Wovor haben wir Angst???

Du hast eine Krise gemeistert oder Dir geht es im Allgemeinen deutlich besser, als noch vor einiger Zeit? Hier ist der Platz um deine Erfahrungen und deinen Weg anderen mitzuteilen...

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Luna26
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Wovor haben wir Angst???

Beitragvon Luna26 » 11.04.2012, 23:48

Ich weiß nicht ob ich in dieser Rubrik richtig bin und ich weiß auch nicht, ob es dieses Thema schon mehrmals gibt Falls ja, sorry bitte und den Mods steht es frei den Thread zu verschieben oder zu schließen, wenn es schon zu oft druchgekaut wurde :ja:
Aber nun zum Thema: Wovor haben wir wirklich Angst und kann man das tatsächlich erklären?? Das ist eine häufig gestellte Frage von Normalos an mich! Ich versuchs mal: Also ich habe Angst davor - und ich weiß es ist dämlich aber das lässt sich leider nicht rational wegdenken... - dass es nie wieder aufhört! Wenn ich es mal zulasse habe ich Angst nie wieder damit aufzuhören. Das ich alle 5 Minuten aufs Klo rennen muss immer und immer! Hmmm... war das jetzt verständlich? :?
Daraus ergibt sich Problem 2, die Verleugnung! "Nein mir ist nicht schlecht, nein das passiert jetzt nicht wirklich nein nein neiiiiiiiiiin!" Ich war mit 8 Jahren soviel vernünftiger als jetzt! Da GING ich tatsächlich aufs Klo wenn mir schlecht war! Jetzt würde ich viel eher ins Bett oder auf die Couch (oder wo auch immer ich gerade bin :roll: ) kotzen nur weil ich nicht wahrhaben will, dass mir zum kotzen schlecht ist!
Tja... was sagt ihr dazu? Wissen vielleicht Ex-Emos wovor sie eigentlich solche Angst hatten? Bin echt gespannt auf Antworten :)

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Parasomnia
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Re: Wovor haben wir Angst???

Beitragvon Parasomnia » 12.04.2012, 08:30

:arrow: Angst vor Unbekanntem (ähnlich wie Pippilotta)

:arrow: Angst vor Kontrollverlust (!)

:arrow: Angst vor Bloßstellung und Ablehnung

:arrow: Scham & Ekel (sind zwar keine Ängste, aber sehr starke Gefühle, stärker als sie sonst im Umgang mit dem Erbrechen wären)

Und, mh...

:arrow: Angst vor Gewalt (das irgendwie auch, denn ich denke immer, wenn ich kotze - oder äquivalent dazu, Gefühle zeige, bin ich total hilf - und schutzlos. Und der, der gerade dabei ist, kann das ausnutzen - aber so ganz dahintergekommen bin ich noch nicht)
Es kommt dazu - trotz alledem -, dass sich die Furcht in Widerstand verwandeln wird - trotz alledem.
(Hannes Wader)

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Glycerine
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Re: Wovor haben wir Angst???

Beitragvon Glycerine » 12.04.2012, 08:52

Kann mich den anderen da zum Großteil anschließen

:arrow: Angst vor Ablehnung anderer, weil ich etwas vor Ihnen tue, was sie ekelt. Im Umkehrschluss die Angst, dass ich andere ablehnen könnte, weil sie sich übergeben und ich sie dadurch verletze.

:arrow: Angst vor Kontrollverlust, meinem Körper ausgeliefert zu sein und nicht bestimmen zu können, ob ich mich übergebe, oder nicht

:arrow: Angst vor Konsequenzen, die mir drohen, wenn ich mich krank melde oder nach Hause gehen muss, weil es mir schlecht wird (z.B. dass der Arbeitgeber denkt, ich sei nicht belastbar oder ich würde simulieren etc.)
„Im Leben geht es nicht darum,zu warten bis das Gewitter vorbeizieht, es geht darum, zu lernen, im Regen zu tanzen. “

cinderella93

Re: Wovor haben wir Angst???

Beitragvon cinderella93 » 14.04.2012, 22:02

Angst vor dem Schmerz dabei, das Brennen im Hals und dem Gefühl zu Ersticken. Das ist das schlimmste, das Gefühl, dass ich ersticken muss
und auch Angst vor Ablehnung und Ekel der Anderen...

eisfee
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Re: Wovor haben wir Angst???

