Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Zwischenmenschliches, Schwierigkeiten durch Schule oder Arbeit, eigene Macken und die Suche nach Gemeinsamkeiten, lustige Situationen oder auch mal unangenehme... - das alles ist genau hier richtig!

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Kinabalu
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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon Kinabalu » 06.09.2015, 09:52

Genau
And every demon wants his pound of flesh
but I like to keep some things to myself
I like to keep my issues strong
it's always darkest before the dawn

And it's hard to dance with a devil on your back
so shake him off!

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Megan.Morgue
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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon Megan.Morgue » 06.09.2015, 11:01

@mainzerin
Ja ich will auch bald einen Termin beim Gyn machen (muss ich eh wieder hin) und da hab ich vor das mit anzusprechen. Wie an anderer Stellen schon geschrieben hab ich Ende Dezember meine Pille (nach über 10 Jahren) abgesetzt und ich denke meine Hormone sind immernoch ein wenig durcheinander deshalb.

@Feldweg
Da hast du absolut Recht. Man kann "DEN EIMER" auch mit Guten oder alltäglichen Dingen verbinden.
Mich macht er z.b. ruhiger, wenn ich weiß, dass er da ist. Er gibt mir die Sicherheit zu wissen, dass ich im Worst Case nicht losrennen muss. Also hab ich einen schlechten Gedanken weniger. Ich denk mir dann einfach "scheiß drauf ich bleib liegen/sitzen und wenns passiert, dann hab ich den Eimer da"
"There is nothing either good or bad, but thinking makes it so". - (Hamlet, Act II, Scene II)

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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon mila.cuore » 06.09.2015, 19:13

Ich habe gerade heute einen krassen tag... Bin im urlaub und bis jetzt war alles okay. Habe gefrühstückt, mittaggegessen, auch am abend und zwischendurch... Habe heute meinem freund ne sms geschrieben voller glück dass es mir besser geht, ich mich gut fühle und ich denke ich bin auf einem guten weg. 2h später wurde mir schlecht, ich hatte krasse bauchschmerzen, richtiges ziehen, bin müfe und schlapp. Seit dann liege ich im bett. Mich macht das total traurig. :( dachte es wird besser, hatte gute tag und jetzt auf einmal dieser tiefe fall. Die angst vor dem erbrechen, die schmerzen, die schwäche....

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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon angsthase » 06.09.2015, 19:58

Kann es vielleicht sein, mila.coure dass du seitdem "zu viel" drüber nachgedacht hast u due Symptome daher kommen?
Hatte mal ein ähnliches erlebnis: war ne Woche in frankreich u mir gings bis auf kl ausnahmen echt gut. Und dann auf der heimfahrt kams über mich: die totale panik, übelkeit usw. U denke mittlerweile dass es dem geschuldet wsr das ich mit selbst gr Druck gemacht habe, dass es jetz immer so sein MUSS.
Versuch dich ein bisschen abzulenken. Denk daran, wie gut der restliche tag für dich verlief. Hey, du bist im urlaub!! Davob sind andre meilenweit entfernt, ich inkl;)

Feldweg
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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon Feldweg » 07.09.2015, 14:13

Liebe Mila.C.

Und genau das ist es - die TRAUER darüber, " dass es WIEDER schlechter geht" - oder im Umkehrschluss: " immer noch nicht stabil - langfristig besser " :ja:
TRAUER als Reaktion darauf ist durchaus VESTÄNDLICH. :wink: - allerdings völlig destruktiv.
Das Innere ( so MEINE persönlich Erfahrung ) " testet", wie GUT wir bei uns bleiben. Trauer und ggf " Anklage" für persönlich empfundene Rückschläge ( " ..... WIESO kommen die doofen Symptome jetzt schonwieder ...... " ) behindert den Prozess. DENN, Du verfängst Dich in alten, wohlbekannten Sorgen; Gefühlen. UND : unsere Gedanken und Bewertungen einer Situation oder Begebenheit sind die Vorreiter der sich einstellenden Gefühle.
Noch mal: ich will nicht " klugscheißen " - sorry :oops: - aber ich kann Dich so gut nachvollziehen UND ich habe bereits ERFAHREN, wie es anders geht - was sozusagen den UNTERSCHIED macht ( ja - ich habe JAHRE dafür gebraucht, aber: es FUNKTIONIERT - und bedeutet innere Arbeit, ganz konsequent )

