Plumquatsch

Du hast eine Krise gemeistert oder Dir geht es im Allgemeinen deutlich besser, als noch vor einiger Zeit? Hier ist der Platz um deine Erfahrungen und deinen Weg anderen mitzuteilen...

Moderatoren: Anna85, *

Helena
Beiträge: 20
Registriert: 08.01.2014, 19:50

Plumquatsch

Beitragvon Helena » 16.09.2014, 15:35

Hallo zusammen,

schon öfter bin ich hier beim Stöbern auf das Plumquatsch-Spiel gestoßen. Mehrere der damaligen Threadschreiber sind aber mittlerweile nicht mehr im Forum, weshalb es leider viele der alten Beiträge darüber nicht mehr gibt und ich daher auch keine genaueren Beschreibungen zu Plumquatsch finden konnte.

Vielleicht erinnert sich ja der ein oder andere daran, und vielleicht entsteht auch ein ganz neues Spiel? :wink:

Benutzeravatar
Sase
Administrator
Administrator
Beiträge: 6347
Registriert: 22.05.2003, 02:19
Wohnort: Rhein-Main-Gebiet
Kontaktdaten:

Re: Plumquatsch

Beitragvon Sase » 16.09.2014, 20:42

"Plumquatsch" ist ein Fantasiebegriff, den Pippilotta (ehem. Mitglied) und Sun (heute Plumquatsch) für eine Art Spiel erfunden haben, das hier oft unter dem Begriff "Plumquatsch-Spiel" verwendet wird.
Im Grunde handelt es sich bei Plumquatsch um nichts anderes, als eine spielerisch, amüsante und viel Spaß akribisch durchgeführte Analyse :) on Logik und Funktion der eigenen Angst. Da die Angst bestimmten Mustern folgt, ist es auch möglich zusammen Ideen zu entwickeln (wie das Sun und Pippi zum Beispiel getan haben), man kann das aber auch alleine machen.
Die wichtigeste Voraussetzung ist, dass man einfach sehr Aufmerksam ist und selbstachtsam, sich, Situationen usw. gut beobachtet und Logiken erkennt. Im Grunde kann jeder seine eigenen Spielereien entwickeln und benennen. Für die selbe Sache gibt es 100 Namen und 100 Ansätze, so wie es auch 1000e Wege aus der Angst heraus gibt.

Das was die früheren Spieler von den heutigen Usern unterscheidet ist, dass heutzutage oft ein gewisser Wissensvorsprung herrscht über die Funktionsweise von Angst usw. damals haben wir viele Dinge als großes "Aha-Erlebnis" beobachtet, für dass dann irgendwann ein Fachbegriff oder ein Phänomen aufgetaucht ist, was genau DAS beschrieb, das wir herausgefunden hatten.

Ich kann Dir mal aus meinem Fundus zusammenkopieren, was ich für "Spiele" mit mir gespielt habe. Die wichtigste Voraussetzung ist irgenwie einfach nur eine fast schon Besessenheit, die eigene Angst zu verstehen und zu enttarnen. Wenn du die, gepaart mit ein bisschen Kreativität hast, wirst du bald eigene Ideen entwickeln können.
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!

Benutzeravatar
Sase
Administrator
Administrator
Beiträge: 6347
Registriert: 22.05.2003, 02:19
Wohnort: Rhein-Main-Gebiet
Kontaktdaten:

Re: Plumquatsch

Beitragvon Sase » 16.09.2014, 20:49

Das ist, wie ich vorgegangen bin:


1.) Jage deine Angst!
Mir fiel auf, dass mir immer in der Uni in der Vorlesung schlecht wird. Das probierte ich mir zu beweisen und es klappte. Dann begann ich immer mehr ganz gezielt Panikattacken herauszufordern. Also ich ging wo hin um mir zu beweisen, dass ich dort "Übelkeit" kriege.

