Erfahrung in der Klinik

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Peplomidi
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Erfahrung in der Klinik

Beitragvon Peplomidi » 12.01.2015, 20:55

Ich bin Paloma , habe mich vor Monaten schon einmal vorgestellt , würde jetzt aber gerne aktiv an dem Geschehen hier teilnehmen.
Bin aus dem selben Grund hier , wie die meisten Anderen auch. Ich habe eine Emetophobie.
Ausgelöst durch einen Autounfall vor 2 Jahren und seitdem ständig bzw tagtäglich an meiner Seite. Momentan gehts mir ein bisschen besser als sonst , aber auch nur , weil ich eine (für mich) sehr sehr schlimme Erfahrung in der Psychiatrie gemacht habe. Ich habe mich selbst einweisen lassen , weil ich keine Chance auf Besserung mehr sah , meine Psychologin hat zu wenig Zeit für mich gehabt , also machte ich mich auf eigene Faust auf eine Klinik aufzusuchen. Wartezeit gab es nicht , also konnte ich eine Woche nach dem Vorstellungsgespräch sofort meine Reise antreten.
Naja , für mich war das ein Schuss in den Ofen und ich habe schnell bemerkt dass ich noch nicht soweit bin , wie die anwensenden Patienten dort. Ich bin mir sicher ihr könnt nachvollziehen wie schrecklich ein Krankenhaus oder eine solche Klinik für Leute mit unserem Problem sein kann... Aber die Zustände dort waren wahnsinnig angsteinflössend. Ich wurde unfreundlich ''empfangen'' und kam aus dem Weinen nicht mehr heraus. Die Sehnsucht nach Hause zu können war so riesig , dass mein Aufenthalt genau 5 Std. betrug. Ich bin überhaupt nicht enttäuscht von mir ,weil es mir Tage danach echt blendend ging und ich wieder schätzen konnte was ich habe. Allerdings steh ich jetzt wieder mitten in meiner Angst , habe morgen den nächsten Termin bei meiner Psychotherapeutin und hoffe sehnlichst , dass sie mir wieder weiterhelfen kann.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht ?

Micha_Mausi
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Re: Erfahrung in der Klinik

Beitragvon Micha_Mausi » 12.01.2015, 21:15

Hallo Paloma,
dass du so schleche Erfahrungen gemacht hast tut mir Leid. Ich war vor 5 Jahren selbst in einer Klinik (nicht wegen EMO, aber die war damals immerhin schon in leichterer Form vorhanden^^). Die ersten Tage waren für mich ebenfalls der blanke Horror und ich wollte nur nach Hause. Ich habe alle 5 Minuten meine Eltern angerufen und ihnen Vorwürfe gemacht: "Wenn ihr mich nicht sofort abholt, dann liebt ihr mich nicht!"... Habe schreckliche Sachen gesagt :oops:
Nun ja, Fakt ist, ich durfte mich selbst nicht entlassen (weil minderjährig) und musste somit bleiben. Und nach ca 3 Tagen habe ich mich auch schon wohler gefühlt, obwohl ein Mädchen auf meiner Station war, die sich ständig, also beinahe täglich, übergeben musste (aufgrund psychischer Probleme, sie war nicht körperlich krank). Ich fand das damals schon ganz schrecklich, auch wenn es kein Vergleich zu den Jahren danach war, als die EMO richtig "ausbrach". Und trotzdem war ich am Schluss (nach über 6 Wochen) so gern in der Klinik, dass ich sie teilweise heute noch sehr vermisse :lol:
Also wenn meine EMO jemals wieder so schlimm werden sollte, würde ich jederzeit wieder in eine Klinik gehen, deswegen schockt es mich natürlich zu hören wenn es anderen dort so schlecht geht. Aber das es anfangs verdammt schwer ist, ist auch klar. Meinst du wenn du länger geblieben wärst, hätte sich die Lage vielleicht doch noch entspannt, oder lag es tatsächlich an den Betreuern, Psychologen, Patienten, ... dass es dir dort nicht gut ging? In welcher Klinik warst du denn?

Grüßli,

Micha

dariusbritt
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Re: Erfahrung in der Klinik

Beitragvon dariusbritt » 13.01.2015, 14:41

Hallöchen Peplomidi,
magst du mal erzählen, was denn genau diese angsteinflössenden Zustände dort waren? Damit man das ein bisschen besser nachvollziehen kann.

Auch ich habe meinen ersten Klinikaufenthalt (nach immerhin 3 Tagen) abgebrochen und hatte danach auch einen regelrechten Höhenflug. Der hat aber nicht wirklich lang angehalten, weshalb ich dann ein halbes Jahr später noch einmal in genau dieselbe Klinik ging. Und auch beim zweiten Mal, war die erste Woche der Horror und ich drohte meinen Eltern regelrecht, ich würde abhauen, wenn sie mich nicht rausholen etc.
Aber das haben sie nicht getan und ich bin auch heute, fast 6 Jahre später, noch unglaublich dankbar dafür, dass sie mich dort gelassen haben.

Es dauert seine Zeit, bis man sich eingelebt hat und natürlich, wenn die Leute dann noch unfreundlich sind, ist es umso schwerer. Aber so Sachen wie "ich habe schnell bemerkt dass ich noch nicht soweit bin , wie die anwensenden Patienten dort" machen mich immer ein bisschen traurig. Das ist kein Wettkampf, weder wer am "kränksten" dort ist, noch wer die besten und schnellsten Fortschritte macht noch irgendwas. Die Patienten dort sind ja alle schon eine Weile da, da ist es ganz natürlich, dass sie nicht auf dem gleichen Level sind, wie du.

Besonders, wenn du sagst, dass deine Therapeutin oft keine Zeit für dich hatte - hat sich das denn jetzt geändert? :/


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