Wie geht ihr mit Unverständnis von außen für die Emo um?

Du hast eine Krise gemeistert oder Dir geht es im Allgemeinen deutlich besser, als noch vor einiger Zeit? Hier ist der Platz um deine Erfahrungen und deinen Weg anderen mitzuteilen...

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Spiegelverkehrt
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Wie geht ihr mit Unverständnis von außen für die Emo um?

Beitragvon Spiegelverkehrt » 12.10.2013, 21:42

Hallo,

ich hab gelesen, dass hier einige ihren vertrauten Personen von der Emo erzählt haben. Ich habe bisher nie mit jemandem darüber gesprochen. Vor Jahren habe ich meiner Mutter mal erzählt, dass ich Angst habe ein Referat vor der Klasse zu halten. Die Ursache, dass ich Angst habe mich zu übergeben, habe ich dabei weggelassen. Ich wollte mich rantasten und nicht gleich von der Emo erzählen. Sie hat vollkommen mit Unverständnis reagiert und gemeint, ob ich bescheuert bin, vor sowas hätte man doch keine Angst und mich als "Psycho" beschumpfen.

Nun meine Frage: Habt ihr ähnliche Erfahrungen mal gemacht, als ihr z.B. jmd. von der Emo erzählt habt? Emo ist nicht so bekannt und viele denken bestimmt, wie man sich davor fürchten kann. Wenn ihr die Erfahrung gemacht habt, wie seid ihr damit umgegangen?

Seit der Erfahrung kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass jemand nicht Betroffenes Verständnis für die Angst hat...

Danke für eure Antworten!

mimi
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Re: Wie geht ihr mit Unverständnis von außen für die Emo um?

Beitragvon mimi » 12.10.2013, 21:57

Hey,

bei mir war es so, dass die "engen Verwandten", also Mutter, Stiefvater und Oma es mitbekommen haben, weil ich im Krankenhaus war und das eben dort rausgekommen ist. Die können die Angst zwar nicht nachvollziehen, verständlich, für die ist's eben normal, dass man einfach auch mal kotzen muss, und dann geht's einem besser und gut ist's.. Aber zumindest haben sie nicht irgendwie mit totaler Ablehnung reagiert.
Mein Stiefvater meinte bei der letzten Magen-Darm-Grippe, die ich hatte, als ich noch zuhause gewohnt hab, dass ich doch jetzt einfach kotzen gehn soll. Als es mir dann im Wohnzimmer hochkam, war er weniger begeistert und ein bisschen sauer - aber mehr auch nicht.

Mein Freund versucht, sehr sehr verständnisvoll mit mir umzugehen - was zwar einerseits schön ist, andererseits ist es aber dadurch automatisch so, dass er sich mir gegenüber total anders verhält und sobald irgendwem in meinem Umfeld schlecht wird, versucht er, mich da rauszubringen und den Beschützer zu spielen. Find ich total süß, bringt mich aber nicht weiter. Das ist auch der Grund, dass ich so wenigen Leuten überhaupt von der Emo erzählt hab - es ist nicht immer gut, mit Samthandschuhen angefasst zu werden und viele tun das eben.

Dass du so eine blöde Erfahrung gemacht hast, ist natürlich schade. Kann verstehen, wie's dir geht, mein Vater hat nämlich ähnlich reagiert. Zu dem hab ich jetzt auch keinen Kontakt mehr, ein Grund dafür ist die Emo, ich vermute, dass das Verhältnis zu meinem Vater da viel reingespielt hat. Hab mit ihm letztes Jahr drüber geredet, dass es mir psychisch eben nicht so gut geht und dass ich eben eine Angststörung hab und dass ich Angst vorm Kotzen hab. Zuerst hat er gelacht, dann hat er mir gesagt, ich sei ein Psycho und reif für die Anstalt und dann hat er es allen Verwandten, die ich von seiner Seite aus hab, erzählt. Also auch eine super Reaktion.

Ich denk, die Emo ist einfach eine Angst, mit der viele Leute überhaupt garnix anzufangen wissen und dann so reagieren - wahrscheinlich meinen sie's nicht mal böse. Trotzdem reagiert nicht jeder so, die meisten sind verständnisvoll, auch wenn sie's selbst nicht nachempfinden können. Wenn du also drüber nachdenkst, jemandem anderen, außer deiner Mutter alles zu erzählen: Nur Mut! Es tut gut, auch mal mit jemandem drüber zu reden und ich denke, dass du Verständnis und Mitgefühl bekommen wirst.

