Rückfälle und alte Muster >.<

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ImStillawakeYes
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Rückfälle und alte Muster >.<

Beitragvon ImStillawakeYes » 02.07.2014, 20:45

Hallo ihr lieben :)

Die letzten 24 Stunden waren ziemlich aufwühlend für mich und ich hoffe, das es mir hilft darüber zu schreiben!

Gleich zu Anfang .. In meinen schlimmsten Phasen habe ich nur stumm vorm Bildschirm gesessen und eure Beiträge gelesen, völlig erstaunt darüber das ich nicht die Einzige im Universum bin die darunter leidet. Ich habe angefangen mich selbst langsam zu Therapieren und lebe nun ein nahezu völlig normales Leben. Da ich damals kurz das Gefühl hatte ich würde mir selbst weismachen wollen, die Krankheit hätte mich nie belastet, habe ich zwei drei mal in diesem Forum geschrieben.
Anschließend wollte ich das Thema Emetophobie hinter mir lassen, nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn!
Das ist nun zwei Jahre her.

Inzwischen führe ich seit einem halben Jahr eine glücklichen Beziehung, arbeite seit 1 1/2 Jahren an einem Fernstudium und lebe, so dachte ich jedenfalls, angstfrei.

Ich weiß nicht ob euch solche Muster auch bekannt sind, aber gewisse Dinge sind geblieben wie, regelmäßiges Händewaschen, besonders wenn man von draußen kommt, allgemein sehr Reinlich wenn es um Lebensmittel geht aus Angst vor Bakterien, Skrupel bzw. Nervosität beim testen von neue Restaurants etc. Aber all diese... ich nenne sie mal Symptome :D .. Sind noch mehr oder weniger im normalen Rahmen und viele auch einfach von meiner Mutter weiter gegeben! Das mein Wunsch nach Sauberkeit vielleicht doch etwas übertrieben sein könnte wird mir immer wieder beim betreten der Küche meines Freundes bewusst. Da wird schon mal das Tage lang ungewaschene Salami Messer mit dem Jahre alten Wischlappen abgewischt um anschließend Brot damit zu schneiden. Uarg ! :shock:
Das ich etwas Hygenischer bin stört ihn Gott sei dank nicht!

Trotzdem glaubte ich die Angst .. nicht besiegt zu haben aber.. Sie nicht mehr zu spüren!

Nun zu dem eigentlichen Auslöser...

Seit gestern rennt mein 18 Jahre alter Bruder im viertel Stunde tackt auf Klo :( Er muss sich *GOTT SEI DANK* nicht übergeben, aber dieser Durchfall hält jetzt schon fast zwei Tage an, und weder Schonkost noch trinken scheinen zu helfen. Punkt ist, alles ist wieder da! Natürlich tut er mir wahnsinnig Leid, aber die Angst vor einer Ansteckung ist nochmal 1000 mal größer, weshalb ich mich auch in meinem Zimmer verkrochen hab !! Mein Fernseher lief die ganze Nacht, was ich sonst nie tue, nur damit ich nicht höre wie er auf Klo geht ! Meine Ohren hab ich immerhin nicht zugehalten, was ich früher definitiv getan hätte, aber das verbuche ich mal nicht als riesen Erfolg :D Dazu kam Herz rasen und einfach Panik!
Ich fasse weder Türklinken an, noch benutzte ich das selbe Bad und gleichzeitig komme ich mir unheimlich schäbig vor :( !! Er ist derjenige der leidet und ich schleiche mich Türklinken meidend 'Todesmutig' durchs Haus! Ich weiß nicht wie ihr das nennen würdet aber ich nenne es :arrow: Tiefpunkt !! :D

Gleichzeitig werden die letzten 24 Stunden rekapituliert! Wann saß ich das letzte mal neben ihm, wann haben wir zusammen gegessen, was haben wir eventuell beide berührt etc.! Dazu wird abgewägt was am klügsten wäre, Flucht oder die Verriegelung im eigenen Zimmer, still abwartend ob es einen auch noch erwischt. Ich dachte auch daran, nur zur Vorsicht, die nächsten Tage weniger zu essen, doch diesen Gedanken habe ich gleich wieder verdrängt, soweit will ich dann doch nicht zurück fallen :? Noch dazu juckt es ihn überhaupt nicht, er ist am zocken, am quatschen mit seinen Freunden.. Er wollte sogar noch seine Freundin zu sich holen (was meine Eltern dann verhindert haben) er ist einfach die Ruhe selbst! Es erleichtert mich ungemein das es ihm keine sorgen macht, aber umso mehr hält es mir vor Augen wie stark ich überreagiere und wie ungesund mein Verhalten ist!

Inzwischen vermuten wir alle eine Lebensmittelvergiftung, da er kurz zuvor merkwürdig schmeckendes Fleisch beim Chinesen gegessen hatte, und weder unter Bauchschmerzen noch Übelkeit leidet! Natürlich war ich gleich unheimlich erleichtert, um mich danach wieder unheimlich schäbig zu fühlen! (Vorsichtsmaßnahmen werde ich die nächsten Tage wohl auch weiter beibehalten :| )

Alles in allem ... hat es mich furchtbar erschreckt !!
Noch dazu weiß absolut niemand von meiner angst, ich habe all die Jahre versucht selbst damit zu Leben, es selbst in den Griff zu bekommen!

Da ich jetzt aber ein Freund habe mit dem ich fast jeden Tag verbringe kann ich schlecht meinem alten Muster folgen und mich in meinem Zimmer verschanzen bis die 'Gefahr' vorbei ist. Noch dazu wurde mir bewusst das sowas immer wieder passieren kann, passieren wird! Ich schätze, da die letzten Monate und Jahre niemand in meiner Umgebung unter MDG litt, musste ich mich nicht mit der Angst konfrontieren. Da es mir allgemein besser ging hatte ich die Angst schon als abgehakt und überstanden angesehen... Schade, wäre schön gewesen^^..

