Wege ( und Konsequenzen ) aus der Co - Abhängigkeit evtl. Tr

Du hast eine Krise gemeistert oder Dir geht es im Allgemeinen deutlich besser, als noch vor einiger Zeit? Hier ist der Platz um deine Erfahrungen und deinen Weg anderen mitzuteilen...

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Feldweg
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Wege ( und Konsequenzen ) aus der Co - Abhängigkeit evtl. Tr

Beitragvon Feldweg » 17.07.2015, 00:19

Hallo zusammen,

Ich habe mich zu einem schweren Schritt entschieden - und ihn auch bereits hinter mich gebracht.
Seit einigen Jahren unterhielt ich eine sehr enge Beziehung ( Freundschaft ) zu einem Menschen, der viele meiner Interessen teilt ( Musik, Musik - machen, Tiere, Natur ) Es war von beginn an eine besondere Begegnung. Auch , weil er suchtkrank ist ( Bulimie )

Wir haben das sehr offen kommuniziert und ich sah ihn nie als Kranken oder Bedürftigen. Er wiederum wusste von meiner Phobie - die ja kroteskerweise genau das Thema anspricht, welches er in umgekehrter Form zelebriert. ( wird das so geschrieben ? )
Wir kannten unsere Grenzen und ich fühlte mich lange Zeit nicht "belästigt" - auch nicht durch seine sehr offenen Beschreibungen seiner Fress - und Kotzattacken. Er hat 4 vollstationäre und viele ambulante Therapien hinter sich. Im Nachgang befand er aber jede dieser Maßnahmen für unzureichend und " nicht für ihn passend ". Mit den Jahren habe ich bemerkt, dass die Abgrenzung meinerseits nicht mehr so ohne weiteres funktioniert. Ich begann, um sein Leben zu fürchten, ihn als Freund zu verlieren. Weiterhin bemerkte ich die hässliche Fratze der Sucht und enttarnte ihn als echten " Spieler". Ich geriet über die Zeit in echte Sorge und auch Wut, da ich ihn bald als manipulierend und übergriffig empfand. Es gab immer ! einen Grund, in der Sucht zu bleiben, immer eine Erklärung, warum gerade ein schlechter Zeitpunkt sei, aufzuhören. Schuld an den Fressorgien ( .... ) waren immer " die anderen", traumatische Erlebnisse etc. Sein appellierendes Verhalten begann mich so zu nerven, dass ich das freundlich und klar formulierte. Ich bin wirklich sensibel gewesen in der Art der Kommunikation!, hatte ihn gebeten, MICH rauszulassen - aus seinen Suizidphantasien etc. Ich habe ihm gesagt, dass ich DA BIN FÜR IHN - aber nicht bereit bin, MIT - ZU - LEIDEN. Es kam zur Eskalation. Ich hörte mir an, dass ich " seine Freundschaft nicht wert sei" - da ich kein Verständnis für ihn aufbringe .... dass ich zu scharf mit ihm sprechen würde ... und ja gar nicht wisse, was er durchmachen würde ....... u.s.w.. ok, ich habe ihm ganz deutlich gesagt: " wenn Du verrecken willst, ist das DEINE Entscheidung und hat mit MIR nichts zu tun" das war hart. ich weiß. aber ich sagte dies nur, weil ich seinen werdegang eben kannte - und eben wusste, dass er seit Jahrzehnten lamentiert - aber keine Hilfe, bei der ER die Verantwortung übernehmen muss - annimmt. Dann wir das Gegenüber zum Übeltäter degradiert . Ich stieg aus, freundlich. Aber bestimmt. seitdem verunglimpft er mich im gemeinsamen Bekanntenkreis und findet NATÜRLICH viele Leute, die ihm nach dem Mund reden, ihn bedauern. Ich wurde beleidigt von ihm und beschimpft. Es reicht. Der Einzige der Einfluss auf sein Leben hat, ist ER SELBST. Ich habe mich getrennt. ich konnte nicht mehr :cry:
und ich vermisse ihn als Menschen dennoch. Er sagte, ich sei schuld, dass er jetzt in der " schlimmsten Krise seines Lebens sitzt" - weil ich mich abgegrenzt habe :|

Danke fürs Lesen, ich bin gerade wirklich etwas verzweifelt :(

Ich habe "meine" EMO seit ca 1,5 Jahren gut im Griff - im Sinne von: ich liefere mich der Angst längst nicht mehr einfach so aus. Ich will das nicht gefärden, denn es geht hier auch um MEIN Leben :roll:

Bin ich zu krass? ich meine wie seht Ihr das ?