Beitragvon eisfee » 15.04.2012, 11:08

Also bei mir ist es so, das ich natürlich die größte Angst vor dem Unbekannten habe. Es ist nun über 20 Jahre her, seitdem "es" das letzte Mal passierte und das einzige was ich davon noch weiß ist das es mir die nächsten Tage extrem schlecht ging und meine Mutter mich trotzdem durch die Weltgeschichte schleppte!
Ich stelle mir auch immerwieder die gleichen Fragen; Wie wird es sein?, Kann ich das überhaupt?, Schaffe ich es rechtzeitig aufs Klo? u.s.w.!
Das löst auch gleich die nächste Angst aus, da ich ja selbstständig bin und sogut wie keinerlei Hilfe habe, kann ich es mir einfach nicht leisten auszufallen. Und da ich ja nicht weiß wie es mir hinterher gehen wird habe ich auch Angs davor.

LaKiri

Re: Wovor haben wir Angst???

Beitragvon LaKiri » 24.04.2012, 14:22

eisfee, mir ging es GANZ genauso wie dir =) deswegen kann ich dir vll ein stück weit helfen.
wenn dir WIRKLICH schlecht ist, dann merkst du das und ziehst dich schonmal wohin zurück, klo, schlafzimmer (mit kübel) usw ... und ja, du wirst es können ... denn es passiert ganz von selbst. du musst gar nix machen, außer dich am klo aufzulehnen oder den eimer zu halten. und zumindest mir is es hinterher wirklich besser gegangen. der körper macht das ja nicht um dich zu ärgern, sondern weil du irgendwas im körper hast was raus musst. es kommt natürlich auch drauf an WARUM dein körper was loswerden musst ... wenn du "nur" was falsches gegessen hast, wäre es nach einem mal erledigt. wenn du zB MGD hast müsstest sowieso zuhause bleiben. du würdest dich wundern, um wieviel "was, das wars jetzt?"-mäßiger das is als du es dir vorstellst =) ja, ich hab auch trotzdem angst davor ... aber ich verstehe warum dir das unbekannte noch mehr angst macht.

kleine-emo

Re: Wovor haben wir Angst???

Beitragvon kleine-emo » 24.04.2012, 15:12

Was ich immer wieder lese und auch bei mir feststelle ist die angst vor kontrollverlust, dabei finde ich es auch bei mir sehr paradox, dass ich zum beispiel keine angst vor dem umkippen habe, denn da herrscht ja auch ein kontrollverlust... wenn mir schwarz vor augen wird weiß ich nicht ob ich es noch schaffe mich rechtzeitig zu setzten/legen. Und vorallem wenn ich falle, wie ich falle und passiert mir dabei etwas... auch da könnte mir öffentlich passieren und sicher würden alle leute gucken...


Aber eine Lösung habe ich dazu leider bis jetzt auch nicht...

LaKiri

Re: Wovor haben wir Angst???

Beitragvon LaKiri » 24.04.2012, 15:32

ja, da bin ich ganz genauso !! meine mutter hatte zB vor einiger zeit wahnsinnige angst ohnmächtig zu werden ... und für mich wäre diese vorstellung weniger schlimm gewesen als mich zu übergeben .. obwohl umkippen für mehr aufsehen sorgt, man noch weniger weiß was passiert usw ..

Luna26
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Re: Wovor haben wir Angst???

Beitragvon Luna26 » 27.04.2012, 21:25

Also mein Problem ist nicht dass ich es nicht merke wenn ich kotzen müsste. Das tue ich sehrwohl aber ich wills nicht wahrhaben. Ich lag damals auf der Couch und es hat mich schon gerekt aber ich ging und ging nicht! Ich wollte dem "Gefühl" nicht nachgeben ich wollte nicht kotzen. Obwohl "es einfach rauslassen" vermutlich weniger quälend gewesen wäre als das dagegen ankämpfen. Ich musste nicht kotzen aber lustig war, irgendwie ging es mir dann so als hätte ich es getan! Dann ging es mir wieder "gut". 4x hatte ich an jenem Tag diese extremen Übelkeitsattaken, 1x als ich den Fisch gerochen habe, den meine Eltern zum Abendessen gegessen hatten... Je später die Nacht wurde, desto besser wurde es. Am nächsten Tag hatte ich erhöhte Temperatur wasserartigen Durchfall und war wahnsinnig müde. Als hätte ich mich übergeben... Hatte vermutlich eine leichte MDG, keine Ahnung.

pfefferminza

Re: Wovor haben wir Angst???

