Emo und gesunde und ausreichende Ernährung

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Helena88
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Emo und gesunde und ausreichende Ernährung

Beitragvon Helena88 » 02.01.2016, 13:55

Hallo ihr Lieben,

mir ging es lange Zeit relativ gut und ich hatte die Emo gut im Griff. Seit Juli 2015 hat mich dann ein ziemlicher Rückschlag erwischt und mit dem habe ich auch wieder ziemlich abgenommen. Außerdem fallen mir extrem die Haare aus, was evtl auch mit Nährstoffmangel zusammenhängen könnte, weil ich mich so einseitig und ungesund und unregelmäßig ernähre.

Daher wollte ich hier mal die Leute ansprechen, bei denen sich die Emo auch so sehr darauf auswirkt was ihr wie und wo esst.
Bei mir ist es leider derzeit so extrem, dass ich selbst verschlossenen und noch haltbaren Lebensmitteln misstraue und am liebsten immer jemanden hätte der für mich "vorkostet". Wenn ich mir Essen lieber zubereiten will, zweifel ich immer daran ob ich es richtig zubereite oder der oder jener Punkt an Möhre oder Banane nicht doch etwas "komisches" ist.

Jedenfalls wäre eine gesunde und reichhaltige und regelmäßige Ernährung sehr wichtig, da sich das sicher auch positiv auf Depression und mein Wohlbefinden generell auswirken würde.

Wie schafft ihr es also? Was esst ihr so?

Würde mich freuen zu hören, wie ihr es schafft!

In diesem Sinne noch ein gesundes neues Jahr!

_celiiiiinee_
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Re: Emo und gesunde und ausreichende Ernährung

Beitragvon _celiiiiinee_ » 02.01.2016, 17:51

Hey
Ich wünsche euch auch noch ein frohes neues Jahr..

Bei mir fing es auch letztes jahr im juli wieder an so stark wie ich es davor noch noe hatte bis jetzt.
Mein Essverhalten ist momentan auch nichz das beste ich brauche auch wie du am besten einen vorkoster. Manchmal hab ich glück das meine Eltern probieren meist trau ich denn gar nicht.
Wenn wir mal außerhalb essen denke ich drüber nach wie die das Essen zu bereitet haben oder ob das noch gut ist und wenn ich das mache wird mir wieder schlecht.

Lg Celine

mimi
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Re: Emo und gesunde und ausreichende Ernährung

Beitragvon mimi » 02.01.2016, 18:01

Ich hab zwar kein Problem mit Unterernährung, aber mit Vitaminmangel ganz sicher.

Hauptsächlich ess ich Sachen, die "nur schwer kaputt zu kriegen sind", also Nudeln, Brot, Reis & Co - auch einfach deswegen, weil es schnell geht und ich allein oft zu faul zum kochen bin.

Auf galileo oder so kam letztens ein Bericht darüber, dass und wie lange man bestimmte Sachen auch noch nach ablaufen des Haltbarkeitsdatums noch essen kann - wenn ich darüber nachdenke, irgendwas unsinnig wegzuwerfen, denke ich daran und an einen Kollegen, der gern täglich Fertigburger isst und die in Mayo tunkt und denk mir "so empfindlich scheint der Magen nicht zu sein".. was mir auch hilft, ist frühs oder mittags essen, statt abends - abends kann ich dann oft nicht schlafen, wenn ich zu voll bin und fang an, mir Gedanken zu machen..
Lady Angst bittet zum Tanz, ich nehm die Beine in die Hand - ich sing nie mehr die alten Lieder und ich brenne den Tanzsaal nieder!

Helena88
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Re: Emo und gesunde und ausreichende Ernährung

Beitragvon Helena88 » 02.01.2016, 19:12

Nudeln und Kartoffeln esse ich eigentlich hauptsächlich. Beim Brot fängts dann schon an. Ich kaufe meist das abgepackte ausm Laden, was mit Brot aber eigentlich nicht zuviel zu tun hat obwohl ich lieber welches vom Bäcker essen würde, was ich aber gerade nicht packe. Ein ewiger Teufelskreis. Und nur Nudeln und Kartoffeln ist eben nicht gerade gesund...

