Brauche mal Realität

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katjaheder83
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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon katjaheder83 » 24.10.2013, 21:55

Hallo ihr zwei,

klar interessieren mich eure Beiträge :-)) Und ich bin sehr dankbar für eure anregungen. Ja ihr habt echt recht. es bringt einfach nichts sich die angst und alle eventualitäten schön zu reden da gehts ja dann wieder ums planen und kontrollieren. loslassen und akzeptieren darum gehts. ja eigentlich beneide ich die nicht emo muttis weil die eben so eine gelassenheit in sich tragen wie ich es z.b. bei ner erkältung auch habe. ich denke hinzu kommt dann dass ich einfach neidisch auf die bin da ich mir dieses denken so sehr herbeisehne.

meine therapeutin sagt auch ich muss die angst eben akzeptieren und nicht versuchen wegzuradieren. ja sie hat recht. dennoch spricht sie mit mir auch nach 1,5 jahren nicht über die emo. nicht was ich für gedanken hab. sie sagt dann so sachen wie ja dann kotzen sie eben mal. aber für mich ist das eben nicht mal so eben mal. ich benötige einfach anleitung für meinen alltag. yoga hilft mir auch sehr gut dies mach ich nun seit 8 wochen auch zu haus, dabei kann ich echt abschalten. seit drei tagen hab ich schon keine medis mehr genommen, mcp usw. bin ganz stolz. ich bin gut drauf eigentlich aber ich hab dennoch zieg stunden am tag an dem mein köpfchen sich mit dieser scheiss emo auseinandersetzt. bin derzeit in kontakt mit meiner krankenkasse wegen nem therapiewechsel.

Danke für eure aufbauenden worte dass es sich doch lohnt diesen steinigen anstrengenden weg zu gehen, immer wieder mit der angst auseinandersetzen und mit sich selbst. manchmal nervt es mich einfach nur. manchmal hab ich echt fortschritte und eben manchmal wieder so rückschritte.

@schlucki: wie geht es dir denn körperlich? hast du auch so viel schon abgenommen? nimmst du medis gegen übelkeit und co?hast du kinder?wie bekommst du die angst in akutsituationen in den griff?

@dianati: vielen dank für deine ehrlichkeit, hat mich echt mal wieder auf den teppich geholt. und mir gezeigt was ich da eigentlich wieder versuche.danke. bist du derzeit klar mit deiner angst? kannst du mir tipps geben?

vielen dank und ich freu mich noch mal von euch zu lesen:-)

glg

Dianati
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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon Dianati » 24.10.2013, 22:32

katjaheder83 hat geschrieben: ich benötige einfach anleitung für meinen alltag.


Leider wirst du das vermutlich in keiner Therapie finden, die auf Ursachenforschung aus ist. In einer Verhaltenstherapie wird das aber auch nicht in dem maße stattfinden wie du es dir vielleicht vorstellst.
Dir werden auf jedenfall Hilfsmittel an die Hand gegeben, Tipps wie du in gewissen Situationen reagieren kannst oder sollst, aber das Durchführen ist und bleibt deine Sache.
Mach dir klar dabei, dass du das alleine machen musst, du musst den Willen haben und du musst dich dadurchkämpfen.
Die Therapie zu wechseln kann hilfreich sein, vorallem, wenn man auf der Stelle tritt, aber die eigentliche Arbeit muss immer voll aus dir selber heraus kommen.
Und eben damit kannst du auch jetzt schon sofort anfangen, jeden Tag in jeder Situation.

Versuche mal abends auf deinen Tag zu schauen, gehe gewisse Momente noch einmal durch und überdenke was du hättest anders machen können, wie du dich hättest ablenken können usw.
Schreibe dir das auf und versuche vielleicht auch wirklich Strategien für dich zu finden, wie du darüber hinaus kommen kannst.

