Emotophobie kommt Schubweise

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Tailog
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Emotophobie kommt Schubweise

Beitragvon Tailog » 02.04.2015, 10:38

Hallo an Alle,

bei mir kommt diese Angst immer Schubweise. Ich weiss nicht wie ich das meiner Umwelt beibringen soll, wenn ich mal wieder einen dieser Schübe habe. Mal kurz zu mir und meiner Geschichte. Ich bin 27Jahre alt, habe einen 2-jährigen Sohn und bin seit 5 Jahren in einer Beziehung. Das letzte mal übergeben hatte ich mich mit 6 oder 7 Jahren. Konnte nie mit Besoffenen umgehen, habe Busreisen gemieden und derartiges. Ohne einen Grund dafür zu kennen. Dann kam die Schwangerschaft. Alles lief Problemlos, ohne Übelkeit und so. Bis ich im 7. Monat war, dann musste ich mich mitten in der Nacht übergeben und von diesem Tag an täglich mit der Übelkeit kämpfen. Ich habe Medikamente (VOMEX) genommen, ohne an die Gesundheit meines ungeborenes Baby zu denken. Mit der Geburt war dann alles wieder besser. Nach einigen Monaten fing es aber wieder an. Richtig heftig. Ich war im Krankenhaus, fast wöchentlich beim Arzt und habe mich auf alles mögliche untersuchen lasse. Ohne Erfolg. Ich war stark abhänging von MCP-Tropfen. Konnte ohne sie nicht mal das Haus verlassen. Als diese vom Markt genommen werden sollten, bin ich panisch geworden. Ich hab dann irgendwann mein Problem verstanden. Begriffen das es nichts körperliches sein kann. Dann habe ich mit minem Hausarzt darüber gesprochen. Ich sollte mir professionelle Hilfe suchen und hab weitere Medikamente bekommen. Antidepressiva. Was passierte ?? Ich musste mich mitten in der Nacht Übergeben. Hab von heute auf morgen alle Medikamente weggelassen, sogar die Anti-Baby-Pille. Und dann war ich Beschwerdefrei. Bis Jetzt !! Mein letzter Schub ist jetzt etwa 1 Jahr her. Vor wenigen Tagen musste ich mich wieder übergeben, MITTEN IN DER NACHT. Aber ich hab mich danach sogar besser gefühlt. Aber jetzt hab ich immer das Gefühl wenn ich mich ins Bett lege, das mir übel ist und sich alles dreht. Tagsüber gehts mir soweit gut. Das ist so nervig und belastend. Und ich weiss auch das es nicht schlimm ist sich zu Übergeben. Aber ich bekomm diese Angst nicht aus meinem Kopf. Ich hoffe das ändert sich dann auch schnellstmöglich wieder. Ansonsten muss ich mir Wohl doch professionelle Hilfe suchen.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Vieleicht geht es ja Jemandem ähnlich und hat einen Tipp diese Schübe schnellstmöglich hinter sich zu bringen.

PS. Ich hab noch MCP-Tropfen über und die sind schon wieder mein täglicher Begleiter in der Handtasche :-(

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Re: Emotophobie kommt Schubweise

Beitragvon Feldweg » 04.04.2015, 06:03

Hallo,

Also so, wie sich das für mich anhört, ändert sich von allein nicht wirklich etwas. Such Dir Hilfe, empfehle ich. Denn das Mitschleppen von Medis ( MCP ) ist schon ein Indikator für heftige Angst. Letztlich versuchst Du, so scheint es mir, durch das " Mitführen" sozusagen gewappnet sein zu wollen, für den " worst case" :wink:
Ich kenn das zu gut. Vielleicht ist ein erster Schritt, wenn Du versuchst, die gerade vorhandene Angst anzunehmen. Das IST gerade so - und durch " Selbstanklage" oder ähnliches verstärkst Du das nur. Das Mitschleppen von Tropfen hin - oder her - darum geht es doch gar nicht.
Auch wenn jemand NICHT diese Form der " Prävention" wählt, heißt das nicht, dass er oder sie weniger Angst hat.