2.) Ich kam irgendwann zu der Überzeugung, dass die Orte an denen ich die meiste Panik kriege, die Orte (Situationen, Gedanken) sind, die meinem wahren Ich am nächsten kommen. Ich wollte immer mehr Angst erzeugen, weil ich der Meinung war, das war der Schlüssel zu mir selbst. Das wurde allerdings immer schwerer ( - klassische Konditionierung, ich bekam durch die Dauerkonfrontation leider irgendwann keine Angst mehr!)

2a) Back Forward
Das habe ich schon öfter beschrieben hier: Es geht im Grunde darum ganz gezielt zu DEM Gedanken zurückzukehren, den man als letzten vor der "Angst" hatte. Das war für mich mit am aufschlussreichsten, aber auch am schwierigsten.

2b) Tagtraumanalyse
Ich habe mich sehr sehr intensiv mit meinen Tagträumen beschäftigt. Der Rolle, die ich darin habe, welche Phantasien das sind usw. Auch so habe ich viel über mich kennengelernt. Allerdings muss ich dazu sagen, dass das Tagträumen für mich eine Kompensationsstrategie war. ich hab mich einfach weggeblendet. Andere Rauchen vielleicht oder tun was anderes.

3.) Emotional Therapies
nannte ich eine Taktik, in der ich ganz gezielt Emotionen zuließ und auch versuchte, sie zu erzeugen. Ich bin ganz bewusst in Situationen gegangen, die große Emotionen erzeugen und habe Dinge getan, die dazu führen. Ziel war in der Regel Punkt 4 zu erreichen. Ich lernte, Emotionen wieder zuzulassen und Gefühle rauszulassen.

4.) Ein Date mit selbst
war das oberste Ziel aller meiner Spiele! Es meinte diese Situationen, in denen einen gerade was klar wird, in denen man direkt vor der Wahrheit steht und sie sieht. Noch heute habe ich dieses Stimmungshoch, wenn ich gerade wieder was bahnenbrechendes über mich rausgefunden habe und mich ein Stück mehr selbst verstehe (z.B. jüngst die doch auch schmerzhafte Erkenntnis, was mein Part bzgl. des Problems meinem Chef gegenüber ist).

5.) Es gibt eine Sache, die mir immer hilfreich war: Ich wollte nie auffallen. Für mich gab es nie ein "nein". Ich hab mich auch mit größter Angst und Panik überall hingeschleppt. Selbst wenn ich vor Desorientierung mal scheiße redete oder zitterte. Mir hat es auch sehr viel geholfen, dass ich mir ab 12 geschworen haben niemals mehr wem von meiner Angst zu erzählen, denn so war ich gezwungen unauffällig zu sein. Ich habs auch immer geschafft das zu verbergen, was nicht heißt, das niemandem aufgefallen wäre, dass ich nen Knall habe *g* Sowas wie "Ist alles ok bei dir?" "Erde an Sase", "wo bist du denn gerade gedanklich????" hab ich öfter zu hören bekommen.

6.) Am besten trainieren konnte ich immer in Umfeldern, in denen keiner von meiner Angst wusste.

8.) Irgendwann hatte ich auch eine Erkenntnis: Eigentlich, wenn ich wirklich erbrechen muss, dann ist mein Magen lieb zu mir. Er schützt mich vor Gift. Und auch wenn ichs nicht toll finde, wirklich übel nehmen kann ich ihm das nicht - er liebt mich!

9.) War die plötzlich auftauchende Besessenheit, dass mich die Emetophobie von einer "Wahrheit" ablenken will. Diese Wahrheit wollte ich unbedingt finden.

10.) Insgesamt spielten Einstellungsänderungen eine sehr große Rolle. Für mich war das z.B.: Weg von der Perfektion, GRENZEN setzen (!), Direktheit erlernen, Selbstbewusstsein/-vertrauen aufbauen, Urvertrauen stärken.

11.) Map yourself!
Quasi eine Sitemap von sich selbst haben (im Kopf) - wer bin ich eigentlich? Wie funktioniere ich ?