Hast du seitdem nochmal versucht, mit deiner Mutter zu reden? Ihr die Situation erklärt? Ihr vielleicht auch gesagt, dass die Emo wirklich eine Krankheit ist, und dass du gewissermaßen ein bisschen "Psycho" (das klingt so gemein, ist jetzt nicht böse gemeint, nicht falsch verstehen!!!) bist und vielleicht therapeutische Hilfe brauchst?
Lady Angst bittet zum Tanz, ich nehm die Beine in die Hand - ich sing nie mehr die alten Lieder und ich brenne den Tanzsaal nieder!

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Schlucki
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Re: Wie geht ihr mit Unverständnis von außen für die Emo um?

Beitragvon Schlucki » 12.10.2013, 21:59

Also ich glaub ich bin nicht der einzige hier der die Reaktion deiner Mutter für voll daneben hält. Ihr würde mit Sicherheit auch die Muffe gehen, wenn sie mal einen Vortrag vor vielen Menschen halten müsste. Daran würde ich mich an deiner Stelle nicht orientieren, ihre Reaktion ist der absolute Worst-Case und total ignorant!

Ich persönlich habe es schon einigen mitgeteilt (aber nur wenn sies unbedingt wissen wollten oder es nicht anders ging, bin da selber noch nicht so weit mich überall und ständig outen zu müssen, muss man vielleicht auch nicht ^^) und eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht. Wenn mans gut erklärt können das andere auch verstehen und die Reaktionen dazu sind meistens auch nicht schlecht. ;D Es ist imho sogar gut, wenns einem sehr nahe stehende Leute wissen, da man dann mal in die Situation kommt sich nicht ständig rechtfertigen oder sich irgendwelche Ausreden überlegen zu müssen. Such dir jemanden raus dem du eine gewisse Empathie zutraust und dem am besten auch was an dir liegt. Es wird dir erstmal eine große Last von den Schultern nehmen.

Achja, eine Angst vorm Kotzen können sich die Leute glaub ich sogar ganz gut vorstellen, weil das vermutlich auch normal keiner wirklich gerne macht! :wink:
Alle Lebewesen ausser den Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu geniessen. Samuel Butler

expanse
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Re: Wie geht ihr mit Unverständnis von außen für die Emo um?

Beitragvon expanse » 12.10.2013, 22:53

Was mir grade mal dazu einfällt: Eine Freundin die ich letztes Jahr kennengelernt habe hat mir nun erzählt, dass sie eine totale Phobie vor Reptilien hat, also Schlangen, Eidechsen, Salamander etc.
Und wisst ihr was? Ich kann es nicht nachvollziehen ^^ Ich kann nicht verstehen, wovor sie Angst hat, denn in Deutschland sieht man diese Tiere nicht oft und sie machen auch nichts. Ich könnte es vielleicht in Asien verstehen, wo die Tiere giftig und in Massen erscheinen (und das auch überall). Da ist mir erstmal aufgefallen, wie sich andere wohl fühlen, wenn sie meine Angst erfahren. Meine Antwort wäre spontan auf ihre Angst gewesen (ich hab es mir noch verkniffen): Aber du kannst denen doch aus dem Weg gehen, die tuen doch gar nichts, die haben mehr Angst vor dir und laufen weg. Das ist so ähnlich als wenn mir dann jemand sagt: brechen tut niemand gerne, danach geht es dir besser, so schlimm ist das doch gar nicht, was aus muss muss raus.... ÄTZEND :)
Sie hat mir aber auch erzählt, dass sie besser mit der Angst umgehen kann als zb ich früher, weil sie den Tieren außer im Urlaub selten begegnet. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass meine Angst eine Phobie ist und ihre nicht (ich unterschätze ihre Angst). Und damit tue ich genau das, wofür ich früher viele Menschen verurteilt habe, weil sie mich nicht verstanden haben^^
Aber Verständnis habe ich schon dafür. (Wobei ob man das vergleichen kann mit Außenstehenden? Ich weiß es nicht, denke aber mal schon)

