Die Emo und das nicht Allein sein können

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01 Apr 2016 12:29 #1 von LucyInTheSky
LucyInTheSky erstellte das Thema Die Emo und das nicht Allein sein können
Hallo ihr Lieben,

ich weiß nicht ob es hier Leute gibt, denen es ähnlich geht. Da ich gerade ja wieder eine etwas schwierigere Phase in meiner Emo habe, ist leider auch dieses Thema wieder präsent. Ich wohne eigentlich in einer WG. Da mein Mitbewohner aber leider einen sehr schweren Unfall hatte, bin ich bis Juni alleine in der WG. Letztes Jahr war ich auch viel alleine, da hats mich null gestört. Auch jetzt hab ich an sich mit alleine sein kein Problem. Hab genug zu tun etc.. Es ist eher das nachts alleine sein. Ich habe quasi tagsüber Ereignisse oder Erlebnisse, aufgrund dessen ich denke dass die Möglichkeit besteht, dass ich mich angesteckt habe und es dann nachts wenn ich alleine bin. Der Gedanke quasi mit einer MDG allein zu sein, ist für mich schlimmer und in der Angsthierachie höher angesiedelt, als wenn jemand vertrautes da wäre.
Ich traue mir quasi nicht zu, das alleine zu schaffen, was letztendlich auch eine grundlegende Ursache meiner Phobie sein könnte. Das führe ich u.a. darauf zurück dass ich als Baby/Kleinkind 1,5 Jahre mit wenigen Unterbrechungen im Krankenhaus lag. Damals durften die Eltern noch nicht mit ins Krankenhaus. Ich hatte Schmerzen, wusste nicht warum (weil ich ja viel zu klein war) und Mutti war nicht immer da (weil sie eben nicht durfte), wenn ich sie brauchte. Ich war da quasi mit negativen körperlichen Empfindungen allein und das hat mich, denke ich traumatisiert.
Außerdem esse ich lieber mit jemanden zusammen. Weil ich mir quasi alleine nicht traue einzuschätzen ob Lebensmittel gut sind oder nicht oder ich denke ich mach bei der Zubereitung was falsch, was dann in Übelkeit enden könnte.
Die Woche war es so akut, dass ich erst Dienstagmorgen von meinen Eltern wieder in meine Stadt bin, dann zwei Nächte bei ner Freundin geschlafen hab und gestern Abend wieder zu meinen Eltern bin (darf heute Überstunden machen/home office machen)?

Wem geht es ähnlich? Was hilf euch?

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01 Apr 2016 14:57 #2 von didin
didin antwortete auf das Thema: Die Emo und das nicht Allein sein können
Hallo

Ich kenne dein Problem gut, da ich mir auch nicht vorstellen kann alleine zu brechen. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich noch nie alleine gebrochen, immer war jemand bei mir. Ich habe auch seit ich mich erinnern kann, nicht mehr als 10 mal brechen müssen. Natürlich ist das jetzt das Gegenteil von deinem geschildertem Problem, jedoch teilen wir beide was: Unser Selbstvertrauen etwas alleine hinkriegen zu können..
Ich lebe seit kurzem mit meinem Freund zusammen und er geht ab und zu fort mit seinen Kumpels und da bin ich auch alleine. Ausserdem habe ich festgestellt, dass ich nur Abends/Nachts am meisten diese Panikattacken und diese Übelkeit verspüre (hängt auch davon ab dass ich als Kind unter Helikobakter leiden musste und somit auch nicht schlafen konnte).
Beim kochen schaue ich immer, dass ich alles frisch eingekauft habe, oder auch dass das Haltbarkeitsdatum stimmt. Heikel bin ich wenn ich Fleisch mache, daher kann ich dir raten, dass du einfach was vegetarisches machst und vielleicht noch am Besten ohne Ei, wenn du wirklich Angst hast. Diese Lebensmittel kann man gut und leicht kochen und dabei kann fast nichts schiefgehen wenn das Datum und die Hygiene stimmt. Tofu habe ich auch sehr gerne.. Vor allem esse ich gerne Abends leicht verdauliche Speisen wie: Reis, fettarmer Kartoffelgratin, Brokolisuppe, etc.) Das liegt dann auch nicht schwer im Magen.
Was ich bei alleine Schlafen sagen kann: ich bin der Typ, dass ich Leute nicht gerne in meiner Nähe lasse wenn ich eine Panikattacke habe oder Übelkeit verspüre. Deswegen kann ich dir hier nicht so viel weiterhelfen. Was ich aber sagen kann, dass mich Ingwer beruhigt, oder wenn ich das Licht anlasse.. dann fühle ich mich nicht alleine.. ausserdem ein bisschen Meditationsmusik oder Youtube-Hypnose und dann klappt das recht gut.. Ach ja, das Stofftier nicht vergessen wenn man jemanden zum Knuddeln braucht..

ich hoffe ich konnte dir ein paar nützliche Tipps geben..

