Es ist passiert

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Linnunrata
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Es ist passiert

Beitragvon Linnunrata » 20.11.2015, 21:56

Hallo
Ich tippe hier grad mit zitternden Fingern. Bin mal wieder fix und fertig.
Es war heute ein total schöner Nachmittag mit meinem kleinen Sohn. Hab ihn aus der Kita geholt hatten eine tolle Zeit. Haben gekuschelt, hab ein dickes Bussy bekommen aus seinem Glas getrunken, seinen angeknabberten Apfel aufgegessen, hatten Spaß. Abends sagte er immer wieder dass er Bauchweh hat. Dann wollte er kein Abendbrot essen und nix trinken. Wollte freiwillig ohne Sandmännchen ins Bett.
Da kam meine Angst hoch.
Mein Mann hat ihn ins Bett gebracht.
Jetzt grade wurde er wach. Mein Mann war sehr lange bei ihm. Als er wieder kam war ich schon ein Nervenbündel und fragte was los sei "Das sag ich dir jetzt lieber nicht" bekam ich zu hören....zack Panik voll da.
Hab meinen Mann dann ausgequetscht. Er erzählte mir das der Kleine sich ü..... hat.
Panik, Heulkrampf, Übelkeit, Herzrasen......
Nun hab ich riiiiiiesen Angst dass ich mich angesteckt haben könnte!!!!
Womöglich mein Mann auch!
Ich bin fix und fertig. Weiß grad gar nicht was ich machen soll. Ablenken hilft auch nicht. Liege im Bett und zitter.
Vor allem ging es sooo schnell. Um 17:30 noch gespielt und Saft getrunken. Ab 18 Uhr das erste mal über Bauchweh geklagt und um 20 Uhr....
Mein Mann versucht die ganze Zeit mich zu beruhigen und sagt er kümmert sich um den kleinen wenns in der nacht nochmal passiert. Aber was wenn er sich auch angesteckt hat????
Meinem Sohn Gings ja vor 3 Std auch noch super.

Ich habe die letzten tage das Aushängeschild mit den Krankheiten in der Kita extra nie angeguckt. Jetzt grad hat mir mein mann berichtet dass seit dieser Woche MD drauf steht!!!!!

Ich weiß......es wird irgendwie alles gut.....aber der Weg bis dahin....ich habe solche Angst und bin so tief traurig dass mich das so runter zieht.
Irgendwie hilft grad gar nix
@Sase: noch nicht mal Gummibärchen!!!

Doch....das tippen hilft....die Hände werden ruhiger. Aber die Nacht ist ja noch nicht vorbei.

Wer versteht mich und kann mir Mut machen??

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Dreama_Rina
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Re: Es ist passiert

Beitragvon Dreama_Rina » 21.11.2015, 22:36

Ich verstehe dich und bin ganz doll bei dir! Das ist ungefähr mein allergrößter Albtraum und es tut mir wirklich leid für dich, dass du jetztvmitten drinnen steckst. Ich wünsche euch, dass ihr verschont bleibt!!!!!! Ist das erste mal, dass er MDG aus der Kita mitgebracht hat?

Ich bin beim lesen darüber gestolpert, dass du Angst hast, dein Mann könnte sich angesteckt haben. Das ist auch bei mir ein Riesen Problem und ich verstehe nicht so recht weshalb. Ich bin lange davon ausgegangen, dass es für mich um kontrollverlust geht, und wenn mein Mann Fieber hat geht's ihm viel schlechter als bei einer MDG. Er hat im Gegensatz zu mir gar kein Problem damit. Er deainfiziert sogar nach jedem Klobesuch alles um mir auch zu zeigen, dass es einem hinterher schon so gut geht, dass man das schaffen kann.

Vielleicht hast du jetzt gerade keine Ruhe dazu aber mich würde wirklich interessieren, ob du (oder ein anderer mitleser/in) beschreiben kannst, was bei der Ansteckung deines Mannes das schlimme ist. Für eine weile habe ich geglaubt, dass die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung größer ist, aber das ist es nicht. Ich versuche jetzt, beim lesen und in Zeiten, in denen ich es emotional aushalten kann, mich zu fragen, was das schlimmste ist was passieren kann. Und ich kann meine Angst nicht in Worte fassen. Ich kann ncit sagen, was so schlimm daran ist, dass mein sich ansteckt, gut damit leben kann und auch noch in der Lage ist, alles sauber zu machen und zu desinfizieren.

