Kann ich Meine Phobie ohne Theraphie in den griff kriegen?

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chanel
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Kann ich Meine Phobie ohne Theraphie in den griff kriegen?

Beitragvon chanel » 15.06.2015, 17:27

Ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll. Ich habe meine Phobie bereits seit ich auf der Welt bin. Sie war mal mehr schlimm, und mal weniger. Doch es hat mir im Leben schon so viel kaputt gemacht. Ich habe schon so viele Theraphien und Methoden durch, auch Hypnose, Emdr usw, doch es hat NICHTS geholfen. Ich habe auch mittlerweile keine Lust mehr. Ich denke, wenn es wirklich so schlimm ist wie bei mir und ich es schon ewig habe, dann wird es entweder nie weg gehen oder ich muss selbst sehen, wie ich es in den Griff bekomme. aber wie? habt ihr noch irgendwelche Ideen, was ich selbst machen kann, um diese blöde Phobie zu bekämpfen.. Ich fange bald eine Ausbildung an, davor habe ich auch schon Angst, denn ich befürchte das ich sie abbrechen werde, sobald es zu viel für mich wird, es wäre nicht das erste mal. Die Ursache für meine Phobie ist mir eigentlich bekannt. Ich denke, es liegt an meiner Lebenssituation zu Hause. Bereits als kleines Kind habe ich immer geweint (meine Eltern sind getrennt lebend), als mein Vater mich wieder zu meiner Mutter gebracht hat.. jedes mal habe ich geheult. Das lag an ihrem Kontrollwarn, ihre hektische, hysterische und gleichzeitig Ängstliche Art. Sie ist immer gestresst, hat keine Freunde mehr weil sie "keine zeit hat" (bzw sich keine nimmt, wie auch immer..) und hört einem nie zu.. das ist aber nicht nur bei mir so, sondern generell. Meiner Meinung nach ist sie die jenige, die dringend eine Theraphie braucht. Jedenfalls denke ich, das all diese Eigenschaften meiner Mutter Ursache für meine Phobie sind.. Meine Mutter ist kein schlechter Mensch und auch nicht unbedingt eine schlechte Mutter, sie hat ein gutes Herz und macht auch einiges für mich, aber ich fühle mich zu Hause nicht wohl. Immer, wenn sie da ist, bin ich schlecht drauf. Ich möchte unbedingt ausziehen, aber mit meinem zukünftigen Azubi Gehalt von 700 Euro werde ich mir das nicht leisten können. Aber ich habe das Gefühl, jeden Tag, den ich zu Hause verbringe, ist es schlimmer.. Man hört bei uns zu Hause auch alles durch, da wir sehr dünne Wände und eine ziemlich kleine und enge Wohnung haben. ich höre, wenn sie auf die toilette geht, was sie genau dort macht, auch, wenn sie sich übergeben solte (daher kann ich nachts auch erst wieder einschlafen nachdem sie aus dem bad gegangen ist), ich höre jedes wort, was sie redet, wenn sie telefoniert und ich höre einfach alles. man hat auch einfach keine Privatsphäre zu Hause..ich denke, sobald ich zu Hause ausziehen würde, wird es mir nach und nach besser gehen. nicht unbedingt, weil ich vor dem problem weg renne, sondern weil ich die hoffnung habe, das uns ein kleines bisschen mehr abstand gut tut und ich selbstständig und frei sein kann und endlich privatsphäre habe und nicht ständig dieser unerträgliche art von ihr ertragen muss . doch das ist im moment leider nicht möglich. ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.. ich möchte endlich wieder glücklich sein. Zudem kommt bei mir noch ein Abhängigkeitsgefühl von meinem Freund und Angst vor allen schlimmen Krankheiten (beispielsweise krebs). da rede ich mir auch immer alles mögliche ein. ich kann langsam nicht mehr. habe vor 2 jahren bereits meinen berufstraum hingeschmissen aufgrund meiner phobie, weil ich 2 stunden täglich zug fahren musste. nachdem ein 2. mal jmnd darein gekotzt hat, habe ich alles aufgegeben, ich konnte nicht mehr.

Kann mir irgendjemand helfen? irgendwelche ideen was man noch selbst machen könnte? sorry für den langen text, ich musste es mal loswerden.. eine Klinik kommt für mich nicht in frage. Das möchte ich nicht und da halte ich auch nicht viel von, vielleicht würde es mir für eine gewisse Zeit besser gehen solange ich da bin, aber sobald ich daheim bin wird alles beim alten sein. und da ich wegen Meiner ausbildung nun garnichgt mehr die möglichkeit habe, wochenlang in eine klinik zu gehen, hat sich das sowieso erledigt..

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Parasomnia
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Re: Kann ich Meine Phobie ohne Theraphie in den griff kriege

Beitragvon Parasomnia » 07.07.2015, 22:30

Hallo chanel,

dein Beitrag ist ja nun schon etwas älter, vielleicht liest du meine Antwort trotzdem noch. Es gibt durchaus Möglichkeiten, auch mit einem schnöden Ausbildungsgehalt eine eigene Wohnung zu beziehen. Man kann Berufsausbildungsbeihilfe und/oder Wohngeld beantragen, möglicherweise können auch deine Eltern dich unterstützen. Das wäre eben die Frage: ob sie das tun würden. Weiß deine Mutter von deiner Phobie? Und wenn ja, wie geht sie damit um? Emotophobie hat als Angst sehr viel mit der Angst vor dem Kontrollverlust zu tun. Wenn deine Mutter ein sehr kontrollierter und überängstlicher Mensch ist, bist du damit aufgewachsen. Dafür spricht ja auch dein Hang dazu, dir schlimme Krankheiten einzureden oder dich wenigstens vor ihnen zu fürchten. Was für Therapien hast du denn schon gemacht? Mal von Hypnose und EMDR abgesehen - wie wurde da die Phobie behandelt, mit welchen therapeutischen Mitteln wurde sie bekämpft?

Alles Gute!
Es kommt dazu - trotz alledem -, dass sich die Furcht in Widerstand verwandeln wird - trotz alledem.
(Hannes Wader)

Let me forget about today until tomorrow.
(Bob Dylan)


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