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Re: Wege ( und Konsequenzen ) aus der Co - Abhängigkeit evtl

Beitragvon Parasomnia » 17.07.2015, 10:25

Hallo liebe Feldweg,

eine kurze, weil eindeutige Antwort von mir: Nein, das war nicht zu krass, sondern vollkommen richtig. Auch wenn es weh tut, ihn aufzugeben.
Es kommt dazu - trotz alledem -, dass sich die Furcht in Widerstand verwandeln wird - trotz alledem.
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Re: Wege ( und Konsequenzen ) aus der Co - Abhängigkeit evtl

Beitragvon Ohlone » 17.07.2015, 12:51

Für mich entsteht leider der Eindruck, dass seine Störung - nicht nur die Bulimie, für mich klingt das sehr nach einer Persönlichkeitsstörung, die "Freundschaft" von Anfang an überschattet hat. Es ist doch ein klares Muster von Idealisierung und nun Abwertung dabei?! Auf den Gedanken komme ich, weil ich selbst mehrfach die Erfahrung gemacht hab, eine solche Dynamik magisch anzuziehen, was typisch ist für Menschen mit co-abhängigem Muster. Mir ist klar, woher die Sensibilität kommt, sie aber konstruktiv zu nutzen und mich nicht mehr in Beziehungsfallen zu begeben, das ist unsere Aufgabe! Und wenn Grenzen überschritten (oder besser niedergetrampelt) werden, hilft es nur, die Grenzen bewusst wieder zu setzen. Wenn die Person das nicht anders zulässt, geht es nicht ohne Kontaktabbruch! Also aus meiner Sicht absolut gerechtfertigt.

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Re: Wege ( und Konsequenzen ) aus der Co - Abhängigkeit evtl

Beitragvon Feldweg » 17.07.2015, 21:20

tja, lieben Dank für die Antworten. Fakt ist, auch ich hatte seit längerem die unheilvolle Vermutung, dass " irgendetwas mit ihm nicht stimmt" - über die Essstörung hinaus.

Inzwischen betreibt er regelrechte Hetze gegen mich - und es haben sich bereits ehem. gemeinsame Bekannte von mir zurückgezogen und auch beleidigend reagiert. " Wie kannst Du ihm das antun, es geht ihm doch schon schlecht genug "

Ich fühle mich " bedingt" schuldig. Ich kann es nicht genau erklären. Sein Verhalten wird durch " seine Freunde" gestützt und durch das ihm entgegengebrachte Mitleid hat er die perfekte Plattform, um einfach genauso weiter zu machen :cry:

Ich habe ihn verloren. das ist mir klar.
nun - vielleicht " war er nie wirklich an meiner Seite. Zumindest nur solange, bis ich STOP sagte.

Ich spüre Traurigkeit und Bedauern. Außerdem eine wahnsinige Wut. es kommen "gewalttätige" Gedanken gegen ihn gerichtet.

Loslasen - was anderes bleibt mir gerade nicht oder?

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Re: Wege ( und Konsequenzen ) aus der Co - Abhängigkeit evtl

Beitragvon Feldweg » 20.07.2015, 22:54

kleines Update:

Nach schlaflosen Nächten und hin - und her - Gegrübel bin ich jetzt an dem Punkt, " ihn" in Liebe loszulassen. Ich habe Kontaktdaten und Telefonnummern gelöscht - auch aus dem gemeinsamen Freundeskreis ) da ich inzwischen regelrecht angemacht wurde, " wie ich dem ARMEN das antun kann ....."