Wie geht es euch dreien denn heute?

Ganz ganz viele liebe Grüße!
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Re: Es ist passiert

Beitragvon Dreama_Rina » 21.11.2015, 22:54

Ich wollte dir auch noch sagen, dass ich nach der letzten MDG auch wochenlang nichts mit meiner Tochter teilen konnte, ich wollte nichts von ihrem Teller und hab sie auch mit ihrer Gabel nicht in die Nähe von meinem gelassen. Ich konnte sie schwer in den Armen und küssen war die ersten Tage danach auch nicht möglich. Und dann bin ich so bockig geworden weil ich mich so über mich geärgert habe und so ein schlechtes Gewissen hatte, dass diese bekloppte angst das zulässt. Ich liebe meine Tochter so unendlich und ich hab mich so geschämt, dass ich mich so verhalten habe und ihr vielleicht (sie ist erst 2 Kann sie also nicht wirklich fragen) das Gefühl gegeben habe, dass sie mir ekelhaft ist oder ich sie weniger liebe, wenn sie Bauchweh hat (mit dem Gedanken bin ich groß veworden, meine Mama leider auch unter emetophobie).

Und jetzt versuche ich wirklich, wenn sie es will, mit ihr zu teilen, auch wenn wir das Warnschild an der Kita Tür haben.
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Re: Es ist passiert

Beitragvon Linnunrata » 21.11.2015, 23:14

Hallo Dreama Rina,

Danke für deine Antwort.
Also meinem Sohn geht es wieder besser. Es ist die Nacht nix Schlimmes mehr passiert. Er hängt allerdings noch ziemlich durch. Ist sehr blaß und hat kaum Appetit.

Ich habe die letzte Nacht auch relativ gut überstanden, habe sehr unruhig geschlafen, hatte aber keine Panikattacken mehr.

Nur hat mein Mann nun Durchfall!!! Oh nein!

Ich habe so große Angst davor, dass er sich übergeben muss und ihm geht es dann immer seeeehr schlecht. Er ist dann fast zu nix in der Lage. Mein Horrorszenario sieht dann so aus: Mein Mann liegt leidend mit Eimer im Bett. Ich krieg ne Panikattacke und mein Sohn muss sich womöglichauch noch mal übergeben und ich muss mich ganz alleine um den Kleinen kümmern.
Und mein größtes Problem ist ja in solchen Fällen die körperliche Nähe zu meinem kranken Kind. Kein Problem bei Erkältung oder Fieber. Aber bei MD kann ich nicht mit ihm kuscheln, ihn auf den Arm nehmen und ihn trösten.
Das macht mich auch so tierisch traurig. Ich merke wie mein Kind leidet und ich lieg stocksteif und heulend im Bett und schaffe es nicht aufzustehen.

Es ist übrigens das zweite mal dass er MD hat. Letztes Jahr hats mich total umgehauen (psychisch). Ich konnte wochenlang nix essen. Letztendlich bin ich dann für 3 Monate in eine psychosomatische Klinik gekommen.

Wie alt ist deine Tochter?
Hatte sie schon mal MD?

Mir hat es nie was ausgemacht wenn mein Sohn damals als Baby gespuckt hat. Okay ich fand den Geruch schon sehr eklig.....aber nix mit Panik. Ich bin immer total ruhig geblieben.
Ging dir das auch so?

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Re: Es ist passiert

Beitragvon Dreama_Rina » 21.11.2015, 23:41

Ja, das ging mir auch so, mit milchkotze war ich cool, das war ja auch nicht ansteckend. Und auch als es in Richtung Brei ging, Sie sich mal verschluckt hat oder zu viel gegessen hatte, kam ich damit klar.