Und noch mal zu deiner Mutter: Wenn ich eine Mutter sein würde und würde dann erfahren, dass mein Kind eine Phobie hat (und das schon länger) wäre ich traurig, dass es sich nicht shcon eher Hilfe bei mir geholt hat. Natürlich würde ich meinem Kind wohl helfen wollen, indem ich ihm die Angst versuche zu nehmen. Vielleicht sagen Eltern auch deshalb: Stell dich nciht so an, so schlimm ist das doch gar nicht. Was sollen sie sonst denn auch tun? Nur Verständnis haben ohne Helfen zu wollen? Glaub das könnte ich nicht.
Traurig ist es aber, wenn sie wirklich so reagiert nach dem Motto du Psycho. Das hat ja auch nichts mit helfen zu tun :/ Aber vielleicht war es nur eine Überreaktion oder sie dahcte, du wolltest dich drücken. Gib ihr doch mal Beispiele, wie tief deine Angst sitzt. Und gib ihr den text zu lesen, der für Verwandte der Emos bestimmt ist ( von dieser Seite (get together)).


LG
Liebe Grüße aus dem schönen Unterfranken :)

entschuldigt eine Tippfehler :/ ich bin manchmal so schnell im schreiben, dass das leider oft passiert :/ ^^

Kaltblau
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Re: Wie geht ihr mit Unverständnis von außen für die Emo um?

Beitragvon Kaltblau » 16.10.2013, 21:04

Hallo!

Ehrlich gesagt ist es auch schwierig etwas nachzuvollziehen, was man selbst nicht als schlimm empfindet.
Ich kann die Phobie meiner Freundin auch nicht nachvollziehen, kann mich nicht in ihre Gedanken hineindenken, kann ihre "Argumente" nicht verstehen. Aber ich respektiere, dass sie Angst hat und sie sagt mir auch, was ihr in bestimmten Situationen hilft und was sie von mir erwartet. Ich habe ihr ehrlich gesagt, dass ich mich etwas überfordert fühle und selbst Angst habe, etwas Falsches zu sagen oder zu tun.
Auch wenn ich selbst lange eine Angststörung hatte, kann ich nicht alle Ängste von anderen nachfühlen.
Das geht Außenstehenden wohl auch so, etwas völlig Normales, sogar eine richtig gute Schutzfunktion des Körpers, wird zum Panikauslöser, klar, warum sollte man das dann verstehen? Aber man sollte die Angst einfach nicht abwerten oder sogar belächeln. Das finde ich sehr schade, versuche aber auch zu verstehen, warum das so ist.
Dieses "ist nicht schlimm" ist ein typischer Elternsatz-finde ich 8) Weint das Kind, sagt die Mutter oft: ist doch nicht schlimm. DOCH, natürlich ist es schlimm und zwar für das weinende Kind.
Ich bin nun selbst Mama und das ist das Erste, was ich niemals sagen werde. Wenn es in dem Moment schlimm für mein Kind ist, dann ist das okay, ich versuche dann mit Trost und Nähe etwas Schlimmes ind etwas Nicht-Schlimmes zu verwandeln.
Eltern haben natürlich immer eine starke Verbindung zum Kind und ich glaube genau deswegen kommen auch solche Sätze zu stande. Sie möchten nicht, dass das Kind leidet, versuchen es abzumildern und sagen oft genau das Falsche.

Vielleicht spielt es auch noch eine Rolle, dass Eltern sich schnell schuldig fühlen, wenn das Kind eine Phobie entwickelt. Viele Auslöser liegen in der Kindheit (und haben oft gar nichts mit der Erziehung zu tun), aber wahrscheinlich kommt dann instinktiv die Abwehrhaltung zur Schuldzuweisung, auch wenn diese gar nicht stattgefunden hat.

Ich habe in meiner Emo-Zeit aufgehört Verständnis von allen zu erwarten. Für mich war es in Ordnung, wenn jemand meine Ängste nicht nachvollziehen konnte und machte es nicht zum Vorwurf.
Such dir Gleichgesinnte (wie hier im Forum) und schreib mit ihnen über das, was wir alle nachvollziehen können.
Deine Mum kannste aber mal bei Gelegenheit sagen, dass du dir etwas mehr Unterstützung gewünscht hättest, sie muss es nicht verstehen, aber man kann sein Kind auch unterstützen, wenn man etwas nicht verstehen kann.

buecherfreund
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Re: Wie geht ihr mit Unverständnis von außen für die Emo um?