Der EMO liegt IMMER etwas zugrunde und wenn sie sich massiv zeigt ( auch in Schüben ) - dann will da etwas ANGESCHAUT werden.
GÖNNE es DIR und lass Dir helfen :ja:

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Re: Emotophobie kommt Schubweise

Beitragvon mainzerin » 06.04.2015, 08:57

Ich kann Feldweg da nur zustimmen. Auch wenn du "nur" Schübe hast und dann irgendwann wieder beschwerdefrei bist, such dir lieber jetzt Hilfe. Dann du wirst nicht von heute auf morgen einen Therapeuten finden, der dich aufnehmen kann und mit dem du klar kommst. Dazu gehört schon richtiges Glück. Lass dich auf Wartelisten setzen und kümmere dich lieber jetzt schon darum!
Hatte auch jahrelang die MCP in der Tasche.

Ich drücke dir die Daumen

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Re: Emotophobie kommt Schubweise

Beitragvon handcreme1 » 08.04.2015, 06:45

Hallo :)

Erstmal bitte ich euch, dass ihr keine Medikamnetentipps gebt. Dies ist hier im Forum verboten.
Auch ich tendiere dazu, dass du dir Hilfe holst, selbst wenn die Emo nur Schubweisse kommt ;)

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Re: Emotophobie kommt Schubweise

Beitragvon mainzerin » 08.04.2015, 13:16

hier hat keiner medi-tipps gegeben. hier wurde lediglich gesagt, dass man die medis als "sicherheit" mitgeschleppt hat und man daran erkennt, dass man hilfe benötigt. nicht mehr und nicht weniger.

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Re: Emotophobie kommt Schubweise

Beitragvon Tailog » 11.04.2015, 17:12

Das sollte wirklich kein Tipp sein. Ich würde auch jedem davon abraten !! Ich hab das Gefühl es macht sehr schnell abhänging, bringt in diesem Fall recht wenig (da es ja eher eine Kopfsache ist) und ist ja nicht ohne Grund vom Markt genommen worden.
Leider hab ich es wieder eine Woche durchgehend genommen. Hatte dann vorgestern das erste mal das Gefühl ich brauch es nicht. Es ging mir gut und als es dann ans Schlafen ging, hatte ich das Gefühl Schüttelfrost zu bekommen. Meine Beine haben sich verkrampft. Es war ein anderes Gefühl als sonst, also wenn Abends diese Angst kommt. Dafür ging es mir dann gestern Abend richtig gut. Es geht bergauf :top:

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Re: Emotophobie kommt Schubweise

Beitragvon handcreme1 » 12.04.2015, 16:46

mainzerin hat geschrieben:hier hat keiner medi-tipps gegeben. hier wurde lediglich gesagt, dass man die medis als "sicherheit" mitgeschleppt hat und man daran erkennt, dass man hilfe benötigt. nicht mehr und nicht weniger.



Natürlich. Es werden die Medikamente genannt womit wir bei Tipps sind ;)

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Re: Emotophobie kommt Schubweise

Beitragvon mainzerin » 12.04.2015, 16:57

naja, sehe ich anders. ein tipp wäre, wenn man sagt "nimm dies und das, hat mir immer geholfen". aber da hat jeder eine andere einstellung. ich habe es nicht als tipp gesehen.

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Re: Emotophobie kommt Schubweise

Beitragvon zuckerl » 12.04.2015, 18:36

Ich sehe darin auch überhaupt keinen Medi-Tipp.
Bin nun etwas verwirrt, was man denn dann schreiben darf und was nicht, wenn schon das Nennen eines Medis als Tipp angesehen wird :nixweiss:

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Re: Emotophobie kommt Schubweise

Beitragvon Sase » 13.04.2015, 12:02

Ich schreib euch später was :) aber alle locker bleiben!
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!

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Re: Emotophobie kommt Schubweise

Beitragvon Sase » 13.04.2015, 21:21

@Tailog: Ich muss sagen, so richtig erkenne ich das "schubweise" nicht. Hattest du denn in den angstfreien Phasen (Schwangerschaft jetzt mal außen vor gelassen) wirklich überhaupt keine Angst? Oder (a) gab es nur einfach keine Situationen in denen deine Angst getriggert wurde, oder war (b) dein Vermeidungssystem so ausgeklügelt, dass du dich mit Scheinsicherheiten über Wasser gehalten hast (?). Ganz unabhängig davon ist aber unumgänglich, dass du die Sache fachmännisch angehst. Weil ob du nun kontinuierlich Angst hast, oder "alle Jahre wieder" es dich jahrelang aus der Bahn wirfst, ist eigentlich egal. Es ist sogar normal, dass es mal bessere und mal schlechtere Zeiten gibt :-)

@All: Zum Thema Medikamente

Es ist immer wieder sehr schwer die Gratwanderung zwischen Werbung und Nicht-Werbung zu gehen, deswegen schreib ich jetzt einfach mal ein paar grundsätzliche Dinge, die hoffentlich zur Orientierung besser beitragen:

- Aus Sicht von GT finden wir es nicht gut und wollen vermeiden, dass Personen animiert werden, Medikamente (darunter fallen auch frei verkäufliche) zu nehmen. Dies ist aber nicht alleinig "persönliche Einstellung", sondern hat auch einen rechtlichen Hintergrund. Deswegen entscheiden wir dann in Grenzfällen manchmal auch zu Ungunsten des Schreibers unter Umständen (wir können da auch nur nach bestem Wissen und Gewissen handeln und tun das dann auch!).

- Zum Animinieren oder Bewerben gehört z.B. sowas wie: "Also X. ist vieeeel besser als Y. das solltest du unbedingt ausprobieren"; "Also wenn dir schlecht wird beim Autofahren, solltest du XY. nehmen, das ist Hammer". Was allerdings vollkommen legitim ist, sind eigene Erfahrungen und Berichte, das wäre - um bei den Beispielen zu bleiben - z.B. "Also ich hab die Erfahrung gemacht, dass mir X. viel besser geholfen hat als Y." (hierbei gehen wir von einem legalen und medizinisch notwendigen Konsum aus, z.B. ein vom Psychiater verschriebenes Antidrepressivum), oder "Mir wurde beim Autofahren auch immer schlecht, ich hab dann Z. verschrieben bekommen, sprich doch deinen Arzt mal darauf an".

- Insbesondere bei missbräuchlichem Gebrauch warnen wir auch stärker, eben weil Antiemetika nicht das Kernproblem (nämlich die Angst!) angehen und diese oft sogar noch befördern.

Zum aktuellen Thread:
Ich denke, handcreme hat das als gutgemeinten Hinweis geschrieben, weil hier sehr viele Medikamentennamen aufgetaucht sind :D
Im Grunde habt ihr aber in der Tat alle eigentlich Erfahrungsberichte geschrieben. Und das ist ok.
Für alle Neuen: Uns ist einfach wichtig, dass wir alle - unabhängig voon der rechtlichen Situation - auch mitreflektieren, wann es hilfreich ist, Medikamentennamen zu nennen und wann es vielleicht sinnvoller ist, denn Namen nicht zu nennen. Insbesondere auch bei frei verkäuflichen Präparaten.

Ich hoffe, ich konnte ein bisschen zur Klarheit beitragen.
:D
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!

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Re: Emotophobie kommt Schubweise

Beitragvon zuckerl » 13.04.2015, 23:08

Vielen Dank für die ausführliche Erklärung! Das hilft auf jeden Fall! :D

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Re: Emotophobie kommt Schubweise

Beitragvon Tailog » 15.04.2015, 16:12

Ich entschuldige mich nochmal für die "Werbung" und bitte drum dies nicht als Tipp zu sehen !! Finger weg !!

Also ich glaube die Angst begeleitet mich immer. Aber es gibt Zeiten in denen die Angst mein Leben "beherrscht". Wo ich mich kaum traue das Haus zu verlassen oder mich Schlafen zu legen. Ich steigere mich so sehr ihn die Angst rein, das ich zittere, mein Herz rast und ich wirklich überlegen muss ob, was und wieviel ich esse. Täglich ist mir heftig schlecht. Alles dreht sich nur noch um dieses Thema. Ich liege dann Abends im Bettund sage vor mich hin: "Es geht mir gut, es geht mir gut". Aber schon alleine das daran denken verstärkt dieses Unwohlsein und im Hinterkopf läuft der Film: "Nein, es geht mir immer schlechter". Mein Partner merkt das dann auch wenn es mir nicht so gut geht, aber er gehört eher zu der Sorte die diese Angst nicht verstehen können. Also fällt es mir schwer mit ihm darüber zu reden. Generell fällt es mir schwer darüber zu reden. Hier bin ich unter Gleichgesinnten, hier hat jeder das gleiche Problem. Naja und dann gibt es halt wieder Phasen da rückt die Angst in den Hintergrund. Ich verschwende nicht jeden Gedanken daran und kann ganz normal leben.


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