Wie mit Erbrechen umgehen nach Jahren wenn man nicht musste

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liebeDasLeben
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Wie mit Erbrechen umgehen nach Jahren wenn man nicht musste

Beitragvon liebeDasLeben » 05.03.2015, 22:10

Hallo ihr lieben,

Ich wollte mal fragen ob mir hier jemand Tipps geben könnte wie man damit umgehen kann/soll wenn man nach Jahren wo man nie erbrochen hat es dann doch mal kommt wie man dann damit umgehen kann? Also ich meine das Erbrechen. :-( Während man muss. Ich weiß schon gar nicht mehr wie es ist. Dauert es lange? Tut es weh? Schafft man das als Emo?
Ich habe seit meinem 17. Lebensjahr die Emo und habe auch seitdem nie mehr erbrechen müssen. Jetzt bin ich 27. Ich War auch in Behandlung deswegen in einer Klinik und bin auch noch in Therapie neuerdings, nur richtig verstehen tut mich da keiner in meinem Umfeld. Ich habe zwar noch eine Freundin die auch das Problem hat jedoch nicht so schlimm. Bei mir ist einfach das Problem dass ich Panik kriege wenn ich denke ich müsste mich übergeben.
Vielleicht denke ich auch einfach zu viel darüber nach. Wie es ist. Ob ich es überleben werde. Usw... möchte das einfach nicht aber ich weiß auch dass ich das nicht verhindern kann. Ich hab ja auch zwischendurch mal Brechreiz. Aber ich glaub das kommt einfach durch die Psyche.
Manchmal wünsche ich mir man könnte das alles vergessen und einfach ein sorgenfreies Leben führen. :-)

Ich wünsche euch allen alles Gute und freue mich über eure Antworten. :-)

Liebe Grüße eure Denise.

Trauerkloss
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Re: Wie mit Erbrechen umgehen nach Jahren wenn man nicht mus

Beitragvon Trauerkloss » 05.03.2015, 22:28

Hallo du Liebe,

Also ich musste auch sehr lange nicht erbrechen und ganz plötzlich aus heiterem Himmel War es dann soweit. In dem Moment weisst du absolut was zu tun ist, nämlich es einfach geschehen lassen. Sonst bleibt dir eh nix übrig. Mein Brecherlebnis hat meine Emo zwar stark verschlimmert, aber es hat mir absolut die Einsicht gebracht, dass es gaaaaaar nicht so schlimm ist wie wir denken. Ich hab mich danach kaputt gelacht mit meinem
Freund und ihn gefragt warum zur Hölle ich mir täglich den Kopf über so etwas zerbreche. Man muss immer bedenken: erbrechen ist etwas völlig normales, es schützt dich und dein Leben und dein Körper weiß ganz genau was er tut, er macht das nicht ohne Sinn!! Vertraue dir und deinem Körper ein wenig und mach dir klar, dass er nur das Beste für dich will!!!! Ich weiss, leicht gesagt aber es ist Tatsache!!!!!

Ganz lieber Gruß

dariusbritt
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Re: Wie mit Erbrechen umgehen nach Jahren wenn man nicht mus

Beitragvon dariusbritt » 06.03.2015, 13:45

Ist noch gar nicht so lange her, da gab es einen ähnlichen Thread ;) viewtopic.php?f=19&t=17862

Aber im Grunde kann man nicht verlernen, "wie das geht". Die größte Gefahr besteht darin, am Erbrochenen zu ersticken, was aber bei gesunden Menschen (also wie sprechen hier von schwerwiegenden Krankheiten, wenn man sich übergeben muss, weil man eine MDG hat, ist man ja nicht "gesund" ... aber ich denke man versteht was ich meine :mrgreen: ), die bei klarem Verstand und Bewusstsein sind äußerst, äußerst selten. Der Körper hat da fest verankerte Reflexe die beim Erbrechen ausgelöst werden, sodass im Normalfall alles reibungslos funktioniert. Wenn man da selbst irgendwas bewusst machen müsste, müssten kleine Kinder das ja auch erst lernen. Also, darum musst du dir keine Sorgen machen ;)

Und auch als Emo schafft man das! :ja: und bei mir war es bisher immer so, dass die Zeit vor dem Erbrechen viel schlimmer war, als der Akt an sich. Danach ging es mir sogar richtig gut.

Vorbereiten kann man sich nicht. Es passiert, wenn es passieren muss und dann läuft alles voll automatisch ab. Zu versuchen, es zu verhindern, macht es oft nur schlimmer.

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Ursina
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Re: Wie mit Erbrechen umgehen nach Jahren wenn man nicht mus

Beitragvon Ursina » 21.03.2015, 16:13

Hallo Denis

Genau diese Frage stelle ich mir auch mal. Ich bin mittlerweilen 54-jährig und habe mit 17 Jahren das letzte mal erbrochen. Keine Ahnung wie das geht, aber ich denke wie hier geschrieben wurde, der Körper wird schon richtig reagieren.