Nur als Beispiel damit du verstehst wie ich das meine:
Eine andere Mutter berichtet über die Krankheit ihrer Tochter, sie habe Fieber gehabt und die ganze Nacht lang...
in diesem Moment würdest du normalerweise erstrecht die Ohren spitzen, eventuell Nachfragen stellen, den Tag über nachdenken was sein könnte, ob sich dein Kind ansteckt oder angesteckt hat...der normale Emokreislauf.
ABER nun kommt das was du dir abends erdenkst und aufschreibst. Du schreibst nicht auf, dass es ja alles nicht so sein muss, es kann ja auch aufgrund des Fiebers passiert sein, sie hat sicherlich übertrieben NEIN, denn das wäre wieder eine Scheinsicherheit.
Besser: Du schreibst auf, dass du nächstes Mal in einer solchen Situation, wenn es sich schon anbahnt, dass es für deine Ohren nicht gut ausgeht einfach weghörst. Du sprichst dein Kind in lautem klaren Ton an und konzentrierst dich voll auf dein Kind und seine Antwort, du wirst keine Nachfragen stellen und wenn nötig dem Kontakt aus dem Wege gehen, bis du zur Tür hinaus bist. Was du nicht weißt, macht dich nicht heiß und es betrifft euch ja nicht.
Auch über den Tag hinweg lenkst du dich dann immer sofort mit einer gewissen Sache ab (z.B. ein bestimmtes Lied singen oder summen, ein Gedicht vor dir her aufsagen, deinem Mann etwas bestimmtes erzählen und immer mit voller Konzentration auf diese Sache)


Das kannst du wirklich für jede Situation machen, die dir im alltag unter kam.


katjaheder83 hat geschrieben:@dianati: vielen dank für deine ehrlichkeit, hat mich echt mal wieder auf den teppich geholt. und mir gezeigt was ich da eigentlich wieder versuche.danke. bist du derzeit klar mit deiner angst? kannst du mir tipps geben?


Tipps wie es bei mir war, was mir half, jederzeit :wink:
Du musst da nur für dich herausfiltern, was dir selber hilft.
Bei mir begann es vor über 25 Jahren, vor etwa 10 jahren hab ich mit der intensiven Arbeit daran angefangen und ich arbeite noch immer, wenngleich es sich mittlerweile ziemlich entzerrt hat, teilweise sich Ängste verschoben haben und deutlich besser geworden ist.
Ich habe derzeit keine Angst vor dem Erbrechen ansich, sowieso hat sich vieles ziemlich im Luft aufgelöst.
Ich komme aber noch immer mit so manchen Situationen nicht klar in denen Kontrollverlust eine Rolle spielt und auf (vorallem meinen persönlichen) Druck reagiere ich noch.
Unruhezustände entstehen mittlerweile eher aus dem nichts heraus, wenn es denn mal alles etwas viel wird.

Aber daran kann man sehen wie lange sich sowas ziehen kann, ich hab viel alleine bearbeitet, war eine Zeit lang in Hypnosetherapie sowie bei einer Therapeutin aber ich bereue es nicht die Jahre oft an meinen Grenzen gestanden zu haben.
Wäre ich noch der selbe Mensch wie damals, hätte ich nun meine Kinder ganz sicher nicht und vorallem könnte ich ihnen nicht das Leben, den Alltag geben, wie ich es jetzt kann:)
LG Dianati
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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon Schlucki » 24.10.2013, 23:00

@schlucki: wie geht es dir denn körperlich? hast du auch so viel schon abgenommen? nimmst du medis gegen übelkeit und co?hast du kinder?wie bekommst du die angst in akutsituationen in den griff?