Kinabalu
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Re: Emo und gesunde und ausreichende Ernährung

Beitragvon Kinabalu » 02.01.2016, 23:09

Huhu. Ja essen war für mich auch immer ein Problem.

Warum hast du denn Probleme mit Brot vom Bäcker? Das ist doch frisch am morgen gebacken-frischer geht's doch garnicht :)
Ist es denn so dass dein Hauptproblem ist, dass du den Lebensmitteln nicht traust oder dass du keinen Appetit hast?

Also grundsätzlich finde ich es ok wenn du eben so isst, dass du dich wohl fühlst. Also wenn du Lust auf ne Banane hast und die jetzt sone komische Stelle hat dann schneid die Stelle doch ab und iss den Rest. Wenn du Dingen im Kühlschrank nicjt lange traust dann kauf nur für den Tag ein. Es ist ok seine eigenen Regeln zu machen - hauptsache ist erstmal das du isst.

Vielleicht fallen dir ja Tricks ein mit denen dir das Essen leichter fällt. Ich essen ja z.B. gerne Suppen. Die flutschen immer und können ja auch sehr mächtig sein.
Fleisch kaufe ich sowieso nur frisch an dem Tag an dem ich es auch nutzen will. Wenn ich Reste nicht direkt am nächsten Tag essen will friere ich sie direkt ein. Im Augenblick esse ch mehr Müsli zum Frühstück deswegen frier ich mein Brot ein und toaste mir einfach ne Scheibe auf wenn ich Lust auf Brot habe. Vielleicht fallen dir ja auch solche keinen Dinge ein dir das Essen erleichtern?
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Sonnenschein
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Re: Emo und gesunde und ausreichende Ernährung

Beitragvon Sonnenschein » 03.01.2016, 08:44

Mir hat es zum Beispiel immer geholfen, darauf zu achten wie gut besucht ein Restaurant zum Beispiel ist. War dort immer viel los, war es für mich sicher, war dort wenig bis nichts los habe ich lieber die Finger davon gelassen. Und man muss ja nicht gleich das exotischte Essen bestellen, zum Üben reicht auch eine kleine Pommes :)
Ich habe mich dann immer weiter gesteigert und mittlerweile achte ich "nur noch" aufs Haltbarkeitsdatum und esse das, worauf ich Lust habe. Für mich ist es zum Glück kein Problem mehr, in der Mittagspause Nudeln vom Chinesen oder Pizza zu essen ;)
Und falls du Brot nicht weglegen möchtest(du isst ja wahrscheinlich kein ganzes Brot) , dann kannst du ja einfach mit ein paar Brötchen anfangen, die sind ja auch immer frisch gebacken.
Zum Schluss noch einen Tipp von meiner Mutter, den sie mir immer sagt : Wenn besonders Milchprodukte schlecht bzw verfallen sind, dann wirst du es sofort riechen und auch schmecken.
Meine Therapeutin hat mir dann gesagt, als ich meinte, dass es beim Schmecken schon zu spät sei, dass der Körper kleine Mengen einfach so wegstrecket, ohne dass was passiert.

Verlass dich auf deinen Instinkt, du kannst das!

Lg
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Re: Emo und gesunde und ausreichende Ernährung

Beitragvon Helena88 » 03.01.2016, 13:03

Lieben Dank für eure Antworten!

@Kinabalu: Mein "Problem" bei Bäckerbrot und -brötchen ist derzeit, dass die dass ja anfassen :-(. Generell ist mein Problem dass ich den Lebensmitteln und mir selbst nicht traue. Ich hab ständig Hunger. Hätte ich keine Emo, wäre ich vermutlich übergewichtig ;).
Ich hatte das wie gesagt alles mal im Griff, aber besonders jetzt im Winter fällt es mir noch schwerer. Wenn die Banane eine komische Stelle hat, und ich denke oft sind es auch nur in meiner Welt ;) komische Stellen, dann kann ich die ganze Banane nicht essen. Alles riecht komisch, schmeckt komisch oder sieht komisch aus :-/.