Schluss damit. Für mich ist die Tür nicht für immer zu - aber für den Moment definitiv. Und ich stehe dazu :ja:

Denn ICH weiß, dass ich weder " herzlos" noch " unfreundlich" bin. Genug ist genug.

Danke für Eure Feed - Backs

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Re: Wege ( und Konsequenzen ) aus der Co - Abhängigkeit evtl

Beitragvon Parasomnia » 21.07.2015, 09:05

Super, dass du diese Entscheidung getroffen und dann auch durchgezogen hast! Es ist die richtige.
Es kommt dazu - trotz alledem -, dass sich die Furcht in Widerstand verwandeln wird - trotz alledem.
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Re: Wege ( und Konsequenzen ) aus der Co - Abhängigkeit evtl

Beitragvon Feldweg » 23.07.2015, 01:15

So.
Angst.
und ich versuche mich irgendwie zu "erden". Ich bemerke, wie sehr enttäuscht ich tatsächlich bin. seit ein paar Tagen ist ER der erste Gedanke beim morgendlichen Erwachen. Das gefällt mir ganz und gar nicht - zeigt es doch, wie sehr ich in der Beziehungs - und damit Krankengeschichte verwickelt bin.

Bin ich sooooo " brutal", " böse" ? Ich verliere zur Zeit ein wenig den Blick für die Realität - sprich mir wird klar, wie sehr ich schon in SEINEN Suchtprozess integriert bin. Schluss mit dem Scheiß :shock:
Immerhin fällt es mir auf :oops:
Um nicht immer "ER" zu schreiben, nenne ich ihn " R." okay? Seit 2011 - seit wir uns begegnet sind - liebte ich ihn ( mit Romantik oder Sexualität hat das nie etwas zu tun gehabt und mein Partner, mit dem ich seit fast 7 Jahren zusammen bin mochte ihn auch, stand der Verbindung zwischen R. und mir sehr entspannt gegenüber.
Mir wird immer klarer, dass die ersten leisen Wutgefühle - und vor allem Distanzwünsche schon vor Jahren anklopften. Wir unterhieltemn einen sehr regen und intensiven Telefonkontakt - sahen uns regelmäßig - wenn auch nicht oft aufgrund der Entfernung - es waren so 4 - 6 mal im Jahr - immer für ein paar Tage. Die leise Wut verspürte ich erstmals, als ich den Eindruck gewann, dass er sich " tatsächlich umbringen könnte " durch die Fress - und K...attacken" - Wut, weil ich das Gefühl bekam, er SYMPATHISIERT mit den häufigen Attacken - legt anschließend die " Hände in den Schoß" und jammert. JAMMERT darüber, dass er sich unabdingbar GEZWUNGEN sieht, beinahe jede Nacht zu k.... Zunächst reagierte ich, wie die meisten in seinem Umfeld es bis heute tun - mit MITGEFÜHL und " Tipps". HEUTE weiß ich, dass er nie vorhatte, wirklich etwas zu ändern - zumindest nicht in seiner HALTUNG. Oh Gott, verzeiht mir das - aber ich bin sooooo WÜTEND.
Mit der Zeit ging mir das Gejaule auf die Nerven. Ich bemerkte die ersten Unstimigkeiten in unserer Kommunikation. Ich formulierte, dass eine Grenze bei mir erreicht ist - und ich ERWARTE, dass er MICH raus lässt aus den Suizid - und Untergangsphantasien. Ich WAR in meinem Leben schon ganz ganz unten :? - und ich habe irgendwann begriffen, dass meine LETZTE Chance ist, MICH bei der Hand zu nehmen und verdammt nochmal VERANTWORTUNG zu übernehmen - sprich: mich ZU ENTSCHEIDEN :ja:
die essentielle Frage war: " WILL ICH DAS LEBEN - ODER WILL ICH DEN TOD - DAS " ENDE"
Und JA :shock: ich wollte das LEBEN - immer ! - auch wenn es Jahre gab ( ganz schlimm zwischen 1999 - 2004, die unter anderem HOCHphase der Emo ), in denen ich wirklich ganz knapp einem Unglück von der Schippe gesprungen bin. ABER ICH BIN GESPRUNGEN - nicht, weil ich " so unglaublich toll und mutig" bin oder war - nein! weil es UNRECHT gewesen wäre, FEIGE und ganz und gar nicht FAIR ( weder mir selbst gegenüber - und schon gar nicht jenen Menschen gegenüber, die ich liebe und denen ich was bedeute ) Und ich begann zu LEBEN - ganz ganz vorsichtig, mit fürchterlichen " Schmerzen", Wut und Verzweiflung - vor allem mit einer SCHEIß - Angst :oops: - aber eins war mir immer klar: ES STEHT MIR NICHT ZU, andere, Menschen, die mich lieben MIT - ZU - VERLETZEN - nur, weil ich nicht bereit bin, mich zu ENTSCHEIDEN und den Kopf zu heben - raus aus dem Dreck.