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01 Apr 2016 15:33 #3 von LucyInTheSky
LucyInTheSky antwortete auf das Thema: Die Emo und das nicht Allein sein können
Hallo didin,

danke für deine Tipps. Allerdings muss man da auch wieder "aufpassen", da es teilweise eben auch wieder Richtung Vermeidungsverhalten geht, zumindest aus verhaltenstherapeutischer Perspektive. Bei mir ists so krass, dass ich selbst Haltbarkeitsdaten nicht traue. Ich koste selbst die neu aufgemachte Milch z.B. . Da liegt daran, dass es mir leider schon ab und an passiert ist, dass neue und verschlossene Sachen nicht mehr gut waren. Wenn ich z.B. ein Salat machen würde, hätte ich trotzdem ich mir die Hände wasche Angst, dass es nicht ausreicht und eben im Laden fassen dass ja auch mehrere an. Des sei denn man kauft nur abgepackt. Es ist schwer den Spagat zu finden zwischen Vermeidungsverhalten abbauen und doch irgendwie überleben. Und wie schon an anderer Stelle angebracht, kann ein zu massiertes Abbauen des Vermeidungsverhalten auch nach hinten losgehen.

Ich denke, dass mit dem Alleinsein wird auch wieder besser. Aber jetzt die Woche wars halt echt doof.

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01 Apr 2016 19:56 #4 von Anthea
Anthea antwortete auf das Thema: Die Emo und das nicht Allein sein können
Als ich folgendes geblickt hatte, ging mir vieles leichter von der Hand, vielleicht magst du es ausprobieren: Mir hat ganz oft (wie dir jetzt scheinbar auch) ein Konzept gefehlt - was mache ich, wenn ich MDG zu Hause alleine habe, oh mein Gott! Weiter konnte ich gar nicht denken, wie auch, unvorstellbar usw. Aber genau da ist das Problem.
Überleg dir mal - am besten tagsüber, wenn es dir gut geht und du dich entspannt fühlst - was dir so ganz konkret Angst an dem Gedanken macht und dann mach dir in einem zweiten Schritt einen Plan, wie du dich verhalten könntest, wenn sowas wirklich einträte. Also z.B. wen könntest Du anrufen? Wie könntest du die Zeit überbrücken bis derjenige da ist usw. Auch so "schreckliche" Gedanken wie: Möchte ich mich eigentlich lieber ins Klo, ins Waschbecken oder wohin auch immer übergeben - oder renne ich am liebsten raus in den Garten? Es klingt komisch, aber so eine Art Konzept zu haben, hilft. Es hilft auch, herauszufinden, wo Probleme sind (Gibt es zum Beispiel niemanden, den man anrufen kann, weil man eben gar niemanden kennt, dann sollte man das langfristig ändern... usw.).
Es kann eine Weile dauern bis es dir gelungen ist, das alles echt mal durchzudenken (weil einem einiges davon schon wirklich unbehaglich ist), aber es hilft wirklich!

Wunder muss man selber machen (Trinkwalder)

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01 Apr 2016 19:59 - 01 Apr 2016 19:59 #5 von Anthea
Anthea antwortete auf das Thema: Die Emo und das nicht Allein sein können
PS: Formuliere auch deine echten (noch so absurden) Ängste vor dir und dann probiere einfach mal herauszufinden, ob die eigentlich rational sind...

Wunder muss man selber machen (Trinkwalder)
Letzte Änderung: 01 Apr 2016 19:59 von Anthea.

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02 Apr 2016 20:25 #6 von LucyInTheSky
LucyInTheSky antwortete auf das Thema: Die Emo und das nicht Allein sein können
Liebe Anthea,

das ist ein wirklich guter Tipp. Teilweise hab ich das schon versucht, mir quasi nen Plan zu machen. Nachts haben halt z.B. alle meine Freunde ihr Handy lautlos. Manche Tage, wenn es gar nicht geht, frage ich dann Freunde ob sies heute mal laut lassen können. Aber das geht halt leider nicht immer und das machts mir z.B. sehr schwer. Und ein Notarzt würde zwar kommen, aber wäre mir a) nicht vertraut und würde b) nicht viel machen können und dann wieder gehen. Aber ich werde es mal so detailliert machen wie du vorgeschlagen hast. Danke!

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