Angst in der Öffentlichkeit

Zwischenmenschliches, Schwierigkeiten durch Schule oder Arbeit, eigene Macken und die Suche nach Gemeinsamkeiten, lustige Situationen oder auch mal unangenehme... - das alles ist genau hier richtig!

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jules156
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Angst in der Öffentlichkeit

Beitragvon jules156 » 08.10.2014, 15:31

Hallo ihr Lieben,

Nachdem ich seit einigen Tagen nur stille Mitleserin war, möchte ich mich nun auch einmal mit einem Gedanken einbringen, der mich beschäftigt, seitdem ich vor einigen Monaten realisiert habe, dass ich unter Emetophobie leide.

In meinem Fall tritt die Angst ausschließlich in der Öffentlichkeit bzw. unter Menschen (leider auch unter Freunden) auf, alleine habe ich null Symptome. Einzige Ausnahme sind meine Eltern. Komischerweise ist es mir bei meinen Eltern relativ egal, ob mir schlecht wird. Natürlich würde ich mich auch vor ihnen nicht, wenn es nicht sein muss, übergeben wollen, komischerweise verschwende ich aber in ihrer Gegenwar keinen "was wäre wenn Gedanken" daran, dass mir schlecht werden könnte und wo ich mögliche "Fluchtwege" finden könnte. Ich denke das kommt wohl, weil ich ein sehr enges Vertrauensverhältnis zu ihnen habe.

Aber sobald ich mich sonst unter Leuten befinde, steigt in mir dieses komische Gefühl der Angst hoch, dass mir schlecht werden könnte und ich mich in der Öffentlichkeit übergeben muss. Ich suche nach Fluchtmöglichkeiten und wenn ich das Gefühl habe, diese nicht zu haben, wird es ganz schlimm. Mein Magen verschließt sich, mir wird übel und ich durchstehe die Situation meist irgendwie mehr schlecht als recht, bis ich das Gefühl habe wieder "frei" zu sein.
Ganz besonders schlimm sind z.B. öffentliche Verkehrsmittel, Menschenmassen, enge Räume usw. bzw. auch dann, wenn ich das Gefühl habe unter Druck zu stehen, irgendetwas tun zu müssen (z.B. auswärts essen gehen und dort dann viel und herzhaft zuzugreifen weil sich das nunmal so "gehört")

Wie ist das bei euch so? Verstärkt sich eure Angst auch unter fremden Menschen? Warum ist das so?

Ich freue mich auf eure Antworten.

Plattfuß
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Re: Angst in der Öffentlichkeit

Beitragvon Plattfuß » 08.10.2014, 16:18

der text könnte 1:1 von mir sein ..... :(

Laay
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Re: Angst in der Öffentlichkeit

Beitragvon Laay » 08.10.2014, 16:46

Hallo Jules

Wie sieht denn dein Alltag aus? Also arbeitest du denn und wenn ja, wie kriegst du alles gebacken?
Google doch mal Soziale Phobie... das Thema spielt bei vielen Emetophobikerin mit eine Rolle. Dieses "möchte normal sein, blos nicht auffallen, blos nichts peinliches" kenne ich persönlich sehr gut und ich setze mich oftmals auch selber unter Druck.

Habe gerade nicht viel Zeit, versuche später noch mehr dazu zu schreiben.

Lieber Gruss
Laay
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jules156
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Re: Angst in der Öffentlichkeit

Beitragvon jules156 » 08.10.2014, 17:54

Hallo Laay,

Komischerweise funktioniert mein Alltag im Berufsleben relativ gut.
Ich arbeite in Vollzeit und noch dazu recht erfolgreich. Ich mag meine Arbeit und habe das Gefühl dass sie mich oft so "ablenkt" dass diese Angstgedanken gar nicht erst aufkommen. Einzig und allein Probleme bekomme ich ab und an bei Geschäftsessen (wieder dieser "Druck") bzw bei langwierigen Geschäftstermine, in denen meine Gedanken Zeit haben "abzuschweifen" oder auch bei Geschäftsreisen (keine Fluchtmöglichkeit im Flugzeug z.B.).

Aber du hast recht mit diesem "bloß nicht auffallen - Gedanke". Das spielt bei mir definitiv eine große Rolle, da ich in dieser Richtung einfach hinsichtlich meiner Kindheit sehr geprägt bin. Das Paradoxe ist, dass sich in meinem Kopf dieses "nicht auffallen wollen" aber nur auf Übelkeit und Erbrechen bezieht. Der Gedanke, mir in der Öffentlichkeit einen Fuß zu brechen, löst bei mir absolut keine Symptome aus... das soziale spielt sicherlich eine Rolle, aber da ich allein berufsbedingt mit vielen Menschen zu tun habe und auch privat nicht im Schneckenhaus lebe, ist das sicher nicht das einzige.

Wie gehst du damit um, wenn du dich selbst wieder so unter Druck setzt?

Gina
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Re: Angst in der Öffentlichkeit

Beitragvon Gina » 09.10.2014, 10:58

Hallo :D,

beim lesen Deines Textes viel mir sofort ins Auge, dass Du schreibst, in der Nähe Deiner Eltern wäre es Dir egal ob Dir schlecht wird. Du schiebst das auf das enge Vertrauensverhältnis.
Vielleicht solltest Du mal in Betracht ziehen, dass Du Dich bei Deinen Eltern einfach behütet und beschützt fühlst. Sobald Du diesen sicheren Cocon verlassen hast, bist Du auf Dich alleine gestellt und musst Dein Leben ohne den sicheren Rückhalt bewältigen. Dies kann ganz unbewußt passieren und der Körper sendet dann Signale, die wir nicht so recht deuten können.

Ich denke, dass jeder Emo verstärkt Angst unter fremden Menschen, fremden Orten oder Situationen hat. Deshalb kann man im weitesten Sinne auch von einer sozialen Phobie sprechen. Aber diese wird ja durch das Grundproblem Angst vor dem Erbrechen ausgelöst. Also sind wir wieder bei der Emo.

Vielleicht liege ich auch komplett falsch...

Laay
Beiträge: 653
Registriert: 23.04.2008, 16:14

Re: Angst in der Öffentlichkeit

Beitragvon Laay » 10.10.2014, 21:32

Hört sich doch schon mal super an, was man da so rausliest. Du stehst fest im Leben, scheinst Spass an deinem Beruf zu haben und dabei erst noch erfolgreich zu sien :wink: Meinst du wirklich es ist eine Ablenkung von der Angst? Vielleicht ist es auch einfach ein Bereich, in dem du dich wohl und sicher fühlst und deshalb keine Probleme hast?!


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