Luna91
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Re: Wie mit Erbrechen umgehen nach Jahren wenn man nicht mus

Beitragvon Luna91 » 23.03.2015, 19:37

Hallo ihr lieben,
ich bin Krankenschwester und leide auch darunter aber ganz rational kann ich sagen: ANGENOMMEN man bekommt einen Magen-darm-Infekt kann es sein das man auch nur Erbricht oder nur Durchfall hat, wenn man diesen hässlichen NORO Virus hat oder Kinder evtl auch den Rotha Virus ist Brechdurchfall meistens vorprogrammiert. Dann kommt es mit kurzer anlaufzeit und schwallartig oben und unten. das geht dann 24std so und fertig. Der Körper reguliert in dem Fall, das alle Viren so schnell wie möglich aus dem Körper gelangen. Und das ist die Qual der Symptome.Kurz und heftig.
Ich hatte dies vor 2 Jahren und davor hatte ich meine letze Magendarmgrippe mit ca 13/14jahren. Also 10jahre nichts der gleichen.
Ich kann jedoch diese Gedanken in meinem Teufelskreis kaum rational sehen, aber vielleicht hilft es euch.
Es tut weder weh noch bringt es einen um, man leidet höchstens an Fieber und Schlappheit aber das kann man alles gut aushalten, bei sowas empfehle ich ich VOMEX supp. es macht müde und man hat die 24std ganz schnell rum. Danach Schonkost essen und es wird wieder.

Leicht gesagt, ich tue mich mit der Umsetzung auch sehr schwer, diese Frage "was wäre wenn...." ihr kennt das sicher.
Seitdem Ich diesen Virus hatte war ich kein einziges mal mehr krank. Weder bei der Grippewelle/Erkältung oder Magendarmgeschichten

Eine bekannte (mit 2 Kindern) Hat kein einziges mal in der Zeit wo ihre Kinder was mit Heim gebracht haben, irgendwann mal erbrechen müssen.
Ich denke sowas bekommt man 1-2 mal und dann erstmal garnimmer. In den Wintermonaten, wo es bei mir auf Station immer mal wieder dazu kam das jemand etwas hatte, war ich immer gesund. Nur meine psyche signalisierte mir etwas anderes. Das war dann eben die Angst..die kennt ihr ja alle.
Liebe Grüße

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Re: Wie mit Erbrechen umgehen nach Jahren wenn man nicht mus

Beitragvon mimi » 23.03.2015, 20:02

... wird jetzt vllt leicht OT, aber gerade bei einem Virus würde ich die Finger von Vomex lassen - denn, wie schon gesagt: Der Virus muss auf die schnellstmögliche Art raus.
Davon abgesehen hält auch Vomex - gerade im Fall einer Virusinfektion - den Körper nicht davon ab, loszuwerden, was er loshaben will.

Das sagt sich natürlich nur dann leicht, wenn man gerade körperlich okay ist - aber ich wollt's der Vollständigkeit halber mal erwähnen.
Lady Angst bittet zum Tanz, ich nehm die Beine in die Hand - ich sing nie mehr die alten Lieder und ich brenne den Tanzsaal nieder!

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Re: Wie mit Erbrechen umgehen nach Jahren wenn man nicht mus

Beitragvon Luna91 » 23.03.2015, 21:20

Das ist so halb richtig, VOMEX ist zwar ein Medikament gegen erbrechen, aber die viren können über den durchfall ausgeschieden werden. und wenn man nimmer so jung ist bzw kleine kinder hat, sollte man dazu greifen, denn sonst ist die gefahr zu groß einen elektrolytmangel zu bekommen. und wenn die symptome 24 std bis 48std anhalten ist es tatsächlich gefährlich. wenn man einfach nichts in sich behalten kann würde ich das empfehlen. aber grundsätzlich kann man eine normale magenverstimmung auch so ausheilen....

dariusbritt
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Re: Wie mit Erbrechen umgehen nach Jahren wenn man nicht mus

Beitragvon dariusbritt » 24.03.2015, 15:13

Um ehrlich zu sein, finde ich es generell nicht so praktisch hier irgendwelche Medikamententipps zu geben. Selbst wenn es ein freiverkäufliches Medikament ist. Wenn man Gefahr läuft, einen Elektrolytmangel zu erleiden bzw stark zu dehydrieren, sollte man zum Arzt gehen und sich nicht auf gut Glück selbst behandeln. Wenn dieser dann Dimenhydrinat- oder Metoclopramid-haltige Medikamente verordnet oder empfielt, ist das etwas anderes. Aber gerade hier, wo viele noch knöcheltief in der Abhängigkeit stecken, die Abhängigkeit gerade überwunden haben oder Gefahr laufen, abhängig zu werden, empfinde ich das als absolut kontraproduktiv. Besonders, wenn man durch deine Aussage jetzt die Rechtfertigung für sich selbst hat "Hey, die Krankenschwester hat gesagt das ist voll okay!", neigt man schnell dazu, es auch vorbeugend zu nehmen. Für Emetophobiker ist das oft nur ein sehr kleiner Schritt.
Das sollte man alles nicht unterschätzen.

Dazu möchte ich sagen, dass ich persönlich es als sehr wichtig für mich und die Arbeit an meiner Angst empfunden habe, das Erbrechen durchzustehen, ohne Medikamente.

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Re: Wie mit Erbrechen umgehen nach Jahren wenn man nicht mus

Beitragvon Basti » 24.03.2015, 16:07

Tipps und Empfehlungen für Medikamente, egal welcher Art, sind hier generell nicht erlaubt. Dafür gibt es dann eine Verwarnung und die hat Luna auch bekommen, so wie auch andere, die Empfehlungen ausgesprochen haben.

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Re: Wie mit Erbrechen umgehen nach Jahren wenn man nicht mus

Beitragvon Sheilchen » 26.03.2015, 13:50

Hallo Zusammen

Also ich persönlich musste 26 Jahre nicht erbrechen und letzten Dezember ist es dann plötzlich passiert. Die Übelkeit vorher war noch das mühsamste, das Brechen selber eigentlich überhaupt kein Problem. Man weiss auch instinktiv was machen, es tut weder weh nocht sonstwas.
Alles in allem kann ich sagen, dass sich meine Emo dadurch nochmals um einiges verbessert hat und ich mich praktisch als geheilt betrachte.

Liebe Grüsse
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Re: Wie mit Erbrechen umgehen nach Jahren wenn man nicht mus

Beitragvon mainzerin » 26.03.2015, 23:04

das ist super, dass du daraus eine positive erfahrung ziehst und nun keine/kaum angst mehr hast. leider kann das halt bei dem ein oder anderen auch nach hinten losgehen und sie haben noch mehr angst, als vorher.
hattest du einen infekt?

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Re: Wie mit Erbrechen umgehen nach Jahren wenn man nicht mus

Beitragvon Sheilchen » 30.03.2015, 12:57

Hallo Mainzerin

Ja würde sagen, hatte nen Magendarmvirus. Hatte auch starken Durchfall zu Beginn. War nicht beim Arzt, aber zwei meiner engen Freunde, die ich am Tag vor dem Vorfall beide noch gesehen habe, hatten ihn auch 2 Tage nach mir. Mir war einfach noch 3 Tage komisch im Magen, aber es war nicht mehr das gleiche Gefühl.

Ich habe gemerkt, dass mein Übelkeitsgefühl, das ich mir damals einbildete oder die richtige Übelkeit sich komplett anders anfühlt wie die Übelkeit, die einem dann erbrechen lässt. Es ist komisch, aber ich habe damals sofort gewusst, dass es heute passiert, weil es sich einfach anders anfühlt als "Bauchschmerzen". Darum fühle ich mich auch viel sicherer und bin eigentlich froh, dass ich es erlebt habe.
Liebe Grüsse
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Re: Wie mit Erbrechen umgehen nach Jahren wenn man nicht mus

Beitragvon mainzerin » 30.03.2015, 19:21

wow, das ist echt eine geschichte, die mut macht. bin nämlich auch schon in meinem 23. jahr ohne erbrechen und "warte" quasi drauf. und ich habe sowohl eine schwangerschaft als auch eine geburt "überlebt", ohne erbrechen. obwohl ich es unter geburtswehen durchaus hätte geschehen lassen können, denke ich. da wars mir 2-3x echt massiv übelst. und selbst im pressen war ich noch in der lage an "bloß nicht kotzen" zu denken. lol. [FACE WITH TEARS OF JOY]

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Re: Wie mit Erbrechen umgehen nach Jahren wenn man nicht mus

Beitragvon Sheilchen » 07.04.2015, 15:03

Ich kann nachvollziehen wie Du Dich fühlst. Ging mir ja 26 Jahre gleich.... Aber eben, die Übelkeit hat sich anders angefühlt oder mein Instinkt wusste einfach, heute passiert es. Es fühlt sich einfach anders an. Ich empfand es jetzt auch nicht als schlimm und war "währendessen" auch sehr locker und hab es einfach geschehen lassen. Ich merke es auch genug früh, so dass ich immernoch zur Toilette springen konnte.

Es klingt komisch, aber wenn es passiert, dann passiert es einfach und da schaltet sich der Urinstinkt ein. Und seit diesem Erlebnis geht es mir wirklich noch um einiges besser .... Also ich kann Dir nur Mut machen und dem Ereignis, was sicher iiiiiirgendwann kommen wird, gelassen entgegen zu sehen :D .
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