Vermeidungsverhalten - was ist das eigentlich?

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27 Feb 2016 20:03 #1 von Anthea
Anthea erstellte das Thema Vermeidungsverhalten - was ist das eigentlich?
Vermeidungsverhalten ist Segen und Fluch zugleich.
Im Grunde bezeichnet es jede Form von Vermeidung des angstauslösenden Stimulus (bei Emos das Erbrechen) oder - und das ist wiederum vielen nicht so bewusst - der bestmöglichen Vorbeugung von (möglicherweise) eintretenden Panikzuständen (Stichwort: Phobophobie).

Manche Vermeidung ist ziemlich einfach zu durchschauen und auch offensichtlich: Jemand sagt, er müsse sich übergeben und rennt aufs Klo. Der Emo hat den Satz wahrscheinlich gar nicht bis zu Ende gehört und steht schon an der 7km entfernten Bushaltestelle und wartet zitternd auf den Bus.

Sehr viel subtiler und auch schwieriger zu durchschauen sind aber all die Verhaltensweisen, Rituale, Sicherheiten usw. die oftmals ein richtig komplexes Vermeidungssystem bilden (die oftmals auch so betitelte "Komfortzone"). Ein solches System lässt sich am besten daran entlarven, dass es sehr stark mit Eventualitäten arbeitet - bestimmte Speisen werden gemieden, weil einem übel werden könnte; in der Uni belegt man die Kurse in einem bestimmten Gebäude nicht, in dem die Flucht aus dem Veranstaltungsraum nicht so ohne weiteres möglich wäre; man trägt Medikamente bei sich, um im Notfall (und nicht etwa weil dieser schon da ist!) gerüstet zu sein usw.

Was ist schlecht an Vermeidungsverhalten? - Wie eingangs beschrieben ist Vermeidungsverhalten Segen und Fluch. Segen, weil es einem kurzfristig Besserung verschafft ("Scheinsicherheiten"), Fluch, weil es ein gewisses "Abhängigkeitspotential" birgt und man nach jedem Hoch auch wieder ziemlich tief fällt. Das Erkennen und der Abbau von Vermeidungsverhalten ist deswegen so wichtig, weil Konfrontation mit angstauslösenden Dingen wenig Sinn macht, wenn man sich eigentlich selbst belügt dabei, in dem man dysfunktionale Hilfsmittel und Strategien einsetzt. Hierbei geht es auch viel weniger um eine ethische Haltung, sondern darum, dass man hiermit sein Gehirn beim Umlernen stört.

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29 Feb 2016 15:56 #2 von Kriss
Kriss antwortete auf das Thema: Vermeidungsverhalten - was ist das eigentlich?
Zählt es denn auch zu Vermeidungsverhalten, wenn ich Dinge nicht tue, die wirklich ein Risiko bergen? Also zum Bespiel auf Speisen mit rohen Eiern oder Sushi mit rohem Fisch zu verzichten.

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01 Mär 2016 11:15 #3 von Basti
Basti antwortete auf das Thema: Vermeidungsverhalten - was ist das eigentlich?
Wenn du wegen der Angst darauf verzichtest, ist es natürlich auch Vermeidungsverhalten.

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01 Mär 2016 16:28 #4 von Kinabalu
Kinabalu antwortete auf das Thema: Vermeidungsverhalten - was ist das eigentlich?

wenn ich Dinge nicht tue, die wirklich ein Risiko bergen?


"Risikolebensmittel" haben viele "Emos": lebensmittel von denen sie denken, dass die Gefahr dadurch zu brechen höher ist. Ein "wirkliches Risiko" besteht bei diesen Lebensmitteln aber nicht.

