Ist es wirklich die Emotophobie oder was ganz anderes??

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20 Okt 2016 19:28 #1 von itisagoodlife
itisagoodlife erstellte das Thema Ist es wirklich die Emotophobie oder was ganz anderes??
Hallo :)
Bin neu hier, stelle mich kurz vor: 17 Jahre, weiblich, habe die Phobie seit ich denken kann (und das meine ich so wie es da steht).
Warum ich ich gerade jetzt hier angemeldet habe: alles geht drunter und drüber

Also, wie gesagt, die Emo habe ich seit ich denken kann. Ich habe EFT (emotional freedom techniques) gemacht, muss ehrlich sagen, hat mir super!!! geholfen - was den Alltag betrifft, und eigentlich ging es stetig bergauf mit mir. Bis jetzt. Ich weiß nicht ob ich es schaffe hier strukturiert in Worte zu fassen, hoffe, man versteht mich trotzdem :)
Also. Ich habe das Gefühl meine Angst verändert sich/entwickelt sich. Früher habe ich wirklich Angst vor dem Erbrechen gehabt. Doch mitterweile glaube ich, dass etwas ganz anderes dahintersteckt. Ich habe bemerkt, dass ich mittlerweile fast nur noch panikattacken/Angst habe, wenn ich mich in Situationen befinden, aus denen ich nicht schnell unaufällig und konsequenzlos verschwinden kann.
Beispiele: Essen im Restaurant, Essen bei Freunden, Langlauf beim Sport, Autofahren, Flugzeug, Schiff, sogar in KLausuren oder im regulären Unterricht, hauptsächlich wenn alles leise ist und auffälliges Verhalten sofort auffällt.
Ich denke, es wäre möglich, dass ich eher unter etwas wie einer Klaustrophobie leide, auch wenn ich sagen muss, dass ich ncihts gegen Enge habe -solange mir ein Fluchtweg bereit steht!
Ich habe in letzter Zeit viel darüber nachgedacht- und (ich hoffe das ist jetzt nicht zu weit hergeholt) vermute mittlerweile dass die Emo nur eine Art Ausläufer ist - also eine Angst, die durch die eigentliche Angst hervorgerufen wurde.
Wir sind gerade aus dem urlaub gekommen(Flugzeug) und ich war die ganze Zeit angespannt. Früher, weil ich wirklich Angst hatte, mir wird schlecht. Mittlerweile, weil ich einfach nur rauswill (Hintergrundgedanke Schlecht natürlich immer noch da) Kann es sein, dass die Emo die ganze Zeit die eigentliche Angst (ausgeliefert zu sein) verdeckt hat? Und dass es gerade die Angst ist, weil ich unter anderem nicht aus meinem eigenen Körper fliehen kann, mir also auch da der FLuchtweg fehlt?
Hat irgendjemand eine Erfahrung damit?
Am liebsten würde ich eine psychoanalytische Therapie machen, weil mir für mich selbst das Verständnis fehlt, doch kann ich mich nicht dazu überwinden mit meinen Eltern zu reden - noch weniger, dass alles hinter ihrem Rücken zu machen (Falls das als Minderjährige überhaupt geht.) Hat jemand Erfahrung mit einer solchen Therapie?
Würde mich über Rückmeldung freuen,
lg
itisagoodlife

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20 Okt 2016 23:28 #2 von Anthea
Anthea antwortete auf das Thema: Ist es wirklich die Emotophobie oder was ganz anderes??
Ich muss ehrlich sagen, ich musste bei dem was du schreibst sofort an sozialphobische Brechangst denken, also eine Art der Sozialphobie, die sich aber in Angst vorm Erbrechen ausdrückt. Vor allem, weil du sagst, dass du nicht auffallen willst bzw. die Aufmerksamkeit nicht auf dich ziehen willst.
Ansonsten ist es so, dass Angst ja im Grunde den fight or flight (Kämpfen oder Flüchten)-Reflex auslöst. Von daher ist sie immer da ungenehmsten, wo dass nicht möglich ist, also z.B. in der Situationen, aus denen man eben nicht (problemlos) fliehen kann.