R . tut aus meiner Sicht aber genau das :cry: - ich " liebe ihn so " - und er hat sich " ein Ei drauf gebraten" - versteht Ihr was ich meine.
Vorwurfsvoll kamen Bemerkungen, wie: " es kann ja nicht jeder so stark sein", "manche Menschen sind nun mal sensibler, als du" ( was bitte hat DAS mit Sensibilität zu tun ) " ich versuchs ja - aber es geht nicht" ..........Gejammer eben.
Und ich hatte Angst, dass er stirbt :|

Ich positionierte mich- deutlichst! UND ich blieb sehr fair in der Kommunikationsform, achtete auf die Wahl meiner Worte und Formulierungen. Ein " schuss in den Ofen"

" Ich werde, kann und will dir nicht mehr zusehen bei Deinen Eskapaden - und ich bin nicht mehr bereit, mir Horrorszenarien anzuhören" sagte ich. und ich sage: " Du hast es in der Hand - NUR Du"

Das veranlasste ihn, mich zu beschimpfen und im Freundeskreis zu verunglimpfen. Ich bin traurig. so traurig. Ich halte die Füße still - und werde mich NICHT wieder ins Spiel bringen. Auf seine letzten bösen Worte habe ich NICHT reagiert. Er forderte Dinge unverzüglich ( und unverschämt ) ein, die noch bei mir waren - auch Dinge, die er mir mal GESCHENKT hatte - mit dem Nachsatz, ich könnte es behalten, wenn ich ihm dafür Betrag X - überweise :cry:

Ich habe am selben Tag als der Brief eintraf, ein Paket fertiggemacht - und zu ihm geschickt. OHNE irgendeine Wortmeldung dabei. Mein Gefühl sagte mir, dass jeder Versuch, mit ihm zu " sprechen" nur neuen Zündstoff für ihn gibt und er mich weiter beschimpfen wird.

FÜRS LEBEN sei er zu schwach, zu traumatisiert ... was auch immer - aber für Beleidigungen, ein aufgeblasenes Ego - dafür reichts :twisted:

F..... !!! ist das der Charakter einer Suchterkrankung ? Permanent apellierendes Verhalten an die Umwelt - und wenn Klartext gesprochen wird - dann werden die Feuerwaffen ausgepackt ?



Danke, dass ich das nochmal schreiben durfte - und danke fürs Lesen

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Re: Wege ( und Konsequenzen ) aus der Co - Abhängigkeit evtl