Beitragvon pfefferminza » 08.10.2012, 12:31

Hm, der Thread ist zwar schon etwas älter, aber macht ja nichts. Das Thema ist ein Evergreen und wichtig.
Herauszufinden, wovor ich wirklich Angst habe, war und ist für mich ein ganz schön langer Prozess, der immer wieder durch Verdrängung oder Bequemlichkeit unterbrochen wurde. Deshalb kann ich nur sagen, wie der aktuelle Stand meiner Forschungen lautet :wink:

:arrow: Angst vor Kontrollverlust, wie bei vielen anderen auch. Vor dem Verlust der Fassade, die ich um mich herum gebaut habe, vor dem Entblößen meiner selbst. Sicherheit ist für mich ein ganz großes Thema. Ich muss immer alles absichern: finanziell, emotional, organisatorisch, you name it. Unplanbares ist nur ganz schwer zu ertragen.

:arrow: Angst davor, Gefühle zu- und rauszulassen. Ich bin nicht in der Lage, starke Gefühle zu nach außen zu tragen. Die sammeln sich in mir an wie in einem Dampfkochtopf. Ganz egal, ob es nun große Liebe oder großer Ärger ist – ich kann's nicht rauslassen. Hier ist die Parallele zum Kotzen sehr deutlich, finde ich.

:arrow: Angst vor Abweisung oder Angst davor, anderen eine Zumutung zu sein. Die soziale Komponente. Der Gedanke, anderen eine Last zu sein oder ihnen irgendwelche Umstände zu bereiten, ist schlimm für mich. Die Vorstellung, andere könnten mich richtig nervig oder dumm oder eklig finden...puh. Die Konsequenz ist, dass ich meine Bedürfnisse sträflich ignoriere und funktioniere, bis ich zusammenklappe (= die Panik mich außer Gefecht setzt).

diefluffige
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Re: Wovor haben wir Angst???

Beitragvon diefluffige » 19.11.2012, 17:49

Also, eines meiner größten Probleme ist eigentlich, dass ich nicht weiß, wovor genau ich eigentlich Angst habe... ich hoffe aber, es so ungefähr sagen zu können..
Also ich glaube[u][/u], bin mir aber nicht sicher, dass ich vorallem Angst wor der Ungewissheit hab...natürlich auch vor dem Erbrechen ansich, da das ja einfach unangenehm ist und so, aber ich glaube ich hab am meisten Angst davor, nicht zu wissen "muss ich jetzt kotzen oder nicht?" oder falls ich gekotzt hab.. "kann es sein, dass ich jetzt nochmnal kotze?" oder wenn eine MDG rumgeht... "Stecke ich mich an oder nicht?"
Der Kontrollverlust über den eigenen Körper spielt bei mir glaube ich, wie bei vielen, auch eine Rolle...
Ich glaub aber, dass das noch nicht alles ist....den Rest würd ich gern rausfinden...Das ist mein erstes Ziel und glaube ich auch mein erster Weg zur Besserung..
Die Welt, sie hält so viel für mich bereit, dass ich hier Liebeslieder schreib, ich hab mein Ziel noch nicht erreicht, auf einmal fällt mir fliegen wieder leicht, steig auf den Hügel, spreiz die Flügel und bin frei!

Winterlights
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Re: Wovor haben wir Angst???

Beitragvon Winterlights » 08.01.2013, 03:40

Ich hab Angst, dass mich andere dann ekelhaft finden und immer darüber reden werden wie ekelhaft das war und Leute mich vielleicht damit aufziehen (die einzige vor der es mir nichts ausmacht mich zu übergeben ist meine Mama und wenn es zB nur eine Freundin wäre)

Ich hab Angst zu ersticken, weil ich dazwischen keine Luft bekomm und dann sterbe, vor allem weil es ja Menschen gibt die übergeben sich einmal und gut ist und so Menschen wie ich die noch ewig würgen und das alles.

Ich hab Angst, dass es nicht mehr aufhört. Das letze Mal musste ich mich 5 Mal in der Nacht übergeben und ich weiß noch wie schlimm das war...

Und ich mag es nicht was ausgeliefert zu sein, ich mag es nicht, dass andere mich "schwach" sehen, weil ich das Gefühl hab gegenüber anderen muss ich stark sein und die Kontrolle haben.

Helena88
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Re: Wovor haben wir Angst???

Beitragvon Helena88 » 08.01.2013, 17:45

ich bin irgendwie auch noch dabei, dass zu ergründen, aber ich denke zumindest diese sachen treffen schon mal zu:

- Angst vor der Ungewissheit: Ich halte Ungewissheit in sämtlichen Lebensbereichen kaum aus.