Im Grunde steht immer was anderes hinter der Angst, als das Erbrechen an sich. Sie ist quasi sowas wie das Symptom einer Ursache.

Ist deinen Eltern deine Angst denn bewusst? Ich finde es toll, wenn du eigentlich gerne eine Therapie machen wollen würdest. Warum traust du dich nicht mit deinen Eltern zu sprechen - meinst du, sie würden es nicht versthen?

Wunder muss man selber machen (Trinkwalder)
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25 Okt 2016 21:02 #3 von nina4
nina4 antwortete auf das Thema: Ist es wirklich die Emotophobie oder was ganz anderes??
Hallo :)

Ich verstehe was du meinst. Ich hatte vor einer Weile auch so eine Zeit wo ich angefangen habe nachzudenken, was wirklich meine Angst ist. Ich habe zwar tierische Angst vorm Erbrechen, aber wenn es tatsächlich passiert, dann ist das nicht Mal so schlimm.
Also hab ich Mal überlegt was ich denn eigentlich zum "kotzen" finde.
Zum Beispiel habe ich Angst davor negativ aufzufallen oder einen schlechten Eindruck zu machen.
Ich denke, dass sich das bei mir vielleicht einfach mit der Emo äußert.

Auch ist es bei mir so, wie du beschreibst, dass ich immer einen Fluchtweg suche. Und in einem Flugzeug oder in Stau mit dem Auto bekomme ich oft Panik.
Wenn ich irgendwo bin Male ich mir immer aus, was ich tue wenn mir schlecht ist und wo ich mich dann hin erbreche.

Und erzähle es auf jeden Fall deinen Eltern oder einer Person, der du vertraust. Ich hatte da auch erst Angst vor, aber es wird dir niemand in den Rücken fallen. Ganz im Gegenteil. Du hast jemanden der dich auf deinem Weg unterstützt.
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26 Okt 2016 21:53 #4 von itisagoodlife
itisagoodlife antwortete auf das Thema: Ist es wirklich die Emotophobie oder was ganz anderes??
Hallo :)

Erst einmal danke für die Antwort, ihr Beiden.
Meine Eltern wissen bescheid, ich habe die Emo schon seit ich 7 bin und bin deshalb zu meiner Mutter gelaufen, da mir in dem Alter so etwas wie geheimhaltung noch garnicht in den Sinn kam ;)
Ich glaube, es fällt mir einfach schwer, über so etwas wie eine Therapie zu reden, weil ich mich wirklich für das Schäme, wie ich bin. Ich kann mich mit der Angst nicht akzeptieren (und ich will mich auch nicht so akzeptieren. Für mich käme das einer Kapitulation gleich. Aber ich will sie besiegen, und sie nicht als ein Teil von mir ansehen).
Mhm ja, ich glaube, bei mir hat es auch viel damit zu tun, sich vor anderen nicht irgendwie lächerlich zu machen. Vor allem habe ich in letzter Zeit das Gefühl, dass ich wirklich ein tieferes Verständnis für das ganze Thema Erbrechen bekomme. Und in letzter Zeit dachte ich mehrmals, dass sich zu Übergeben eigentlich gar nicht so schlimm ist - und ich dachte es wirklich mit voller Überzeugung, und hatte so glaube ich einen kurzen Einblick wie andere Menschen darüber denken, Menschen, die nciht eine solche Angst davor haben :)
Was bei mir im Moment aber wirklich wirlich schlimm ist, ist die Angst vor der Angst. Früher habe ich mir vorgestellt, wie mir z.B. irgendwie schlecht wird. Heute stelle ich mir vor, wie ich z.B. auf einem Schiff eine Panikattacke bekomme. Mit dem Ergebnis, dss ich schon Angst habe, bevor ich auf das Schiff gehe, und wenn ich drauf bin, schon beinahe die Panik erreicht habe, die ich so fürchte, owohl es in dem Moment ja echt noch keinen Grund gibt, in irgendeiner Weise Angst zu haben, wenn das Schiff noch im Hafen liegt. Meine letzte hat sich so schrecklich angefühlt, ich habe da wirlich todesängste ausgestanden :/ außerdem mache ich mich mit diesen Attacken lächerlicher als wenn ich mich einfach übergeben würde. Was wahrscheinlich nciht ganz so ideal ist, bedenkt man, dass ich offensichtlich Angst davor habe, mich vor anderen lächerlich zu machen.
Also ist wohl mein Hauptproblem im moment die Angst vor der Angst.