Stellen wir uns also vor, es ist Dein " kleines, inneres Kind", welches Bauchweh hat ( Vorausgesetzt, es geht NICHT um eine organische Erkrankung ).
Übertragen wir das ins Hier und Jetzt, in den Alltag, ok?
Das Kind hat also Bauchweh und es geht ihm schlecht. Es fürchtet sich obendrein, weil es den Zustand nicht rational - und schon gar nicht emotional zuordnen kann. Es weint, steht kurz vor der Panik. :shock:

WAS würde eine Mutter, ein Vater, die Oma oder Opa ( ..... ) DANN tun?
Sie ( Erwachsenen ) würden BERUHIGEN, sich in jedem Fall LIEBEVOLL dem Kind zuwenden, sie würden schauen, was es braucht, das Kind. Vielleicht muss es nur zur Toilette, vielleicht hat es sogar Hunger, vielleicht ist es totmüde und kann sich nur nicht allein " runterfahren" , Vielleicht braucht es einen Tee, oder will einfach nur in den Arm genommen werden .....

Auf gar keinen Fall !!!!! braucht es Verzweiflung und Panik seitens der Erwachsenen - denn das würde seinen kindlichen Angstzustand VERSTÄRKEN.

Also: es ist OK !!!!!!, dass Du traurig bist - lass Dich traurig sein :ja:
U N D !!!!! - nimm Dich an - MIT der Traurigkeit. Pflege Dich, rede Dir gut zu, lobe Dich dafür, dass Du bereits SPÜREN kannst, was da an Chaos in Dir vorgeht ( viele schaffen das ihr Leben lang nicht - ich meine nicht nur Phobiker )

Annehmen - immer wieder!. Das Kleine IN Dir wird so allmählich Vertrauen fassen und die wunderbare Erfahrung machen, DASS DU DABEI BLEIBST - als Erwachsene. Lässt Du Dich in das negativ besetzte Gefühl rutschen - " verlässt Du das Kind " - im übertragenen Sinne. Und genau DAS ist bei Rückfällen der Test :wink: - UND die Chance, es eben DIESMAL anders zu machen.

Verzeih Dir Rückschläge, verzeih Dir, wenn " es diesmal noch nict geklappt hat" - und glaub mir, die NÄCHSTE Gelegenheit kommt bestimmt.

Ich habe diese Rückfälle auch :ja: Manchmal viele, manchmal über Monate gar nicht. Es ist wie es ist. Nach meinem letzten war ich über ein ganzes Jahr " symptomfrei" - hey!!!!!! - gemessen daran, dass ich über Jahrzehnte!! den Zustand der Symptomfreiheit überhaupt nicht kannte - gemessen daran ist das ein Gottesgeschenk. Und klar - es war MEIN Job - aber jedesmal, wenn ich mich FÜR MICH - und gegen die " Anklage gegen mich selbst" entschieden habe, rückte mein Inneres ein bisschen nach - und " schenkte " mir wieder eine symptomfreie Etappe.

Ich drück Dir die Daumen - und bitte hab GEDULD

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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon Megan.Morgue » 07.09.2015, 20:30

Feldweg hat geschrieben:WAS würde eine Mutter, ein Vater, die Oma oder Opa ( ..... ) DANN tun?
Sie ( Erwachsenen ) würden BERUHIGEN, sich in jedem Fall LIEBEVOLL dem Kind zuwenden, sie würden schauen, was es braucht, das Kind. Vielleicht muss es nur zur Toilette, vielleicht hat es sogar Hunger, vielleicht ist es totmüde und kann sich nur nicht allein " runterfahren" , Vielleicht braucht es einen Tee, oder will einfach nur in den Arm genommen werden .....


