthea antwortete auf das Thema: Erfolgserlebnis
Das liest sich wirklich klasse! Sei stolz auf dich!

Wunder muss man selber machen (Trinkwalder)

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26 Mai 2016 17:07 #7 von xstazzy
xstazzy antwortete auf das Thema: Erfolgserlebnis 1½
Hallo ihr Lieben.

Erstmal Dankeschön an Kinabalu und Anthea für eure lieben Worte :')
Das ist echt schön und aufmunternd sowas zu lesen.

Kleine Überraschung. Ich war heute (schon) wieder im Kino. Wer hätte das gedacht? Letztes Jahr wäre sowas noch undenkbar gewesen in so kurzer Zeit gleich 2x ins Kino zu gehen. Auf der einen Seite freue ich mich, dass ich mich überwinden konnte ins Kino zu gehen. (Wobei der Kinosaal auch ziemlich voll war). Auf der anderen Seite aber konnte ich nicht so 'abschalten' wie beim letzten Mal. Ich wusste nicht ganz was los war. Ich konnte die anderen Leute gut ausblenden, hatte gute Sitzplätze mit meinen Eltern. Und dennoch hat mein Körper etwas gegen mich gespielt, sodass ich mal wieder lange kribbelige Fingerspitzen hatte und diesen Stein im Magen, sowie das enge Hals Gefühl...

Dennoch, denke ich... auch wenns dieses Mal nicht so gut war. Ich darf mich davon nicht unterkriegen lassen. Beim nächsten Mal wirds (hoffentlich) wieder besser. Ab morgen kontaktiere ich auch endlich eine mögliche neue Therapeutin und hoffe, dass sie mir helfen kann. Vor allem auch weil ich bis nächstes Jahr um diese Zeit fit sein will, es geht nämlich auf eine Convention (einer Tv-Serie) in Italien wo auf jeden Fall mehr Leute sein werden als im Kino...

Aber ich schaffe das schon irgendwie.
Bis zum nächsten Post und liebe Grüße.

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25 Jun 2016 11:13 #8 von xstazzy
xstazzy antwortete auf das Thema: ... und weiter gehts
Hallo ihr Lieben,

es gibt Neuigkeiten. Ich habe endlich eine Therapeutin gefunden, hatte wenig Probleme in der 1. Sitzung über meine 'Angst' zu reden, wobei sie schon festgestellt hat, dass es keine Phobie ist, sondern ich unter Angst/Panik-Attacken bezüglich der Emetophobie leide.
Jedenfalls warte ich nur noch auf die Freigabe der Krankenkasse für die Therapie und freue mich schon weiter an mir zu arbeiten. Heute war ich alleine für einen Kurzeinkauf meiner Mum unterwegs. Die Angst-Gedanken waren zwar da, unwohl war mir auch. Aber immerhin versuche ich die Tipps gegen Angst/Panik umzusetzen. Ich denke das alleine der Versuch sich gegen die Angst zu wehren schon ein kleiner Erfolg ist. Zudem besuche ich nächste Woche meine Schwester in München, dann gehts auch in eine Ausstellung und ich werde mich von der Angst nicht verstecken. Ich will das endlich loswerden. Vor allem auch deswegen, weil das mit der Convention (im letzten Post erwähnt) nächstes Jahr bitterer Ernst wird :) Aber ich bin optimistisch, solange man verständnisvolle Menschen um sich hat, die einen zusätzlich unterstützen, kann ich es schaffen die Angst soweit loszuwerden. Das hoffe ich fest.


Wünsche euch ein nicht allzu heißes Wochenende, bei der Hitze geht man eh ein.
Liebe Grüße, xstazzy

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08 Jan 2017 12:13 #9 von xstazzy
xstazzy antwortete auf das Thema: xstazzy - mein bisheriger Weg mit Emo
Hallo ihr lieben Leidensgenossinnen und Genossen :')

Ich habe mich lange nicht gemeldet, die Arbeit hat mich ziemlich eingespannt. So viel neues gibt's eigentlich nicht zu berichten. Ich gehe wieder öfters in Geschäfte. Kann ab und zu die Angst unterdrücken bzw. aushalten. Aber die Angst ist nach wie vor da. Jedoch gottseidank nicht mehr so extrem wie früher. Ich habe gelernt die Angst auszuhalten und nicht alles sofort aufs Worst-Case Szenario zu reduziern.