Rein körperlich gehts mir eigentlich gut, wenn ich ausreichend essen kann bin ich fit. Ich war schon immer sehr schlank, aber ja, ich hab deswegen schon mal gefährlich schnell abgenommen und es ist schon ein leichter Kampf momentan. Ich stoffwechsle halt auch noch recht schnell könnte man sagen. :biggrin: Nur mein Rauchstopp (schon fast ein Monat ohne, yay :D ) macht mir gerade extrem zu schaffen, unfassbare Schmacht und viel Angst. Medikamente nehm ich gar nicht, ich hab seit mindestens einem Vierteljahr nicht mal eine Kopfschmerztablette genommen. :wink: Will ich auch nicht, weil Medikamente meistens nur Symptombekämpfung sind und am Ende noch mehr Probleme machen. Hab ziemlich lange Omeprazol genommen (alle dachten, die Übelkeit käme von der Speiseröhre her) und das Absetzen von dem Zeug war ne Qual, kann ich dir sagen. Kinder hab ich nicht, fühl mich teilweise selbst noch wie eins mit 25... ;D In Akutsituationen versuch ich halt zu Entspannen. Anspannung und damit Angst und Entspannung können nicht gleichzeitig auftreten. Autogenes Training, mir sagen, dass noch nie eine meiner Befürchtungen eingetreten sind, usw. Dein Yogatraining ist da auf jeden Fall schonmal super. Allerdings hat sowas wie autogenes Training den Vorteil, dass mans immer und überall anwenden kann. Außerdem versuche ich Akutsituationen durchzustehen und nicht zu flüchten. Ich bin auch fast noch nie geflüchtet, es geht immer irgendwie hab ich festgestellt. Und im Nachhinein merkt man erst wie utopisch man sich manchmal eigentlich nur reinsteigert.

Ein großes How-To für den Alltag kann dir imho keiner geben, dass musst du dir schon selbst erarbeiten. Irgendwann hast du dann eben ein Sammelsurium aus ganz vielen Strategien und vorallem Erfahrungswerte, dass eigentlich nichts passiert. Das beruhigt dann schon.
Alle Lebewesen ausser den Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu geniessen. Samuel Butler

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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon katjaheder83 » 25.10.2013, 09:53

@Dianati: Ich dank dir für deine praxisnahen Tipps und deine Motivation:-) Ja ich möchte daran arbeiten. Seit 1,5 Jahren mache ich eben diese Therapie. Parallel hab ich auch eine Hypnosetherapie gemacht dort hab ich auch einiges gelernt und an die Hand bekommen.
Aber es klappt eben nicht immer. Wenn ich Panik schiebe.
Was mich doch fast immer runterholt ist ein Bild von meinem Sohn vor meinen Augen. Das erdet mich schon oft wieder.
Ich werde es auf jeden Fall machen dass ich abends den Tag revue passieren lasse und kommenden situationen mal anders gegenüber trete.

Es lässt mich echt sehr hoffen dass es nach einem durchaus langen weg auch besserung einkehrt.
Danke dir

@Schlucki:
Erstmal: Super 1 Monat rauchfrei. Klasse. Du schaffst das auch weiter!!!!:-)

Wo und wie hast du das autogene Trainig gelernt? Du hast Recht Yoga kann ich dann mal nicht sofort überall machen. Stell mir grad vor dass ich in der stadt bin und dann mal eben meine yogamatte auspacke :lol:
Ja in Akutsituationen entspannen. Das versuch ich auch immer wieder aber mir fehlt eben manchmal dann dieses Klick im Kopf.
GLG

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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon Schlucki » 25.10.2013, 13:03

Och, wenn du schmerzfrei bist packste die Matte einfach im Supermarkt aus und machst yoga! ;D

Meine Psychologin hatte mir das autogene Training nahegelegt und eine Adresse gegeben, wo ich das lernen kann. War in einem richtigen Kurs 10x einmal die Woche. Ist wirklich eine tolle Sache und in einem Kurs hat man halt auch noch andere Meinungen und Erfahrungen. Wenn dir Yoga spaß macht machs auf jeden fall weiter, dein Grundstresspegel kannst du damit sicher sehr gut senken, was auch viel wert ist.
Danke für die Motivation zum Nichtrauchen! :)
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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon Motte105 » 12.08.2014, 13:17

Hallo :ja:

Ich hoffe, dass Eine von euch hier noch ab und an rein liest, eure Beiträge sind ja nun etwas älter.
Aber ich finde eure Sichtweisen sehr interessant und würde mich total freuen, von katjaheder83 oder euch anderen Mädels zu hören, wie es euch mittlerweile geht. Ich habe bin derzeit etwas zurück gefallen in meiner Angst. Habe auch eine kleine Tochter (fast 1 1/2 Jahre) und würde mich freuen, von euch zu lesen.
Liebe Grüße


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