Wow also so hab ich das noch garnicht gesehen. Das ist ein richtig guter Vergleich!
So sollten wir wirklich immer denken, wenn die Panik kommt. Ich mag es auch mir meine Panik als kleinen "Freund" vorzustellen, den ich beruhigen muss. Da gab es mal irgendwo nen hübschen Comic. Wenn ich ihn mal wieder finde, dann poste ich es hier!
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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon Linnunrata » 07.09.2015, 20:31

Auch ich kenne das mit den "Rückschlägen" nur zu gut.
Je länger und besser die guten Phasen waren desto mehr hat mich ein Rückfall aus der Bahn geworfen.

Inzwischen versuche ich es als Naturgesetz anzusehen. Je höher der Gipfel auf dem ich mich befunden habe desto tiefer der Fall. Also ist es doch klar, dass es nach mir einem langen Hoch viel viel schlimmer vorkommt wenn ich mal wieder in die Angst verfalle.

Ganz toll finde ich Feldwegs Gedanken mit dem " inneren Kind" !!! Echt klasse Feldweg!!

Wenn ich mich im Absturz befinde versuche ich meine beiden "Fallschirme" auszupacken.
Akzeptanz und Selbstfürsorge
Okay es geht mir schlecht. Es darf mir auch mal schlecht gehen. Ich bin froh, dass mein Körper mir zeigt wenns mal wieder zu viel wird (Arbeit, Freizeitstress, Familie). Ja okay....vielleicht bekomme ich eine Erkältung....na und...musste ich mich jemals bei einer Erkältung übergeben?? Nö!

Was kann ich MIR Gutes tun? In Panik verfallen??? NEIN!
Ruhe, Zeit für mich, Termine absagen, ein heißes Bad nehmen, den Lieblingstee trinken ....

Klappt leider auch bei mir nicht immer....aber die letzten Tage habe ich's geschafft.....oh wie bin ich stolz auf mich.

Ach ja....@Feldweg: Die Eimer-Geschichte ist genial :top: . So hab ich das noch nie gesehen!!!

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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon mila.cuore » 08.09.2015, 20:08

ich hab zur zeit grad wieder gute tage aber jetzt steht die angst vor dem fall wieder bevor... werden es 2 gute tage? 3? oder vielleicht eine woche? :?

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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon Megan.Morgue » 04.10.2015, 15:34

Hey ihr Lieben.
Ich melde mich auch mal wieder. Weiß nicht, ob das jetzt jemanden interessiert, aber ich schreibs mir einfach mal von der Seele.
Die letzen Wochen ging es mir relativ gut. Ab und zu war die Übelkeit oder Angst schon da, aber ich hab sie ganz gut in den Griff bekommen und die Gedanken schnell wieder verworfen (worauf ich stolz bin, dass es geklappt hat) Ich habe daran gearbeitet wieder mehr am Leben teilzunehmen, mehr raus zu gehen. Ich versuche ganz kleine Schritte zu machen, dafür aber häufiger.
Dieses Wochenende hab ich leider wieder einen Rückschlag! Ich versuche es zu akzeptieren und nicht in Panik zu verfallen, aber das wird gerade jeden Tag schwieriger. Ich weiß nicht obs ne Rolle spielt aber am Freitag war ich (ganz spontan) meine Impfungen auffrischen, was dazu geführt hat, dass ich fast den ganzen Tag verschlafen habe.
Gestern und heute bin ich immer mit einem guten Gefühl aufgewacht. Hab mich frisch und voller Energie gefühlt.
Leider gings mir dann Nachmittags bis Abends wieder ziemlich schlecht. Heute wollte ich versuchen mich mit einem Waldspaziergang (Pilzesammeln) mit meiner Oma abzulenken. Hab sie ganz spontan angerufen und wir sind los. Als wir dann aber im Wald waren bekam ich Magenschmerzen (wie ein brennen) und mir wurde übel und mein Kreislauf ging in den Keller. (Meine Tage stehen auch bald wieder an, also liegt PMS wieder nahe)
Leider sind wir dann wieder relativ bald nach Hause (auch weil es angefangen hat in Strömen zu regenen) Wir haben trotzdem Pilze für eine ganze Portion gefunden, die ich gleich putzen, schneiden und einfrieren werde.
Mit meiner Oma kann ich meistens ganz gut über meine Angst sprechen und sie war auch nicht böse, dass wir nur kurz draußen waren (wegen Regen). Leider fühle ich mich jetzt trotzdem blöd, weil es mir jetzt wo ich zuhause bin wieder einigermaßen gut geht. Wie haben für Dienstag einen neuen Versuch geplant.

