Buchprojekt

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Re: Buchprojekt

Beitragvon Lis-chen2010 am 21.02.2010, 15:01

Hallo Steffi,

vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht, er ist super zu lesen und man kann sich gut einfinden.

Kleiner Zwischenstand: wir haben bisher 7 Berichte. Es wäre schön, wenn sich noch ein paar entschließen mitzumachen.
Und an die, die bisher schon geschrieben haben: schreibt mir doch am besten, welches Pseudonym ich für die Berichte nehmen kann?
Ganz liebe Grüße und einen schönen Tag
Lisa
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Re: Buchprojekt

Beitragvon madjuly am 25.02.2010, 16:08

Hallo!

Habe dir gerade eine Antwort geschickt, allerdings noch vergessen, wie ich mit meinen Bekannten umgehe und so. Also ich gehe damit sehr offen um und erzähle es jedem, der es hören (oder auch nicht hören) will, damit die mir keine Kotzgeschichten erzählen, bzw. diskret kotzen gehen, wenn sie denn müssen. An Freizeitaktivitäten beteilige ich mich selten, aber ich versuche es immer wieder. Dazu gebe ich grundsätzlich keine verbindlichen Zusagen, sondern komme, wenn es die Emo zulässt, oder eben nicht. Auch wissen die um mein "besonderes" Essverhalten und stören sich nicht mehr daran.
Ich glaub, das war jetzt wirklich alles...

Alles Liebe

Madjuly
Ich bin nicht verrückt, ich bin nur verhaltensoriginell...
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Re: Buchprojekt

Beitragvon Knurzie86 am 20.03.2010, 21:46

1. Was ist dein Alter, Geschlecht, Beruf?
Ich bin 23 Jahre alt, weibliche und bin Tierarzthelferin,
2. Wann hat alles angefangen (Alter, Lebenssituation, mögliche Gründe, mögliche Auslöser)?
Seit ich denken kann leide ich unter Emetophobie
3. Wie ist deine Krankheit verlaufen? Wie hast du dich dabei gefühlt? (Gerne ausführlich beschreiben)
Bin leider erst letztes Jahr darauf gekommen. Gewusst habe ich schon immer das ich ein Problem mit dem Kotzen habe nur wusste ich nicht das dieses Hirngespinst auch einen Namen hat. Jetzt weiß ich was ich habe und möchte unbedingt wieder ein normales Leben führen ohne ständig darüber nachdenken zu müssen ist mir schlecht ist anderen schlecht wie viel kann ich essen kann ich überhaupt was essen???? Ich bin sehr froh darüber das ich endlich weiß was mein Problem ist und vor allem bin ich glücklich darüber das ich nicht alleine mit dem Problem bin.
4. Was für Auswirkungen hat deine Krankheit/deine Krankheiten auf das „normale“ Leben und deinen Alltag?
Jeden Tag aber wirklich jeden Tag frage ich mich morgens schon beim aufstehen wie es mir geht ist mir schlecht kann ich gleich beruhigt Frühstücken? Das geht so den ganzen Tag bis ich abends im Bett liege. Das schlimmste ist sind für mich betrunkene Leute da habe ich die meiste Angst das sich jemand übergeben könnte. Was mich daran stört ist das ich kaum auf Partys oder Geburtstage gehen kann weil meine Angst einfach zu groß ist das sich jemand übergeben könnte oder das der jenige mit dem ich da war zu viel trinkt. Das ist für mich eine große Einschränkung weil ich 23 bin und gerne mal einfach feiern gehen würde wie das alle in meinem alter tun.
Wie oben bereits erwähnt bin ich Tierarzthelferin ein Glück kann ich den Beruf voll ausführen und die Emetophobie schränkt mich nicht ein. Komischerweise habe ich kein Problem damit wenn sich ein Tier übergibt zum Glück! Das wäre sehr schlimm für mich!
5. Was hast du gegen deine Krankheit unternommen?
Leider noch nicht wirklich was habe lange gebraucht einen Psychologen anzurufen ist ja schon ein komisches Gefühl sich einzugestehen das man ein psychisches Problem hat. Hab es mit Hilfe von einem guten Freund geschafft und habe bald meinen ersten Termin.
6. Wie geht es dir nun mit deiner Krankheit? Wie gehst du mit deiner Krankheit um? Wie schaffst du es, trotz Krankheit normal zu leben bzw. was hindert dich daran?
Keine Ahnung wie ich das schaffe einfach damit leben versuchen sich nicht komplett zu verkriechen und das Beste draus machen.
7. Wie gehst du mit deinem Umfeld um? Erzählst du anderen von deiner Krankheit? Warum oder warum nicht?
Meine engsten Freunde und natürlich meine Familie weiß davon was sehr gut ist weil man so jemanden hat mit dem man besprechen kann und vor allem bekommt man dann meistens keine Kotzgeschichten erzählt.
8. Wie ist dein aktuelles Befinden? Welches Ziel hast du?
Im Moment geht es mir mal wieder nicht so gut das ändert sich von Woche zu Woche mal so mal so. Schlimm ist wenn mir erzählt wird das jemand Magen-Darm-Grippe hat. Das genügt für mich das es mir ne ganze Zeit lang richtig schlecht geht.
9. Was hat dir konkret geholfen? Was hilft dir noch?
Bis her noch nicht wirklich was. Versuchen irgendwie damit klar zukommen.
10. Was würdest du Angehörigen/Außenstehenden raten wie sie mit deiner Krankheit umgehen sollten? Was würdest du dir von ihnen wünschen?
Einfach keine Kotzgeschichten und diskret Kotzen damit ich das nicht mitbekomme mehr wünsche ich mir gar nicht.