Beitragvon Nougat » 23.07.2015, 15:05

Hi,

ganz ehrlich: So schwers Dir fällt, hör auf dich weiter da hinein zu steigern. Das tut Dir nicht gut. Du bist entäuscht, Du bist traurig, du bist wütend, all das ist Dein gutes Recht, aber damit änderst Du die Situation nicht. Für Ihn nicht und erst recht nicht für Dich.
Du kannst ihm nicht helfen, das kann er nur selber. Ich habe in diversen Ausbildungen immer wieder gelernt, Leute die viel über Suizid sprechen und ihn immer wieder androhen, sind nicht in der Lage dazu, es sind Schreie um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Hört sich jetzt sehr hart an, aber ich würd da jetzt ganz kurzen Prozeß machen, ich würde ihm alles schicken, was Du von ihm hast auch Geschenke, pack den Krempel ein und schicks ihm.
Ich würde alle Nummern von ihm und euren gemeinsamen Freunden löschen und blocken und den Kontakt völlig einfrieren und lass ihn machen. Wenn er sich umbringen will, dann macht er es so oder so.
Konzentrier Dich auf Dein Leben und nicht mehr auf seins. Es kann doch nicht sein, das Deine ersten und letzten Gedanken ihm gelten.
Habt ihr nicht nen Kinderwunsch? Da würd ich doch lieber da meine ganze Engerie reinlenken, als an so einen -entschuldige- Idioten verschwenden.

Schmeiß ihn aus Deinem Kopf und aus Deinem Leben, manchmal müssen Türen geschlossen werden, damit sich neue öffen.
LG
Nougat

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Re: Wege ( und Konsequenzen ) aus der Co - Abhängigkeit evtl

Beitragvon Ohlone » 23.07.2015, 16:34

Ich finde, dass solche Situationen wie du sie gerade durchmachst sehr wertvoll sein können, wenn man es zulassen kann, dem Ganzen langfristig noch was abzugewinnen. Es ist doch der perfekte Spiegel! Als ich vor einigen Jahren eine für mich damals furchtbare Kränkung mit einem Mädel erlebt hab, hat es einige Zeit gedauert, bis ich es zulassen konnte, die Schuld nicht mehr bei mir selbst zu suchen. Die Wut darüber, wie sie sich einfach entzogen hat, half dann dabei, einen Abschluss zu finden. Im Rückblick muss ich sagen, dass mir die damalige Erfahrung einiges gezeigt hat, was ich erst Jahre später sehen konnte, nämlich dass ich mich fast aufdränge, an Menschen zu geraten, die aufgrund ihrer Defizite alle unerwünschten Gefühle auf andere projizieren und ich unbewusst quasi HIER! schreie, wenn es darum geht, den Mist abzubekommen. Je mehr ein Mensch in seiner emotionalen Entwicklung behindert ist, um so mehr ist das Bedürfnis für diese Auslagerung da. Kommt dann jemand daher, der sich als Projektionsfläche anbietet, ist die Verbindung perfekt! Die Kränkung hinter sich zu lassen und als lehrreiche Erfahrung für sich zu verbuchen, öffnet die Tür, die für emotionale Bedürfnisse sehr sensiblen Antennen künftig bewusst und auf gesunde Art zu nutzen. Denn daraus spricht eben auch die Fähigkeit, Bedürfnisse anderer zu erkennen, was in einem ausgeglichenen Verhältnis der Schlüssel für eine gesunde Beziehung ist. Vielleicht bist du dieser Erfahrung in ein paar Jahren dankbar!

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Re: Wege ( und Konsequenzen ) aus der Co - Abhängigkeit evtl

Beitragvon Feldweg » 24.07.2015, 03:12

Danke für die Rückmeldungen.

mehr kann ich dazu gerade nicht sagen. nur soviel: dass die jetzige Situation " wertvoll" sein könnte, da gehe ich mit. :ja: langfristig zumindest. Im Moment sit es einfach " bäääh"

LG

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Re: Wege ( und Konsequenzen ) aus der Co - Abhängigkeit evtl

Beitragvon Feldweg » 10.08.2015, 01:27

kleines Update:

ich bin bei meiner Entscheidung geblieben - und stehe dazu. :ja:

Es geht mir besser

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Re: Wege ( und Konsequenzen ) aus der Co - Abhängigkeit evtl