Gestern war ich nach meinem letzten Post wieder im Kino. Die ersten 10-20 Minuten war ich wie immer total angespannt und mir haben sogar die Fingerspitzen gekribbelt... Wenigstens hat das danach etwas nachgelassen. Jedoch fühl ich mich nach wie vor immer noch ziemlich unwohl in einem geschlossenen Raum mit vielen anderen Leuten zu sein...

Aber ich werde nicht aufgeben. Ich hab schon Fortschritte gemacht, da werde ich auf der Hälfte des Weges nicht stehen bleiben und mich unterkriegen lassen :)

Liebe Grüße

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13 Apr 2017 12:53 #10 von xstazzy
xstazzy antwortete auf das Thema: xstazzy - mein bisheriger Weg mit Emo
Hallo ihr Lieben.

Es wurde mal wieder Zeit für einen aktuellen Post.
Und ich denke ich habe positives zu berichten... Auch durch die Gespräche mit meiner Therapeutin konnte ich weiter an mir arbeiten... Es wird besser mit den Angstzuständen. Ich kann endlich wieder in Geschäfte gehen ohne sofort ein beklemmendes Gefühl zu haben. Meine Angst habe ich mittlerweile (wie meine Therapeutin so schön formuliert hat) auf den Autorücksitz verbannt. Das heißt, sie ist zwar noch da... drängt sich aber nicht immer in den Vordergrund. Insgesamt erwische ich mich sogar desöfteren dabei mit den Gedanken "Ach, jetz hast du an die Angst gedacht, dir könnte ja schlecht werden." Mittlerweile gehe ich nur noch selten schon mit dem Gedanken davor in Situationen des Alltags.

Ich war auch mit einer guten Freundin kürzlich in Leipzig auf einem Konzert. Das hieß, Bahn fahren, Großstadt, viele Menschen.
Wir standen zwar nicht im Gedränge. Aber ich hab mich nicht darauf fokussiert, dass mir ja schlecht werden könnte. Nach dem Klo hab ich zwar mal geschaut. Aber das wars dann auch. Ich konnte gut Spaß haben und sogar mit meiner Freundin Essen gehen ohne große weitere Probleme und Angst-/Panikgedanken. In einem Gespräch mit meiner Freundin hat sich herausgestellt dass es ihr sogar ähnlich geht. Nicht auf die Übelkeit bezogen. Sondern auf die Menschenmassen im Allgemeinen...

Jedenfalls freue ich mich endlich Fortschritte zu machen und wieder gelöster zu sein und mir nicht mehr 90% meines Lebens von der Angst bestimmen zu lassen.

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20 Aug 2017 15:01 #11 von xstazzy
xstazzy antwortete auf das Thema: xstazzy - mein bisheriger Weg mit Emo
Einen angenehmen Sonntag wünsche ich euch allen.

Es gibt so viel zu berichten und ich überlege ob ich alles erzählen soll oder eher mich auf das Wichtigste beschränken soll. (Leider) ist meine Therapie mittlerweile beendet. Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit hatte mit einer so tollen Therapeutin zu arbeiten. Sie konnte mir in so vielen Dingen weiter helfen, was auch mal nicht die Angst/Panikzustände betroffen hat. Mein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein hat sich innerhalb des vergangenen Jahres deutlich gebessert und ich fühle mich auch besser. Rückschläge wo ich mich nicht so gut fühle und auch sehr müde bin, sind normal. Aber ich weiß, dass das vorbei geht.

Was meine Angst/Panikzustände angeht. 100% vorbei ist es nicht. ABER: ich kann wieder in Geschäfte und Restaurants und auswärts gehen und nicht sofort das Gefühl haben, ich müsse sofort wieder raus, weil ich mich so bedrängt und eingeengt fühle. Mittlerweile kann ich sogar wieder auswärts Essen gehen, was mir vor einem Jahr noch unglaubliche Überwindung gekostet hat vor fremden Menschen zu essen. Auch U-Bahn/Zug Fahrten sind deutlich besser geworden. Ich vermeide mittlerweile nichts mehr und stelle mich den Situationen. Ich habe gelernt wie ich ruhiger bleiben kann und meine Atmung besser kontrollieren kann um nicht in eine Angstattacke zu verfallen. Kino gehen ist auch so gut wie kein Problem mehr.