Hoffe es hilft dir weiter

LG Knurzie86
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Re: Buchprojekt

Beitragvon lea85 am 23.04.2010, 20:59

1. Was ist dein Alter, Geschlecht, Beruf?
25, weiblich, Zolldeklarantin

2. Wann hat alles angefangen (Alter, Lebenssituation, mögliche Gründe, mögliche Auslöser)?

Weiß leider nicht ab wann ich es hatte, weiß nur dass ich die Phobie seit ich denken kann habe.
Es gab mehrere Erlebnisse die ich als sehr schlimm empfand als ich klein war.
Dass muss im Kindergarten alter gewesen sein.

*Trigger*
Meine Eltern wollten ausgehen und haben einen Babysitter für meine Schwester und mich organisiert. Wir schauten Fern und durften Salzstangen knabbern. Meine Schwester hat dann ziemlich viele davon gegessen.
Später mussten wir dann ins Bett und der Babysitter wartete immer eine Stunde bis wir schliefen und ging dann meistens nach Hause. Einige Zeit später hat meine Schwester ins Bett gek****( wir mussten uns ein Zimmer teilen). Ich hab’s zuerst gar nicht realisiert und hab sie gefragt was los sei. Sie antwortete ganz gelassen dass sie K***** musste. Ich sprang auf rannt die Treppe runter zum Telefon und rief unter Tränen meine Mutter auf dem Handy an. Sie kamen natürlich gleich nach Hause. Aber für mich war es der absolute Horror alleine mit meiner Schwester zu sein.

Ein anderes Mal waren wir bei meinem Vater in der Firma. Da hatte es einen Unterirdischen Gang der zur Cafeteria führte. Meine Schwester und ich wollten unbedingt noch was trinken gehen, aber meine Eltern wollten nach Hause. Also haben wir so lange gebeten bis wir schnell gehen durften. Da meine Eltern nach Hause wollten sollten wir schnell machen. Also gingen wir schnell rüber und nahmen zusammen eine Limo. Wir rannten schnell wieder zurück und als wir in der Hälfte waren blieb meine Schwester stehen und übergab sich. Ich bin dann einfach weitergerannt und habe es meinen Eltern gesagt. Ich musste mir dann anhören warum ich sie da einfach alleine gelassen habe usw.
*Trigger Ende*

3. Wie ist deine Krankheit verlaufen? Wie hast du dich dabei gefühlt? (Gerne ausführlich beschreiben)

Da ich es schon immer hatte war es für mich eigentlich sehr normal. Panik habe ich nur wenn jemand sagt dass ihm schlecht ist, sich jemand übergibt oder wenn mir selber schlecht ist oder ich mich übergeben muss.
Es gab bessere und schlechtere Zeiten. Aber im Großen und Ganzen fühlte ich mich immer gut.

