Emetophobie, mein "Leben" und ich...

Zwischenmenschliches, Schwierigkeiten durch Schule oder Arbeit, eigene Macken und die Suche nach Gemeinsamkeiten, lustige Situationen oder auch mal unangenehme... - das alles ist genau hier richtig!

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Häschenrumpf
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Emetophobie, mein "Leben" und ich...

Beitragvon Häschenrumpf » 01.12.2014, 08:43

Hallo meine Lieben!
Nachdem ich hier einige Zeit inaktiv war, um selbst mal auf die Platte zu bekommen wie ich mir selbst helfen kann, melde ich mich mit einem recht akuten Problem zurück...
In der letzten Zeit ging es nur noch bergab mit mir. Nicht unbedingt nur in Hinblick auf die Emo, sondern generell.
Eine kurze Zusammenfassung von meinem "Leben":
Seit meiner Geburt leide ich unter immer wieder kehrenden Bauchbeschwerden. Monatskoliken, später andauernd Magen-Darm-Grippen, chronische Verstopfung. (Von dem Magen-Darm-Grippen bin ich seit einem Jahr verschont!)
Seit meinem ersten Schuljahr habe ich Probleme damit in die Schule zu gehen. Ich weiß nicht warum, mein Psychologe steht auch noch vor einem Rätsel. Dazu ist zu sagen, dass ich keine Angst vor der Schule habe. Ich schaffe es oft nur nicht hinzugehen, weil meine Beschwerden mich übermannen.
Zwar könnte ich da jetzt noch einiges mehr zu sagen, aber eigentlich ist genau das der Punkt, weswegen ich mich melde.
Die Schule.
Ein Ort, an dem ich eigentlich gern bin, an dem meine Freunde sind, an dem ich gutes und unnötiges (Mathe zum Beispiel) lerne.
Ich bin momentan in der 11 Klasse, habe gerade Klausurwoche und stehe immer wieder mit psychosomatischen Beschwerden wie Übelkeit, Bauschmerzen da.
So auch heute.
Bisher bin ich bei 4 von 5 Klausuren erschienen. Es klingt vielleicht seltsam, aber das ist für mich eine große Leistung, weil ich bei fast allen Klausuren mit Übelkeit zu kämpfen hatte. (Dazu kommt eine Prüfungsangst die sich gewaschen hat.)
Heute allerdings sind meine Beschwerden so schlimm, dass ich es kaum geschafft habe ins Bad zu gehen.
Ich habe mich dann dennoch langsam und Schrittweise fertig gemacht, habe meine Sachen gepackt und wollte los laufen.
Als ich meine Tasche über die Schulter geworfen habe, drehte sich mir dann fast der Magen um, mir wurde schwindelig und ich wäre fast umgekippt.
Und dann hat mich die Emo wie ein Schlag getroffen und ich kommte nur noch daran denken, dass die Übelkeit immer schlimmer werden könnte und ich mich während der Klausur übergeben muss. Jetzt sitze ich auf meinem Bett, bete dass ich nicht brechen muss und habe dazu diese Angst, dass ich den Absprung nicht schaffe und vielleicht auch die nächste Klausur nicht schaffe.
Dann kommt noch ein anderes Poblem auf mich zu, nämlich der Drang dazu mich selbst zu zerstören.
Ich habe mich eine Zeit lang geritzt und mir die Arme aufgekratzt. Das geschah unterbwusst, ich war wie gefangen in mir selbst und durch meinen Kopf schossen Worte, die ich oft hören muss: "Du bist schlecht" , "Du bist fett" , "Du kannst nichts werden im Leben."
Aber ich zerstöre mich selbst eher psychisch als physisch, denn letztendlich mache ich mich selbst am meisten fertig, wenn etwas nicht funktioniert, weil ich selbst weiß, dass ich nicht reiche und dass ich nie reichen werde.
Die meisten werden denken, dass ich nur ein dummer Teenager bin, der Aufmerksamkeit haben will und dadurch drastische Mittel auflegt, aber das stimmt nicht. (Ja, ich weiß wie abgedroschen das klingt.)
Wenn ihr mir also sagen wollt, dass ich meine "Pseudoprobleme" hier nicht ausbreiten soll, will ich euch hiermit bitten es mirnicht zu sagen, denn das hilft nicht.
Dieses Thema hier ist dafür da, den Alltag mit Emetophobie darzustellen und auch wenn ich nur einen Tag konkret bes hrieben habe und dieser noch gar nicht angefangen hat, habe ich trotzdem meinen Alltag aufgeschrieben, denn all das, was dort oben steht, ist ein Teil meines Alltags, all das kommt jeden Tag zurück, es begleitet mich jede Sekunde.
Warum ich das alles aufgeschrieben habe, weiß ich selbst nicht.
Wahrscheinlich musste es einfach mal raus.

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Re: Emetophobie, mein "Leben" und ich...

Beitragvon Sase » 01.12.2014, 16:32

Hallo Häschen,
also, das was du zwischen den Zeilen schreibst, reicht ja eigentlich schon, um nachzuvollziehen, warum es jemanden allgemein schlecht geht - wer sagt denn, dass du schlecht bist, zu fett bist, nichts wirst....? Mich würde es eigentlich eher wundern, wenn es dir unter solchen Bedinungen ausschließlich in der Schule gut ginge (?) - dem Ort, an dem "gemessen" wird, wie gut und toll du quasi bist. Und dem Ort, an dem du auch von anderen Jugendliche bewertet wirst (auch wenn man da nicht jeden Tag öffentlich drüber redet).
Und dann schreibst du noch, dass du Prüfungsangst hast. Hast du mal darüber nachgedacht, dass DAS der Grund dafür ist, warum du dich in der Schule schlecht fühlst? Ängste lösen alle die selben Symptome aus. Auch Prüfungsangst macht Übelkeit, Panik & Co. - für jemanden, der noch ANgst vorm Erbrechen hat, dann vielleicht doppelt so doof. Wie weit geht denn deine Prüfungsangst - hast du auch ANgst im Unterricht aufgerufen zu werden?
Durch die Zeilen lese ich, dass du einen Therapeuten hast. Wie geht er denn an die Sache ran?
Hast du mal versucht, es so zu sehen, dass dein Problem zwar bzgl. der Schule am stärksten sichtbar wird (eben weil man Schule nicht ohne Konsequenzen meiden kann), aber eigentlich gar nichts mit der Schule zu tun hat?
Warum denkst du schlecht über dich? Warum zerstörst du dich? Warum hast ANgst vor Prüfungssituationen? .... usw. Was ist denn da eigentlich los bei dir (zuhause) und in deinem "Leben"? Wie stehen deine Eltern zu dir und wie du zu ihnen?
LG
Sase
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Re: Emetophobie, mein "Leben" und ich...

Beitragvon krümel-2001 » 01.12.2014, 19:31

Hallo, ich hatte letztes Jahr, (zum Glück nur letztes) ähnliche Probleme! Also ch habe lange schon Depressionen, und letztes Jahr hatte ch eine ganz schlimme Phase! Und dann hat meine damalige beste Freundin alles allen erzählt und angefangen mich zu Mobben, ich hatte die Probleme, die du beschreibst, aber keine Prüfungsangst, aber die Symptome die du beschreibst, also Angstsymptome! Ich könnte mir vorstelllen, das das alles durch deine Prüfungsangst kommt, weil Angst genau das macht! Und Prüfungsangst ist ja eine sehr reale Angst, es können ja immer Test oder so kommen, gerade in so hohen Klassen! Versuch (falls du das noch nicht hast) mit deinem Psychologb doch mal speziell übe diese Angst zu sprechen!!! Ich wünsche dir auf jeden Fall schonmal viel Glück! Und auch viel Glück bei denen Prüfingen! Du schaffst das schon!!
LG krümel-2001


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