- es sich selber nicht zutrauen: Ich hatte bis jetzt noch nie in meinem Leben eine MDG mit Erbrechen. Ich hatte immer "NUR" Durchfall. Erst vor kurzem hatte ich es und ich war so schlapp und alles, dass ich dachte "Oh Gott, wenn ich jetzt noch brechen müsste, könnte ich echt nicht mehr" wozu wir gleich zum nächsten kommen

- Unfähigkeit negative Gefühle und Körperempfindungen auszuhalten: hierzu mal ein Bsp., denn die Erkenntnis kam mir erst vor einigen Tagen:

Vor kurzem hatte ich einen Streit (leider per sms, denn sie wollte nicht telefonieren) mit einer wichtigen Freundin, die mich unberechtigt blöd gemacht hat. ich hab in solchen situation immer das bedürfnis sowas schnellstmöglich zu lösen, damit "alles wieder gut" ist. es ist total furchtbar für mich, wenn jemand schlecht über mich denkt oder mir böse ist, selbst wenn er damit vielleicht sogar im unrecht ist.
ich hatte bei jeder neuen sms von ihr schweißausbrüche und mir gings den ganzen tag sch***. und anstatt dass ich ihr einfach mal meine meinung gesagt hätte, denn ihre beschuldigungen waren verletzend und unberechtigt...bin ich die ganze zeit "nett geblieben" um den "frieden" schnellstmöglich wiederherzustellen

- Kontrollverlust: ich kann nicht kontrollieren, wann, wie, wo, wie oft (die wie oft komponente macht mir am meisten angst...)

- ...

weiter bin ich bisher noch nicht gekommen, da hängt bestimmt noch mehr dran

kirsche23

Re: Wovor haben wir Angst???

Beitragvon kirsche23 » 09.01.2013, 21:56

eisfee hat geschrieben:Also bei mir ist es so, das ich natürlich die größte Angst vor dem Unbekannten habe. Es ist nun über 20 Jahre her, seitdem "es" das letzte Mal passierte und das einzige was ich davon noch weiß ist das es mir die nächsten Tage extrem schlecht ging und meine Mutter mich trotzdem durch die Weltgeschichte schleppte!
Ich stelle mir auch immerwieder die gleichen Fragen; Wie wird es sein?, Kann ich das überhaupt?, Schaffe ich es rechtzeitig aufs Klo? u.s.w.!
Das löst auch gleich die nächste Angst aus, da ich ja selbstständig bin und sogut wie keinerlei Hilfe habe, kann ich es mir einfach nicht leisten auszufallen. Und da ich ja nicht weiß wie es mir hinterher gehen wird habe ich auch Angs davor.


Das kann ich so unterschreiben. Es ist zu lange her, ich weiß nicht, was auf mich zukommen würde, wie ich es meistern soll. Und die Angst, es könnte auswärts passieren und andere würden meine Hilflosigkeit mitbekommen.

kirsche23

Re: Wovor haben wir Angst???

Beitragvon kirsche23 » 10.01.2013, 00:06

kirsche23 hat geschrieben:
eisfee hat geschrieben:Also bei mir ist es so, das ich natürlich die größte Angst vor dem Unbekannten habe. Es ist nun über 20 Jahre her, seitdem "es" das letzte Mal passierte und das einzige was ich davon noch weiß ist das es mir die nächsten Tage extrem schlecht ging und meine Mutter mich trotzdem durch die Weltgeschichte schleppte!
Ich stelle mir auch immerwieder die gleichen Fragen; Wie wird es sein?, Kann ich das überhaupt?, Schaffe ich es rechtzeitig aufs Klo? u.s.w.!
Das löst auch gleich die nächste Angst aus, da ich ja selbstständig bin und sogut wie keinerlei Hilfe habe, kann ich es mir einfach nicht leisten auszufallen. Und da ich ja nicht weiß wie es mir hinterher gehen wird habe ich auch Angs davor.


Das kann ich so unterschreiben. Es ist zu lange her, ich weiß nicht, was auf mich zukommen würde, wie ich es meistern soll. Und die Angst, es könnte auswärts passieren und andere würden meine Hilflosigkeit mitbekommen.


Achja, und die Angst vor dem Wissen, dass es passieren wird (irgendwann mal) und vor dem Moment kurz DAVOR.. davor hab ich auch ziemlich schiss.. die sekunden, wo man weiß es passiert.


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