permanentes krankheitsgefühl durch die emeto?

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Megan.Morgue
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Re: permanentes krankheitsgefühl durch die emeto?

Beitragvon Megan.Morgue » 06.08.2015, 22:57

Erstmal schön, dass du jetzt endlich zugibts 2 Accounts hier zu besitzen. Jetzt kannst du dich für einen der beiden entscheiden!

Und auf alle deine Fragen gibt es eine Antwort, aber damit es nicht wieder heißt, dass wir hier keine Hilfe geben beantworte ich jede einzeln!

1. Die meisten von und haben diese Phobie schon sehr sehr lange. Es ist einfach so, dass es sich mir der Zeit meistens verschlmmert, wenn man nicht daran arbeitet. Ich spreche aus Erfahrung, denn ich habe die Phobie auch schon seit ich denken kann und die Symptome haben sich immer mehr gesteigert, bis ich angefangen habe daran zu arbeiten (was nicht einfach ist)
2. Warum es schlimmer wird, seit du die Schule verlassen hast kann ich nicht sagen, dazu müsste ich wissen wie dein Leben abgelaufen ist, wie deine Schulzeit war, ob etwas vorgefallen ist, was du seit deiner Schulzeit machst ... und außerdem müsste ich psychologisch geschult sein um dann den Zusammenhang festlegen zu können.
3. Siehe 1. und 2.
4. Siehe 1. und 2.
5. Weil sich deine Phobie immer weiter verschlimmert und du in einem Teufelskreis gefangen bist.
6. Siehe 5.
7. siehe 5.
8. siehe 5.
9. siehe 5. und weil deine Gedanken andauernd darum Kreisen, dass du einen Virus haben KÖNNTEST.
10. Siehe 1. und 2.

Zusammengefasst hast du es bereits richtig erkannt, dass die Symptome immer schlimmer werden und es irgendwie mit der Schule zusammen hängt.
Da wahrscheinlich keiner von uns hier eine psychologische Ausbildung hat wird dir auch niemand genauere Antworten geben können. Ich kann es zumindest nicht analysieren .. ich kann dich nur auf dem Weg unterstützen und dir Ratschläge aus eigener Erfahrung geben.
Bitte suche dir einen Platz bei einem Psychologen/Psychiater ... das ist in deinem Fall, meiner Meinung nach, extrem wichtig. Anders wird sich deine Phobie immer weiter verschlimmern.
"There is nothing either good or bad, but thinking makes it so". - (Hamlet, Act II, Scene II)

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Re: permanentes krankheitsgefühl durch die emeto?

Beitragvon ichbindeinalbtraum » 06.08.2015, 23:07

Seitdem ich nicht mehr zur Schule gehe, bin ich eigentlich permanent damit beschäftigt, meinen Körper zu beobachten, meine Symptome zu analysieren, diese dann mit Symptomen eines Infekts zu vergleichen und dann Panik zu bekommen. Ja, ich sitze viel Zuhause und habe viel Zeit. Sehr viel Zeit.

Kinabalu
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Re: permanentes krankheitsgefühl durch die emeto?

Beitragvon Kinabalu » 06.08.2015, 23:10

Könnte das deine Fragen vielleicht beantworten?

Hast du denn Pläne für die Zukunft?
And every demon wants his pound of flesh
but I like to keep some things to myself
I like to keep my issues strong
it's always darkest before the dawn

And it's hard to dance with a devil on your back
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Re: permanentes krankheitsgefühl durch die emeto?

Beitragvon eswirdbesser » 06.08.2015, 23:40

ichbindeinalbtraum hat geschrieben:1. Ich habe diese Phobie seit ich denken kann. Wieso prophezeie ich dann ausgerechnet für 2015, dass ich erbreche und warum fühle ich mich in diesem Jahr tatsächlich körperlich UND psychisch schlecht?

Weil die Angst außer Kontrolle gerät. Ginge es Dir denn die Jahre davor immer gut? Ansonsten wäre es nicht weiter verwunderlich, wenn es Dir dann auch 2015 nicht besser geht.

ichbindeinalbtraum hat geschrieben:2. Wieso werden meine Gedanken immer schizophrener, seitdem ich nicht mehr zur Schule gehe?

3. Wieso wurden meine Symptome intensiver, seitdem ich nicht mehr zur Schule gehe?

4. Wieso geht es mir allgemein so scheiße, seitdem ich nicht mehr zur Schule gehe?

Was meinst du mit schizophrener? Wie waren deine Gedanken vorher, wie sind sie jetzt? Es kann sein, dass dir Ablenkung und ein geregelter Alltag fehlen.

ichbindeinalbtraum hat geschrieben:5. Wieso habe ich ständig die Eingebung, dass ich krank werden MUSS?

Weil du Sie dir machst. Und wenn man mal veranschlagt, dass du bestimmt noch 40-50 Jahre lebst, ist krank werden durchaus sehr wahrscheinlich. Dazu gibt es ein sehr schönes Zitat.
Kannst Du das, wovor Du Dir Sorgen machst, ändern?
-> Ja: Dann ändere es!
-> Nein: Warum machst du Dir dann Sorgen?
Sich um solche Sachen zu Sorgen ist Zeitverschwendung. Der Fall könnte eintreffen, ist aber nicht sehr wahrscheinlich. Und selbst wenn er eintritt, helfen Dir Deine Gedanken die täglich darum kreisen vermutlich auch nicht.

Wir alle haben das Problem, dass wir uns auf negative Gedanken fokussieren. Aber warum solltest du denn jetzt krank werden? Warum sollte es Dir schlecht gehen? Warum solltest du nicht gesund bleiben? Warum sollte es Dir nicht gut gehen? Das sind Fragen, die Du Dir genauso gut stellen kannst. Und solltest.

ichbindeinalbtraum hat geschrieben:6. Wieso habe ich das Gefühl, dass meine Übelkeit dieses Mal NICHT - wie sonst immer - von alleine weg geht, sondern dieses Mal definitiv zum Erbrechen führt?

Weil Dich die Angst das glauben lässt. Du hast die Wahl, ob Du Dich von der Angst kontrollieren lassen möchtest, oder ob Du Die Kontrolle über deine Angst hast.

ichbindeinalbtraum hat geschrieben:7. Wieso habe ich bei ALLEM, was ich tue, den Gedanken: "Erst wirst du krank, es dauert nicht mehr lange."?

Weil Du Dir diese Denkweise angewöhnt hast. Das Beispiel vom rosa Elefanten.
Stelle Dir jetzt keinen rosa Elefanten vor!
Das ist unmöglich. Je stärker du versuchst an etwas nicht zu denken, desto schwieriger wird es nicht daran zu denken.

ichbindeinalbtraum hat geschrieben:8. Wieso assoziiere ich ALLE Symptome, die ich habe (Harndrang, Niesen, Bauchschmerzen,..) mit Erbrechen/Magendarm und/oder vergangenen Brech-Erlebnissen? Warum denke ich IMMER, dass ich mich "genauso fühle" wie an einem Tag, an dem ich als kleines Kind erbrechen musste?

Weil deine Angst Dich dazu verleitet und deine Erinnerungen verschleiert. Angst ist etwas sehr mächtiges.

ichbindeinalbtraum hat geschrieben:9. Wieso bin ich permanent überzeugt davon, mir einen Virus eingefangen zu haben?
10. Und zu guter Letzt: Wieso fühle ich mich durchgehend krank, seitdem ich nicht mehr zur Schule gehe?

Weil Dich die Angst das glauben lässt.


Die Macht der Einbildung ist sehr stark. Und man muss bereit dafür sein Sachen ändern zu wollen. Anders geht es nicht.
Bei Dir fallen mir da spontan folgende Sachen ein:
Wenn Du so sehr davon überzeugt bist, dass es passieren wird, dann ist es auch egal was du tust. Versuche das für den Moment zu akzeptieren. Setze Dich zum Beispiel vors Klo und warte, bis du Dich Erbrechen musst.
Oder mache Dinge, die Du genau dann meiden würdest. Iss etwas, fahre mit dem Bus, gehe zu einem Freund, gehe Einkaufen, gehe einfach nur an die frische Luft.
Tue nicht das, was Dir Deine Angst aufzwingt. Wenn Du Dich das nächste mal schlecht fühlst und Du Dich zu irgendetwas gedrängt fühlst: Nehme nicht das Medikament, mache Dir keinen Tee/Wärmflasche, etc. pp.

Suche Dir ein nettes Hobby, was deine Zeit und deinen Geist in Anspruch nimmt. Mir scheint es, nachdem die Schule weggefallen ist, hast Du nicht mehr soviel zu tun? Was machst Du denn zur Zeit?
Hast Du einen Therapeuten? Ich würde Dir empfehlen nach einem zu suchen. Probiere ruhig mehrere verschiedene aus.

ichbindeinalbtraum
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Re: permanentes krankheitsgefühl durch die emeto?

Beitragvon ichbindeinalbtraum » 07.08.2015, 00:15

Uff, erstmal danke für die Antwort! Ja, Angst ist mächtig, das spüre ich. Ich gehe nach den Ferien zum Psychiater und dann auch wieder zur Schule. Mal so ganz by the way, gibt's eine Möglichkeit, mit Mitgliedern auch privat zu schreiben oder eine Whatsapp-Gruppe zu erstellen? Ich find's nämlich unglaublich hilfreich, wenn man sich mit anderen Betroffenen austauschen kann.

dariusbritt
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Re: permanentes krankheitsgefühl durch die emeto?

Beitragvon dariusbritt » 07.08.2015, 00:51

1. Ich habe diese Phobie seit ich denken kann. Wieso prophezeie ich dann ausgerechnet für 2015, dass ich erbreche und warum fühle ich mich in diesem Jahr tatsächlich körperlich UND psychisch schlecht?

Wie Megan.Morgue schon sagte, ist die Angst nicht immer gleich schlimm. Und du hast ja selbst geschrieben:

icreatecharacters hat geschrieben:so war es auch an silvester 2014. ich habe mich an diesem abend wieder ein wenig mit der angst beschaeftigt und ploetzlich kam wie aus dem nichts der gedanke: "2015 wird kein gutes jahr, weil du kotzen musst." ich hab diesen gedanken so gut wie moeglich verdraengt, aber da 2015 generell kein gutes jahr fuer mich ist, kommt eben dieser gedanke oft zurueck und macht mir angst.


Dass 2015 insgesamt nicht super für dich gelaufen ist, ist Zufall. Ungünstig natürlich, weil deine Angst sich jetzt bestätigt fühlt. Aber die Dinge, die passiert sind, wären so oder so passiert. Du klammerst dich jetzt nur an dem Gedanken, dass es an diesem Silvesterabend lag, weil du vielleicht - vielleicht sogar nur unterbewusst - nach einer Erklärung für das alles suchst. Aber für manches gibt es und braucht es keine Erklärung.

2. Wieso werden meine Gedanken immer schizophrener, seitdem ich nicht mehr zur Schule gehe?
3. Wieso wurden meine Symptome intensiver, seitdem ich nicht mehr zur Schule gehe?
4. Wieso geht es mir allgemein so scheiße, seitdem ich nicht mehr zur Schule gehe?


Weil du keine Ablenkung mehr hast. Weil du dich nur noch mit dir und der Angst beschäftigst. Weil du somit Zeit hast, dich da reinzusteigern. Weil du keine richtige Aufgabe mehr hast und ins leere läufst.

5. Wieso habe ich ständig die Eingebung, dass ich krank werden MUSS?

Pessimismus kombiniert mit internaler Kontrollüberzeugung? "Krank werden ist das furchtbarste, was mir passieren könnte. Und ich werde bestimmt krank. Ich kann das ja gar nicht beeinflussen. Das passiert bestimmt."
Wäre jetzt so mein Tipp.

6. Wieso habe ich das Gefühl, dass meine Übelkeit dieses Mal NICHT - wie sonst immer - von alleine weg geht, sondern dieses Mal definitiv zum Erbrechen führt?
Weil du durch die Angst die Fähigkeit verlierst, das ganze rational zu betrachten und realistisch einzuschätzen, was was ist. Und blöderweise verursacht Angst ja tatsächliche Übelkeit, die dir dann wiederum signalisiert "Oh Gott, mir ist wirklich schlecht, jetzt ist es ernst." was die Angst wiederum schlimmer macht, was die Übelkeit wiederum schlimmer macht. Es ist ein Teufelskreis (Aber lass dir an dieser Stelle gesagt sein: Zumindest ich hatte schon viele Panikattacken, aber musste mich noch nie bei einer übergeben. Auch wenn es sich oft so angefühlt hat und ich hätte schwören können, dass es passiert (weil eben alle "Checks" - also Tipps die helfen sollen, psychisch und physisch verursachte Übelkeit zu unterscheiden - versagt haben)).

7. Wieso habe ich bei ALLEM, was ich tue, den Gedanken: "Erst wirst du krank, es dauert nicht mehr lange."?
8. Wieso assoziiere ich ALLE Symptome, die ich habe (Harndrang, Niesen, Bauchschmerzen,..) mit Erbrechen/Magendarm und/oder vergangenen Brech-Erlebnissen? Warum denke ich IMMER, dass ich mich "genauso fühle" wie an einem Tag, an dem ich als kleines Kind erbrechen musste?
9. Wieso bin ich permanent überzeugt davon, mir einen Virus eingefangen zu haben?


Ich fasse das mal als einen Punkt zusammen.
Die Angst hat (zumindest bei vielen) enorm viel mit Kontrolle zutun. Weil das Erbrechen so unglaublich schlimm zu sein scheint, hat man das Gefühl, man müsse sich darauf einstellen. Wenn man direkt davon ausgeht, krank zu sein, dann kann man nicht mehr plötzlich krank und überrascht werden. Dann ist es nicht mehr so schlimm. Man hat das Gefühl, die Situation mehr unter Kontrolle zu haben. Das gibt einem scheinbare Sicherheit. Und naja, wenn man sich gedanklich ständig darauf vorbereitet, krank zu werden, dann sind wir bei dem, was kinabalu geschrieben hat:

Frag mal ein kleines kind 10 mal ob es Bauchschmerzen hat. Irgendwann sagt es "ja".


10. Und zu guter Letzt: Wieso fühle ich mich durchgehend krank, seitdem ich nicht mehr zur Schule gehe?
siehe 2.,3.,4.

ichbindeinalbtraum hat geschrieben:Mal so ganz by the way, gibt's eine Möglichkeit, mit Mitgliedern auch privat zu schreiben oder eine Whatsapp-Gruppe zu erstellen? Ich find's nämlich unglaublich hilfreich, wenn man sich mit anderen Betroffenen austauschen kann.


Private Nachricht (an ein Mitglied) (oder in einem Beitrag im Forum links unter dem Namen der Person auf PN) und Whatsapp-Gruppen. Zum Postfach kommst du auch, wenn du oben unter dem weißen "GetTogether" Logo oben links auf (X neue Nachrichten) klickst.

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Re: permanentes krankheitsgefühl durch die emeto?

Beitragvon eswirdbesser » 07.08.2015, 11:02

Wobei bei privaten Nachrichten schade ist, dass die anderen Mitglieder im Forum davon nichts haben. Vielleicht denken einige Menschen genauso wie du, machen eventuell sogar noch schimmeres durch aber trauen sich hier nicht zu schreiben. Wenn solche Diskussionen öffentlich stattfinden ist allen geholfen, und Dir dabei sogar noch von mehreren :)

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Re: permanentes krankheitsgefühl durch die emeto?

Beitragvon Parasomnia » 07.08.2015, 16:42

Schön, dass das mit dem Doppelaccount dann doch geklärt ist. :roll:

Ansonsten sind die Antworten meiner VorrednerInnen schon sehr präzise und richtig. Angst ist mächtig. Aber nicht nur Angst: auch du selbst, indem du deinen Gedanken gar keine andere Möglichkeit lässt als sich auf deinen Körper und dessen Symptome zu konzentrieren. Wer nur zuhause sitzt und sich auf sich selbst konzentriert, der wird sich irgendwann immer schlechter fühlen und immer mehr Symptome entdecken, die er früher gar nicht hatte. Das ist eigentlich ganz logisch. Dein Geist beschäftigt sich mit den einzigen Eindrücken, die er zur Verfügung hat. Ich habs jetzt schon öfter gesagt, aber: beschäftige dich damit, wie Angst funktioniert. Dann wirst du viele Dinge, dein magisches Denken, die selffullfilling-prophecy usw., als Elemente und Symptome deiner Angststörung identifizieren können. Das hat dann nichts mit totaler Verrücktheit, Schizophrenie, Hellsichtigkeit oder sonstewas zu tun. Sondern nur mit Angst. Und welche Ausmaße sie annehmen kann, wenn man sie nicht in professionellem Rahmen bearbeitet.
Es kommt dazu - trotz alledem -, dass sich die Furcht in Widerstand verwandeln wird - trotz alledem.
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Re: permanentes krankheitsgefühl durch die emeto?