Wenn man Lebensmittel grundsätzlich meidet ist das Vermeidungsverhalten. Etwas anderes ist es natürlich wenn diie Bedingungen für bestimmte Lebensmittel grade nicht die besten sind ;) wenn z.B. Sushi, Mousse au Chocolat und co erstmal im Sommer n paar Stunden in der Sonne standen kann man vielleicht diskutieren ob man diese Dinge noch so sorglos essen kann. Es besteht aber ein großer Unterschied dazwischen ob man einer Softeisbude nicht traut weil sie schmuddelig aussieht oder ob man Softeis grundsätzlich aus seiner Ernährung streicht (nicht weil man es nicht mag sondern weil man Angst hat).

Meine "Strategie" dazu war immer: Wenn dieses Lebensmittel nicht sicher wäre-warum sollte dann ein Restaurant es anbieten? Ich war zum Beispiel letztens bei einem Sushi-Buffet. Da wären die Restaurantbesitzer ja schön blöd wenn sie da ihre ganzen Gäste vergiften, nie wieder jemand kommt und sie den Laden schließen müssen.
Es ist ja auch nicht jedes rohe Ei von Salmonellen befallen und wenn die Eier frisch sind (wovon man ja bei restaurants die gut besucht sind ausgehen kann und zuhause ja weiß) gibt es auch keine Probleme.

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01 Mär 2016 23:38 #5 von Kriss
Kriss antwortete auf das Thema: Vermeidungsverhalten - was ist das eigentlich?
Ja, das klingt einleuchtend. Dann habe ich wohl doch mehr Vermeidungsverhalten gezeigt als gedacht. Und das vor allem schon seit sehr viele Jahren. Obwohl mir die Angststörung erst seit einigen Monaten bewusst ist.
Ich denke rein logisch immer, dass jeder um mich herum die Dinge isst und keiner bisher davon krank geworden ist. Aber das hält mein Hirn leider nicht davon ab, mir einzureden, dass ich sicher krank werde, wenn ich es esse. Wie wird man denn solche zwanghaften Gedanken los?

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02 Mär 2016 09:09 #6 von Kinabalu
Kinabalu antwortete auf das Thema: Vermeidungsverhalten - was ist das eigentlich?
Vielleicht gibt es noch bessere Tipps aber ich denke auf kurz oder lang hilft nur die Dinge zu tun und zu sehen, dass alles gut geht. In deinem Fall eben diese Dinge die dir Angst machen aufessen. ;)

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02 Mär 2016 10:14 #7 von Anthea
Anthea antwortete auf das Thema: Re:Vermeidungsverhalten - was ist das eigentlich?
Das ist ja genau das Ding, man muss erst mal durchschauen wie komplex ( die eigene) Vermeidung ist. Oft ist sie so gut in den Alltag integriert, dass man es gar nicht wahrnimmt. Dieses eigene vermeidungssystem zu durchschauen hilft auf jeden Fall dabei sehr viel besser zu verstehen, warum man manchmal Panik hat. Alles wird logischer. Im Grunde hat Kinabalu recht, helfen tut nur Augen zu.und durch. Dafür ist so ein Gedanke, wie du ihn hast nötig (z.b. Andere essen das auch und sterben nicht) vielleicht aber auch so eine Art "märtyrerdenken" a la " scheiß drauf, dann sterbe ich halt an einem Stück Sushi". Jeder ist da anders gepolt. Das wichtige ist, dieses positive denken dann mit der Tat zu verbinden, so dass das Gehirn umlernen kann. Was kontraproduktiv ist, ist sich in Todesangst Sushi reinzustopfen, weil für das Gehirn dann Sushi= Todesangst ist. Ganz langfristig muss man da ankommen, dass man irgendwann weiss WENN es mich trifft, werde ich überleben ( auch wenn man keine Ahnung hat wie...). Was ist deine persönliche Motivation, wobei kannst du dich am besten packen? Ehre, Freude, Hoffnung, Ehrgeiz, Heldentum - mach ein Spiel draus! Letzteres hab ich gemacht. Es ist auch eine sehr krasse Erfahrung zu erleben, dass du Panik bewusst anschalten kannst, indem du bewusste Dinge tust. Das ist einem vorher gar nicht so bewusst. Und kaum begreift man das, funktioniert es schon immer schwerer und dann bald nicht mehr. So sehr ich es v ers uche, ich kann keine Panik mehr erzeugen in dem ich Sushi esse oder u-bahn fahre.
Von den zwangsgedanken, die danach kommen, kommst du los in dem du dir z.b. Einfach logische Fakten sagst oder sowas wie: scheißegal, jetzt ist es eh zu spät. Jetzt kann ich meine Zeit auch genießen Bis der supergau kommt. Oder, das hab ich irgendwann gemacht, mir gesagt, dass ich mir erst Gedanken mache, wenn es begründeten Anlass gibt, maßgeblich dafür war dann " wenn ich quasi über dem Klo hänge".