Gut was will ich mit dem Eintrag jetzt sagen .. keine Ahnung xD
Ich versuche es gerade zu akzeptieren, dass es heute einfach nicht geklappt so wie ich es wollte, aber das ist sehr schwer. Ich wäre gerne stark genug eine Situation mal durchzustehen, obwohl es mir schlecht geht. *seufz*
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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon mila.cuore » 04.10.2015, 17:52

Megan.Morgue hat geschrieben:Hey ihr Lieben.
Ich melde mich auch mal wieder. Weiß nicht, ob das jetzt jemanden interessiert, aber ich schreibs mir einfach mal von der Seele.
Die letzen Wochen ging es mir relativ gut. Ab und zu war die Übelkeit oder Angst schon da, aber ich hab sie ganz gut in den Griff bekommen und die Gedanken schnell wieder verworfen (worauf ich stolz bin, dass es geklappt hat) Ich habe daran gearbeitet wieder mehr am Leben teilzunehmen, mehr raus zu gehen. Ich versuche ganz kleine Schritte zu machen, dafür aber häufiger.
Dieses Wochenende hab ich leider wieder einen Rückschlag! Ich versuche es zu akzeptieren und nicht in Panik zu verfallen, aber das wird gerade jeden Tag schwieriger. Ich weiß nicht obs ne Rolle spielt aber am Freitag war ich (ganz spontan) meine Impfungen auffrischen, was dazu geführt hat, dass ich fast den ganzen Tag verschlafen habe.
Gestern und heute bin ich immer mit einem guten Gefühl aufgewacht. Hab mich frisch und voller Energie gefühlt.
Leider gings mir dann Nachmittags bis Abends wieder ziemlich schlecht. Heute wollte ich versuchen mich mit einem Waldspaziergang (Pilzesammeln) mit meiner Oma abzulenken. Hab sie ganz spontan angerufen und wir sind los. Als wir dann aber im Wald waren bekam ich Magenschmerzen (wie ein brennen) und mir wurde übel und mein Kreislauf ging in den Keller. (Meine Tage stehen auch bald wieder an, also liegt PMS wieder nahe)
Leider sind wir dann wieder relativ bald nach Hause (auch weil es angefangen hat in Strömen zu regenen) Wir haben trotzdem Pilze für eine ganze Portion gefunden, die ich gleich putzen, schneiden und einfrieren werde.
Mit meiner Oma kann ich meistens ganz gut über meine Angst sprechen und sie war auch nicht böse, dass wir nur kurz draußen waren (wegen Regen). Leider fühle ich mich jetzt trotzdem blöd, weil es mir jetzt wo ich zuhause bin wieder einigermaßen gut geht. Wie haben für Dienstag einen neuen Versuch geplant.

Gut was will ich mit dem Eintrag jetzt sagen .. keine Ahnung xD
Ich versuche es gerade zu akzeptieren, dass es heute einfach nicht geklappt so wie ich es wollte, aber das ist sehr schwer. Ich wäre gerne stark genug eine Situation mal durchzustehen, obwohl es mir schlecht geht. *seufz*


manchmal muss man sich den Frust einfach von der Seele schreiben! :) vielleicht bist du "noch" nicht an diesem Punkt angekommen bei dem du komplett stark sein kannst. du darfst nicht vergessen dass alleine der versuch schon stärke zeigt! :) und auch wenn du in deinen Augen gescheitert bist, war es jetzt doch einen fortschritt! Dienstag schaffst du es bestimmt und wenn nicht, dann gibt es halt wieder einen versuch! einfach immer und immer wieder, nicht aufgeben, auch wenn du fällst. das zeigt stärke! du bist stärker als du denkst! vertraue deinem Körper, er weiss was gut ist.. :)

