Brauche mal Realität

Forum für Emomamis/ -papis und alle die es werden wollen...Eltern von betroffenen Kindern und Kinder von betroffenen Eltern...

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katjaheder83
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Brauche mal Realität

Beitragvon katjaheder83 » 24.10.2013, 10:09

Hallo an alle Emo Muttis,

mensch schon wieder ärgere ich mich über diese Dahergesagten Horrorgeschichten und angeblichen Fakten von Nicht Emo Muttis. Z.B.

-Ja so 3 mal im Winter MGD bei meinem Kind ist normal
-Ja wir liegen dann alle flach
-Mensch die ganze Nacht durchgek....

Also ich weiß dass ich dabei am liebsten weghören soll, aber dennoch spuken diese Aussagen bei mir immer rum.:-(Das macht mich noch wahnsinnig.

Hatte z.B. im KIGA die Erfahrung gemacht, ja es wurde gesagt dass einige Kinder nun MGD haben. Im Endeffekt waren es 2 von 50! Das sind für mich nicht einige.oder?

Man kann doch das ganze Jahr an MGD erkranken oder? Oder ist es wirklich im Winter schlimmer?Warum soltle das so sein? Es ist doch nicht so, dass wenn mein Sohn es hat ich es dann zwangsläufig auch krieg und mein mann dann auch oder?Und immer diese Übertreibungen. also ich hab bis jetzt immer die Erfahrung gemacht wenn leer dann leer. Was soll denn dann noch rauskommen????

Könnt ihr mich vielleicht was beruhigen? Habt ihr Erfahrungen gemacht?Wie geht ihr mit so blöden Standard aussagen um?

Dankeeeee euch

LG

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Schlucki
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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon Schlucki » 24.10.2013, 10:42

Hey,
Also ich hab zwar noch keine Kinder, aber war ja selbst mal eins. :wink: Und ich kann mich nicht daran erinnern jemals mdg gehabt zu haben. Sowas gibts also auch. Kein scheiss! :biggrin:
Und diese heroischen Geschichten werden ja auch oft hochstilisiert, um sich darzustellen. In wirklichkeit warnse 2 mal Kotzen und daraus wird dann die ganze Nacht undsowas. Überhaupt reden viele wenn der Tag lang ist.
Würd ich gar nicht soviel drauf geben. :ja:
Alle Lebewesen ausser den Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu geniessen. Samuel Butler

katjaheder83
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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon katjaheder83 » 24.10.2013, 11:19

Ja du hast recht das kommt immer so rüber als ob alle kinder in deutschland jedes jahr mind 1 mal mgd kriegen.
also vertrittst du auch den gedanken 2 mal gek....alles leer dann leer. oder?

dieses geplappere von den nicht emo muttis ist echt manchmal ne katastrophe.
vielleicht ist bei manchen ja schon mgd wenn man 1 mal gespuckt hat weil man womöglich was falsches gegessen hat. oder mein sohn hat auch mal öfters gespuckt wegen so nem starken husten. da würden manche dann bestimmt auch sagen ja mein kind hat mgd.

also meinst du auch einfach nicht so viel drauf geben was?! :lol:

katjaheder83
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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon katjaheder83 » 24.10.2013, 11:20

@Schlucki: Hast du deine Emo gut im Griff? Hast du ne Tehrapie gemacht? welche?
Befinde mich seit 1,5 jahren bei einer gesprächstherapie, psychoanalyse. komm da nicht weiter. ursache ist nun auch klar. aber ich trete auf der stelle. wollte nun ne verhaltenstherapie anstreben aber da stellt sich die krankenkasse nun quer.:-(

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Bellchen
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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon Bellchen » 24.10.2013, 11:37

Das ist sicher bei allen unterschiedlich.