12.) Das allerwichtigeste waren die Erkenntnisse, die ganz am Anfang standen: Niemande wird kommen um mir zu helfen. Ich habe nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich nehme mir heute und hier das Leben, oder ich muss mich selbst arrangieren. Zuerst führte das natürlich zu einer "Bequemen Phase" in der ich mir alles so einrichtete, dass mein Leben halt lebbar war. Ich musste halt irgendwie mit Emo leben. Irgendwann war klar: Das bringt nichts, und dann gings weiter. Mir hat der Austausch mit anderen hier sehr geholfen. Am meisten die Erkenntnis, dass ich etwas anderes wollte als sie - ich wollte nicht rumdümpeln oder zu Hause mit Erwerbusunfähigkeitsrente vergammeln. ich wollte ein normales Sozialleben, das ging ich an.

13.) Meilensteine: Ich fand heraus dass ich nicht multiple Krankheiten habe, sondern "Emetophobie"; ich begriff, dass nicht die Dauerübelkeit mein Problem ist, sondern ich eine Angststörung habe - selbst wenn die Übelkeit weg wäre, hätte ich immer noch Angst!

14.) Ich zählte unter den Betroffenen zu den Hardlinern. Aber ich wusste einfach 1000% was ich will und hab das irgendwie durchgezogen. Auch daran bin ich irgendwie gewachsen. Ich hab echt alles ausprobiert, aber ich war es auch von klein auf gewöhnt, mich zu Sachen zu zwingen, die ich nicht wollte. Ich hätte nie meinen Eltern gesagt "Du ich hab Angst vorm Fliegen" oder sowas. (Mit alles probiert meine ich alle möglichen Lifestyles, Hobbies, von der Meditation bis zum Kampfsport usw.)

15.) Reanalyzing
Wenn was schief ging, hab ichs bis ins letzte Detail erforscht, warum, wieso und geändert. Manchmal ging was 2-3 mal schief.

16.) Galgenhumor - ich hab ne Menge Selbsthumor und mir oft gedacht: Kann doch nicht war sein *lach* haste dich wieder volle Nase selbst verarscht *lach* ach scheiße, dann halt nochmal *lach*

Ich muss fairerweise dazusagen, dass ich mich eine ganze Zeit lang von "Flight" zu "Fight" verändert hatte. Ich war ungeheuer aggressiv. Hatte plötzlich den inneren Wunsch, jemandem vor Hass vor die Füße zu kotzen und nicht mehr den Fluchtreflex, sondern eher den Wunsch, jemanden zu töten, der sich erdreistet vor mir zu kotzen. Aus dieser Erfahrung habe ich aber auch gelernt: Wut ist ein super Motor! Wut kann so viel bewegen.

Ich wusste, es gibt nur einen Menschen auf den ich mich voll und ganz verlassen kann - das bin ich! Niemand kann sich auch nur annähernd so viel um mich scheren wie ich selbst. Für mich war klar ich MUSS diesen Weg finden.

Ich lebe seit jahren lang ein super Leben. Aber selbst wenn die Angst erst mal nicht mehr lebensbestimmend ist, tauchen andere, tieferliegende Probleme auf, auch Defizite werden deutlicher (z.B. in sozialen Situationen). Ich glaube, dass ich die wesentlichsten Dinge meiner Angst erst vor gar nicht all zu langer Zeit begriffen/erkannt habe. Und das allerschlimmste ist: Sie waren mir IMMER bewusst! Zu jeder verpupsten Sekunde meines Lebens... Aber ich habe es nie erkannt vorher! Das hat selbst mich baff gemacht. Die Arbeit an sich geht also irgendwie weiter.

Ich bin durch viele Höhen und Tiefen gegangen. Manchmal hatte ich monate- oder jahrelang "Stillstand" bzgl. meiner Selbsterkenntnisse. Vor kurzem hatte ich seit ca. 5-7 Jahren wieder eine. Aber am Anfang geht das schneller, die Abstände werden aber immer größer. Zeitweise wurden meine Ängste auch durch andere Ängste ersetzt, die keinesfalls phobisch sind, aber doch auch irgendwie ein alltagsdurchsetztendes Ausmaß hatten (Angst vorm Tod).

