Tiefpunkte ...

Zwischenmenschliches, Schwierigkeiten durch Schule oder Arbeit, eigene Macken und die Suche nach Gemeinsamkeiten, lustige Situationen oder auch mal unangenehme... - das alles ist genau hier richtig!

Moderatoren: Basti, Dianati, *

Nannerl
Beiträge: 8
Registriert: 10.09.2014, 00:17

Tiefpunkte ...

Beitragvon Nannerl » 02.10.2014, 19:29

So … ich weiß nicht, ob mein Beitrag in diesen Thread passt, aber ich denke, hier gehört er am ehesten hin. Ich habe gerade wieder eine ziemlich schlechte Phase und wollte mich an euch wenden und so erzählen, was bei mir in letzter Zeit vorgefallen ist. Mein Freund und ich waren ein paar Tage auf Urlaub. Auf der einen Seite war es sehr schön, aber andererseits auch total anstrengend und überfordernd! Aufgrund meiner Phobie habe ich auch sehr große Angst, Lebensmittel zu mir zu nehmen, die mir irgendwie nicht bekommen könnten (vor allem Fleisch). Das geht vermutlich (fast) jedem hier so …? Daher gehe ich, auch in meiner Heimatstadt, grundsätzlich nur in Lokale die mir gut bekannt sind. Manchmal probiere ich auch Neues aus, esse ich dort dann aber Fleisch, beobachte ich auch noch Stunden danach jede kleinste Regung meines Körpers, die darauf hindeuten könnte, dass etwa mit dem Essen nicht gepasst hat. In einem fremden Land ist es aber nun so, dass man kein einziges Lokal kennt und für mich war es immer wieder eine Überwindung das Essen in den verschiedenen Restaurants zu mir zu nehmen. Mein Freund hat mich dann immer wieder mit Aussagen wie: „Da ist nichts“, „Das schmeckt ganz normal“, „Wenn da was wäre, hättest du das schon längst gemerkt“, beruhigt. Das hat mich dann immer ein wenig runtergeholt. Am Tag der Abreise hatte ich aber plötzlich ziemliche Bauchmerzen und Übelkeit (wobei diese vermutlich wieder reine Einbildung war). Zum Glück hat sich mein Zustand bald darauf wieder normalisiert. Außerdem war ich die ganze Zeit extrem müde! Ich bin der Meinung, wir haben immer ausreichend lange geschlafen und trotzdem war ich nach kurzer Zeit wieder total erschöpft. Ok … Sightseeing kann schon anstrengend sein. Aber es ist doch nicht normal, dass man sich bereits nach einer Stunde Museumsbesuch komplett erschöpft fühlt … Wie haben eigentlich vor, nächstes Jahr eine längere Asien-Reise zu unternehmen aber momentan glaube ich nicht, dass ich das packe. So … am Montag nach dem Urlaub habe ich wieder gearbeitet (ein Nebenjob). Nach einer Stunde im Geschäft hatte ich das Gefühl gleich umzukippen vor lauter Erschöpfung. Zum Glück ging es dann nach einiger Zeit wieder. Na ja … das mit der Müdigkeit geht eben die ganze Zeit so dahin. Heute Nacht hatte ich dann einen echt schlimmen Traum. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, irgendwelche komischen Dinge und Geschmäcker im Mund zu haben und mich jeden Augenblick übergeben zu müssen. Ich hatte schon öfter solche Träume und sie sind immer extrem realistisch! Ich bin schließlich aufgewacht, hatte aber noch immer so einen Ekel im Rachen und war mir nicht sicher, ob die Übelkeit nur erträumt oder wirklich da war. Ich hatte Angst, wieder einzuschlafen und hab dann einfach 2 Stunden (fast bis 6 Uhr morgens!!) vor dem Fernseher verbracht. Mir sind dann immer wieder schlimme Dinge aus meiner Vergangenheit eingefallen und ich konnte einfach nicht schlafen und dachte, meine Schwermut würde mich gleich erdrücken. Irgendwann konnte ich dann doch einschlafen. Mein Freund war schon längst auf den Beinen, doch ich konnte erst gegen Mittag aufstehen! Es fiel mir einfach total schwer mich aufzuraffen. Er machte sich Sorgen um mich, da ich so teilnahmslos im Bett lag. Wir wollten eigentlich zu seinen Eltern auf Besuch fahren, aber ich bin dann nicht mitgekommen :( Nächste Woche muss ich wieder zur Uni und hab jetzt schon Bammel davor. Morgen gehe ich auf jeden Fall mal zum Arzt, um das mit der Müdigkeit abklären zu lassen. Vielleicht ist es ja was Körperliches. Fühlt sich jemand von euch manchmal ähnlich? Und was macht ihr, wenn ihr mal wieder einen Tiefpunkt erreicht habt? Es macht mir echt schwer zu schaffen, dass mein Freund das alles mit mir ertragen muss. LG Nannerl

Benutzeravatar
Sase
Administrator
Administrator
Beiträge: 6347
Registriert: 22.05.2003, 02:19
Wohnort: Rhein-Main-Gebiet
Kontaktdaten:

Re: Tiefpunkte ...

Beitragvon Sase » 02.10.2014, 21:25

Mir sind dann immer wieder schlimme Dinge aus meiner Vergangenheit eingefallen und ich konnte einfach nicht schlafen und dachte, meine Schwermut würde mich gleich erdrücken.


Ich weiß ja nicht, worum es sich da handelt - aber vielleicht wäre das ein Ansatzpunkt, da mal hinzuschauen oder sich fachkompetente Hilfe zu suchen.

Das mit den Träumen kennt glaub ich jeder. Das ist ja auch ähnlich mit anderen Emotionen / Gefühlen, die einen dann noch weiterbegleiten, wenn man wieder wach ist.

Ansosnten könnte es vielleicht helfen, wenn du einfach öfter mal einen Realitätscheck durchführst und dich fragst, wie wahrscheinlich das, was du da gerade denkst, wirklich ist. Das hilft oft sehr!
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!

Nannerl
Beiträge: 8
Registriert: 10.09.2014, 00:17

Re: Tiefpunkte ...

Beitragvon Nannerl » 05.10.2014, 18:43

Danke für deine Antwort! Ja, ich weiß, es wäre wichtig da noch mal anzusetzen. Allerdings war ich wegen diesen Dingen bzw. ihren Folgen schon einmal in Therapie und es hat mir nichts gebracht. Meine Therapeutin war bereits nach kurzer Zeit der Meinung, es würde mir besser gehen und wollte die Therapie langsam ausklingen lassen. Ich hab sie dann einfach abgebrochen. Und es war schon beim ersten Mal sehr schwer, mich einem fremden Menschen anzuvertrauen. Vorgestern habe ich allerdings wieder einen richtigen Heulkrampf bekommen, der mir gezeigt hat, dass ich wirklich noch einmal therapeutische Hilfe aufsuchen sollte ... Ich denke, diesen Schritt werde ich in Kürze auch machen. Meine Müdigkeit hat allen Anschein nach doch körperliche Ursachen, die jedoch vermutlich nicht weiter schlimm und kurierbar sind. LG Nannerl


Zurück zu „Alltag mit Emetophobie“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast