Gibt die Hoffnung nicht auf, sondern kämpft dagegen! :)

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MissMuffin

Gibt die Hoffnung nicht auf, sondern kämpft dagegen! :)

Beitragvon MissMuffin » 27.08.2013, 23:02

Hallo Liebes Forum,

Kleine Einführung für euch: Ich bin 17 Jahre alt und leide seit 2 Jahren an dieser Phobie. Angst vorm Erbrechen oder jemanden dabei zu sehen hatte ich schon von Kind an, aber die Phobie hat sich erst richtig ausgeprägt, als ich an der Magenschleimhautentzündung erkrankt war. Seit her habe ich 10 - 15 Kg abgenommen, weil ich kaum was gegessen habe, vor allem habe ich ja nichts gegessen als ich außer Haus war. Zudem hatte ich auch enorme Angst auf Party, ins Kino oder in eine Wirtschaft zu gehen. Doch mir persönlich tat es am meisten weh, als ich mich nicht mehr getraut habe mit jeglichen Fahrzeugen zu fahren, außer mit meinem Roller (selbst im Winter), da es mir durch ie Magenschleimhautentzündung jedes mal schlecht geworden ist mit auto, bus oder zug zu fahren. Es hat mir einfach so weh getan, weil ich bei meinen Freunden nicht mehr mithalten konnte bzw. dabei sein konnte. Schließlich konnte ich nicht überall mit dem Roller hin fahren und auf Partys bin ich nicht länger wie bis 11 geblieben. Durch diese Angst habe ich (zum Glück!) schlagartig das Rauchen und Alkohol trinken aufgehört.

Aber nach langer Zeit habe ich es fast geschafft diese schreckliche und gefährliche Angst zu überwinden! :) Und Ich hoffe nun, dass ich euch auch dazu ermutigen kann es auch zu schaffen! Worauf ich mir aber sicher bin das ihr die Angst überwindet! :)

Klar wie jedem hier, sind auch mir viele unangenehmen Situationen passiert. Dazu werde ich euch die zwei schlimmsten Erlebnisse kurz zusammenfassen. Als Erstes: Als ich auf einer Party war, wo viel Alkohol ausgeschenkt worden ist, haben meine Beste Freundin, ne andere Freundin und mein Exfreund (damals noch Freund) alle gleichzeitig in dem moment diese schreckliche Sache getan, als ich gerade aus der Hütte kam und ich habe es klar und deutlich gehört.. ich bin sofort los gefahren ohne jemanden etwas bescheit zu sagen, nicht mal meinem exfreund (der sich natürlich sorgen gemacht hat)... bzw ich hab halt eben nicht gewartet. Schließlich war ich in totaler Panik, bin in Tränen ausgebrochen und heim gefahren. Nun Zweitens: Als ich mit meinem jetztigen Freund auf einer Helloweenparty war, hat er ziemlich viel getrunken und er wollte umbedingt bei mir übernachten und wir waren mit dem Roller unterwegs. Ich wollte nicht wieder so Feige sein wie in der ersten Siuation :/.. nun wir sind mit dem Roller gaaaaaanz langsam zu mir nach hause gefahren, doch hat leider nichts gebracht, obwohl ich ihn alle 3 minuten gefragt habe ob es ihm schlecht ist.. ihr könnt euch ja denken was passiert ist. Er hat es unterm fahren getan. Nur war es so gefährlich, weil ich stehn geblieben bin und er vom roller runter auf seinen rücken gefallen ist und sich nicht mehr gerührt hat, da der helm noch auf seinem kopf war :O .. In diesem einen Moment hatte ich zwar wie noch nie sooo krass angst wie da, aber die angst das er erstickt war in diesem moment größer ! Ich habe tatsächlich versucht ihm den helm runterzubekommen! Zum Glück hat er sich dann nach 2 Minuten doch bewegt und hat den Helm runterbekommen :) Natürlich war ich nach dem nicht mehr zum reden und total am heulen und ausflippen und hab geschrien wie am spieß :o