Bis zur ersten MDG. Meine Tochter ist jetzt 2.5 und die ersten beiden Male waren innerhalb von 2 Monaten kurz vor ihrem 2. Geburtstag. Da ging es ihr super schlecht, die 2. zog sich wie Kaugummi, wir ware im Notdienst beim Krankenhaus und ich dachte, das endet nie. Meinen Mann hatte es da auch ziemlich erwischt, ich hab dann bei meiner Tochter im Zimmer geschlafen und er im schlafzimmer, Damit ich auch ja nichts mitkriege.

Danach hatten wir noch 2 mal MDG mit schlimmem Durchfall, da hab ich mich beide Male mit angesteckt. Und jetzt haben wir seit 2 Wochen das Warnschild an der Kita und gerade am Freitag gab es wieder einen neuen Fall.

Ich kann dann auch nichts essen und schlecht bis gar nicht schlafen. In solchen Momenten zweifele ich oft an meine n Qualitäten als Mutter und bin mir unsicher, ob ich ein zweites Kind möchte, weil ich nicht weiß, ob ich das noch mal schaffen kann. Meine Tochter in der Kita zu lassen kostet mich jeden Tag Überwindung.

Ich fange Ende des Monats eine psychoalaytische Therapie an. auch hier frage ich mich oft, ob ich nicht einfach stationär besser aufgehoben wäre. Ich hab aber Angst, dass meine Tochter das nicht verkraftet. War dein Sohn als Begleitkind mit? Wer war Kostenträger? Und hat es dir geholfen? Konntest du für dich was mitnehmen?
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Re: Es ist passiert

Beitragvon Linnunrata » 22.11.2015, 13:53

Oh ja das kommt mir bekannt vor. Ich habe meinen Mann gestern auch ausquartiert. Zum Glück geht es uns allen nun aber wieder gut.
Kein Vergleich zur letzten MDG vor einem Jahr.

Ich war in einer psychosomatischen Klinik hier ganz in der Nähe. Ich durfte jedes Wochenende heim und bin auch oft nachmittags heim gefahren. Somit konnte ich meinen Sohn trotzdem regelmäßig sehen.
Ich wollte ihn damals nicht dabei haben, da ich die Nähe einfach nicht ertragen konnte. Auch ich hab mich dadurch als schlechte Mutter gesehen. ABER ich konnte nicht anders. Ich hatte keine Kraft. Ich wusste mein Sohn ist bei meinem Mann und Kita in guten Händen. Und der Klinikaufenthalt war wichtig fur mich UND somit auch für meine Sohn. Ich habe es ja sozusagen auch für ihn gemacht.
Also fang ja nicht an an deinen Qualitäten zu zweifeln. Du bist eine sehr verantwortungsvolle Mutter, denn Du lässt dir helfen und arbeitest an Dir.

Das mit dem zweiten Kind ist für mich auch ein großes Thema. Seit der heftigen Durchfallerkrankung meines Sohnes vor zwei Wochen und dem jetzigen Infekt kann ich mir es allerdings überhaupt nicht mehr vorstellen.
Vor allem hab ich eine riesen Angst vor der Schwangerschaft. In der ersten SS war mir 9 Monate übel!!! Das steh ich nicht nochmal durch.

Wie verlief Deine SS?

Die Kosten hat die Krankenkasse übernommen.

Und ja ich habe so einiges mitgenommen.
Zum einen habe ich gelernt mein Angst und meine Depression als Krankheit zu akzeptieren (okay....klappt nicht immer....aber immer öfter) und ich esse regelmäßig. Auch wenn mir übel ist versuche ich immer weigstens eine Kleinigkeit zu essen.
Außerdem nehm ich seit dem Klinikaufenthalt ein schlafanstoßendes AD. Seitdem schlaf ich besser und bin tagsüber in der Lage in die Arbeit zu gehen.
Früher kamen AD's für mich nie in Frage wegen der Nebenwirkungen.

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Re: Es ist passiert

Beitragvon Dreama_Rina » 22.11.2015, 15:12

Wie schön, dass du sooft nach Hause konntest! Manchmal wünsche ich mir, dass ich vor meiner Tochter nen stationären Aufenthalt schon hinter mir habe; allerdings kam die schlimme Angst erst mit dem Kind zurück.