Fleisch würde ich mir nicht trauen selbst zuzubereiten, weil ich Angst hätte, dass ichs nicht richtig mache und es dann nicht richtig durch ist oder so. Generell zweifel ich bei der Zubereitung der einfachsten Gerichte.

@Sonnenschein: Außerhalb essen gehen ist dann nochmal ne Hausnummer höher. Aber solche Taktiken wie du hab ich da auch immer angewendet. Oder z.B. Freunde gefragt wo sie sich was zu essen geholt haben und wie es war und ob schon öfters. Aber letztendlich ist das alles auf lange Sicht gesehen Vermeidungsverhalten was die Phobie verstärkt, zumindest wenn man es aus verhaltenstherapeutischer Sicht sieht. Das mit den Milchprodukten haben mir Freunde und Mutti auch schon zig mal gesagt. Aber ich denke, ich würde es eben nicht merken und einfach essen...

Also wir ihr seht, ist gerade nicht so leicht mit mir, da ich da sehr tief drin stecke. Weil ich ne krasse depressive Episode hatte (und auch weil ich im November mein Studium abgeschlossen habe und vielleicht mal bisschen runter fahren musste), war ich die letzten 6 Wochen bei meinen Eltern und konnte schön meinem Vermeidungsverhalten fröhnen und immer Mutti fragen. Ab morgen is das vorbei, da gehts wieder in die eigenen 4 Wände wovor ich echt Bammel habe. Aber dann hab ich halt die Wahl: "Friss oder stirb" (um es sehr extrem auszudrücken). Also ne andere Wahl als kämpfen hab ich nicht. Kinabalu, was für Suppen kochst du dir da so? Und was esst ihr so zum Abendbrot? Das ist nämlich meist die Mahlzeit die ich auslasse.

Kinabalu
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Re: Emo und gesunde und ausreichende Ernährung

Beitragvon Kinabalu » 03.01.2016, 13:32

Helena das klingt jetzt vielleicht n bisschen krass (aber du bist ja jetzt auch nicht aus Zuckerwatte wie ich dich einschätze :biggrin: ). Vielleicht musst du dich wirklich mal zwingen dann so eine Banane oder den Joghurt aufzuessen. Auch wenn es dir Angst macht und du dannach oder dabei Panik bekommst. Ich glaube du musst wieder lernen deinem Körper zu vertrauen und das geht eben nur indem du was probierst und merkst "hey alles gut". So funktioniert es ja in allen Aspekten der Phobie: man probiert etwas und merkt dass alles gut geht und man davor keine Angst haben muss.

Deswegen würde ich auch niemand anders fragen ob etwas zu essen noch gut ist oder nicht. So lernst du nicht deinen Sinnen selbst zu trauen.
Wenn du meinst dass du nicht merken wirst wenn Milch schlecht wird dann nimm doch einfach mal einen Joghurt und stell ihn ein paar Wochen auf die Heizung. Dann mach ihn auch und schnupper mal. Dann weißt du wie umgekippte Milch riecht und weißt dass du es merken würdest.

Bei Fleisch kann man meiner Meinung nicht viel falsch machen. Du kannst vielleicht vergessen ne Sehne rauszuschneiden das merkst du dann beim essen, ist aber nicht schädlich. Oder du brätst es tot und dann ist es trocken und schmeckt nichtmehr so toll. Aber schädlich ist das auch nicht.

Das sind meine Lieblingssuppen die sind auch wirklich einfach :)
http://www.chefkoch.de/rezepte/25978110 ... milch.html
http://www.chefkoch.de/rezepte/14179012 ... aroma.html
http://www.chefkoch.de/rezepte/15787212 ... Suppe.html

Das soll aber nicht heißen dass du jetzt nurnoch Suppen essen solst und die "sicherer" sind als andere Lebensmittel!

Wenn du Hunger hast ist das schonmal super. Dann mach dir am Besten etwas worauf du richtig Lust hast, kochst dir das und vereinbarst mit dir dass du es dann auch isst.
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