Schwangerschaft - hin- und hergerissen

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Juanita
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Schwangerschaft - hin- und hergerissen

Beitragvon Juanita » 26.08.2014, 14:26

Hallo ihr lieben,

Ich bin ganz neu hier und hoffe ich mache das jetzt hier alles richtig mit meinem Beitrag:) falls nicht bin ich für alle Tipps und Einweisungen dankbar:-)

Ich habe lange zeit einige Beiträge gelesen, bis ich mich nun angemeldet habe um mir evt bei meinem derzeitigen Problem etwas Rat von Gleichgesinnten einzuholen, oder mich auch nur mit euch austauschen zu können.

Kurz zu mir, ich bin 29 und leider seit meinem 7.Lebensjahr an Emo und habe vor drei Jahren dann eine zweijährige ambulante Therapie gemacht, die mir sehr geholfen hat mein Leben wieder ohne ängste in den Griff zu bekommen. (Vor der tharapie war ich ein absoluter Härtefall von der Emo, ich konnte ohne meinem Freund oder meiner Schwester nicht mehr die Wohnung verlassen, geschweige denn arbeiten oder dergleichen, ich litt zuletzt an einer enormen Essstörung und hatte dadurch erhebliches Untergewicht) doch seit Abschluss der Therapie bin ich wirklich wieder voll im Leben und die Angst holt mich so gut wie garnicht mehr ein!
Bis zum letzten Jahr...

Im Juni letzen Jahres bin ich ungeplant schwanger geworden... Mein Verlobter und ich sind seit 13 Jahren ein paar und er weiß gewiss genügend Bescheid über meine Emozeiten...
Wir haben uns entschlossen einfach über die Schwangerschaft zu freuen:-) auch wenn Kinder garnicht in unserer Zukunftsplanung lagen...
Zumal muss ich noch erwähnen das ich ein halbes Jahr vorher aufgrund einer anderen Erkrankung eigentlich von drei Gynäkologen als unfruchtbar diagnostiziert wurde! Gerade deswegen war es für uns wie ein kleines Wunder!:-)
Doch nach der ganzen Freude kam dann eines Tages natürlich die Schwangerschaftsübelkeit :-/ vorher hatte ich mir noch garkeine Gedanken über die Übelkeit gemacht, doch plötzlich war sie da und blieb und wurde von Tag zu Tag stärker, ich musste mich zwar nicht übergeben aber mir war wirklich 24 Std durchgehend übel, so übel das ich nichtmal trinken wollte! So eine extreme Übelkeit hatte ich zuvor noch nie!
Nach drei Wochen konnte ich nicht mehr, ich konnte weder schlafen, noch essen oder sonst was, ich war gefangen mitten in der Angst, sie hatte mich wieder voll unter Kontrolle und ich hatte eine panickattacke nach der anderen und wollte nur noch das es aufhört, sodass ich nach einigen Gesprächen mit meiner Therapeutin, meinem Verlobten und meinen Eltern mich dazu entschlossen habe die Schwangerschaft zu beenden. Bitte verurteilt mich nicht, es war sehr sehr schwer für mich diesen Schritt zu gehen und komme bis heut noch nicht damit klar! Ich fühle mich schwach und nichtsnutzig das ich es nicht geschafft habe... Ich hätte das Kind so gerne bekommen, wieso war ich nicht stark genug? Das Frage ich mich immer wieder!

Wir haben also weiterhin verhütet das es nicht wieder passiert, ich hatte letzen Monat allerdings eine Weile Antibiotika nehmen müssen und habe nicht daran gedacht zusätzlich zu verhüten und vermute nun wieder schwanger zu sein... Für einen Test ist es allerdings leider noch etwas zu früh.
Meine Periode sollte nächste Woche erst kommen...
Auch wenn ich es noch nicht genau Weiß gibt es schon kleine anzeichen und ich mache mich total verrückt, die Angst sitzt mir förmlich im Nacken, ich achte schon wieder auf mein essverhalten um nichts zu riskieren das mir übel werden könnte usw...
Ich bin wirklich sehr verzweifelt, ich wünsche es mir sehr ein Baby zu bekommen und stark genug zu sein! Was soll ich nur tun?
Ich bewundere all die jenigen die es trotz Emo geschafft haben die Schwangerschaftsübelkeit zu überstehen! Ich wünschte ich wäre auch so stark :-/

Schonmal lieben dank im Voraus für alle antworten :-*
Liebe Grüße Juanita

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mainzerin
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Re: Schwangerschaft?

Beitragvon mainzerin » 26.08.2014, 14:56

uff, eine schwangerschaft, die vorher schier unmöglich schien aufgrund von übelkeit und emo zu beenden, lässt durchschimmern, dass du da wohl noch ziemlich tief drinsteckst in der emo. krass!! warst du bzgl der ss-übelkeit denn nicht mal beim arzt, anstatt direkt diesen krassen schritt zu gehen? wow, ich bin echt platt. liegt vllt auch daran, dass ich selbst gerade schwanger bin und das kind in ca 2 wochen kommt. klar, gut wars mir anfangs auch nicht, aber das ist ja bei jeder frau anders. nur gibts doch auch mittel und wege sich helfen zu lassen, wenn einem so übel ist in der schwangersxhaft.

und jetzt verstehe ich es richtig, dass du trotzdem gern ein kind hättest? also wenn sich jetzt eine ss bestätigt, es dann in die bleibt, oder nicht?

kann dir da leider nix raten. aber wenn du einen richtigen starken kinderwunsch hast, dann steht man das durch. ich habe zb vor der geburt keine angst, mich beschäftigt auch mehr der gedanke ans übergeben unter den wehen. es bleibt nämlich sehr oft nicht aus, dass frauen unter der geburt erbrechen, weil der körper mit den hormonen, schmerzen und dem druck nach unten verrückt spielt. aber ich wollte es ja so. habe schon über 20 jahre nixht mehr gekotzt. vielleicht ist es aber in 2 wochen soweit. ich werde es dann nicht verhindern können.

alles gute für dich

Juanita
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Re: Schwangerschaft?

Beitragvon Juanita » 26.08.2014, 22:07

Erstmal lieben dank für deine Antwort, hab wohl vergessen es zu erwähnen das ich vor dem Abbruch natürlich einiges versucht habe, wie Akupunktur zB , ich habe auch einen Super lieben frauenarzt der auch von meiner Emo weiß und mich in dem Punkt nicht allein gelassen hat, hab von hömopatischen Mitteln bis zu Infusionen im Krankenhaus schon einiges ausprobiert, erst als ich wirklich merkte das alles nichts bringt hab ich mich zu diesem Schritt entschlossen, was wirklich sehr schwierig war, aber die Angst war anscheinend größer...
Ja klar, da hast du recht , ich scheine doch noch mitten in der Emo zu stecken, das ist mir aber dann erst während der Schwangerschaft aufgefallen, vorher hatte ich über ein Jahr keine panickattacke mehr ( und in der zeit hatte ich sogar einmal einen Magen Darm Virus, den ich echt gut gemeistert hatte!)
Wie schon erwähnt die Übelkeit während der Schwangerschaft war allerdings auch viel extremer als jegliche die ich vorher verspürte in meinem Leben! Nun ja , die kinderplanung war nach dem Abbruch natürlich direkt aufs Eis gelegt, da meine Angst , das es wieder so schlimm wird, einfach zu groß ist.
Dennoch ja, ich wünsche mir schon sehr ein Kind, da ich mich vorerst damit abgefunden hatte nach meiner Diagnose, nie Kinder zu bekommen, war es so ein schönes Gefühl das es doch klappt, jede Frau die schonmal schwanger war, denke ich versteht was ich meine, wenn ich sage, was für Gefühle man auch direkt zu Beginn schon entwickelt... Ich hätte nie , wirklich nie gedacht, das auch ich so schnell oder überhaupt so ein "muttergefühl" entwickeln würde, aber ja , doch es war so...
Ich habe nun wieder einige Termine mit meiner Therapeutin vereinbart, welche allerdings erst Ende September beginnen :-/ ich hoffe sie kann mir weiterhelfen!

Ich kann deine derzeitige Angst sehr gut nachvollziehen, ich hab auch schon des öfteren gehört das man sich während der Geburt übergeben könnte. Vll hilft es dir wenn ich dir sage, in meiner Familie ( und ich habe eine sehr große Familie:)) ist es nur bei einer von neun passiert :-) aber da ist auch nicht sicher ob es wirklich das Pressen bzw der Druck verursacht hat, sie hat sich aufgrund von starker Migräne ein Schmerzmittel geben lassen und hat sich unmittelbar kurz danach übergeben müssen, zwei min später war der Wurm dann aber auch schon da:-)

Vll beruhigt dich das etwas, ich finde es Super das du trotz Emo die Schwangerschaft für dich so gut meisterst! Das finde ich echt toll und es macht auch mut!

Liebe Grüße Juanita

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Re: Schwangerschaft - hin- und hergerissen

Beitragvon Sase » 27.08.2014, 10:43

Hallo Juanita,
ich hab mal ein eigenes Thema aus deinen Beiträgen gemacht, ist der Titel vom Thread so ok?

Nur, um mal eine bessere Vorstellung zu kriegen: In der wievielten Woche hast du deine Schwangerschaft denn abgebrochen? Und hat deine Therapeutin das denn auch gut mit dir aufgearbeitet? Denn irgendwie wirkst du immernoch total verwirrt. Hast du gelernt, damit umzugehen, dass du selbstgewünscht einen Abbruch vorgenommen hast? Hast Du das Gefühl, diese Entscheidung _selbst_ getroffen zu haben?
Das was du beschreibst ist ja ein weitaus komplexeres Problem, als "nur" Schwangerschaftsübelkeit. Bei Dir scheint die Schwangerschaft ja auch einen erneuten, absoluten Einbruch ausgelöst zu haben (was durch die Hormone ja schnell passiert bei psychischen Krankheiten).

Zu oder gegen etwas raten kann man dir nicht, die Entscheidung für oder gegen musst Du letztlich selbst treffen. Aber es wäre grundsätzlich sinnvoll sich mit der Sache auseinanderzusetzen bevor man schwanger ist. In der Situation selbst neue Wege zu gehen und Techniken zu erlernen ist fast kaum möglich (was nicht heißt, dass es gar nicht möglich ist!).
Also: Warte den Test ab und wenn er negativ ist und du grundsätzlich ein Kind wollen würdest, arbeite an Dir - ab jetzt, heute, hier, sofort! Nur so wirst du evtl. auch akzeptieren können, dich gegen ein (eigenes) Kind zu entscheiden.
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!

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Re: Schwangerschaft - hin- und hergerissen

Beitragvon Juanita » 27.08.2014, 11:43

Hallo sase,

Lieben dank für deine Antwort ersteinmal, natürlich ist der thread völlig okay, oder besser gesagt trifft er es so ziemlich auf den Punkt.:-)

Also meine Therapeutin hat mir natürlich nicht geraten einen Abbruch durchzuführen, wir sind eigentlich mehr oder weniger nur all die Techniken gegen die Angst nochmal durchgegangen und hat mir immer wieder das positive an einer Schwangerschaft und einem eigenen Kind vor die Augen gehalten, also versucht den Fokus von der Angst darauf zu richten... Ich hab mich schon ganz gut bei ihr aufgehoben gefühlt und auch sehr verstanden... Die Entscheidung selbst hab ich wirklich ganz allein für mich getroffen, weder mein Partner noch meine Familie haben mich da beeinflusst, sie haben natürlich auf ganz gesunde weise versucht mich eher darin zu unterstützen , das ich die Schwangerschaft vll doch auch mit ängsten überstehe und haben mir dennoch Verständnis entgegen gebracht , als ich mich doch dagegen entschlossen hatte.
Ich war Ende der 10. ten Woche als der Abbruch durchgeführt wurde.
Ich wusste allerdings auch schon Ende der vierten Woche das ich schwanger war und ab der fünften konnte ich es auch auf dem Ultraschall sehen...

Ja du hast durchaus recht, das ich mich definitiv wieder mehr mit meinen Ängsten auseinander setzen muss, ich habe auch schon vor knapp einem Monat wieder Kontakt mit meiner Therapeutin aufgenommen und im September wieder neue Termine. Zuletzt war ich letztes Jahr nach dem Abbruch noch zweimal bei ihr um das ganze wenigstens ein klein wenig besser zu verkraften.
Wir haben wie schon erwähnt natürlich die weitere kinderplanung direkt Widder aufs Eis gelegt, damit ich nicht wieder mitten drin stecke und dann erst schauen muss wie ich dadurch komme...
Ich und auch mein Partner achten da auch sehr genau auf die Verhütung, außer natürlich letzten Monat , indem ich allerdings auch beruflich sehr viel um die Ohren hatte ist mir die Misere mit dem Antibiotika passiert :-///

Auch wenn ich mir sehr wünsche Kinder zu bekommen, wäre ich in meiner jetzigen Lage sehr froh wenn ich nicht schwanger bin, da dann die ganze Angst sofort wieder da wäre, sie sitzt mir ja schon beim Gedanken daran im Nacken und ich verspüre seit knapp einer Woche auch immer wieder meine "Scheinübelkeit" :-(

Ich hätte nie gedacht das mich die Angst einst nochmal so einholen würde, da davor wirklich alles Super lief, keine Gedanken mehr der Übelkeit gewidmet, arbeiten lief prima, selbst meine Therapeutin hatte mir ja ein halbes Jahr vor der Schwangerschaft gesagt, das ich sie nicht mehr "brauche" :-)
Wie man sieht, kann einen die Angst aber sehr schnell wieder einholen, leider...
Ich denke ich werde versuchen mit meiner Therapeutin darauf hin zu arbeiten , wieder stark genug zu sein, den Kinderwunsch in den Vordergrund zu stellen und und und...

Ich danke nochmals herzlich für deine Antwort, es tut mir wirklich sehr gut darüber schreiben zu können und fühle mich verstanden, derzeit weiß eigentlich niemand, was ich genau fühle, oder noch immer mit dem Abbruch zu kämpfen habe... Ich kann da irgendwie nicht mit meinem Partner oder meiner Schwester darüber sprechen, auch wenn diese zwei Personen sonst immer meine Vertrauten sind... Ich denke sie würden es vll nicht verstehen, weil sie nicht wissen , wie sehr die Emo einen quälen kann bzw welchen Gedankenkreis das mit sich bringt...


Liebe Grüße Juanita

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Re: Schwangerschaft - hin- und hergerissen

Beitragvon Sase » 27.08.2014, 11:53

Das Thema willentlicher Schwangerschaftsabbruch ist ohnehin gesellschaftlich und unter Frauen sehr heikel. Deswegen ist es auch nicht leicht, andere Betroffene zu finden, aber dazu würde ich dir dringend raten. Begib dich da mal auf die Suche, denn dein Partner und deine Mutter sind neben aller möglichen Unterstützung auch Mitbetroffene.
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!

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Re: Schwangerschaft - hin- und hergerissen

Beitragvon Trixi » 29.08.2014, 20:55

Hallo Juanita, wie ist denn die Lage jetzt?

Juanita
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Re: Schwangerschaft - hin- und hergerissen

Beitragvon Juanita » 04.09.2014, 11:33

Hallo ihr lieben,

Ich war jetzt einige Tage nicht mehr online, da mein Verlobter zur Zeit im Krankenhaus liegt... Aber ihm geht's gut also nichts schlimmes!

Ich habe gestern erstmal Entwarnung erhalten, habe meine Periode bekommen... Was mich für den Moment und zu der derzeitigen Lage natürlich sehr erleichtert hat!

@Sase
Ja da hast du recht, es ist und wird auch immer ein heikles Thema bleiben mir dem Schwangerschaftsabbruch ...
Ich bin auch in einem anderen Forum bereits Mitglied, indem dieses Thema im Vordergrund steht und habe mich mit einigen mitbetroffenen dort ausgetauscht. Ich bin nicht die einzige die so empfindet nach dem Abbruch und sich doch insgeheim ein Kind wünscht und sich nicht traut mit der Familie oder dem Partner darüber zu sprechen, natürlich unterscheiden sich die Gründe dafür, aber man findet parallelen und es tut sehr gut sich austauschen zu können.

@Trixi
Die Lage ist nun nachdem ich dann doch nicht schwanger bin, erstmal entspannter, dh die ängste haben sich nun erstmal wieder gelegt...
Dennoch ist mein Problem ja damit nicht gelöst...
Ich wünsche mir sehr das ich nochmal schwanger werde , mich darüber einfach nur freuen kann ohne ängste und die Schwangerschaft genießen kann...
Derzeit sind es nur Wunschvorstellungen, da ich weiß das in der Praxis ganz anders bei mir ausschauen würde :-(
Bald habe ich die Termine bei meiner Therapeutin und ich werde direkt dieses Thema mit ihr angehen.
Ich hoffe das ich es schaffe die Angst diesbezüglich in den Griff zu bekommen.

Lg Jusnita


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