Beitragvon Sase » 15.08.2015, 04:04

Wow ganz schwere und tolle Entscheidung - Respekt!
Ich muss Ohlone beipflichten, irgendwie hatte ich da gleich ganz andere Assoziationen, was die Geschichte so schwierig macht. Und evtl. ist auch das der Grund, warum es dir nochmal schwerer fällt, denn das andere, kann man nicht - wie die Bulimie - greifen, sondern fühlt es oft nur (Persönlichkeitsstörungen). Ich finde aber, dass du es so treffend und gut beschreibst und auf den Punkt bringst, dass es für einen Außenstehenden ziemlich klar wirkt!
Dein Bekannter ist ja ein wirklich gutes Beispiel für Sekundären Krankheitsgewinn - und du entziehst gerade den Närhboden. Klar, dass ihn das verärgert.

Ich weiß, wie hart das ist, weil ich selbst so jemand bin, der so Stimmungen schnell wahrnimmt, aber irgendwie zu spät reagiert und je länger sowas läuft, desto krasser wird es. Erinnert mich zum Beispiel sehr stark an eine Geschichte, die ich mit einer Freundin erlebt habe - eigentlich habe ich fast direkt gemerkt, da stimmt was nicht... hab trotzdem fast 2 Jahre gebraucht um es wirklich zu raffen. Ich hab mich dann zwar irgendwie auch gelöst, aber so deutlich, klar und gut wie du war das nicht. Und wenn die dann erstmal loslegen mit ihrer Hass- und Schuldgefühlmaschinerie ist das schon ne krasse Sache. Sei froh, dass du wieder dein Leben lebst und umsorgst und nicht seins! Und mach dir keine Schuldgefühle - er hat doch scheinbar genug Freunde, die um sein Leben bedacht sind ;-/
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!

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Re: Wege ( und Konsequenzen ) aus der Co - Abhängigkeit evtl

Beitragvon Feldweg » 17.08.2015, 23:36

Vielen Dank Sase :wink:

Leider ist es eben doch nicht so leicht, dabei zu bleiben. Hm, ich bin nach wie vor konsequent - nur in meinem Köpfchen gehts ab :(

Nun habe ich seit einigen Tagen immer wieder eine Nummer auf meinem Display - es ist nicht seine . aber aus seinem Kreis. die Vorwahl ist eindeutig. Und außer ihm und seinen Leuten kenne ich dort niemanden. Ich habe NICHT zurück gerufen. Allerdings bemerke ich, dass immerwieder nach kurzem Anklingeln aufgelegt wird.

Ich werde mich nicht verrückt machen lassen - allerdings ist die Sehnsucht nach ihm schon enorm - nach diesem Teil von ihm, der liebevoll und inspirierend ist- schließlich ist R. ja nicht " nur" krank bzw " ge - stört ".

Boahhh es ist echt ne harte Prüfung :x

und ich bleibe dabei. Solche Spielchen mit anklingeln und dann schnell auflegen - evtl als " Aufforderung " gemeint, mich DOCH zu melden - nein danke - OHNE MICH

Lg und danke für Eure Anteilnahme

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Re: Wege ( und Konsequenzen ) aus der Co - Abhängigkeit evtl

Beitragvon Feldweg » 07.09.2015, 14:21

Boahhhh

Und wieder denke ich an IHN :shock:
wieder stelle ich meine Art, damit umzugehen, in Frage - was ist nur los?

Ich glaube, ich " will einfach nicht BÖSE sein" - also, ich meine, vielleicht steht hinter meinem WANKEN eben doch noch der kindliche Wunsch, alles dafür zu tun, " dass er nicht schlecht von mir denkt "

Ich bleibe dennoch dabei . Und beobachte weiter

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Re: Wege ( und Konsequenzen ) aus der Co - Abhängigkeit evtl

Beitragvon Feldweg » 31.01.2016, 05:29

und ich bin dabei geblieben :ja:

UND es fühlt sich immer richtiger an!

Es hat nie wieder einen Kontakt gegeben - und das ist gut so. Doch in manchen Momenten kommt die Wut wieder - und die Traurigkeit.

Aber: ich bleibe dabei :!:


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