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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon Megan.Morgue » 08.11.2015, 18:56

Hey ihr Lieben,
Ich meld mich mal wieder.
Leider geht es mir im Moment garnicht gut und das macht mir große Sorgen. Alles fing letztes Wochenende an. Ich hatte geplant mich mit einem alten Bekannten zu treffen und war voller Energie und mir ging es prima. Dann hat er mir allerdings abgesagt und ich war so enttäuscht und hab geweint (das hab ich schon ewig nicht mehr) Außerdem war ja Halloween und ich fands scheiße an dem Tag alleine zu sein. Am Sonntag sollte ich dann zu einem Familienessen. Mir ging es da garnicht gut, bin aber trotzdem hin gefahren. Dort gings mir dann allerdings so schlecht und ich sah sehr krank aus, dass ich wieder heim bin. Zuhause war die Übelkeit dann weg und ich war wieder nur total traurig.
Montag war ok. Dienstag musste ich mein Auto zum Tüv bringen, was zwar eine überwindung war, aber gut gelaufen ist. Mittwoch war ich dann shcon angespannter, abends hab ich dann erfahren, dass mein Auto nicht durch den Tüv kommt und es sich nicht lohnt es zu reparieren. Also musste ich Donnerstag mit meiner Mutter (die meine Emo für Einbildung hällt) zum Autohändler um nach gebrauchten Wagen zu schaun. Der Termin war hart, aber es ging einigermaßen. Am selben Tag sollten wir Abends nochmal zum Probefahren kommen, was super hart war, da mir furchtbar übel war. Der Verkäufer hatte dann keinen Vertrag dabei, also noch einen Termin für Freitag früh. Da hatte dann der Verkäufer nur einen Privatvertrag dabei (keinen gewerblichen). Also wieder verschoben auf Sa (diesmal ohne mich bei den Eltern). Der Verkäufer ist nicht aufgetaucht. Heute ware ich wieder mit meinen Eltern ein Auto suchen.
Achja ich hatte die Woche keine Therapie, falls das ne Rolle spielt.
Hab auch den Bekannten heute Nacht (um halb 3) noch getroffen, was ganz schön war, da wir eh im selben Ort wohnen und wir haben uns für Mittwoch verabredet (tagsüber xD) Das war auch das einzig positive die Woche.

Mein Problem, das mir so Sorgen macht ist, dass ich kaum mehr essen kann momentan. Jeder Bissen ist eine Überwindung, obwohl ich Hunger habe und der Magen knurrt. Allein der Gedanke zu essen löst bei mir Übelkeit aus. Ich hatte seit Jahren nichtmehr das Problem nichts essen zu können und es macht mir Angst, dass ich jetzt wieder zurückfalle und irgendwann unfähig bin meine Alltag zu führen (also noch weniger als bisher).

Ich hoffe ihr könnt mir ein bisschen Mut machen, denn ich bin wirklich am verzweifeln.
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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon Paulinchen » 10.11.2015, 11:20

Hallo Megan!
Ich kenne das auch gut, wenn es mir bei Freunden oder Familie so schlecht ging, dass ich wieder Heim gefahren bin und dann die Übelkeit wieder fort war, sobald ich zu Hause war. Vor allem kenne ich das noch aus meiner Schulzeit. Ich habe mich dann auch jedes Mal sehr deprimiert gefühlt und hatte sogar Schuldgefühle, dass ich eher gegangen bin und es mal wieder "falscher Alarm" war. Diese negativen Gefühle bringen dich aber nicht weiter. Du könntest andersherum auch stolz sein, dass du überhaupt gefahren bist, obwohl es dir schlecht ging. Ich würde diesem Rückfall jetzt nicht all zu viel Beachtung schenken! Es kann passieren und mir passiert es vll pro Jahr auch ein Mal, dass ich meiner Angst doch nachgebe und hinterher von mir enttäuscht bin. Ich versuche das dann gedanklich möglichst schnell abzuhaken und nicht auch noch das deprimierende Gefühl aufkommen zu lassen.
Auch bezüglich der Termine, einen neuen Gebrauchtwagen zu finden: Du hast es geschafft :) Du hast die Termine eingehalten, obwohl es dir nicht gut ging. Vll machst du dir zu viel Druck oder erwartest zu viel von dir selbst? Rückfälle kann es immer geben und mir hilft es, das zu akzeptieren und zu versuchen, möglichst souverän damit umzugehen und ich finde, dass du das tust :)
Das mit dem Essen ist nochmal eine andere Sache. Das finde ich selber auch sehr schwierig, wenn ich in so einer Phase bin, dass mir schon beim Gedanken an Essen übel wird. Aber versuch trotzdem auf deinen Körper zu hören und halte dir vor Augen, dass er Nahrung braucht und sich ja sogar durch Knurren meldet ;) Versuch dir immer wieder klar zu machen, dass die Übelkeit nicht wirklich von deinem Körper ausgeht. Ich weiß selber, wie schwer das ist, aber auch das kann man wieder in den Griff bekommen :)
Lass von dir hören, wie es dir in den nächsten Tagen so ergeht :)