Das es eine Sozialphobie sein könnte, darauf bin ich noch nciht gekommen. B
Als ich EFT gemacht habe, hat man mir damals gesagt, Emotophobiepatienten haben immer Probleme mit der KOntrolle, und das das Erbrechen ja der komplette Kontrollverlust für einen Augenblick ist und deswegen so schlimm ist -
Ich denke, ich werde es noch einmal mit EFT versuchen, denn wie gesagt, dass hat mir ja wirklich geholfen. Ich habe halt nur die Technik erlernt, die mri gegen die Akute Angst des Erbrechens hilft - bei dem nächsten Termin werde ich dann versuchen, viellecith ein weiter gefasstes Problem zu behandeln - ob Sozialphobie oder Kontrolle, oder beides :)

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26 Okt 2016 22:01 #5 von itisagoodlife
itisagoodlife antwortete auf das Thema: Ist es wirklich die Emotophobie oder was ganz anderes??
Gut, eigentlich wollte ich das noch garnicht abschicken :D
Wollte aber noch einen Punkt zur Sozialen Phobie sagen - meine allererste Panikattacke hatte ich mit 7, und zwar, als ich komplett alleine zu Hause war. Es gab da niemanden, vor dem ich mich lächerlich machen konnte. Deswegen bin ich mir nicht sicher, ob es wirklich die Sozialphobie ist, die sich in der Emo auslebt, oder eher andersherum. Oder vielleciht habe ich dann ja doch diesen Kontrollkomplex der sich in der Emo auslebt die sich in einer Art Sozialphobie auslebt. Was mir dazu aber noch aufgefallen ist: Ich habe ja gesagt ich brauche immer einen Fluchtweg. Damals war ich alleine im Haus, die Panik war echt schlimm, und ich hatte sie durchgehend - bis ich raus in den Garten gestürmt bin. An der frischen Luft und abseits von vier Wänden, die mich einfschlossen, ging es mir augenblicklich besser. Und so ist es schon immer gewesen.


Und btw, angenommen ich würde mich doch noch überwinden eine Psychoanalytische Therapie zu machen - ich weiß dass die Länge der Daueer natürlich variiert, aber weiß man, ob, wenn einmal angefanden, sie konstant bis zum ende machn muss, oder kann man zwischendrin pausieren? Ich würde nämlich gerne nach der Schule für ein Jahr ins Ausland, und das darf dann naatürlich nicht kollidieren...

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29 Okt 2016 15:24 #6 von Fleur
Fleur antwortete auf das Thema: Ist es wirklich die Emotophobie oder was ganz anderes??

itisagoodlife schrieb: weil ich mich wirklich für das Schäme, wie ich bin. Ich kann mich mit der Angst nicht akzeptieren (und ich will mich auch nicht so akzeptieren. Für mich käme das einer Kapitulation gleich. Aber ich will sie besiegen, und sie nicht als ein Teil von mir ansehen).
Mhm ja, ich glaube, bei mir hat es auch viel damit zu tun, sich vor anderen nicht irgendwie lächerlich zu machen.


Jetzt bin ich mal gespannt, ob das mit dem zitieren klappt....