Beitragvon buecherfreund » 27.10.2013, 23:36

Also meine Eltern verstehen die Phobie leider auch nicht :( Im Gegenteil - mein Papa macht sehr oft Witze darüber und erzählt mir dauernd, dass ihm jetzt schlecht sei und gerne kotzen würde.
Meine Mama kriegt zwar 2 Sekunden vor dem Akt an sich auch Panik, aber sie hat nicht sonst im Alltag soviel Angst davor.
Meine Schwester hat eher Angst, von einer MDG angesteckt zu werden und eher vor dem krank sein an sich, nicht speziell vor dem Erbrechen.
Man sieht - keine günstigen Voraussetzungen für Verständnis.

Die einzige, die mich wirklich versteht, ist eine gute Freundin von mir. Die hat diese Phobie nämlich auch (hat aber nicht Angst, dass sie kotzen muss, sondern einer aus ihrem Umfeld).

Tja...auf Hilfe aus der Familie zu diesem Thema kann ich leider nicht hoffen - so traurig es auch klingt. :cry:
Naja, Gott sei Dank gibt es Foren wie dieses, wo man sich austauschen kann :D
Dunkel scheint Dir diese Zeit,
der Weg, er ist so hart, so weit.
Doch hast Du den Kampf aufgenommen,
so weit bist Du jetzt schon gekommen.
Den Rest, den schaffst Du doch ganz leicht!

Sheilchen
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Re: Wie geht ihr mit Unverständnis von außen für die Emo um?

Beitragvon Sheilchen » 06.11.2013, 09:16

Hi

Also ich habe es meiner Familie und meinem engsten Bekanntenkreis erzählt. Und zwar habe ich mich vorher gut dokumentiert, und zwar habe ich z. B. meinen Eltern einfach einen kleinen Film abgespielt über Emo, welchen ich im Internet gefunden habe und gesagt, dass ich das habe und deshalb jetzt in Therapie bin.

Meinen Freunden habe ich den Wikipedia Link geschickt und gesagt, dass ich darunter leide. Meistens kamen dann fragen, wie genau das bei mir sei und das sie ja schon länger was geahnt hätten, da ich ja immer mal wieder mit "blöden" Ausreden abgesagt habe und und und ....

Schlussendlich kann ich sagen, dass ich froh bin, dass ich mein Umfeld eingeweiht habe und alle sehr verständnisvoll reagiert haben. Klar haben sie mich anfänglich mit Samthandschuhen angefasst, aber ich empfand dies nicht als besonders schlimm. Mittlerweile hat sich das aber wieder gelegt und man geht normal mit mir um und ich werde auch nicht mehr damit angesprochen. Ich weiss jedoch, dass ich im Notfall einfach gehen könnte und sich nicht alle Fragen würden, was denn mit mir ist ....

Es ist nun 4 Jahre seit meinem "Outing" her und ich weihe gelegtlich jemanden neuen ein, sofern es Sinn macht. Umso offener ich damit umgehe, umso weniger Probleme habe ich es zu erzählen. Denn es ist ja nicht schlimm die Emo zu haben, es ist eine Krankheit wie alle anderen auch. Von daher muss man sich nicht schämen dafür.

Liebe Grüsse
sheilchen
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Sahne
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Re: Wie geht ihr mit Unverständnis von außen für die Emo um?

Beitragvon Sahne » 24.11.2013, 11:32

Hallo

Bis jetzt hatte ich kein Unverständnis von außen zu verzeichnen....
Es gab hier und da jemand, der meinte er könne es nicht nachvollziehen... da habe ich gemeint, die Spinnenphobie eine gesellschaftlich anerkannte Phobie wäre doch noch irrer. Kotze/erei ist doch unangenehm für alle Sinnesorgange selbst bei einem nicht Emos....ich hätte halt besonders scharfe Sinnesorgane und das macht es für mich noch ekeliger. Spinnen dagegen sind soooo harmlos und klein....
Der Vergleich bringt dann Verständnis....

Ich erzähle das nur den wichtigsten Personen in meinem Umfeld. Bisher hat es meine Freundschaften gerettet, weil sie dann eine Erklärung für Absagen udn komische Verhaltenszüge hatten...

Ich finde es gemein und ärgere mich immer, wenn ich hier lese, wie einige Familienmitglieder über euch spotten....

LG Sandra

Sam
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Re: Wie geht ihr mit Unverständnis von außen für die Emo um?

Beitragvon Sam » 13.12.2013, 00:19

Hallo ihr Lieben...

