Emetophobie - Was soll ich tun?

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Lucius2405
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Emetophobie - Was soll ich tun?

Beitragvon Lucius2405 » 20.02.2014, 18:45

Hallo,

eine sehr gute Freundin von mir leidet unter Emetophobie. Ich kenne sich echt gut und ich fühle mich immer so hilflos wenn ich ihr nicht helfen kann. Da ich mich gut mit Kräutern auskenne habe ich ihr etwas gegen Übelkeit gemacht und es hat auch gut geholfen, allerdings nur für ne kurze Zeit.
Ich würde ihr gerne auf längerfristige Zeit helfen. Weil es mir im Herzen wehtut wenn sie völlig zittrig in einer Ecke sitzt und am Weinen ist. Ich möchte ihr irgendwie helfen.
Kennt ihr vielleicht Tipps, was Aussenstehende tun können um zu helfen? Gibt es irgendwelche Methoden wie ich ihr die Angst ein bisschen nehmen kann oder sie zumindest beruhigen kann. Ich bin relativ neu auf dem Gebiet, da ich wie gesagt fast alles mit Kräutern löse und ich damit immer nur ne kurzzeitige Wirkung erzielt habe. Ich bitte um eure mit Hilfe, weil ich sie mal wieder lachen sehen will.

Gruß,
Lucius2405

Feldweg
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Re: Emetophobie - Was soll ich tun?

Beitragvon Feldweg » 22.02.2014, 01:06

Nun, ich denke, für einen " nicht - Emo" ist es kaum nachvollziehbar, welche Hölle es für einen Emo ist - wenn die Angstspirale einmal in Gang gekommen ist. Ich denke, mit logik ist dem NICHT beizukommen - denn die EMO ist doch zu allererst ein emotionales Problem. Ich möchte Dir nur sagen, dass mir am besten geholfen hat, wenn Freunde einfach " nur da waren", TROST oder Versuche, mir die " Banalität des Erbrechens" nahe zu bringen scheiterten gründlich, denn ich HÖRTE zwar, was sie sagten - aber emotional kam nichts an. Und da mir natürlich bewusst war, dass sie es alle " gut meinten" - und ich doch aus der Schleife nicht raus kam - begann ich mich zu schämen - da man sich doch soviel Mühe machte mit mir.

sei einfach DA, versuche den Focus von ihrer Angst wegzunehmen - und hin zu richten, auf eine gewisse Leichtigkeit - ganz unabhängig, ob sie das nun gerade fassen kann - oder nicht. Mir taten in der krassen EMO - Zeit besonders jene Menschen gut, die sich mir liebevoll zuwendeten, aber NICHT mitgelitten haben. MITLEIDEN verstärkt das eigene Leid.
Wenn die Hintergründe der EMO klar werden, wenn der Focus auf das EIGENTLICHE Thema gerichtet werden kann, dann gehts weiter. Die EMO ist zunächst ein SYMPTOM, die Angst ist ein SYMPTOM - und es gilt herauszufinden FÜR WAS dieses Symptom steht. DABEI kannst Du ihr vielleicht helfen. Wenn Du mitleidest, manifestiert sich die Angst! HELFEN - ist in erster Linie der Job, den SIE tun muss, um sich zu befreien.
Sei da und freu Dich zunächst über DEIN Lachen. Bei mir kam irgendwann, nach der schlimsten Angst die WUT - und damit die Energie, die nötig war, umzu sagen: " jetzt ist schluss!!!! es ist mein Leben - und ich wage den Blick HINTER die Angst (EMO) " Aber ICH musste diese Entscheidung treffen.

Ich bin heute nicht emo - frei - nein - aber die Angst ist längst nicht mehr Im Focus meines Lebens.

Alles Liebe

dariusbritt
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Re: Emetophobie - Was soll ich tun?

Beitragvon dariusbritt » 22.02.2014, 13:08

Da nennt Feldweg zwei ganz wichtige Punkte:

Feldweg hat geschrieben:TROST oder Versuche, mir die " Banalität des Erbrechens" nahe zu bringen scheiterten gründlich, denn ich HÖRTE zwar, was sie sagten - aber emotional kam nichts an. Und da mir natürlich bewusst war, dass sie es alle " gut meinten" - und ich doch aus der Schleife nicht raus kam - begann ich mich zu schämen - da man sich doch soviel Mühe machte mit mir.


Das letzte trifft zwar auf mich persönlich nicht zu, da ich wahrscheinlich auch andere Ursachen für meine Angst habe. Bei mir war es eher so, dass es das Selbstmitleid nur gefördert hat; Wenn mir jemand deutlich macht, dass er nicht verstehen kann, was ich so schlimm finde und mich dann noch abwertend behandelt "Ach hab dich nicht so, findet eben keiner toll.", dann habe ich mich NOCH unverstandener und schlechter gefühlt, was wiederum die Angst weiter verstärkt hat.
Ich glaube, die meisten Emos wissen vom Verstand her, dass ihre Angst übertrieben und größtenteils irrational ist. Das Wissen bringt aber in einer akuten Angstsituation wenig, weil das Gefühl ja da ist - es ist real und dadurch legitimiert es in dem Moment die Angst.


Feldweg hat geschrieben:MITLEIDEN verstärkt das eigene Leid. (...) Wenn Du mitleidest, manifestiert sich die Angst!


Es SCHEINT ihr zwar zu helfen, wenn du z.B. mit ihr zusammen versuchst eine "angenehmere" Lösung für irgendetwas zu finden, oder mal am Abend ihr zuliebe zu Hause bleibst, anstatt mit ihr wegzugehen, es verschlimmert auf Dauer aber das Problem. Versuch sie für Dinge zu motivieren und ihr bestimmte Situationen "schmackhaft" zu machen. Denk dir kleine Belohnungen aus, die du ihr geben kannst, wenn sie eine angsteinflößende Situation gemeistert hat! Versuche ihr klarzumachen, dass es auf Dauer nichts bringt, sich zu drücken. Das ist wie mit einer Aufgabe, für die man eine Deadline hat: Man KANN sich alles bis zuletzt aufschieben, aber das macht es umso stressiger und da kommen dann noch ganz viele andere Sachen dazu. Lieber jeden Tag ein bisschen, als am Ende vor diesem RIESEN Berg Arbeit zu stehen.

Ist die Angst bei ihr denn so schlimm, dass es sie im alltäglichen Leben einschränkt? Und falls ja, ist sie in therapeutischer Behandlung? Wenn nicht, könntest du ihr das ja mal nahelegen und gleichzeitig anbieten, ihr bei der Suche zu helfen, sie zum ersten Termin zu begleiten etc.

Auch von mir Alles Gute!


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