Erstmal: Hallo :)

Ich muss dir gerade mal antworten, weil ich mich fast 100% in deinem Text wieder finde! Angst vor der Angst, Angst davor, sich lächerlich zu machen....Dort setzt auch meine Therapie an. Mein Therapeut sagte letztes Mal zu mir, er würde mein "Problem" auch eher als Agoraphobie zusammenfassen wollen. Die Emetophobie ist quasi der stärkste Auswuchs davon, das was ich am meisten zu spüren bekomme. Hinter allem steht wohl eine wirklich große Unsicherheit, sich vor anderen zu blamieren oder auch nur in irgendeiner Form ansatzweise negative Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. So fällt es mir aber auch zum Beispiel sehr schwer, auf der Arbeit meine Personalsituation anzusprechen. Ich empfinde mich dann selbst als Zumutung, weil sich jemand anderer mit meinen Anträgen (Versetzung, Verringerung der Arbeitszeit) auseinandersetzen muss und ich auch noch etwas beantrage, was meinem Dienstherrn sicher nicht gefällt (Skandal! Da möchte jemand junges nicht alle Lebensenergie ins Büro stecken!). Ich stehe mir bei sowas also selbst im Weg und leide darunter, dass ich meine Situation nicht verbessern kann, weil ich mich nicht traue, mich eventuell unbeliebt zu machen.... das hätte ich früher nie mit der emo in Verbindung gebracht, aber langsam öffnen sich mir bisschen die Augen.

Was mir aber als sehr hart gegenüber dir selber aufgefallen ist, ist der Teil "...für das schäme, wie ich bin". Du bist nicht etwas , sondern du bist ein Mensch, und du bist genau richtig so, wie du bist! Die emo muss und soll kein Teil von dir bleiben, aber ich glaube es ist schon wichtig zu akzeptieren, dass sie es momentan nunmal ist (oder eben das, was dahinter steckt). Wir sollten lernen , uns dafür nicht zu schämen!

Lg, Fleur

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04 Nov 2016 15:29 #7 von Kinabalu
Kinabalu antwortete auf das Thema: Ist es wirklich die Emotophobie oder was ganz anderes??
Ich finde es persönlich garnicht relevant was man genau für eine Angst hat, also ob es jetzt soziale Brechangst ist oder Brechangst mit sozialer Komponente, oder Platzangst die sich als Brechangst äußert...who cares? Ich würde da garnicht soviel Energie in das "Namen finden" stecken, denn am ende macht es keinen Unterschied. In jedem Fall wirst du dich mit deiner Angst außeinander setzten müssen, verstehen wofür sie steht, an dir und der Phobie arbeiten und die Phobie als Ausdruck von etwas verstehen, was in dir ist, also auch als einen Teil von dir.
Natürlich sollst du an der Phobie arbeiten, aber die Phobie ist auch nichts, was du einfach rausschneiden kannst. Man sagt ja es ist ein Kampf gegen die Phobie, aber ich seh das inzwischen nichtmehr so. Für mich ist es vielmerh ein sich selbst kennen lernen geworden. Klar, du wirst sehr vieles was dich heute nervt, bremst und wofür du dich schämst wegbekommen. Aber egal wie stark du wirst, wieviel du machst, es wird immer mal wieder Momente geben, in denen du plötzlich denkst "Hups...was ist denn das? Ich fühl mich komisch, irgendwie ängstlich. Warrum?"
Und dieses Warum ist es auf das du auch heute schon einen Blick werfen solltest um dich besser zu vestehen. Wie du ja schon gesagt hast, kann die Brechangst für etwas anderes stehen.

Mit dem Gedanken, dass du nicht negativ auffallen willst kommst du dem ganzen schon sehr nah. Wenn du beispielsweise ins Restaurant gehst und du bekommst Angst, dann frag dich doch mal warum? Klar, niemand will negativ auffallen, aber warum ist es dir grade dort und zu dem Zeitpunkt so wichtig? Ist es dir zum beispiel besonders wichtig was eine bestimmt Person, die dabei ist von dir denkt? Wenn ja ist das Problem nicht die Brechangst, sondern deine Angst vor dieser Person negativ aufzufallen und dann musst du dich natürlich wieder fragen, warum das so ist. So kommst du zum eigentlichen "Kern des Ganzen". Deswegen kannst du auch nicht "erst das eine und dann das andere" angehen, es ist alles Teil eines Ganzen, also Teil von dir.

Wichtig ist auch, dass du lernst auf dich zu achten und auf das was DU wiklich willst. Wenn du zm Beispiel umbedingt ein Jahr ins Ausland gehen möchtest, kann das wirksamer sein als jede Therapie. Wünsche dir weiterhin alles Gute

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