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02 Mär 2016 18:13 #8 von Kriss
Kriss antwortete auf das Thema: Re:Vermeidungsverhalten - was ist das eigentlich?
Danke für eure Tipps :) Du hast recht, Anthea, das Vermeidungsverhalten zu durchschauen, ist gar nicht so einfach. Ich dachte immer, ich habe in den letzten Monaten gar nicht so viel vermieden. Ich bin ja schließlich arbeiten gegangen, habe Freunde getroffen, war ab und zu Essen, und habe so ziemlich alles gemacht, was ein „normaler“ Mensch so tut. Wenn ich genau darüber nachdenke wird mir aber klar, dass es doch einiges bei mir gibt, was als Vermeidungsverhalten zählt.
Ich habe manchmal das Gefühl, bei mir muss noch ein entscheidender Moment kommen, in dem es „Klick“ macht. Denn ich tue alles mögliche immer wieder und mal ist die Panik riesig, mal ist es völlig in Ordnung. Mein Hirn scheint nicht dauerhaft zu verstehen, dass etwas nicht gefährlich ist. Beim Autofahren oder in der Arbeit habe ich abwechselnd Tage, an denen die Panik kaum auszuhalten ist und Tage, an denen alles soweit okay ist. Ähnlich ist es beim Essen. Ich habe immer mal wieder Sushi oder ähnliche vermeintlich „risikobehaftete“ Speisen gegessen und konnte sie erstens beim Essen fast immer genißen und mir zweitens oft erfolgreich klar machen, dass mir davon nichts passiert. Dann gibt es wieder Situationen wie vorgestern, als ich ein medium Steak gegessen habe und seitdem auf den Salmonellenausbruch nur warte. Dann war gestern auch noch eine Kollegin mit Magen-Darm-Virus in der Arbeit und das Ergebnis sind andauernde Angst und schlaflose Nächte. Ich finde es unglaublich schwierig, solche „Ist doch jetzt auch schon egal“-Gedanken zu haben und sie wirklich so zu meinen. Das gelingt mir bis jetzt einfach nicht, so sehr ich es versuche.
Ein Spiel daraus zu machen, finde ich interessant. Ich denke, Ehrgeiz oder Sturheit wären bei mir die richtige Motivation. Zumindest haben der Wille besser zu sein und mein Trotzkopf heute schon dafür gesorgt, dass ich in der Arbeit geblieben bin, trotz mehrerer Panikattacken.

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02 Mär 2016 19:36 #9 von Anthea
Anthea antwortete auf das Thema: Re:Vermeidungsverhalten - was ist das eigentlich?
Also noch weiter auf den Ausbruch einer salmonelleninfektion zu warten, ist lebenszeitverschwendung - ganz ehrlich ;-) probier doch einfach zuerst mal, eine Weile zu beobachten, was von den Dingen, die du eigentlich normal findest, Dinge sind, die du aus Angst heraus nicht tust. Tu einfach erst mal nur das.