Wir sind ungeplant schwanger geworden, bzw bin ich nicht davon ausgegangen, dass es sofort klappt. Mir war von der 5. bis zur 14. Schwangerschaftswoche schlecht und ich war auch fast die ganze Zeit krankgeschrieben weil ich mich so auf die Übelkeit konzentrieren musste, und außer im Bett lügen nichts ging. Danach war alles gut. Während der Geburt dachte ich einmal, dass ich mich übergeben muss und fand es in dem Moment gar nicht schlimm. Wahrscheinlich, weil ich wusste, dass es halt vom pressen kommt.

Alle die ich kenne haben in der 2. Schwangerschaft mehr mit der Übelkeit zu kämpfen als in der davor wobei man ja sowas pauschal nie sagen kann. Außerdem hab ich ja jetzt auch gar keine Zeit mehr 9 Wochen im Bett zu liegen. Schwierig schwierig. Im Moment bin ich noch nicht soweit. Ich warte jetzt erst einmal den Therapieverlauf ab.

Ich freue mich sehr für euch, dass ihr wieder fit seid! Ein Hoch auf gute Abwehrkräfte!!!!!
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Re: Es ist passiert

Beitragvon Gina » 23.11.2015, 13:12

Liebe Linnunrata,

dass was ich Dir jetzt schreibe, wird Dir nicht gefallen, aber hör auf mit dem Vermeidungsverhalten! Gehe aktiv auf Deinen Sohn zu, auch wenn Du noch solche Angst hast. Leider werden diese "Alptraumsituationen" immer wieder kommen und Du kannst davor nicht weglaufen. Also musst Du anfangen Dich zu stellen.
Ich weiß wie schwer das ist, glaub mir!!! Aber hier bleibt Dir keine andere Möglichkeit, immer weglaufen macht alles schlimmer.

Ich habe mit meiner Familie leider auch schon diese verfluchten MD Geschichten durchgemacht und oh Gott graus....vor der nächsten.
Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es vorbei geht, ätzend ist, aber Dich nicht umbringt! Und diese Erfahrung musst Du unbedingt selbst machen.

Ich wünsche Dir natürlich trotzdem, dass der Kelch bei Eurer aktuellen Erkrankung an Dir vorüber geht!!

Gina

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Re: Es ist passiert

Beitragvon Linnunrata » 23.11.2015, 20:15

Liebe Gina,

Danke für Deine ehrliche Antwort.
Puh! Natürlich weiß ich, dass die Angst größer wird je mehr ich in mein Vermeidungsverhalten rutsche. Theoretisch logisch.....aber halt verdammt schwer in der Praxis umzusetzen.
Einige Fortschritte erkenne ich ja zum Glück schon an mir. Das Wichtigste: Ich habe trotzdem meine regelmäßign Mahlzeiten zu mir genommen die letzten Tage.
Aber diese körperliche Nähe zu meinem kranken Kinder bzw. Eimer halten, Köpfchen halte usw.....ist im Moment einfach unvorstellbar für mich.

Zum Glück geht es uns allen wieder gut. Hoffe auch sehr es bleibt so.

Wie schaffst Du es Deiner Angst die Stirn zu bieten?
Bin für alle Tipps offen.

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Re: Es ist passiert

Beitragvon chrissy4186 » 23.11.2015, 20:40

Hallo ihr lieben,
genau wie ihr es schreibt geht es mir auch. ich zweifle an meinem mamadasein und mich überkommt dann das Gefühl, das ich mein kind und mein mann einfach alleine lasse. ich will dann einfach alleine leben. mein kind hatte vor 6 wochen ungefähr md und mein mann auch. ich war einfach nur noch fix und fertig. ich konnte tagelang nix essen und ich hab tagelang nicht richtig geschlafen. meine angst, das ich es auch bekommen muss, hat mich so geplagt. ich war einfach am ende. ich habe tagelang geweint. ich war 2 wochen krankschreiben, weil ich selber einfach total ko war.

mittlerweile hab ich eine Hypnose Therapie angefangen. och kann aber irgendwie noch nicht sage. ob es was gebracht hat. bisher gab es keinen akuten fall.