Auch die Convention von der ich bereits geschrieben habe, war dank meiner Freundin und Begleitung und anderen Freunden die ich treffen konnte, wirklich schön und hat mir viel Mut und Kraft gegeben an der Convention teilzunehmen und auch Ausflüge nach Rom zu unternehmen. Auf Konzerten war ich auch bereits wieder. Zwar entweder weit hinten oder 1. Reihe. Aber hey - ich habs geschafft. Ich hab einen ganz schön ordentlichen Rehabilitationsweg zurückgelegt und werde auch weiterhin an mir arbeiten.

Jedenfalls denke ich, dass ich an dieser Stelle wirklich stolz auf mich sein kann, es vom kompletten Vermeidungsverhalten was mich im Leben so eingeschränkt hat, wieder zurück zur fast Normalität geschafft habe und mich wieder freuen kann etwas außerhalb und mit Freunden zu unternehmen. Ohne das Gefühl zu haben ich müsste panisch aus dem Raum rennen oder mich sofort nach einer Toilette umsehen.

Natürlich ist es immer noch einfacher wenn ich nicht alleine bin, da ich mit einer anderen Person mehr abgelenkt bin. Ich habe auch gelernt offen über diese Angst zu reden. Das hat mir auch zusätzlich geholfen und die andere Person zeigte deutlich mehr Verständnis und Einfühlsamkeit.

Ich möchte euch Mut machen mit meinem persönlichen Weg mit der Angst. Es wird besser werden. Es kostet Kraft, Nerven und Arbeit... aber es lohnt sich, für seine Freiheit und zum Spaß am Leben zu kämpfen und an sich selbst zu arbeiten.

Ihr bestimmt euer Leben. Nicht die Angst. Angst ist immer da... manchmal ist sie auch gut, dass sie da ist und manchmal müsst ihr sie auf den Rücksitz oder Kofferaum eures Lebens verbannen und auf die positiven Dinge und Momente im Leben konzentrieren :)


Bei Zeit werde ich mich sicher wieder melden. Bis dahin...
Liebe Grüße von xstazzy.

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27 Okt 2017 00:30 #12 von Mirimiri
Mirimiri antwortete auf das Thema: xstazzy - mein bisheriger Weg mit Emo
Hi xstazzy,

wow, ich muss sagen, respekt was du für einen Weg hinter dich gelegt hast! Du kannst so unglaublich stolz auf dich sein! Und
ich wollte mich bedanken, dass du immer mal wieder hier aufgeschrieben hast wie es dir so geht.
Ich habe gerade angefangen mit dem Buch von Rob Kelly 'Cure your emetophobia and thrive' zu arbeiten. Ich hoffe so sehr
dass es mir hilft, da ich irgendwie keinen andern Ausweg sehe. Ich hatte bis jetzt bei noch keinem Therapeuten das Gefühl dass sie das
Thema Emetophobie überhaupt verstanden haben. Oder sich damit mal beschäftigt haben. Ich wünsche mir so sehr jemanden,
der sich damit auskennt und weiß wie man das behandeln soll. Dieses Gefühl hatte ich bis jetzt nur bei Rob Kelly, obwohl man sich von ihm persönlich wahrscheinlich nicht behandeln lassen kann. Ich war auch skeptisch am Anfang, aber es hat mich fasziniert, wie vielen Leuten es durch dieses Buch besser gin. Aber die meisten hatten einen Throve-Consultant glaube ich.. Ich mach das alleine und hoffe dass das Buch mir trotzdem hilft. Mich würde interessieren, in welcher Weise dir das Buch geholfen hat und wie sehr!

Nochmal vielen lieben Dank, dass du deine Geschichte hier geteilt hast und ich wünsche dir das es weiter bergauf geht!
Viele Grüße,
Miri

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