Beitragvon ichbindeinalbtraum » 07.08.2015, 19:12

Ja, ich werd mir auch definitiv ein paar Bücher zulegen, die Angst und ihre Funktion aufklären. Irgendwie macht's mir ja Hoffnung, dass ich die ganze Scheiße irgendwie wieder verlernen kann. Werd ich mit zusätzlicher medikamentöser und psychiatrischer Unterstützung mit Sicherheit irgendwie schaffen. Trotzdem wär's doch wahnsinnig cool, wenn wir mal eine Emeto-Gruppe auf Whatsapp hätten. Der Thread mit der Gruppe ist hier leider eingeschlafen, deswegen: wenn ihr Bock habt, schickt mir einfach eure Nummer an irina.lir@gmx.de und wir machen uns 'ne coole Runde auf Whatsapp! Ich finde sowas vor allem in panischen Situationen sehr hilfreich, wenn man dann einfach kurz schreibt, was los ist und so. Das beruhigt und es ist allgemein einfach 'n gutes Gefühl, wenn man weiß, es geht mehreren so beschissen wie mir. Also lasst mir eure Nummern zukommen, ich mach eine Gruppe, wenn ihr wollt.

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Re: permanentes krankheitsgefühl durch die emeto?

Beitragvon eswirdbesser » 08.08.2015, 12:20

Du brauchst keine Medikamente dafür. Eine einfache Psychotherapie reicht schon aus. Dazu ist kein Psychiater notwendig.
Ich kann Dir das Buch von Dr. Wolf "Ängste verstehen und überwinden. Wie Sie sich von Angst, Panik und Phobien befreien" empfehlen.

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Re: permanentes krankheitsgefühl durch die emeto?

Beitragvon ichbindeinalbtraum » 08.08.2015, 18:28

Muss mal gerade was loswerden. Ich vermute nämlich innerhalb meines Wahns jetzt, dass ich ein Virus habe, das sich auf längere Zeit verteilt. Letztes Jahr hatte ich beispielsweise eine Grippe + Mandelentzündung und wenn ich mich recht erinnere, hat es angefangen mit Druck im Hals/Halsschmerzen und einen Tag später kam die Grippe erst komplett. Jetzt habe ich seit Montag Bauchschmerzen, ab und zu Kopfschmerzen und befürchte natürlich wieder, mir einen Infekt eingefangen zu haben, der sich auf mehrere Tage verteilt und etappenweise ausbricht. Dazu passen würde jedenfalls, dass ich vor einigen Wochen prophezeite, dass ich die ganze Nacht erbrechen muss, wenn ich zu meinem Vater gehe, und da gehe ich heute wirklich hin. Habe ebenfalls prophezeit, dass ich erbreche, wenn wir eine Fahrrad-Tour machen, und die machen wir morgen tatsächlich. Außerdem wäre zu sagen, dass ich sehr unregelmäßig esse, nachts immer 2-3 rohe Möhren verzehre und bei der Hitze sehr sehr wenig trinke (habe aber auch kein Durstgefühl). Zu den Möhren wäre noch zu sagen, dass ich die wirklich mitten in der Nacht esse, meist kurz bevor ich einschlafe und dann, wenn ich wachwerde auch sofort spüre, dass ich Bauchschmerzen habe, die sich anfühlen, als wäre was nicht ordentlich verdaut; und dass ich bei übermäßigem Verzehr der Möhren Brechreiz bekomme und die gar nicht mehr runterkriege ohne halb zu kotzen. Noch zu sagen ist, dass ich zusätzlich zu meinem ohnehin schon seltsamen Essverhalten am Pica-Syndrom leide und schon über einen längeren Zeitraum unessbare Dinge wie Papier/Plastikpapier, Pappe und Zitronenschale esse. Daher meine Frage: kann es sein, dass es ein Infekt ist und der sich über mehrere Tage hinweg in verschiedenen Etappen und Symptomen äußert? Gibt es sowas? Konnte ich hellsehen und habe deswegen vor einigen Wochen prophezeit, dass ich bei meinem Vater erbreche, weil das Virus, das ich habe, erst jetzt komplett ausbricht? Habe ich seit Montag Bauchweh, weil ich seitdem ein Virus habe, das erst heute Nacht bei meinem Vater komplett ausbricht, damit meine hellseherische Prophezeiungen wahr werden? Oder ist das alles wieder Quatsch und die Bauchschmerzen kommen davon, dass ich Papier etc esse? Oder kommen die Symptome (auch) davon, dass ich zu wenig trinke? ODER ist das ALLES wieder zu 100000% psychisch bedingt? WAS IST DAS?

