angst und meditation

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dieFee

angst und meditation

Beitragvon dieFee » 30.05.2008, 01:35

hallöchen :biggrin:

ich habe vor einiger zeit einmal einen thread verfasst, der sich mit meditativen und autosuggestiven ansätzen befasst hat. einige haben ja auch mit solchen cds und techniken herumexperimentiert und so einige erfahrungen gesammelt.

seit ziemlich genau einem jahr bin ich dabei, meine alte zahnarztphobie aufzulösen. anfänglich meinte ich ja, dass diese angst direkt mit der emo korrelieren würde, musste mich aber selbst eines besseren belehren. nun gut, seitdem war ich also 3 mal beim zahnarzt, zweimal davon wurde gebohrt, und die angst beginnt zu schwinden.

bevor ich also letzte woche zum zahnarzt bin, habe ich meine üblichen suggestionsmethoden angewandt, also ein paar übungen gemacht, mich in gedanken schon vor-konfrontiert, ein wenig atemtraining war auch dabei. das hat, denke ich, recht gut geklappt, der zahnarztbesuch war zwar nichts schönes, aber erträglich.

nur eines ist mir aufgefallen: eine meditation kann einen auf eine sitaution vorbereiten, sie kann einen aber nicht davor bewahren, die situation auch wirklich zu durchleben. ich kann mich meditativ mit meiner angst auseinandersetzen, sie erforschen, aber sie ist dennoch da in der situation. was bewirkt also die meditation?

sie bewirkt eine reifung. sie macht mich bereit für die konfrontation mit der angst, lässt mich vllt auch diffuse ängste klarer fassen. mehr nicht. sie stärkt mich, aber sie nimmt mir nichts ab.

das klingt sehr banal, ist aber entscheidend für das weitere vorgehen in sachen angst. jede art der angstbewältigung, sei es mit atemtechnik, meditation, auch eine therapie, führt uns nur an die angst heran, nicht durch sie hindurch. den weg aus der angst heraus, den müssen wir gehen. es reicht nicht, nur eine therapie zu machen (als beispiel), wir müssen auch gewillt sein, den weg zu ende zu gehen. das heisst sich aus einer therapiesituation zu lösen und das leben anzugehen. sich aus einer meditation zu lösen und die gefüchtete handlung zu vollbringen.

jede methode zur angstbewältigung hat nur dann efolg, wenn wir uns dann der angst stellen.

als beispiel: meine emo war ja sehr stark an die grundangst gekoppelt, das leben nicht zu schaffen, mein leben nicht nach meinen kriterien und in meinem tempo zu leben. das hat dazu geführt, dass ich mich dem leben verweigert habe, so quasi auf vorrat. ich war zwar da, aber eben irgendwie nicht involviert, habe mich zudem sehr stark aus allem rausgehalten, wollte mich keiner herausforderung stellen, fühlte mich nirgends zugehörig. das studium hat arg gelitten darunter, zeitweise fiel ich auch aus dem sozialen netz komplett heraus. das empfand ich dann aber paradoxerweise wieder als belastung. ich wollte mich nicht dem leben stellen - wollte mich aber auch nicht verweigern. der konflikt war dann zu gross und noch mehr angst und depressionen die folge.

ich suchte lange klärung in einer therapie und in eben schon erwähnten meditativen ansätzen. mit erfolg, die angst wurde gelindert. nur die basis meiner angst war noch hier. ich brauchte noch rund 3 jahre, bis ich wirklich begonnen habe, mich dem leben zu stellen. hätte ich diesen letzten schritt nicht gemacht, wären die ganzen bemühungen vermutlich umsonst gewesen. den letzten mut muss ich also ganz alleine aufbringen. ohne diesen mut, den lebensmut sozusagen, gibt es keine heilung.

ohne das bohren beim zahnarzt könnte ich das szenario noch 1000 mal durchspielen, es käme nichts dabei heraus. wenn ich nicht beginne verantwortung für meine gefühle und mein leben zu tragen, werde ich diese welt immer ängstlich betrachten und mich nie frei fühlen. so gut das konzept der freiheit auch mental schon durchgespielt ist.

gruss

dieFee

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