mein mann sieht das ganze mit erbr. total locker. er sagt immer, das ist doch wie niesen. ohhh man.
. ich würde das auch gern können.

bzgl. zweiten kind. mein mann würde zu gerne ein zweites kind haben. aber ich kann es einfach nicht. meine angst ist einfach noch zu groß. alleine der Gedanke das dann zwei kinder erbr. müssten, machen es mir so schwer. ich würde das nervlich nicht schaffen. ich liebe meine Tochter über alles aber sobald sie erbr. muss oder sie bauchweh hat. kann ich mich nicht mehr kümmern. ich habe dann angst das ich mich anstecken könnte.

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Re: Es ist passiert

Beitragvon Linnunrata » 23.11.2015, 22:40

Liebe Chrissy,

Wir sollten wirklich nie nie niemals an unserem Mutterdasein zweifeln. Wir wissen es doch ganz genau: wir lassen unsere Familie nicht allein. Wir laufen bloß vor dieser verdammten Angst davon. Wir haben den Übeltäter ja erkannt: die Angst macht es uns so schwer und lässt uns zweifeln.

Jemand mit Flugangst fliegt halt nicht.....okay auch Vermeidungsverhalten. Aber wir Emo Mamis müssen uns eben der Angst stellen.

Hast Du Dich denn wieder erholt von dem MD Fall deiner Tochter? Kannst du inzwischen wieder normal essen und schlafen? Gehst du wieder arbeiten?
Mich persönlich lenkt die Arbeit auch sehr gut ab.

Naja dass Du nach so kurzer Zeit noch keine riesen Fortschritte durch die Therapie merkst ist echt normal. Die Behandlung psychischer Erkrankungen braucht halt einfach seine Zeit.

Wir sind ja erst seit 2,5 Jahren Mamis und auch das braucht eben seine Zeit.
Vor meiner SS wußte ich ja noch nicht einmal dass es für meine Angst einen Namen gibt. Früher hab ich jegliche Konfrontation gemieden, dass ich durch dieses Verhalten meine Angst immer mehr gefüttert habe wurde mir erst letztes Jahr bei der ersten MDG meines Sohnes klar.
Aber dieses Verhalten kann ich halt nicht von jetzt auf gleich ablegen. Wäre ja schön wenn es so leicht und so schnell ginge.

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Re: Es ist passiert

Beitragvon Dreama_Rina » 23.11.2015, 22:52

Man chrissy, genau so geht es mir auch. Es ist so heftig, wie ich mich Jahre lang allein gefühlt hab und auch auf einmal auf so viele Gleichgesinnte treffe. Ich bin total überwältigt, weil ihr mir so aus der Seele sprecht und ich nie für möglich gehalten hätte, dass mir das Trost gibt.

Ich hoffe für dich, dass die Hypnose Therapie hilft! Kannst du mit deinem Arzt dadrüber sprechen? Ich hab oft Angst zum Arzt zu gehen weil ich denke, dass die es für Quatsch halten. Ich mache in solchen Situationen viel mit mir selber aus, weil ich niemandem zur Last fallen will.

Toll, dass dein Mann da so easy ist, ich finde, dass nimmt einem eine ganze Menge Druck, vermeiden hin oder her. Mir ist es lieber, sie ist mit ihren 2,5 bei einem entspannten Papa, der 200% trösten und versorgen als bei mir. Ich kann eben andere Sachen besser aushalten.
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Re: Es ist passiert

Beitragvon Gina » 24.11.2015, 09:37

Linnunrata hat geschrieben:Wie schaffst Du es Deiner Angst die Stirn zu bieten?
Bin für alle Tipps offen.


Als meine Tochter im Alter von 3 1/2 Jahren im KiGa war, bekam ich einen Anruf, ich sollte sie umgehend abholen, da sie erbrochen hat.
Es war kurz vor Weihnachten, ich war gerade vom einkaufen zurück und in freudiger Erwartung vor dem Fest. BOOOOOOM - das war für mich ein einziger Schock :shock: !
Da weder mein Mann, noch meine Mutter so schnell vor Ort sein konnten, blieb mir nichts anderes übrig, als mein Mädchen selbst zu holen.

Als ich im Kindergarten ankam, stand meine Kleine vor dem Klo, weinend und total verzweifelt. Ich war erstmal so distanziert weil ich so schockiert war, dass ich nur da Stand. Die Erzieherin gab mir dann einen kleinen Wink, ich solle sie nehmen und mit nach Hause nehmen.

Zu Hause war ich so aufgeregt wie noch nie, meine Panik ließ meinen Kopf drehen, irgendwie funktionierte mein ganzer Körper nicht mehr. Und dann erbrach sie nochmal......
Ich befand mich zwischen Panik und den Drang jetzt sofort wegzulaufen, doch die Mutter in mir brachte es nicht fertig, da sie ja sonst alleine gewesen wäre.
Und als ich dachte, meine Panikattacke läßt mich jetzt gleich tot umfallen oder selbst erbr........passierte nichts......ich saß mit ihr da und es passierte nichts!! Ich viel nicht um, musste nicht erbrechen, mein Herz schlug bis zum Anschlag.....aber es passierte nichts.

Mit einer riesen Angst im Bauch griff ich nach einer kleinen Schüssel (Eimer hätte ich niemals fertiggebracht!) und habe ihr sie reflexartig hingehalten.

Diese Erfahrung, die Situation auszuhalten stärkt mich noch heute!
Noch nie habe ich eine Panikattacke so durchgestanden und keinen Fluchtweg ergriffen.

Leider zog sich der Virus durch die ganze Familie.

Das ist jetzt fast 8 Jahre her und seither gab es auch diverse MD Geschichten :? . Es ist jedesmal ein erneutes überwinden, schlaflose Nächte, verunsichert sein, Angst, Nervosität......Aber ich sage mir immer, es geht vorbei.
Ich werde nie, locker mit so etwas umgehen und werde auch immer mit mir zu kämpfen haben, doch es bestimmt mich nicht mehr.
Ich habe akzeptiert, dass das meine "Schwachstelle" ist und nehme es mittlerweile so hin.

Auch die Erfahrung hat mich belehrt. Man kann eine MDG immer bekommen :x , irgendjemand hat sie auch immer gerade und diese ganze Desinfektionsschei.... ist für die Katz!

Ich hoffe, ich mache Dir mit dem ein bisschen Mut!!!!

