diese Angst bestimmt mein Leben

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lischen87
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diese Angst bestimmt mein Leben

Beitragvon lischen87 » 26.11.2015, 18:41

Hallo, ich bin gerade frisch angemeldet, bin 28 Jahre alt und leide seit ich 5 bin unter Emetophobie.
NAch dem Abi war es sehr sehr schlimm, ich konnte teilweise nicht das Haus verlassen, bin nie weggegangen usw. Vor fast 8 Jahren lernte ich meinen Mann kennen und er war der erste, der mir vermittelte: Es ist etwas ganz normales. Jedem ist mal schlecht! Es muss dir nicht peinlich sein.
Solange wir nur zu zweit waren, bin ich mit der Angst ganz gut zurecht gekommen. Nun haben wir einen 2.5 Jährigen Sohn, der mit knapp 2 Jahren das erste Mal erbrach, wird wohl ein MDV gewesen sein.
Keiner steckte sich an zum Glück, ich bin geflüchtet, konnte nichts machen, außer Panik zu haben. Danach fiel ich in ein sehr tiefes Loch, konnte kaum essen und war ziemlich am Ende. Daraufhin begann ich meine Therapie.
Was mir aber auch sehr half, war der Gedanke, dass ja jetzt erstmal Sommer ist und er das bisher einmal hatte, also offensichtlich nicht so anfällig dafür ist. Seit Ende September ist er nun in der Kita (vorher TaMu) und hatte jetzt im Oktober und auch wieder letzte Nacht MDG:
Im Oktober ging es für mich deutlich leichter, ich konnte dabeibleiben und alles sauber machen. Hatte danach natürlich wieder Panikattacken vom feinsten, beschloss aber am nächsten Morgen, dass ich das nicht kriegen werde. Das war zum Glück auch so.
Nun ging es letzte Nacht schon wieder los. Ich konnte wieder alles sauber machen usw, aber danach hatte ich wieder so schlimme Panik, bis zum Morgen dreimal Durchfall.Kurzzeitig konnte ich mir sagen, dass ich es auch diesmal nicht bekommen, aber seit 3h gelingt mir das nicht mehr. ich bekam wieder Zitteranfälle und dann noch Unterleibs- und Rückenschmerzen. Jetzt hab ich mich ins Bett gelegt, mein Mann ist mittlerweile sehr genervt (wir hatten gerade sehr schwierige wochen, ich war schwanger und litt unter schlimmer Übelkeit, das Baby blieb nicht, also OP und starke Nachblutungen, er musste sich praktisch wochenlang allein um unseren Sohn kümmern, obwohl er nebenbei seine Doktorarbeit schreiben muss).
Alle sagen mir, ich soll aufhören nur zu denken, dass ich es nicht kriege, sondern mir sagen, dass selbst wenn, es nicht schlimm ist. Aber das kann ich nicht. Es ist schrecklich, allein die Vorstellung. Wieso bekommt er das jetzt so oft? Ich weiß nicht, wie ich das aushalten soll. Ich fühle mich so dumm, so krank, so unnormal, und es kotzt mich an, wie sehr das mein Leben einschränkt. Es ist einfach großer Mist und ich weiß nicht, wie das jemals besser werden soll, solange wir ein Kind im Haus haben.

Linnunrata
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Re: diese Angst bestimmt mein Leben

Beitragvon Linnunrata » 26.11.2015, 23:18

Hallo Lischen ich kann Dich gut verstehen und mir vorstellen wie schlimm das grad für dich sein muss.
Aber Du hast es im Oktober geschafft....du wirst es auch diesmal schaffen.
Du schreibst, dass Du im Oktober sogar dabei bleiben konntest. Toll!! Dann hast Du Dich der Angst gestellt. Da kannst du mächtig stolz drauf sein.
Mein Sohn hatte sich letzte Woche übergeben. Aber ich hatte es nicht geschafft bei ihm zu bleiben.
Am nächsten Morgen alles sauber machen kein Problem....aber während dessen dabei sein ging einfach nicht.