Paradox: Je schrecklicher ich mich fühlte, je emotionsgeladener ich war, desto mehr Freude hat es mir bereitet, weil ich wusste ich bin auf dem richtigen Weg und/oder ich habe gerade den besten Zeitpunkt, um weiter zu kommen. Am schlimmsten waren die später eintretenden Phasen in denen ich "nichts zu spielen" hatte.

PS: Mir wurde irgendwann ziemlich langweilig, als ich das System der Angst durchschaut hatte.. vor allem, wenn ich auf neue Geistesblitze wartete. An diesem Punkt fiels mir auch ungeheuer schwer, mein Leben neu zu füllen.

---
Mehr fällt mir so auf Anhieb nicht ein.

PS: Die Nummerierung folgt keiner Logik oder Abstufung, schon gar nicht das a) b) usw.
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!

Benutzeravatar
Sase
Administrator
Administrator
Beiträge: 6347
Registriert: 22.05.2003, 02:19
Wohnort: Rhein-Main-Gebiet
Kontaktdaten:

Re: Plumquatsch

Beitragvon Sase » 16.09.2014, 21:04

Leider existieren keine wirklich gehaltvollen Beiträge mehr im Forum über Plumquatsch, aber vielleicht hat der ein oder andere Gast ja noch was zum hier reinkopieren :wink:

Hier ist

z.B. eine Logik, die Sun nachträglich noch beigefügt hat:

Neulich fiel mir fürs Plumquatschspiel eine neue unterkategorie ein. Und zwar AVEC(-Übelkeit).

Was bedeutet AVEC? A = Angst , V = VOR , E = Eigener , C = Courage.

Es fiel mir auf das als ich im April die Schädelakupunkturausbildung in Bielefeld machte, es mir einfach BLENDEND ging. So blendend wie es mir teils zu Hause nichtmal ging. Keine Spur von übelkeit. Aber ich merkte genau wie mein Kopf noch im "alten Muster " festhing, so nach der art "ja die übelkeit kommt bestimmt noch" "WARUM ist dir nicht schlecht, wo du doch nicht zu Hause bist und nicht zu Hause schläfst." "warum gehts mir so gut?" etc...irgendwann NACH diesem Erlebnis kam die Übelkeit wieder. Und da dachte ich das ist AVEC-Übelkeit. Die Übelkeit aus Angst vor meiner eigenen Courage.

Was mir wieder BEWUSST machte das ICH es bin die die FÄDEN in der Hand hat und NICHT das Schicksal wie ich es früher so oft dachte.

Ebenfalls zu AVEC gehört dann wohl die "Unterkategorie": AVEG ( = Angst vor dem eigenen Glück). also eigentlich sind AVEC und AVEG ein zwillingspärchen :D . Denn zumindest bei mir ist es so das ich gemerkt habe das Angst vor der eigenen Courage und Angst vor eigenem Glück eng verknüpft sind und mit meiner "Emo" bzw. das sie noch teilweise da ist, zusammenhängen.


Als andere erkennbare Muster, die häufig erwähnt werden, gibt es z.B. noch:


:arrow: Das Alles-wiederholt-sich-Gesetz (AWSG)
:arrow: Die Angst vor der eigenen Courage/dem eigenen Glück (AVEC oder AVEG)
:arrow: Die Angst vor dem Unplanbaren (AU)

Vielleicht mag ja der ein oder andere, der diese Techniken verwendet hat noch was dazu schreiben.
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!