Gina

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Re: Es ist passiert

Beitragvon Pummelfee » 27.11.2015, 00:42

Ich berichte auch mal kurz vor unserem Erlebnis ..
Mein Sohn war.. wie alt weiß ich nun gar nicht, noch keine zwei und es war Anfang diesen Jahres.
Er hatte einen ganzen Tag weichen Stuhl, da er noch in die Windel gemacht hat und es ihm super ging haben sich weder mein Mann noch ich sorgen drum gemacht (das war am Sonntag).
Wir haben noch alle schön zu Abend gegessen und mein Mann hat sich dann auf den Weg zu seinem Wochen Seminar gemacht 400km von uns weg.
Wir also dann irgendwann ins Bett, sind beide recht flott eingepennt und dann würde ich plötzlich wach.
Ich hab auf einmal ohne jeden Grund ne Monster Panik Attacke bekommen, bin dann aus dem Bett raus, und ich konnte kaum noch stehen oder gehen so schwindelig war mir. Ich dachte ich falle in Ohnmacht oder sonst was schlimmes. Habe dann meine Mama angerufen, das war mitten in der Nacht, ich hab ihr gesagt sie muss unbedingt jetzt kommen ich falle gleich in Ohnmacht und weiß nicht was passiert.
Sie hat sich sofort auf die Socken gemacht, dann würde das Lind auch wach, ich also zurück zu ihm, habe mich versucht zu beruhigen. Hatte schon Traubenzucker intus und war nass geschwitzt. Er wollte Mumi also habe ich versucht ihn zu stillen. Da hat er dann immer gewürgt. Und ich dachte es läge an meiner Panik das er es Irhendwie mitbekommt oder was. Naja dann bin ich wieder hoch weil ich nicht liegen konnte. Er dann auch aufgestanden.
In der Küche hat er sich dann so ganz nebenbei mal eben übergeben, ich ihm also das Oberteil ausgezogen voller Panik, und er hat dann das Kaninchen gefüttert.
Ich habe dann so dollen Durchfall bekommen. :D Ich habs es nicht bis zum Pott geschafft, wie Wasser. Ohne Schmerzen oder so. Ich könnte mich nicht ums Kind kümmern sondern klebte auf dem Klo fest.
Da kam auch schon meine Mutter in das Desaster eingetrudelt.
Die hat sich dann meinem Sohn angenommen, ich habe mich mit Vomex abgefüttert zur Beruhigung. Und dann habe ich mir sogar neben das Bett einen Eimer parat gestellt. Musste mich
von meinem Sohn ja nun nicht fern halten weil wir ja beide befallen waren. Naja die Nacht war gut, morgens hat er schon wieder normal gegessen. Ich hatte ihm um 5 oder 6 nen halbes Vomex Zäpfchen gegeben damit er schlafen kann.
Icj hatte keine Lust mehr aufs Klo zu gehen und war völlig durch. Die Panik war allerdings weg. Ich hab mir sogar einmal gedacht: jetzt lieber brechen anstatt wieder aufstehen zu müssen. Weil ich so schlapp war.
Mir gings auch Tage danach noch schlecht, hatte Fieber. Aber kein Durchfall oder Erbrechen. Mein Mann hat es in der selben Nacht genau wie mich erwischt nur noch mit Brechen, aber er macht das gerne und findet es erleichtern. Meine Mutter natürlich dann auch nen Tag später ;-) Aber wir haben es alle Irhendwie überlebt. War echt ein Durcheinander und naja.. trotzdem ist die Panik jetzt nach wie vor da.
Er ist noch nicht im Kiga aber die Gefahr lauert ja überall. Achte halt auf Hygiene so gut es geht, versuche mich aber nicht zu sehr in den Wahnsinn zu treiben. Ich weiß das ich irgendwie funktioniere.. muss ja.
Ich darf mich nicht fürchten.Die Furcht tötet das Bewußtsein.Die Furcht führt zu völliger Zerstörung.Ich werde ihr ins Gesicht sehen.Sie soll mich völlig durchdringen.Und wenn sie von mir gegangen ist,wird nichts zurückbleiben.Nichts außer mir. -Herbert

Eisbär
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Re: Es ist passiert

Beitragvon Eisbär » 05.12.2015, 19:48

Es tut so gut zu wissen, dass man nicht die einzige Mutter ist, die so am Rad dreht, wenn das eigene Kind sich übergibt. Auch bei uns war es letzte Nacht wieder soweit....

Ich hatte eigentlich meine Gästezimmernacht (einmal die Woche darf jeder von uns durch- und ausschlafen), aber gegen 3 Uhr morgens stand mein Mann in der Tür: "Kommst du mal?" Ich wusste sofort was los war.
Erst dachten wir es lag daran, dass er ein bisschen Husten hatte und sich verschluckt hatte. Pustekuchen.... im halbe Stunde Takt erbrach er sich wieder. Gegen 6 Uhr morgens war ich drauf und dran wieder ins Krankenhaus zu fahren (wir waren im August erst 5 Tage stationär wegen Rota). Aber wir entschieden uns dagegen, weil der Kleine noch recht fit wirkte. Zuletzt erbrochen hat er heute Morgen um halb 9. Jetzt ist Abend, ich weiß nicht, was ich ihm zu essen anbieten soll. Außerdem hab ich mega Panik vor der Nacht. Während er bricht, kann ich dabei sein, ihn trösten, hinterher putzen usw. Aber wenns dann vorbei ist.... dann kommt die Panik hochgekrochen. Wie sollen wir nur die Nacht überstehen? Schläft er überhaupt ein? Er trinkt sonst immer abends eine Milch. Das geht aber ja heute nicht. Wasser bleibt mittlerweile drin, auch ein bisschen Brezel. Was ist mit Nudeln? Ach Gedankenkarussell.... :cry:


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