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Re: permanentes krankheitsgefühl durch die emeto?

Beitragvon Parasomnia » 08.08.2015, 18:49

Was mich mal interessieren würde: Wann hast du dich eigentlich das letzte Mal wirklich übergeben?

Du prophezeist und prophezeist, aber offensichtlich passiert ja wenig davon. Bauchschmerzen und Übelkeit gehören zu den wahrscheinlich diffusesten Symptomen überhaupt, die durch tausend verschiedene Dinge ausgelöst werden und natürlich, wie alles, auch psychisch bedingt sein können. Ich sags gern nochmal: NEIN, du kannst nicht hellsehen. Dein Hirn versucht, Verbindungen herzustellen, um deine Wirklichkeit berechenbarer zu machen, weil es das ist, was dir u.a. so panische Angst macht: Unberechenbarkeit, Unkontrollierbarkeit. Wenn die Dinge einem Muster folgen, hat das etwas Beruhigendes. Aber ich wiederhole mich, irgendwo schrieb ich es schonmal. Infekte, die sich über mehrere Tage hinschleppen, ohne wirklich einheitliche Symptome zu verursachen und ohne letztlich tatsächlich zur Krankheit zu führen, dürften eher selten sein. Wenn du Grippe hättest, bekämst du recht schnell die entsprechenden Symptome. Und auch eine Magen-Darm-Grippe streckt sich nicht über mehrere Tage, OHNE, dass du tatsächlich kotzt, Durchfall hast oder sonst IRGENDWAS, was darauf hindeutet. Abgesehen von ominösen Ahnungen natürlich.

Dazu passen würde jedenfalls, dass ich vor einigen Wochen prophezeite, dass ich die ganze Nacht erbrechen muss, wenn ich zu meinem Vater gehe, und da gehe ich heute wirklich hin. Habe ebenfalls prophezeit, dass ich erbreche, wenn wir eine Fahrrad-Tour machen, und die machen wir morgen tatsächlich.


Weißt du, was das ist? Konditionierung! Ich erinnere mich da an meine Berufsschulzeit und eine Straßenkreuzung, an der ich plötzlich eine Panikattacke hatte. Mir war unglaublich übel, ich zitterte am ganzen Leib, nahm nichts mehr so wirklich wahr und dachte, entweder ich breche zusammen oder kotze gleich auf den Gehweg. Freilich ist nichts davon passiert, aber jedes Mal, wenn ich da wieder vorbeikam, wurde ich unruhig. Jedes Mal dachte ich, mir würde es bestimmt gleich wieder so gehen, obwohl diese Straßenecke ja absolut nichts mit meinem körperlichen Befinden zu tun hatte. Es war ein Zufall, dass gerade beides zusammenfiel. Aber unsere Angstgehirne sind ziemlich gut und fleißig, wenn es darum geht, Dinge zu verknüpfen, die nicht zusammengehören. Fahrradtouren und Besuche bei deinem Vater sind nicht an dein körperliches Wohlbefinden gekoppelt.

Noch zu sagen ist, dass ich zusätzlich zu meinem ohnehin schon seltsamen Essverhalten am Pica-Syndrom leide und schon über einen längeren Zeitraum unessbare Dinge wie Papier/Plastikpapier, Pappe und Zitronenschale esse


Ich würde mir eher mal darüber Gedanken machen, ob das Essen solcher eigentlich unverdaulichen Dinge womöglich zu manchen Beschwerden beiträgt?!