Benutzeravatar
Perna
Beiträge: 348
Registriert: 21.12.2010, 19:39

Re: Plumquatsch

Beitragvon Perna » 18.09.2014, 18:17

Super interessantes Thema, ich muss aber erstmal meine Gedanken sortieren... :wink:

Helena
Beiträge: 20
Registriert: 08.01.2014, 19:50

Re: Plumquatsch

Beitragvon Helena » 20.09.2014, 18:55

Wow, Sase, die Dinge, die du genannt hast, sind wirklich gut, vielen Dank fürs Reinstellen! Oft kommt man darauf selber gar nicht so. Aber gerade die Erfahrung aus 2.) kann ich selber bestätigen. Das ist interessant, das hier auch zu lesen! :) Und auch die AVEC-Übelkeit kommt mir ziemlich bekannt vor. Ich wünschte, ich wäre auch schon so weit, die aufgezählten Punkte so durchziehen zu können...

Kinabalu
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 2061
Registriert: 01.07.2009, 20:17

Re: Plumquatsch

Beitragvon Kinabalu » 20.09.2014, 20:34

Sase hat geschrieben::arrow: Das Alles-wiederholt-sich-Gesetz (AWSG)


Man versucht Muster zu erkennen-wo logisch schlicht keine seien können- um diese möglichst zu vermeiden bzw. Panik zu bekommen wenn sie sich nicht vermeiden lassen. in meinem Fall war das "Als meine Mama das letze Mal Kartoffelgratin gemacht hat hatte ich einen Magen-Darm-Virus (noch bevor ich etwas davon gegessen habe). Jetzt macht sie wieder Kartoffelgratin also sage ich mal lieber die Verabredung mit einer Freundin ab denn eventuell bekomme ich heute wieder eine MDG-und Kartoffelgratin esse ich sowieso nichtmehr-sicher ist sicher."

Sase hat geschrieben::arrow: Die Angst vor der eigenen Courage/dem eigenen Glück (AVEC oder AVEG)

Man ist unglaublich stolz irgendetwas geschafft zu haben. Man ist einfach mal los in die Stadt gefahren oder hat tatsächlich einfach mal Urlaub mit Freunden gebucht oderoderoder. Und plötzlich trifft es einen wie ein Schlag "Ah oh Gott was habe ich getan?? Rückzug!! Ich muss doch in meiner Höhle bleiben." Es kann natürlich auch schleichender kommen "Juhu endlich wieder in der Stadt-toll mir ist auch garnicht schlecht. Mir geht es richtig gut. Sonst hätte ich jetzt schon so ein ziehen im Bauch-diesmal garnichts..komisch eigentlich...da kann was nicht stimmen. Bestimmt kommt die Übelkeit gleich. Oh da ist schon so ein grummeliges Gefühl im Bauch... Oh GOTT ich fahr besser schnell nach hause"

Sase hat geschrieben::arrow: Die Angst vor dem Unplanbaren (AU)

"Da mir niemand genau sagen konnte wo ich bei der Busreise sitzen werde, wie regelmäßig Pausen eingelegt werden, ob die Bustoilette geöffnet ist, ob es spucktüten an Bord gibt und ob sämtliche Mitreisende seit mindestens 3 Tagen Symptomfrei sind (der Reiseveranstalter wollte mir keine Telefonliste geben) fahre ich besser nicht mit!"

Das gute bei diesen Mustern ist eben dass sie Muster sind. Sie folgen immer dem selben Prinzip und daher kann man sie leicht durchschauen. Mir hat es persönlich immer viel gebracht mir bei aufkommender Panik sagen zu können "Ja klar geht es dir jetzt nicht so gut-das liegt jetzt daran" und sich dann mit einer guten portion Ironie über die eigenen Gedanken lustig zu machen. "Ja oh mein Gott es gibt Kartoffelgratin. Da wird ja nunmal jeder von krank. Ist doch bekannt. Ja krieg jetzt erstmal Panik-total angebracht..immerhin gibt es heute Kartoffelgratin *dramatische Horrorfilmmusik* "Ich weiß was du vorm letzen Kartoffelgratin getan hast"
And every demon wants his pound of flesh
but I like to keep some things to myself
I like to keep my issues strong
it's always darkest before the dawn

And it's hard to dance with a devil on your back
so shake him off!