mila.cuore
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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon mila.cuore » 11.11.2015, 11:16

Feldweg hat geschrieben:Liebe Mila.C.

Und genau das ist es - die TRAUER darüber, " dass es WIEDER schlechter geht" - oder im Umkehrschluss: " immer noch nicht stabil - langfristig besser " :ja:
TRAUER als Reaktion darauf ist durchaus VESTÄNDLICH. :wink: - allerdings völlig destruktiv.
Das Innere ( so MEINE persönlich Erfahrung ) " testet", wie GUT wir bei uns bleiben. Trauer und ggf " Anklage" für persönlich empfundene Rückschläge ( " ..... WIESO kommen die doofen Symptome jetzt schonwieder ...... " ) behindert den Prozess. DENN, Du verfängst Dich in alten, wohlbekannten Sorgen; Gefühlen. UND : unsere Gedanken und Bewertungen einer Situation oder Begebenheit sind die Vorreiter der sich einstellenden Gefühle.
Noch mal: ich will nicht " klugscheißen " - sorry :oops: - aber ich kann Dich so gut nachvollziehen UND ich habe bereits ERFAHREN, wie es anders geht - was sozusagen den UNTERSCHIED macht ( ja - ich habe JAHRE dafür gebraucht, aber: es FUNKTIONIERT - und bedeutet innere Arbeit, ganz konsequent )

Stellen wir uns also vor, es ist Dein " kleines, inneres Kind", welches Bauchweh hat ( Vorausgesetzt, es geht NICHT um eine organische Erkrankung ).
Übertragen wir das ins Hier und Jetzt, in den Alltag, ok?
Das Kind hat also Bauchweh und es geht ihm schlecht. Es fürchtet sich obendrein, weil es den Zustand nicht rational - und schon gar nicht emotional zuordnen kann. Es weint, steht kurz vor der Panik. :shock:

WAS würde eine Mutter, ein Vater, die Oma oder Opa ( ..... ) DANN tun?
Sie ( Erwachsenen ) würden BERUHIGEN, sich in jedem Fall LIEBEVOLL dem Kind zuwenden, sie würden schauen, was es braucht, das Kind. Vielleicht muss es nur zur Toilette, vielleicht hat es sogar Hunger, vielleicht ist es totmüde und kann sich nur nicht allein " runterfahren" , Vielleicht braucht es einen Tee, oder will einfach nur in den Arm genommen werden .....

Auf gar keinen Fall !!!!! braucht es Verzweiflung und Panik seitens der Erwachsenen - denn das würde seinen kindlichen Angstzustand VERSTÄRKEN.

Also: es ist OK !!!!!!, dass Du traurig bist - lass Dich traurig sein :ja:
U N D !!!!! - nimm Dich an - MIT der Traurigkeit. Pflege Dich, rede Dir gut zu, lobe Dich dafür, dass Du bereits SPÜREN kannst, was da an Chaos in Dir vorgeht ( viele schaffen das ihr Leben lang nicht - ich meine nicht nur Phobiker )

Annehmen - immer wieder!. Das Kleine IN Dir wird so allmählich Vertrauen fassen und die wunderbare Erfahrung machen, DASS DU DABEI BLEIBST - als Erwachsene. Lässt Du Dich in das negativ besetzte Gefühl rutschen - " verlässt Du das Kind " - im übertragenen Sinne. Und genau DAS ist bei Rückfällen der Test :wink: - UND die Chance, es eben DIESMAL anders zu machen.

Verzeih Dir Rückschläge, verzeih Dir, wenn " es diesmal noch nict geklappt hat" - und glaub mir, die NÄCHSTE Gelegenheit kommt bestimmt.

Ich habe diese Rückfälle auch :ja: Manchmal viele, manchmal über Monate gar nicht. Es ist wie es ist. Nach meinem letzten war ich über ein ganzes Jahr " symptomfrei" - hey!!!!!! - gemessen daran, dass ich über Jahrzehnte!! den Zustand der Symptomfreiheit überhaupt nicht kannte - gemessen daran ist das ein Gottesgeschenk. Und klar - es war MEIN Job - aber jedesmal, wenn ich mich FÜR MICH - und gegen die " Anklage gegen mich selbst" entschieden habe, rückte mein Inneres ein bisschen nach - und " schenkte " mir wieder eine symptomfreie Etappe.

Ich drück Dir die Daumen - und bitte hab GEDULD


Dem ist nichts mehr hinzuzufügen! DANKE!!!

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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon Megan.Morgue » 11.11.2015, 16:05

Danke Paulinchen für deine Antwort.
Ich bin eher nicht die, die mir so viel Druck macht. Das geht alles von meiner Mutter aus, was die Beziehung zu ihr schon echt verschlimmert hat und ich inzwischen schon allein dann Panik bekomme, wenn ich mit ihr was machen muss.
Wenigstens hab ich inzwischen ein Auto und hab den ganzen Stress hinter mir. Allerdings hatte ich Mo und Di noch einige Panikattacken bei denen ich von meiner Mutter zur Sau gemacht wurde und ich wieder kaum essen konnte. Habe auch mit meiner Therapeutin heute darüber gesprochen und diese meinte, dass meine Emetophobie wohl durch den Stress mit meiner Mutter ausgelöst/verschlimmert wurde.
Das mit dem Essen klappt schon etwas besser heute, wo der Stress vorbei ist, aber ich fühl mich einfach total schlapp. Ich merke das war doch zu viel "Action" die letzte Woche. Sorry wenn das alles auch ein wenig wirr klingt, ich bin nur so verdammt erschöpft und müde.

Allerdings bin ich jetzt doch schon stolz, dass ich das alles "geschafft" hab, auch wenns verdammt hart war.
"There is nothing either good or bad, but thinking makes it so". - (Hamlet, Act II, Scene II)

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Re: Je besser es mir geht, desto tiefer falle ich

Beitragvon Paulinchen » 12.11.2015, 14:49

Ne, das klingt gar nicht wirr, finde ich!
Ich kann das teilweise nachvollziehen, denn in meiner Jugend ging es mir ähnlich mit meinen Eltern. Ich musst als Kind und jugendliche immer überall mit hin, auch wenn ich sagte, dass es mir nicht gut geht. Leider ist es dann auch passiert, dass ich mal in solchen Situationen erbrechen musste. Von daher kenne ich den Druck von Seiten der Familie, Gott sei Dank hat sich das gelegt seit meinem 16ten Lebensjahr etwa und meine Mutter hat volles Verständnis für die Emo und unterstützt mich unglaublich gut. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Stress mit deiner Mum das alles verstärkt hat. Aber wieso macht sie dich denn zur Sau, wenn du eine Panikattacke hast? Das ist schon extrem unsensibel (und das ist noch nett ausgedrückt).
Dein Körper stand ja die letzten Tage wirklich massiv unter Stress, kein Wunder, dass du jetzt müde und kaputt bist. Schön, dass es mit dem Essen wieder etwas besser geht! Du kannst wirklich stolz auf dich sein, dass du das alles geschafft hast! :ja:


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