Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

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Megan.Morgue
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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon Megan.Morgue » 12.11.2015, 15:45

Haha ok ich fands wirr xD Aber inzwischen hab ich mich wieder einigermaßen gesammelt.
Ja ich musste als Kind/Jugendliche auch immer überall mit hin und das hat sich auch nicht verändert als ich ausgezogen bin (vor 7 Jahren). Erst seit diesem Jahr traue ich mich wirklich mal Nein zu sagen und auch dabei zu bleiben und das verursacht Streit. Oh ja unsensibel ist echt noch nett ausgedrückt. Darf mir oft dann anhören ich wäre hysterisch, will meine Panik durch Pausen hinauszögern und sollte mich wie ein normaler Mensch benehmen (andere schaffen das ja auch). Sie hat da glaub ich garkein Verständnis und ich habs aufgegeben das zu ändern.

Was heute (am ersten ruhigen Tag seit Wochen) dazu kommt ist, dass der Bekannte mit dem ich mich am We getroffen hat (und bald wieder treffen wollte) jetzt mit Norovirus flach liegt, was meine Panik nicht grade mildert. Hätte echt gern mal ein paar Tage, wo nix blödes passiert!
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Paulinchen
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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon Paulinchen » 12.11.2015, 16:24

Aber gut, dass du mittlerweile öfter mal nein sagen kannst... meinen Eltern tut es heute Leid und zumindest haben sie ja vor knapp 10 Jahren selber eingesehen, dass sie ein nein von meiner Seite aus akzeptieren müssen. Das tut mir Leid für dich, klingt wirklich so, als hätte sie null Verständnis dafür. Jemand, der keine Panikattacken kennt, wird das auch nie wirklich nachvollziehen können (das ist mir auch klar).. aber so gar kein Verständnis und dann auch noch solche Aussagen, die ja wirklich schon verletzend sind.. das ist echt nicht schön :?

hmmm bei Noro und mdg generell springen bei mir sofort alle Alarmglocken an. Naja, kleiner Trost, du hast dich sicherlich nicht angesteckt! Heute ist Donnerstag und das WE liegt ja schon mehr als 2 Tage zurück. Und auch sonst wäre es nicht unbedingt wahrscheinlich, dass du dich angesteckt hast. Aber ich kenn die Angst und das Abwarten nur zu gut. Ich hab da gerade auch so mein Problemchen. Ich will gleich eine Verwandte besuchen.. komme so selten dazu, weil ich nie in der Nähe bin und es ein gutes Stück entfernt ist... Jetzt bin ich hier und will gleich auch zu ihr rüber gehen. Sie war vor genau 3 Wochen krank und hatte Noro.. lag sogar im KH deswegen. Es ist 3 Wochen her und ich habe noch immer Angst, die Wohnung gleich zu betreten.. nach 3 Wochen sollte auch die Wohnung wieder "sicher" sein, selbst wenn nicht richtig desinfiziert worden ist (und das ist es auch nicht), trotzdem fühle ich mich unwohl und hab Angst... :?

Maripoosaa
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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon Maripoosaa » 16.11.2015, 22:37

Hallo,
ich bin so froh, dass ich auf diee Seite gekommen bin und total erleichtert, dass es nicht nur mich so schlecht geht.
Bei mir ist es genauso wie es hier viele schildern.
Ich bin jetzt gerade 18 geworden und leide jetzt seit 5 Jahren an ständiger Übelkeit. Mal mehr mal weniger. Es fing alles damit an, dass ich eine ,normale´ Magen und Darm Grippe bekam. Nach ein paar Tagen musste ich mich zwar nicht mehr übergeben aber die Übelkeit blieb. In den vergangenen Jahren war ich bei vielen Ärzten, die mir immer wieder bestätigten, dass mit meinen Organen alles gut sei. Ich wollte diese Diagnose lange nicht akzeptieren, aber mir blieb ja nichts anderes über. Ich denke ich habe iwann gelernt damit umzugehen, jednfalls dachte ich das. Irgendwann kann der Punkt, an dem ich mich getraut habe,beispielsweise bei Freunden zu übernachten etc. In dieser Zeit hatte ich die Übelkeit akzeptiert und kam ziemlich gut damit klar, da ich ja wusste, dass sie zwar da ist, ich mich aber sowieso nicht übergeben muss. Dann kam der 30. Mai 2015. Es sollte ein richtig toller Tag werden, ich wollte mit zwei anderen Freunden nach Hannover zu einem Openair Konzert.
Als wir auf dem Platz ankamen war erst noch alles gut. Doch nach einiger Zeit bemerkte ich wieviele Menschen um mich herum sind und ich fühlte mich bedrängt und plötzlich war auch die Übelkeit da. Kennt ihr die Angst vorm Übergeben auch in Verbindung von Platzangst?
Jedenfalls meinte ich dann zu meinen Freundinnen, dass es mir nicht gut ginge. Dann sind wir etwas weiter raus gegangen, doch mir ging es immer schlechter. Auf dem Weg nach draußen wurde mir total schwindelig und immer übler. Letztendlich landete ich im Sanitäterzelt und sollte mich erstmal ausruhen. Nach einiger Zeit fühlte ich mich besser jedoch hielt dies nicht lange an und zu meinem Bedauern musste ich mich sogar noch vor den ganzen Menschen übergeben. Seitdem geht es mir wieder schlechter und seit diesem Tag leide ich auch an dieser ständigen Angst mich wieder vor anderen Menschen übergeben zu müssen. Ich sage mir zwar immer wieder das ich krank war und es dem Fall gut war dass ich mich übergeben habe, da es mir besser ging aber es hilft nicht wirklich. Letztendlich war es die letzten 2 Monate so akut dass jetzt ich immer eine Tüte dabei habe, sowie Kaugummis und Bonbons im Fall der Fälle.Ich habe teilweise Nächte lang mit dem Eimer neben meinem Bett geschlafen, weil ich mir sicher war, dass ich mich in der Nacht übergeben muss. Vor allem was ich mache , selbst wenn es nur ein kaufen ist, mache ich mir Gedanken, ob ich es schaffen werde ohne mich übergeben zu müssen bzw. wohin ich spucken könnte. Es ist alles eine Anstrengung und Stress für mich. Das Gefühl der Appetitlosigkeit bzw. Abneigung gegen sämtliches Essen kenne ich zudem. Alleine der Geruch oder der bloße Anblick schreckt mich manchmal ab. Im Oktober stand auch mein 18.Geburtstag an und ich habe mir vorher soviele Gedanken gemacht, dass es mir letztendlich so schlecht ging, dass ich ihn nichtmal genießen konnte.
Mittlerweile bin ich einfach nur noch verzweifelt und weiß nicht mehr was ich machen soll. Wenn ich andere Leute sehe oder meine Freunde angucke frage ich mich immer, wie man nur so glücklich sein kann. Und ich habe auch total die Angst vor der Zukunft. Ich kann mir einfach nicht vorstellen mit der Angst begleitet von der ständigen Übelkeit später eine Familie zu gründen, was egtl mein größter Traum ist, aber nicht so. Habt ihr schon einmal eine Therapie gemacht oder ward vllt sogar in einer Klinik?
Sorry für den langen Text :D Ich hoffe er ist halbwegs verständlich.
Über ein paar Antworten würde ich mich sehr freuen.

dariusbritt
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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon dariusbritt » 18.11.2015, 20:06

Hallo Maripoosaa :) am besten machst du einen eigenen Thread auf. Hier passt es nicht ganz so gut zum eigentlichen Thema und du bekommst wahrscheinlich auch mehr antworten auf deine Fragen.


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