Also einmal hatte meine Nichte eine MDG aus dem Kindergarten gebracht. Mein Neffe hatte gar nichts, mein Schwager hat wohl auch gekotzt (aber nur einmal oder so), meine Schwester hatte nur Durchfall, meine Mutti auch Durchfall. Meine Oma hatte nichts. Und ich hatte mit meiner Nichte zwar keinen Kontakt, aber mit meinen Eltern und ich hatte nichts und mein Papa hatte nur einmal Durchfall, aber das ist ja auch nicht klar, ob er nicht was falsches gegessen hat ihm ging es sonst nämlich gut. Also wie man sieht ist das ein Keim gewesen und bei jedem anders. Man kann es eh nicht pauschalisieren. Vielleicht gibt es wirklich Kinder, die 3mal im Winter MDG haben, andere dafür gar nicht. (Mein Neffe z. B. hatte nur 2mal MDG bis jetzt und meine Nichte schon viel öfter (falls es MDG war, könnte ja auch eine Unverträglichkeit gewesen sein) und dabei ist er paar Jahre älter als sie.

Ich selber hatte als Kind höchstens 2mal MDG. Als Erwachsene einmal, das war vor 2 Jahren. Da hatte ich viel Durchfall und hing 2mal würgend überm Eimer, aber konnte nicht kotzen. Vom Rest meiner Familie hatte sich keiner angesteckt bei mir.

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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon katjaheder83 » 24.10.2013, 11:54

@Bellchen: Danke für deinen Beitrag. Dies ist doch denke ich mal eine sinnvolle Einschätzung und eben mal echt ehrlich wie es war oder ist. ich hatte auch einmal vor 2 jahren mgd und hab 2 mal gek....und dann geschalfen und dann war gut. ja man weiß eben beim brechen auch nie so recht was es nun ist. falsch gegessen?viren?stress?aufregung?
aber das macht eben bei mir auch die angst dann aus. es ist einfach nicht kontrollierbar und planbar.
aber so ist es eben.
aber es beruhigt mich zu wissen dass man sich eben nciht zwangsläufig eh ansteckt. entgegen der ganzen meinungen der anderen nicht emo muttis.
erst auch unter anderem durch deren geplapper stell ich mir immer so horroszenarien vor. dann fängt das kopfkino an. es ist für mich viiiel leichter zu akzeptieren wenn ich mir eben das normale vor ausgen halte. ja dann spuckst du eben ein/zweimal und gut ist. und es ist nicht gesagt dass das überhaupt passiert. und bestimmt nicht 3 mal pro jahr. und wenn man eben 1 mal pro jahr vielleicht 1 oder 2 mal spucken muss dann ist es doch eigentlich ein witz. das sind vielleicht 2 minuten von 365 tagen.unglaublich was die emo doch so mit einem anstellt. hast du sie besiegt?????
vertrittst du acuh die meinung mgd gibt es nur im winter?
ich hatte als kind glaub ich auch nur so 2 mal mgd und als erwachsene eben vor zwei jahren einmal.
waren oder sind wir ausnahmen? erkranken nun jährlich 82 millionen deutsche an mgd?

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Bellchen
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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon Bellchen » 24.10.2013, 12:14

Nein, die Emo habe ich leider noch lange nicht besiegt, leider.

Ich hatte die MDG damals im Winter und auch das mit meiner Nichte und dem Rest der Familie war im Winter. Aber ich habe mal in Schulen als Sekretärin gearbeitet und da jeden Tag die Krankmeldungen am Telefon entgegengenommen und da waren auch im Sommer Kinder mit MDG. Vielleicht ein weniger als im Winter, aber es gab bei so vielen Kindern fast immer irgendein Kind, was gebrochen oder Durchfall hatte (bei über 200 Kindern war das sehr unterschiedlich, mal mehrere an einem Tag krankgemeldet, mal nur eins in einer Woche, aber es gab kaum mal ne Woche, wo kein Kind sowas hatte).

katjaheder83 hat geschrieben:waren oder sind wir ausnahmen? erkranken nun jährlich 82 millionen deutsche an mgd?

Das glaube ich kaum, dass wir Ausnahmen sind. Mein Eltern oder Großeltern haben auch ganz selten mal ne MDG, wenn überhaupt. Das kommt sicher auf viele Umstände an. Wie oft hat man überhaupt Kontakt mit solchen Keimen (bei sozialen Berufen oder mit Kindern sicher öfter als ein Büroangestellter, der mit dem Auto in seine Wohnung fährt und da auch allein lebt), wie gut funktioniert das Immunsystem, wie ist die eigene Hygiene, ...

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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon katjaheder83 » 24.10.2013, 12:16

Ja und das Schicksal eben auch ne?!:-) Wenn man es kriegen soll kriegt man es eh.

also sollte ich mich nun nicht jeden tag bis zum mai bekloppt machen dass es nun auf jeden fall passiert???

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tanyamoustache
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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon tanyamoustache » 24.10.2013, 12:18

es ist für mich viiiel leichter zu akzeptieren wenn ich mir eben das normale vor ausgen halte. ja dann spuckst du eben ein/zweimal und gut ist.

waren oder sind wir ausnahmen? erkranken nun jährlich 82 millionen deutsche an mgd?


Katja, ich glaube, du suchst dir Sicherheiten, wo es keine gibt. Die Antwort auf diese Fragen werden dir dann im Akutfall leider auch nicht weiterhelfen, denn dann geht es um dich und wie du mit der Situation umgehst, nicht um irgendeinen Durchschnitt. Leider muss man akzeptieren, dass man nicht alles kontrollieren und im Vorhinein genau bestimmen kann. Das macht einen großen Teil der Arbeit an der Phobie aus. Einfach mal loslassen und einsehen, dass man sich im Leben nicht auf irgendwelche Sicherheiten verlassen kann, bzw. die Sicherheit aus sich selbst schöpfen, dass man das schon packen wird. Das ist leicht gesagt und schwer getan, das weiß ich.

Zu deiner Frage kann ich sagen, das ich als Kind bzw. im Jugendalter nur dreimal MDG hatte, einmal richtig heftig drei Tage lang, da habe ich jede halbe Stunde erbrochen, obwohl der Magen leer war (das war auch der Auslöser meiner Phobie). Dann noch einmal mit dreimal Erbrechen an einem Abend und so mit 17 hatte ich einfach nur wahnsinnigen Durchfall und übel war mir auch, aber ich konnte es einfach nicht rauslassen.

Sonst gab es auch so immer wieder Phasen, wo mir über längere Zeit schlecht war, aber da es nicht wirklich akut war und ich auch keinen Durchfall oder andere Symptome hatte, bin ich mir da nicht sicher, ob das nun ein Virus oder einfach psychosomatisch bedingt war ...

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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon katjaheder83 » 24.10.2013, 12:22

ich weiß was du meinst. du hast ja auch recht.:-) dieser kontrollverlust ist mein größtes problem und nicht zu wissen was kommt, wann , und in welchem ausmaß.

wie gehst du nun mit der emo um???

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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon tanyamoustache » 24.10.2013, 12:30

wie gehst du nun mit der emo um???


Meine Phobie ist bei Weitem nicht so stark ausgeprägt wie bei vielen anderen hier bzw. sie ist das nicht mehr. Im Kindesalter war meine Angst am größten, mittlerweile sind überwiegend die körperlichen Symptome übriggeblieben, d. h. mir ist oft schlecht, wenn meine Psyche mir etwas mitteilen möchtn, und oft auch einfach so – ich blicke da immer noch nicht richtig durch, wie da die Zusammenhänge sind, und oftmals finde ich einfach auch keinen Grund dafür, wenn es mir gerade nicht so gut geht körperlich.

Ansonsten habe ich, als ich hier vor circa 1 1/2 Jahren angefangen hab mitzulesen, mich wieder etwas mehr auf die Phobie konzentriert, dadurch ist die Angst dann wieder etwas mehr in den Vordergrund getreten. Trotzdem habe ich eigentlich nie Panikattacken oder so, zumindest nicht aus Angst, mich zu übergeben, und ich versuche mein Leben ganz normal zu leben, drehe auch nicht durch, wenn jemand in meinem Umfeld MDG hat oder ich jemanden sehe, der sich übergibt. Ich würde also sagen, ich habe mit der Emetophobie nicht mehr so große Probleme, eher mit den ganzen Sachen, die dahinterstecken und mittlerweile ziemlich offen zutage treten!

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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon katjaheder83 » 24.10.2013, 12:39

Gab es denn bei dir ein Schlüsselerlebniss?
Hast du eine Therapie gemacht?

Die köperlichen Auswirkungen sind doch auch noch genug. Ich habe seit Anpril wegen dieser ständigen angstübelkeit 16 kilo abgenommen.