Also ich gehe ganz offen mit meiner EMO um. Wenn ich jemand neues kennenlerne, dann erzähl ich ihm/ihr irgendwann davon. Bis jetzt haben die Leute zwar überrascht, aber niemals mit Unverständnis reagiert.
Für mich ist es einfacher wenn mein Umfeld von meinem Problem weiß, dann wissen die wenigstens in gewissen Situationen warum ich so reagiere und ich komme nicht in die unangenehme Situation es im Moment der Angst erklären zu "müssen".
Ich kann aber auch genau so gut verstehen das man es nicht erzählt. Mein Ex hat es seiner neuen Freundin erzählt und die versucht mich mit Hängen und Würgen deswegen fertig zu machen. Aber durch meine jahrelange Erfahrung mit der Angst hab ich gelernt auch mit so was umzugehen.

Ich find es traurig, das manche Menschen kein Verständnis für jegliche Art von Angst aufbringen und die Leute als bösartig krank und als Psychos abstempeln. Vor allem wenn man das Ganze erst ganz kurz hat, kann man das am allerwenigsten gebrauchen.

Lg Melanie

Katze
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Re: Wie geht ihr mit Unverständnis von außen für die Emo um?

Beitragvon Katze » 26.01.2014, 23:03

Wahnsinn, so weit bin ich noch lange nicht. Es weiß mein Mann und meine beste Freundin davon.
Sonst würde ich das niemals jemandem erzählen können, weil da zu viel Scham wäre. Und ich könnte dann irgendwie angreifbar sein. Nein, diese Blöße könnt ich mir nciht geben. Mir fällt es schon schwer, das Wort "brechen" überhaupt auszusprechen. Meine Freundin jedenfalls kann es nicht nachvollziehen und musste sogar ein wenig lachen, als ich sie vor nicht langer Zeit total panisch anrief, weil ich mich eben beim Sohn angesteckt hatte. Aber sie hat dann schon schnell verstanden, dass ich tatsächlich in völliger Panik bin und auch wenn sie es nicht nachvollziehen kann, versucht sie es einfach zu akzeptieren. Sie redete mir natürlich gut zu, von wegen, ich solle nicht dagegen ankämpfen und es zulassen, dann würde es mir danach doch besser gehen .... naja, das Übliche halt.
Aber meine Mutter hat das auch und das wird auch tot geschwiegen und ich würde ihr niemals sagen, dass ich das auch habe. Aber ich denke, sie weiß das. Wir machen uns beide aus dem Staub, wenn es meinem Papa schlecht ist. Naja und ... meine Tochter (7) hat es auch schon.
Und ich muss zugeben, dass sie panisch davonrennt, wenn die Katze kotzt, da hab ich auch schon leider mit einem total blöden Satz reagiert. Ja, denn das ist für mich lächerlich, weil die Katze kotzt nicht, weil ihr schlecht ist und es stinkt auch nicht ...
Jedenfalls hab ich ihr heute beigestanden, als wir dachten, es geht beim Kleinen los .... aber helfen konnte ich ihr trotzdem nicht. Wir haben uns beide zusammen im Zimmer verbarrikadiert, ich habe sie in den Arm genommen und beruhigend mit ihr geredet, dass wir da durch müssen und es wird vorbei gehen, jetzt ist es halt so. Naja ... sie hat sich weiterhin die Ohren zugehalten, hat anscheinend kein bisschen geholfen. Aber ich war immerhin bei ihr, sie war nicht alleine - und ich ja übrigens dann auch nicht.

Sahra_
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Re: Wie geht ihr mit Unverständnis von außen für die Emo um?

Beitragvon Sahra_ » 27.01.2014, 22:56

Ich habe auch sehr lange gebraucht bis ich mit anderen darüber sprechen konnte, einfach aus angst, ausgelacht und nicht ernst genommen zu werden. So ist es mit nämlijch mit meiner mutter passiert, ich war total neben der kappe als in der schule mal mdg rumging, aber sie hat nur gelacht und meinte ich soll mich nicht so angstellen, ich hätte mich schon als kind geweigert in den kiga zu gehen wenn sich jemand übergeben hat jnd ich wollte doch eigentlich schon etwas weiter sein als ich es mit fünf jahren war...daraufhin hatte ich wie gesagt lange angst mich jemandem anzuvertrauen, habe aber letztens mit meiner besten freundin geredet und war total positiv überrascht, sie hat gesagt sie könne sich zwar nicht in mich reinversetzen weil sie das gar nicht schlimm findet aber sie würde mich verstehen und mich unterstützen. Sie hat sich eher gewundert warum ich ihr nicht früher davon erzählt habe...
I'll spread my wings and i'll learn how to fly.


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