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03 Mär 2016 19:13 #10 von Anthea
Anthea antwortete auf das Thema: Re:Vermeidungsverhalten - was ist das eigentlich?
Mir ist vorhin noch sowas abstruses eingefallen. Ich bin zum Beispiel früher immer mit Ohrenstöpseln (also derzeit noch Discman bzw. mp3-player) rumgerannt. Die meisten Jugendlichen machen sich das ja, um sich von der Welt abzuschotten. So war das sicherlich ursprünglich auch bei mir.
Mir war aber ganz lange gar nicht bewusst, was für eine krasse Herausforderung es für mich ist, überhaupt OHNE Ohrenstöpsel rauszugehen! Diese Erfahrung habe ich dann gemacht, als ich den mp3 Player mit Anfang 20 mal vergessen hatte und alleine unterwegs war - alles war beängstigend, vor allem Geräusche von anderen in der U-Bahn usw. Klingt ziemlich abstrus, aber ich habe dann wirklich über längere Zeit ganz gezielt trainiert mit vollem Bewusstsein durch die Welt zu dackeln. Zuerst hat das meine Panikanflüge deutlich erhöht.

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03 Mär 2016 20:22 #11 von Kinabalu
Kinabalu antwortete auf das Thema: Re:Vermeidungsverhalten - was ist das eigentlich?
Witzig, ich habe früher öfter mal versucht auf bus/Bahnfahrten Musik zu hören weil ich dachte das hilft mir vielleicht mich n bisschen abzulenken/zu beruhigen. Im Endeffekt hat es mich noch viel nervöser gemacht. Die Gespräche nicht zu hören war die eine Sache aber die ganzen anderen Geräusche nicht zu hören hat mich mir so ein komisches "ich steh neben mir und erlebe das alles garnicht wirklich"-Gefühl ausgelöst. Als würde ich das träumen oder als wäre ich ein geist. das hat mich ganz kirre gemacht und am Ende hat es mir viel mehr Angst gemacht wenn ich Kopfhörer drinhatte als wenn ich so unterwegs war.

Dann wurde es schlimmer mit der Phobie, ich bin fast ein jahr nichtmehr rausgegangen und als ich dann wieder zur Schule gegangen bin konnte ich noch nicht Busfahren. Deswegen hat dann meine Mutter mich zur Schule gefahren, aber sie musste mich vor der Arbeit hinfahren und deswegen war ich dann meistens sogar schon vor dem Hausmeister an der Schule. Und um da in dieser Stille nicht durchzudrehen habe ich immer Musik mitgehabt. In der Zeit war ich auch in der virtuellen SHG und habe da Basti und Annas Gespräche über Musik belauscht. Und der Thread damals hieß "Gimme the Beat Boys and free my soul..." und dieses Lied (Drift away) habe ich mir dann unter anderem auf meinen Mp§-player geladen und wo ich es mir jetzt grade nochmal anhöre merke ich, dass es total für diese Phase in meinem Leben steht. Also DANKE euch!

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03 Mär 2016 22:38 #12 von Kriss
Kriss antwortete auf das Thema: Vermeidungsverhalten - was ist das eigentlich?
Interessant, so hat jeder seine "Krücken" und Hilfen, um sich das Leben leichter zu machen :) Ich höre gern Meditationen, wenn ich merke, dass eine Panikattacke anrollt. Aber tatsächlich, werd ich auch unruhig, wenn ich merke, dass ich meinen MP3-Player nicht dabei habe.
Du hast völlig recht, Anthea, auf einen Salmonellenausbruch oder eine MDG zu warten ist pure Zeitverschwendung. Ich will immer alles auf einmal angehen, sprich momentan alles wieder tun, jedes Vermeidungsverhalten ablegen, aber ich fürchte, ich brauch doch mehr Geduld und gehe lieber eine Sache nach der anderen an. Oder zumindest nicht alles auf einmal.
Mich würde interessieren, wie ihr beide eure Phobie in den Griff gekriegt habt, Anthea und Kinabalu. Habt ihr eine Therapie gemacht, die euch geholfen hat? Oder habt ihr das alles alleine hingekriegt? Was ist denn in dem Jahr passiert, Kinabalu, zwischen deine Phobie wurde schlimmer und du bist wieder in die Schule gegangen? In diesem Jahr musst du ja gut voran gekommen sein. (Ich hoffe es ist okay, das hier zu fragen. Hat ja nicht direkt mit Vermeidungsverhalten zu tun.)