Weißt du .. wenn ich diesen Beitrag wieder so lese, klingt er wie ein Plädoyer vor Gericht. "Zu dem Sachverhalt ist übrigens noch dies und das zu sagen, wichtig ist dieses und jenes und zu beachtet das und das" als wolltest du hier irgendjemanden mit vermeintlich stichhaltigen Argumenten von deinen hellseherischen Fähigkeiten überzeugen. Gibs auf. Du kannst nicht hellsehen. Manchmal hätte ich auch gern solche Fähigkeiten, muss toll sein. Du (wie wir alle) aber hast nur eine Angststörung, keine implantierte Glaskugel im Kopf.
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Re: permanentes krankheitsgefühl durch die emeto?

Beitragvon ichbindeinalbtraum » 08.08.2015, 19:46

Natürlich trägt das Essen ungenießbarer Dinge nicht gerade zum Wohlbefinden bei. Aber es gab da sogar mal eine Frau (die gibt's auch heute noch), die sogar Steine isst und die musste auch nicht kotzen. Gekotzt hab ich das letzte Mal am 02.02.2010. Ohne Prophezeiung und das ganze Drumherum. Wenn ich das dann so lese, dass mir vielleicht von den Papieren schlecht ist, hab ich sofort Angst, dass ich vielleicht deswegen dann erbrechen muss und meine Prophezeiung dann DESWEGEN wahr wird. Heißt ja bei self-fulfilling prophecy auch, dass man unbewusst dazu beiträgt, dass der Scheiß wahr wird. Also: Ich prophezeie, dass ich kotze, esse vorher 3 Tage mal so zwischendurch Papier und zack - muss ich kotzen. Dann dreh ich es eben so herum, dass es zu meiner Prophezeiung passt. Natürlich kriegt man vom Papier etc Bauchweh, das mag sein, aber solange der Stuhlgang geht - und der geht - denk ich nicht, dass das zu ernsthaften Beschwerden führen kann. Oder?

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Re: permanentes krankheitsgefühl durch die emeto?

Beitragvon Parasomnia » 08.08.2015, 19:51

Ich meine mit "trägt nicht zum Wohlbefinden bei" nicht notwendigerweise, dass du davon kotzen musst! Es kann ja auch sämtliche andere Symptome verursachen: Übelkeit, Bauchkrämpfe, Verstopfung, weiß der Geier. Ich bin kein Arzt. Und ich glaube, du hast das mit der selffullfilling-prophecy nicht ganz richtig verstanden, bzw. drehst es jetzt so, dass es in deine Argumentation passt. Das meint nicht unter allen Umständen, dass das, was man prophezeit eintritt. Du kannst nicht dein eigenes Erbrechen prophezeien. Aber du kannst, wenn du immer wieder denkst: "Was ist, wenn mir jetzt schlecht wird? Was ist, wenn ich kotzen muss? Bestimmt wird es mir ganz schlecht gehen, ganz sicher" Übelkeit verursachen. Die führt nicht zum Kotzen, aber sie ist eben da, weil du dich so intensiv mit damit beschäftigt und das so leidenschaftlich herbeigeredet hast. Ich habe hingegen noch von keinem gelesen, der sein eigenes Erbrechen irgendwie erfolgreich prophezeit hätte.

Warum isst du denn diesen Krempel? Weil du dir einredest, dass du dann nicht kotzt, oder wie?
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Re: permanentes krankheitsgefühl durch die emeto?

Beitragvon ichbindeinalbtraum » 08.08.2015, 20:08

Also, dass ich nachts rohe Möhren esse, ist eine Angewohnheit geworden und beruhigt mich irgendwie. Wieso ich Papier esse, weiß ich selbst nicht wirklich. Anfangs hat auch das mich auf eine gewisse Art und Weise beruhigt, mittlerweile löst es nur noch Bauchschmerzen aus, weswegen ich das jetzt auch endgültig sein lasse. Ich bin ja so überzeugt von diesem Infekt und bastel mir da die verrücktesten Theorien, das ist echt krank.


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