4. Was für Auswirkungen hat deine Krankheit/deine Krankheiten auf das „normale“ Leben und deinen Alltag?

Ich habe die Schule abgeschlossen, eine Ausbildung absolviert, gehe mit Freunden aus und arbeite ganz normal in meinem Beruf.
Ich kann meinen Tagesablauf sehr gut bewältigen außer in Situationen wie in Punkt 3 beschrieben.

5. Was hast du gegen deine Krankheit unternommen?

Ich habe bis zu meinem 22. Lebensjahr nicht gewusst dass es eine Krankheit/Phobie ist. Ich sagte zwar immer dass ich eine Kotzphobie habe aber musste selber immer lachen weil ich nicht wusste dass es das wirklich gibt.
Als dann mein Freund eine Magenverstimmung hatte vor 3 Jahren merkte ich wie schlimm meine Phobie wirklich ist. Ich zitterte nur noch am ganzen Körper und hatte richtige Schweißausbrüche. Ich konnte einfach mit niemanden drüber reden da ich selber nicht wusste warum ich solche Angst hatte.
Einige Monate später sind mein Lebenspartner, sein bester Freund und ich ins Kino gegangen. Wir gingen danach noch was trinken. Wir sprachen über Gott und die Welt. Irgendwann fand ich den Zeitpunkt richtig die zwei Jungs zu fragen was sie über diese Kotzphobie hielten. Ich erklärte Ihnen genau was mit mir dann passiert und die Reaktion von Ihnen überraschte mich. Sie meinten dass es auf keinen Fall normal ist und ich mal im Internet forschen solle.
Gesagt getan. Ich fand natürlich einige Infos und dieses Forum. Ich konnte es echt nicht glauben. Wut, Traurigkeit und Erleichterung machten sich bemerkbar. Ich wusste nicht ob ich weinen oder lachen sollte.
Ich machte dann einen Monat später eine Therapie die leider nichts gebracht hat. Die Therapeutin hatte keine Ahnung und fragte mich wie sie mir helfen kann. Irgendwie hatte ich zu ihr auch überhaupt keinen Draht. Sie war einfach nur unsympathisch.
Also lebe ich jetzt immer noch so weiter wie bisher.

6. Wie geht es dir nun mit deiner Krankheit? Wie gehst du mit deiner Krankheit um? Wie schaffst du es, trotz Krankheit normal zu leben bzw. was hinert dich daran?

Ich akzeptiere sie. Seit ich klein bin kenne ich kein anderes Leben von daher nehme ich jeden Tag so wie er kommt. Sie hindert mich sehr wenig und ich kann mit der Krankheit leben. Klar wäre es schöner wenn ich in gewissen Situationen keine Angst hätte aber das gehört einfach zu mir.

7. Wie gehst du mit deinem Umfeld um? Erzählst du anderen von deiner Krankheit? Warum oder warum nicht?

Meine Eltern, mein Freund und meine engsten Freunde wissen Bescheid. Ich möchte auch nicht dass es jeder weiß. Weil viele können das einfach nicht nachvollziehen und machen sich lustig darüber. Auf das kann ich gut verzichten.

8. Wie ist dein aktuelles Befinden? Welches Ziel hast du?

Mir geht es im Moment sehr gut. Mein Ziel ist es dass ich mich von der Krankheit nicht Einschränken lassen möchte und mein Leben weiter so gut verläuft wie bisher.

9. Was hat dir konkret geholfen? Was hilft dir noch?

Die Erkenntnis dass ich nicht alleine damit bin und das meine Familie und Freunde hinter mir stehen wenn’s mir mal wirklich schlecht geht.
Ablenkung ist auch ein gutes Mittel gegen schlechte Gedanken. Klappt nicht immer aber das Leben geht weiter.

10. Was würdest du Angehörigen/Außenstehenden raten wie sie mit deiner Krankheit umgehen sollten? Was würdest du dir von ihnen wünschen?

Sie sollen es einfach Akzeptieren und sich nicht lustig darüber machen.
Mir zur Seite stehen wenn es mir nicht gut geht und mir helfen wieder auf die Beine zu kommen wenn ich mal gefallen bin.
Ein offenes Ohr haben wenn es nötig ist und allenfalls Tipps geben wenn es möglich ist.

Ich hoffe es hilft dir weiter. :)
Grüässli
Lea
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