Ich finde es klasse und aufbauend zu lesen dass es sich bei dir doch arg gebessert hat. dass du eben keine panikattacken mehr bekommst und die angst ja nun doch angenommen und akzeptiert hast.

das fällt mir so unendlich schwer.

versuche nun eine verhaltenstherapie zu machen bei der psychoanalyse komm ich nicht mehr weiter. hypnose hat mir sehr viel gebracht. dennoch bin ich immer nocht nicht so weit wie ich es gern hätte. da wäre wieder mein scheiss kontrollwahn. ich würde alles schlucken damit die angst einfach weg ist. von jetzt auf gleich.aber das wird wohl nie so sein.

Hast du Kinder?Wenn ich mal so neugierig fragen darf

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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon tanyamoustache » 24.10.2013, 13:11

Nein, kein Schlüsselerlebnis, keine Therapie (also gerade mache ich eine, aber in der Vergangenheit hatte ich damit immer nur schlechte Erfahrungen), ich glaube, meine ganzen Probleme haben sich im Laufe meines Lebens einfach immer nur verschoben – oftmals stehen Depression und Antriebslosigkeit im Vordergrund, weniger die Angst, auch wenn sie unterschwellig irgendwie immer da ist und auch oft reaktiviert wird. Aber da weiß ich mittlerweile einfach damit umzugehen, ich flüchte nicht mehr aus Situationen, nur weil ich mich übergeben könnte (das kann halt einfach immer und jedem passieren), sondern versuche mein Leben ganz normal zu leben und mich lieber mit dem ganzen Wust an Emotionen und Ängsten auseinanderzusetzen, der sich hinter der Phobie verbirgt. Das heißt auch, dass ich trotz Übelkeit immer normal esse, mindestens 2000 Kalorien am Tag, da mein Stoffwechsel schnell arbeitet, die Übelkeit ist also meist einfach nur nervig und nicht wirklich eine Bedrohung oder Ähnliches.

Kinder habe ich nicht, dafür fühle ich mich bei Weitem nicht bereit und vielleicht werde ich diesen Punkt auch nie erreichen. Da gibt es davor noch so viel anderes, was ich für mich aussortieren muss, überhaupt erst mal rausfinden, wo ich hin möchte im Leben, wie ich das am besten mache und wie ich mit meinen ganzen Ängsten und Problemen noch besser umgehen kann.

Aber du hast schon ein ganz wchtiges Schlüsselwort gesagt: Akzeptanz. :ja: Ich glaube, man muss auch einfach irgendwann an den Punkt kommen, wo man sich mit seiner Angst akzeptieren kann und aufhört, sie als Fremdkörper zu sehen, gegen den man ankämpfen muss. Es ist leichter und sehr viel gewinnbringender, mit der Angst zu arbeiten und nicht gegen sie. Das gelingt mir aber natürlich auch nicht immer! ;)

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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon Dianati » 24.10.2013, 13:21

Hallo,

auch ich möchte dir dringend ans Herz legen dich nicht auf solche Scheinsicherheiten zu verlassen und eben auch dich davon abzusagen, dass du immer alles ganz genau wissen möchtest.
Die Emo zu besiegen bedeutet nicht in jedem Detail zu wissen was wie wann warum passieren könnte, sondern vielmehr, dass es einem irgendwann nahezu egal ist, was wie wann warum passiert im Bezug auf MD Erkrankungen.

Denn die Tatsache ist, es kann einen immer treffen zu jeder Jahreszeit, sowohl Viren und Bakterien, als auch andere Erkrankungen, die mit Erbrechen einher gehen.
Und ja bei manchen ist eine MdG nach 2 mal übergeben überstanden, bei anderen kann es aber durchaus mal eine Nacht anhalten, alle halbe Stunde.
Ich kenne Kinder, die im akutfall alle 10 Minuten brechen und dann aber nach 4-5 Stunden durch sind. Andere Kinder oder auch Erwachsene brechen weniger häufig, es geht ihnen aber dann vielleicht noch Tage schlecht.
Die einen müssen sich übergeben, andere haben Durchfall und wieder andere beiden gleichzeitig.
Mal überspielen sie es, als sei es nicht so schlimm gewesen und mal überdramatisieren sie es, du wirst immer alle möglichen Floskeln finden " Es war so furchtbar" etc.
ABER es wird dir nichts nützen leider :wink:
Denn dein Körper wird was eigenes machen, jedesmal, je nach Ursache und Gesundheitszustand.
Und auch wenn sich hier 20 Leute versammeln, die als Kind nie oder nur selten Md hatten, so kann es euch dennoch viel öfter oder seltener treffen.