Das war der Punkt an dem ich wirklich gemerkt habe das mich ändern muss! Ich bin zum Therapheuten gegangen und habe das fast 1 Jahr durchgezogen jeden Monat 1-2 mal hinzugehen. Es war nicht schlimm, keiner erwartet da von dir das du ecklige bilder sehen musst oder etwas zu tun was du gar nicht möchtest. Die Therapheutin hat das alles mit meinem Bewusstsein gemacht. Das einzige was man machen kann, ist das man sich in bestimmte situationen wieder hineinversetzt und sie fragt viele Fragen was ich gerade tue und wie ich mich fühle. Nachdem musste ich das nochmal machen aber mit dem Satz "ich bin stark" :) Es hat mir alles aufjedenfall geholfen, dass ich wieder normaler esse, mich ohne Sorgen auf Partys wage, ins Kino gehe, wenigstens kurze strecken von 20-30 km mit dem Auto zu fahren und mir nicht mehr jeden Tag darüber Gedanken mache! :) Und Hey das ist mein größter Erfolg nach 2 jahren, dass ich endlich vor 3 Wochen mit dem Zug gefahren bin (mit Reißekaugummis) und mir ging es gut, mir war nicht schlecht! Ich habe dann vor Freude geweint ! :) Ich hatte nach so langer Zeit nicht mehr so ein tolles Gefühl, wie das, als ich wieder mein wahres "ich" in mir gefunden habe! :) Und tatsächlich freue ich mich schon endlich darauf das meine Mum nocheinmal mit mir fahrt :) .

Ich trinke zwar mit 17 jahren keinen tropfen alkohol und esse &trinke trotzdem einige Sachen nicht, aber ich habe das gröbste geschafft. Und Leute, ihr werdet es auch schaffen! Last euch viel Zeit dabei und setzt euch nicht unter druck. Ich habe auch klein angefangen, um wenigstens kleine Erfolge zu erzielen. Natürlich war auch viel selbst Willen dabei, den man sich umbedingt aufbauen muss. Es ist in ordnung sich vor vielen Sachen zu drücken, um diese Phobie erst mal zu verarbeiten. Ich hab zwar immer noch angst wenn es im Fernsehen, im echtem Leben oder bei mir passiert, doch ich gehe lockerer damit um und mache mir erst panik wenn ich in solcher Situation gerate, und nicht bevor sowas passieren könnte :)

Ich hab zwar immer noch einen harten Weg vor mir, aber mit viel Selbstvertrauen :) Ich will euch dieses Selbstvertrauen mitgeben, es ist das einzige was dagegen hilft. Zb wenn man schon beim therapheuten ist und trotzdem nicht glaubt es zu schaffen, ist es klar das man es nicht schafft.

Leute sagt der Phobie den Krieg an! :) Wenn ich es geschafft habe regelmäßig mit dem Zug zu fahren werde ich mir ein Tattoo stechen lassen, mit der Schrift "fighter". Tipp: auch dieser Wunsch hat mich viel dazu ermutigt :) Ihr könnt euch ja zur Hilfe auch einen Wunsch überlegen bzw. einen Prais dafür wenn ihr es schafft :) .

Ich wünsche euch viel Erfolg und viel Lebenswillen! :) Ich glaube an euch alle!
Auch ich hatte mal die Denkweise, es wäre unmöglich sowas zu vergessen.
Entschuldigung das der Text so lang geworden ist :(

Mit freundlich und lieben Glückwünschen

MissMuffin

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Re: Gibt die Hoffnung nicht auf, sondern kämpft dagegen! :)

Beitragvon annukka » 19.09.2013, 22:40

In diesem einen Moment hatte ich zwar wie noch nie sooo krass angst wie da, aber die angst das er erstickt war in diesem moment größer ! Ich habe tatsächlich versucht ihm den helm runterzubekommen! Zum Glück hat er sich dann nach 2 Minuten doch bewegt und hat den Helm runterbekommen :) Natürlich war ich nach dem nicht mehr zum reden und total am heulen und ausflippen und hab geschrien wie am spieß :o


das ist glaube ich der moment vor dem wir alle angst haben. der moment in dem wir durch unsere angst andere in gefahr bringen koennen. das ist der moment, in dem man wohl irgendwie "aufwacht", sich nicht mehr mit der angst einrichten kann. ich finds toll, dass du konsequenzen gezogen hast, so mutig waere ich auch gern. ich wuensche dir noch ganz viel erfolg!


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