Wie geht es dir denn jetzt?

Red Dir nicht ein dass Du dumm bist. Du hast so viel Scheiße durchgemacht die letzten Wochen. Da ist doch wohl klar, dass Du nun einfach mal Ruhe brauchst und Dich die MDG deines Kindes völlig aus der Bahn wirft.

Ich wünsch dir ganz viel Kraft diese Zeit durchzustehen.

Shopgirl78
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Re: diese Angst bestimmt mein Leben

Beitragvon Shopgirl78 » 27.11.2015, 14:06

Hallo Lischen

Ich fühle mit Dir... die Angst begleitet mich auch schon ewig und ist seitdem ich Kinder habe viel schlimmer geworden. Es gab Zeiten, in denen ich dachte, das schaff ich einfach nicht!!! Als sie klein waren hatten sie mal beide den Norovirus und das war echt schlimm damals.

ABER: ich kann Dir auch Mut machen! Je grösser die Kinder werden, desto leichter wird es. Meine sind heute 10 und 12 Jahre alt. Sie sind nun viel seltener krank und wenn sie es dann doch sind, dann ist es irgendwie nicht mehr so schlimm wie früher. Jetzt merken sie, wenn ihnen schlecht wird und gehen dann auch aufs Klo.

Trotzdem ist es auch für mich im Winter immer noch viel schlimmer. Vor allem die Nächte sind schlimm. Tagsüber kann ich irgendwie damit umgehen, aber in der Nacht...

Aber lass uns positiv bleiben: wir schaffen das schon! Und wenn es mir ganz schlecht geht hilft mir immer noch der Satz von meiner Oma sehr viel: "auch das geht vorbei" Damit habe ich schon viele Angstattacken überlebt :wink:

Liebe Grüsse

lischen87
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Re: diese Angst bestimmt mein Leben

Beitragvon lischen87 » 27.11.2015, 21:31

Heute war ich tagsüber arbeiten, das war gut, hat mich abgelenkt und mein Mann war mit unserem Sohn zuhause.
Bisher gehts uns gut, aber ich bin immernoch im "Wartemodus". Essen fällt mir schwer, und ich warte immer, ob ich auch wirklich ein Hungergefühl bekomme, dann esse ich was, zumindest ein bisschen.

Ja der WInter macht es richtig schlimm und auch sobald es dunkel wird, wird es schlimmer.

Zum Glück habe ich meinen Mann, der damit vollkommen locker umgeht. Er sagt mir immer wieder, dass es nicht schlimm ist, dass es normal ist, dass es menschlich ist und dass es schnell vorbei geht, viel schneller als Husten/Schnupfen und Co.

Aber immernoch frage ich mich, ob ich mir wirklich ein zweites Kind vorstellen kann. In der vergangenen Schwangerschaft habe ich mir vorher eingeredet, dass es diesmal vllt besser wird mit der Übelkeit, auf jeden Fall nicht schlimmer. Aber es ist einfach alles tausendmal schlimmer, wenn man einen 40h Job und ein Kleinkind dazu und einen völlig gestressten Mann. In der ersten Schwangerschaft lag ich dann eben auf der Couch und hab die Zeit abgewartet, diesmal war es einfach nur Quälerei für uns alle und dann noch das Ende, dass ich das alles "umsonst" ausgehalten hab bzw wir ausgehalten haben. Für unseren Sohn wäre es wunderbar ein Geschwisterchen zu haben, aber wie soll das gehen, wenn dann beide MD haben. Mein Mann kann ja schlecht beiden die Schüssel halten.
Und dann denke ich mir wieder, dass diese Emo mir so viel kaputt macht, mir so viel vom Leben nimmt, ich mir ernsthaft überlege, ob ich mir davon ein weiteres Kind "kaputt" machen lasse.
Ich denke wie gesagt, diese Grundemo, die sich früher auf so viele Lebensbereiche bei mir ausbreitete, mit der kann ich ganz gut umgehen bzw meistens lasse ich sie keine Macht über mich gewinnen, aber sobald es um MD geht, ist alles vorbei. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich da mal ohne Angst sein werde. Vllt später wieder, wenn unser Sohn ausgezogen ist und wieder nur mein Mann und ich "allein" sind, aber dann haben wir vielleicht mal Enkelkinder zu Besuch...
Wie hast du das mit den zwei Kindern geschafft und dann sind sie auch noch so nah? Das heißt, du hattest ja dann beide im Kindergartenalter usw, Shopgirl?

Shopgirl78
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Re: diese Angst bestimmt mein Leben

Beitragvon Shopgirl78 » 29.11.2015, 00:08

Wie ich es geschafft habe? Ich würde sagen ich bin da reingewachsen.
Und bisher musste ich nie beiden die Schüssel halten :wink:
Sie hatten noch nie gleichzeitig MDG. Die paar Male wo wir es alle hatten, kam es nacheinander. Da gings dem Grossen schon wieder besser und dann bekam es der Kleine. Oder umgekehrt. Ich glaube, dass es mit zwei Kindern nicht viel schwieriger ist als mit einem.

Klar, wenn eins krank ist, will dennoch das andere Kind auch Aufmerksamkeit, das ist anstrengend. Aber sie sind ja viel häufiger gesund und da empfand ich es immer als riesige Erleichterung, weil sie zusammen gespielt haben etc.

Meine Angst ist ja immer noch da. Grad gestern Abend hatte ich wieder so Panik - furchtbar!!! Und völlig umsonst übrigens... Aber ich denke nicht, dass ich weniger Angst hätte mit nur einem Kind.

lischen87
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Re: diese Angst bestimmt mein Leben

Beitragvon lischen87 » 29.11.2015, 14:49

Ja wahrscheinlich hast du Recht Man wächst ja mit seinen Aufgaben. Momentan ist unser Sohn eindeutig nicht mehr gesund als krank, ich hoffe, das wird bald besser. Vielleicht kann ich dann ein Geschwisterchen auch wieder aus einem entspannteren WInkel sehen.:)
Ich wünsche dir, dass die Panik dich wieder in Ruhe lässt.

Wyluna
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Re: diese Angst bestimmt mein Leben

Beitragvon Wyluna » 03.12.2015, 12:53

Hallo Lischen,

ich bin nicht mehr so oft hier unterwegs, aber melde mich dazu mal. Ich habe nur ein Kind, 8 J., Emo habe ich seit meiner Kindheit, jedoch wurde diese nach der Geburt meines Kindes massiv schlimmer. Grund - aus meiner Sicht - die Emo wurde durch die Konfrontation stark aktualisiert. Meine Tochter hatte und hat seit der Geburt mindestens 3 mal im Jahr MD und/oder einfach so erbrochen! Beim ersten Mal war sie 5 Monate, das letzte Mal war jetzt Ende August! Als sie 3 war und in die kam, hat sie es natürlich noch öfter bekommen. All das was ihr an Panikattacken usw beschreibt, kenne ich zur Genüge. Und ich kann euch sagen: es wird besser! Zum einen werden die Infekte in der Schule dann (etwas) weniger, zum anderen (so war es zumindest bei mir) steckt man sich auch nicht jedes Mal wieder an. Und irgendwie habe ich mich auch daran gewöhnt. Ich habe schon die schlimmsten Sachen erlebt, wurde von Kopf bis Fuß vollkek.... , habe unglaublich viel wegwischen müssen, ganze Nächte wach am Kinderbett gesessen mit der SChüssel in der Hand etc.

Eine Therapie habe ich auch gemacht, aber nur 25 Einheiten, das hat auch geholfen.

Und auch ich habe bewusst auf ein zweites Kind verzichtet, weil gerade in der Zeit meine Tochter so oft MD hatte, dass ich mir das nicht zugetraut habe. Und jetzt bereue ich das bitter, denn nun bin ich mit 44 zu alt für ein zweites Kind!

LG


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