Ich möchte dir damit keine Angst machen, es geht vielmehr darum dir aufzuzeigen, dass es um etwas ganz anderes geht im Kampf gegen die emo, denn dieser besteht zu einen sehr großen Teil auch einfach aus Akzeptanz und das lernen damit umzugehen, Selbstbewusstsein und Selbstwert aufbauen und nicht zuletzt hinter die Kulissen zu schauen.

Du schreibst, dass du den Auslöser kennst, soweit so gut, aber ruhe dich nicht darauf aus, denn eine Phobie verschwindet alleine durch diese Tatsache nicht, es erfordert viel Arbeit und eine Analyse, welche Gefühle dahineinspielten, wie es dir heute in gewissen Situationen geht, um Überschneidungen usw. Ein langes stück arbeit von dem hier manch einer Bücher füllen kann, aber es lohnt sich auf den Fall den Weg zu gehen :ja:
LG Dianati
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Schlucki
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Re: Brauche mal Realität

Beitragvon Schlucki » 24.10.2013, 18:48

Falls es dich noch interessiert: :wink:

Mir gehts ähnlich wie tanjamoustache, die Angst vorm Erbrechen steht nicht so im Vordergrund, eher die Psychosomatik. Bei mir isses das Schlucken, Übelkeit und Magenprobleme auch teilweise. Gut im Griff hab ichs grad nicht wirklich, weil ich mich momentan massiv damit auseinandersetze. Aber die Angst verliert ziemlich an Schrecken und Macht, wenn man sie langsam zu verstehen beginnt.
Mir gehts momentan zum beispiel nicht wirklich gut im Vergleich zu der Zeit vor nem Viertel Jahr, als ichs ignoriert hab und einfach versuchte klar zu kommen. Aber irgendwas in mir sagt mir, das nix schlimmes passieren wird, auch wenn ich mein Essen und Trinken momentan sauschwer runterbekomm. Klingt voll gaga, aber so isses echt irgendwie. Kann ich nicht richtig beschreiben. Es lohnt sich auf jeden Fall sich mit der Angst auseinanderzusetzen.

Also kann ich nur bestätigen, was schon vor mir genannt wurde. Die Angst Ignorieren bringt nichts, dagegen krampfhaft anzukämpfen geht auch nicht. Man muss sich irgendwie drauf einlassen und versuchen zu verstehen was dahinter steckt. Das ist echt anstrengend, aber ich glaube nur über die Variante kann man nachhaltig was ändern. Funktionieren tut die Angst glaubich immer gleich, nur die Ursachen variieren immer total stark.
Versuchen alles zu Kontrollieren zählt dann wohl zu sinnlos dagegen ankämpfen und der Trick ist eben loszulassen, zu akzeptieren undsoweiter. Wie man das macht kann immer keiner sagen irgendwie, scheint wohl son persönlicher Prozess zu sein, den man nicht erklären kann.

Ich mach eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie seit einem halben Jahr und verlänger die gerade. Da gehts grad richtig rund (mir wird viel bewusst!) und es ist das beste was ich machen konnte. Hatte wohl auch Glück mit meiner Therapeutin. Und ich wollte von Anfang an an die Ursache, deswegen mach ich keine Verhaltenstherapie.

Ob nach 2x kotzen alles leer ist weiß ich nicht, die Menge nimmt auf jeden Fall logischerweise ab. ;D
Siehs mal so: Die Nicht-Emo-Muttis können sich über sowas in epischer breite unterhalten ohne dass sie ein ernsthaftes Problem bekommen auch wenns eklig ist. Sieh sie nicht als Feinde sondern, wie es auch anders und entspannter geht, wenn das Unterbewusstsein keine falsche Verknüpfung mit den Gefühlen zum Erbrechen hat. Das ist quasi genau das von weiter oben: Nicht kämpfen (die Muttis als Feinde sehen) sonder verstehen (warum können die da drüber reden und ich nicht). Ist wie immer ohne gewähr, aber vielleicht ne Anregeung! Ich bin ja selbst auch noch auf der Suche... :lach:
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