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03 Mär 2016 22:39 #13 von Anthea
Anthea antwortete auf das Thema: Re:Vermeidungsverhalten - was ist das eigentlich?
Das ist ein super Beispiel dafür, wie individuell das ganze ist! Deswegen muss man das ganze an sich erst mal durchschauen :-)

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26 Mär 2016 20:10 #14 von LucyInTheSky
LucyInTheSky antwortete auf das Thema: Vermeidungsverhalten - was ist das eigentlich?
Hallo,

also ich habe leider derzeit ein sehr komplexes und ausgeprägtes Vermeidungsverhalten. Ich hatte aber vorher eine Phase, als ich es zwei Jahre zumindest so weit einstellen konnte, dass es mich in meinem Leben nicht mehr eingeschränkt hat. Ich bin definitiv auch ein Befürworter des verhaltenstherapeutischen Ansatz, dass Vermeidungsverhalten abzubauen. Betrachtet man das Ganze mal aber mal aus tiefenpsychologischer/psychoanalytischer Sicht, muss man da auch etwas vorsichtig sein. Denn auf Gedeih auf Verderben von heute auf morgen auf sämtliches Vermeidungsverhalten zu verzichten KANN auch nach hinten los gehen und zu einer Symptomverschiebung führen.
Fakt ist aber definitiv, dass man mit Vermeidungsverhalten wie ihr schon geschrieben habt, die Phobie nicht besser sondern schlimmer macht. Ich bin derzeit seit ca. 2 Monaten in einer psychoanalytischen Therapie und baue quasi nebenbei nach und nach mein Vermeidungsverhalten selbst wieder ab. Es wäre toll, wenn psychotherapeutische Ansätze integrativer wären und jeder Therapeut über mehrere Schulen Bescheid wüsste.
Mein Vermeidungsverhalten is halt leider auch arg schädigend. Ich hab wieder Untergewicht und meine Hände sehen aus als hätte ich Neurodermitis. Manchmal verliere ich da bisschen den Mut, aber ich habs ja schon mal sehr gut geschafft, also schaffe ich das auch wieder.

Ich dachte ich schreib mal bisschen was von meinem Vermeidungsverhalten auf, damit vielleicht jemand, dem sein Vermeidungsverhalten noch nicht so bewusst ist, dadurch vielleicht bewusster wird:

Ich esse nix mit den Händen bevor ich nicht meine Hände gewaschen.
Ich esse derzeit nicht außerhalb (außer Mensa schaffe ich derzeit schon wieder).
Ich hab auch quasi vermeintlich gefährliche Lebensmittel.
Ich würde niemals einen Langstreckenflug machen.
Ich nutze derzeit keine öffentlichen Toiletten.
Ich esse nichts vom Bäcker.
Ich kontrolliere selbst Lebensmittel, die ich frisch gekauft habe und bin oft unsicher, weil ich mir selbst nicht traue.
Obst/Gemüse kaufe ich am liebsten nur abgepackt.
Ich lass teilweise Leuten das Essen kosten, um mir Rückversicherung zu holen, ob es noch gut ist.

Die Liste ist leider endlos...derzeit.

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26 Mär 2016 21:02 #15 von Kriss
Kriss antwortete auf das Thema: Vermeidungsverhalten - was ist das eigentlich?
Was hat denn dein Vermeidungsverhalten wieder so gesteigert? Zwei Jahre sind ja doch eine lange Zeit.

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