Helena
Beiträge: 20
Registriert: 08.01.2014, 19:50

Re: Plumquatsch

Beitragvon Helena » 10.12.2014, 21:17

Die letzten Wochen hab ich versucht, die aufgezählten Tipps umzusetzen und ich hab dabei doch schon ein bisschen was rausfinden können. Unter anderem zwei Punkte, bei denen ich nicht so recht weiß, wie ich das ändern könnte.

- Angst vor plötzlichen neuen Situationen, sowohl negative als auch positive. Ich brauch immer Zeit, um mich auf Neues einzustellen. Dinge sollen nicht unvorhersehbar und unkalkulierbar sein, sonst hab ich dabei oft das Gefühl, selber verloren zu gehen. Also im Grunde auch die Angst vor Unplanbarem.

- Angst vor Enttäuschung jeglicher Art. Also Angst, andere zu enttäuschen, von anderen enttäuscht zu werden und mich selber zu enttäuschen. Die Emo springt oft da ein, wo es zu solchen Situationen kommen könnte. Ich stelle mein Licht unter den Scheffel, damit bloß niemand auf die Idee kommt, mich zu überschätzen, weil ich ihn dann ja früher oder später sicher enttäuschen werde. Vielleicht sollte ich nicht so denken, aber es wäre mir einfach total unangenhem und dieses Gefühl bekomm ich nicht weg. Wenn ich die Erwartungen an mich selber mehr herunterschraube, hab ich Angst, meine Ziele nicht erreichen zu können.

Außerdem Angst vor Kontrollverlust und gleichzeitig Angst, die Kontrolle zu haben... Vielleicht läuft das aber auch eher auf Angst vor Verantwortung raus.

Ich hab nur leider keine Ahnung, wie ich damit jetzt weitermache. Und... hat nicht jeder solche Ängste mehr oder weniger?

Helena
Beiträge: 20
Registriert: 08.01.2014, 19:50

Re: Plumquatsch

Beitragvon Helena » 18.08.2015, 10:31

So, jetzt muss ich das Thema hier doch mal wieder ausgraben...
Ich dachte eigentlich, da käme ein riesen Chaos auf mich zu, wenn ich mich endlich ins Auge des Sturms begebe. Ein Chaos an Dingen, die mir zeigen, wo die Probleme liegen, die zu bearbeiten sind. Aber eigentlich ist da nichts Großartiges. Neben zwei, drei (teilweise oben genannten) Dingen hauptsächlich Leere. So fehlt mir komplett der Plan, wie's von hier aus weitergeht. Hab ich mich dem Ganzen nicht genug gestellt? Schau ich nicht genau genug hin? Ich weiß es einfach nicht... :(

angsthase
Beiträge: 43
Registriert: 09.08.2015, 18:09

Re: Plumquatsch

Beitragvon angsthase » 19.08.2015, 15:30

hallo erstmal,
habe den beitag aus dem letzten jahr leider erst jetzt gelesen, obwohl ich schon länger hier am stalken bin;)
kenne beides SO gut. angst vor veränderungen, weshalb ich jede diese -wos nur iwie möglich ist -meide und auch dieangst kontrolle zu verlieren oder zu bestimmen. nur leider habe ich jetzt auc keinen super tipp wie man das besser macht:/
außer ausprobieren. meine therapuetin sagt immer : es gitb nicht gutes außer man tut es. und iwie kklingt dass immer so leicht undich weiß auchdass sie recht hat. wäre da nicht wieder die angst vor enttäsuchung, dass egwas nicht klappt.
aber haben wir ne andre wahl? ...

angsthase
Beiträge: 43
Registriert: 09.08.2015, 18:09

Re: Plumquatsch

Beitragvon angsthase » 20.08.2015, 01:42

Wollte dir gerne ne PM schreiben helena, aber es funktioniert einfach nich:/


Zurück zu „Wege aus der Emetophobie“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast