Meine Nächte sind die Hölle!

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Ella
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Meine Nächte sind die Hölle!

Beitragvon Ella » 30.01.2014, 17:45

Hallo :hallo:,

ich habe mich in der Vorstellungsrunde schon mal kurz vorgestellt.

Mein konkretes Problem ist folgendes:

Wie schon geschrieben, dachte ich, dass ich recht gut an mir gearbeitet habe, und soweit damit klarkomme, dass die Emo nicht mehr mein ganzes Leben, Handeln, Denken, usw. bestimmt.

Doch nun ist es vor Weihnachten passiert, dass mein größerer Sohn sich nachts im Bett mehrmals übergeben musste, und danach auch noch einige Male. Ob es ein Virus war, ich weiss es nicht, es hat sich niemand angesteckt, aber ich habe auch das ganze Haus dreifach desinfiziert :ja: .... tja. Und seitdem ist sie wieder da, die Angst. Größer und mächtiger denn je.

Ich muss dazu sagen, ich bin vom Papa der Jungs geschieden, und wir teilen uns das Sorge- und Wohnrecht 50:50, und ich hatte immer den - zugegeben naiven :oops: - Glauben, das "es" bei MIR nicht passieren würde. Und dieses Erlebnis hat mir schier den Boden unter den Füßen weggezogen. Und nun ist es definitiv so, dass ich in jeder (!) Nacht, in der die Jungs bei mir schlafen, kein oder kaum ein Auge zumache vor lauter Angst. Tagsüber lässt es sich gut machen, aber die Nächte sind Hölle :heul:. Ich bin am nächsten Tag wie gerädert, steh total neben mir und bin zu keinem normalen Leben mehr fähig.

Ich habe einen total lieben Partner - der den großen auch "versorgt" hat damals, weil ich dazu nicht in der Lage bin - und er versteht mich auch und hilft wo er kann, aber er ist mittlerweile auch mit seinem Latein am Ende und ziemlich genervt, weil mit mir nun seit einem Monat nix mehr anzufangen ist....wenn die Jungs dann wieder beim Papa sind, schlaf ich fast die Tage durch um aufzuholen :oops: :oops: .....bin "gottseidank" derzeit auf Jobsuche und hab kaum Termine, sodass das geht.

Jetzt hab ich ernsthaft dran gedacht, dass die Jungs eben nurmehr bei Papa schlafen (wir wohnen nur 5min entfernt) damit ich wieder halbwegs zur Ruhe kommen kann. Was haltet ihr davon? Es kann ja auch nur vorübergehend sein....aber ich kann schon kaum mehr.....bin dann oft am heulen und verzweifeln.....die Nächte halte ich nicht mehr aus :heul:

Bevor ihr fragt - Therapie möcht ich schon noch mal versuchen, der letzte Versuch ist ca acht Jahre her - aber kann es mir einfach nicht leisten, und ein Kassenplatz hat seine Wartezeit...da muss ich noch mit meinem Hausarzt sprechen, also ich bin da dran, aber es ist noch nichts konkretes.

samadhi
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Re: Meine Nächte sind die Hölle!

Beitragvon samadhi » 30.01.2014, 18:12

Hallo Ella,

Hm... Ich würde dir wohl zu einer Therapie raten und finde es gut, dass du diese in Angriff nehmen möchtest. Ja, ein Kassenplatz hat seine Wartezeit, aber es lohnt sich ,sich drum zu kümmern und vom Nichtstun bekommt man ja auch keinen Platz. :ja: Daher gut, dass du das Gespräch mit deinem Hausarzt suchen willst.
Das Vermeidungsverhalten zu fördern, indem die Jungs mehr beim Vater sind als bei dir halte ich persönlich für den falschen Weg. Das beseitigt nicht die Ursache des Problems, du schiebst es nur von dir weg. Stell dir vor, du wärest alleinerziehende Mutter, dann müsstest du zu 100% da durch und könntest deine Kids auch nicht woanders hingeben. Ich weiß nicht... Wenn du jetzt die Anwesenheit der Kinder gar nicht mehr aushältst, wäre es natürlich besser, erst mal Schadensbegrenzung zu betreiben, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es dir wirklich weiterhilft. Kinder übergeben sich ja außerdem nicht nur nachts, wenn du die Gefahr vollkommen bannen wollen würdest, dürftest du sie gar nicht mehr sehen und das ist ja nun auch nicht der richtige Weg. Außerdem frage ich mich, wie du den Jungs erklären willst, warum sie nicht mehr bei dir schlafen sollen?
Ich meine das nicht böse, aber überleg dir diese Maßnahme bitte ganz genau, bevor du so einen Schritt gehst. Ich würde da einfach abwägen, wie schlimm die Anwesenheit der Kinder wirklich für dich ist und vielleicht nochmal mit deinem Partner drüber sprechen.
Liebe Grüße
samadhi

Glycerine
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Re: Meine Nächte sind die Hölle!

Beitragvon Glycerine » 30.01.2014, 20:26

Ich kann samadhis Beitrag zu 100% unterschreiben und füge hinzu: Was wäre, wenn dein Partner oder du erkranken? Du kannst niemals alle ,,Risikofaktoren" eliminieren, sehr wohl aber daran arbeiten, besser damit umzugehen.
Da ein Therapieplatz enorme Wartezeiten mit sich bringt (obwohl ich die absolute Ausnahme war, da ich sofort einen bekommen habe), empfehle ich dir, bis dahin das Buch von Doris Wolf zum Thema Emetophobie durchzuarbeiten. Ich habe das als PDF-Datei gekauft und leite es gerne an dich weiter, wenn du mir deine Mailadresse schickst.
„Im Leben geht es nicht darum,zu warten bis das Gewitter vorbeizieht, es geht darum, zu lernen, im Regen zu tanzen. “

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Ella
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Re: Meine Nächte sind die Hölle!

Beitragvon Ella » 30.01.2014, 21:01

Danke für eure Beiträge.... :flower:

Glycerine....1. ich bin seit 30 Jahren nicht mehr erkrankt.....also nicht mit erbrechen.....natürlich kann das passieren. Aber das passiert dann sowieso unvorbereiteterweise. Ich habe halt diese große Angst, weil die Kids mich ja dann bräuchten, und ich nicht da sein kann für sie :( ....2. mein Partner ist ca vor einem Jahr erkrankt, da hatte ich komischerweise gar keine Angst. Weil er ja alles "selbst erledigt" hat sozusagen, und ich die Dinge alle gut desinfiziert hatte. Also im "Erwachsenenumfeld" komm ich gut klar damit, also für meine Verhältnisse...auch wenn es im Arbeitsumfeld "passiert" ist, hat mir das selten rasend viel ausgemacht, solange ich nichts riechen/sehen/wegmachen musste....

Ich spreche morgen mit dem Papa der Kids...wir werden versuchen eine Lösung zu finden für JETZT, denn der Schlafentzug zehrt enorm :sleeping:

Betty
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Re: Meine Nächte sind die Hölle!

Beitragvon Betty » 31.01.2014, 11:56

Liebe Ella,

ich kann verstehen, dass Du erst mal aus der Situation "fliehen" willst. Schlafentzug ist ja echt grausam.
Aber auf lange Sicht wird Dir die Flucht nichts bringen.
Ich muss zugeben, dass ich auch schon mal solche Gedanken hatte ... Kinder abgeben, weggeben, warum habe ich mir das angetan etc. :oops: Die Therapie hat mir geholfen - ohne Zweifel. Aber mir hat noch etwas anderes, ganz Wichtiges geholfen: Die Liebe zu meinen Kindern. Stell Dir schöne Momente mit Deinen Kindern aus der Vergangenheit vor, Momente, in denen sie sich an Dich kuscheln, Momente, in denen ihr zusammen glücklich seid, die liebenswerten Eigenarten Deiner Jungs. Du liebst Deine Kinder und deshalb wirst Du es schaffen! Auch ohne den Papa!
Und Kinder übergeben sich wirklich nicht jede Nacht, oder? Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass etwas in der nächsten Nacht passiert? Lohnt es sich wirklich, sich deshalb die ganze Nacht um die Ohren zu schlagen?

LG
Betty

Gina
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Re: Meine Nächte sind die Hölle!

Beitragvon Gina » 31.01.2014, 16:46

Liebe Ella,

bitte überleg Dir diesen Schritt gut.
Ich kann mich meinen Vorrednerinnen nur anschliessen, Kinder können auch tagsüber spucken.

Deine Verantwortung abzugeben ist ein so grosser Schritt und deshalb überlege ihn Dir gut. Du meinst, es wäre nur für jetzt. Aber meinst Du nicht, dass es Dir dann umso schwerer fallen wird Deine Kids dann später wieder über Nacht zu haben?

Ich kann Deine Angst wirklich verstehen, aber weglaufen macht meiner Ansicht nach alles noch schlimmer.

Grüsse
Gina

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Ella
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Re: Meine Nächte sind die Hölle!

Beitragvon Ella » 01.02.2014, 17:43

Ich danke euch!

Nein, ich werde es nicht tun, habe ich entschieden. *stolzbin*

Vielleicht hin und wieder mal wenn ich sehr übermüdet bin, wir haben gottseidank einen sehr guten - elterlichen - Draht zueinander und er versteht mich da voll. Und wenn es irgendwie geht unterstützt er mich auch. Aber prinzipiell wollen wir es so lassen..... :blume:

Gina
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Re: Meine Nächte sind die Hölle!

Beitragvon Gina » 01.02.2014, 19:35

:top: Ich kann mir gut vorstellen, wie schwer es ist, sich der Situation zu stellen. Aber es ist der richtige Weg.
Ich wünsche Dir, dass Du es schaffst wieder Nachts ruhiger zu werden :D

Grüsse
Gina


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