Ich will aber nicht mehr diejenige sein die Panisch wird! Plötzlich frag ich mich was ich tun würde wenn mein Freund in meiner Gegenwart krank wird. Ich wäre so gerne eine Stütze, aber ich weiß Nichtmal wie das gehen soll, geschweige denn wie ein angstfreier Mensch in so einer Situation reagieren würde!

Mir wird bewusst das ich die letzten Jahre alles dran gesetzt habe diese Angst zu verdrängen, auszublenden, bis ich selbst davon überzeugt war sie überwunden zu haben. Ich dachte Verdrängung wäre eine gute Lösung, aber vielleicht habe ich mich geirrt, vielleicht reagiere ich auch nur über, wer weiß das schon^^. Ich werde erstmal Grass drüber wachsen lassen und schauen wie die Welt morgen aussieht! :)

Nun ist meine Frage... habt ihr oder hattet ihr auch schon Rückfälle? Und wenn ja wie geht ihr damit um? Was hat euch bisher am ehesten geholfen? Was für Erfahrungen habt ihr mit Therapien? Und wenn euch dazu nichts einfällt erzählt doch von euren eigenen Erfahrungen mit der Phobie :) Es würde mir gerade einfach helfen mich mit jmd. auszutauschen, da ich es in meinem privaten Umfeld nicht kann und mich auch noch nicht in der Lage fühle mich zu öffnen, bzw mir selbst 100% einzugestehen das ich diese Angst nun mal habe, wie unbequem die Wahrheit auch ist....

Ups der Text ist doch etwas länger geworden als gedacht :oops: !! Danke an alle fürs lesen :) !!

Liebe grüße eure Lunaa :) !!

Ohlone
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Re: Rückfälle und alte Muster >.<

Beitragvon Ohlone » 10.07.2014, 12:32

Hallo Luna,

ja so ist das... die Angst schlummert irgendwo im Untergrund und kommt dann zum Vorschein wenn man seine Komfortzone verlässt - wie bei dir geschehen. Ich würde das jetzt gar nicht als so schlimm ansehen oder als Rückfall, es ist einfach ein Zeichen, dass die Angst noch da ist, auch wenn sie die meiste Zeit überlagert wird. Wir können Ängste umlernen und Schritt für Schritt auflösen, es gibt aber keinen An/Aus Schalter. Versuch doch die Situation als Hinweis zu sehen, dass du dem verunsicherten kleinen Kind in dir weiter zur Seite stehen musst!

Viel Erfolg!

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Re: Rückfälle und alte Muster >.<

Beitragvon Sase » 11.07.2014, 10:44

"Rückfälle", wenn du es so nennen magst, hat jeder! Die Kunst besteht darin, sich danach wieder rauszuholen und auf den Stand von vorher zu bringen, oder - und darauf spielt Ohlone sicherlich auch an - auf einen noch besseren!
Ich finde allerdings, dass Ohlone es mit dem Begriff der Komfortzone ganz gut trifft, denn wenn du noch so deutliche hygienebezogene Verhaltensweisen zeigst, liest es sich für mich eher so, als habest du dein Vermeidungsverhalten dahingehend perfektioniert (Komfortzone), dass du einfach sehr wenig Konfrontationspunkte hast und dich somit wenig gefährdet fühlst.

Du schreibst, vieles wurde dir von deiner Mutter auch so mitgegeben. Dann wäre es doch ein super Ansatzpunkt, das, was deine Mutter die so mitgegeben hat, mal zu hinterfragen und sich da die Realität etwas zurecht zu biegen. Versuch das doch mal! :D
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!

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Re: Rückfälle und alte Muster >.<

Beitragvon Wautela » 11.07.2014, 12:19

Hallo Luna

Ich sehe Rückfälle als Gelegenheiten, dass was einmal funktioniert hat, wieder zu aktivieren.

Aber erstmal herzlichen Glückwunsch, dass es dir autodidaktisch gelungen ist, diese Problematik weitestgehend in den Griff zu bekommen. Du hast ein gutes Verständnis von der Erkrankung und von den Mechanismen, die dir helfen da raus zu kommen! Ehrlich, Hut ab! Schwäche dich nun nicht indem Du deine ehemaligen Fortschritte kleinredest, sondern erinnere dich daran, was geholfen hat und mache das gleiche nochmal. Arbeite weiterhin Schritt für Schritt am Abbau deines Vermeidungsverhaltens und lerne das resultierende Mehr an Angst zu akzeptieren. Bestärke dich darin und klopf dir innerlich auf die Schulter, wenn es dir gelungen ist, eine kleine Vermeidung auszulassen, dann kommt mit dem Mehr an Angst auch ein mehr an Stolz und ein Gefühl von Unabhängigkeit. Du hast das einmal geschafft und wirst es sicherlich wieder schaffen!

Das Konzept der verdrängten Angst finde ich nicht sehr hilfreich. Irgendwie sogar bedrohlich, die Vorstellung das schlummert ständig was. Andererseits gibt es tatsächlich Hinweise darauf, dass wir Angstmuster nicht abbauen können. Und dies unabhängig davon, welche Therapieform wir wählen. Erfolgreiche Therapien scheinen dadurch zu funktionieren, dass therapeutische Gegenmuster (z.b. Angstannäherung statt Vermeidung) aufgebaut werden und das ganze System dadurch wieder ins Gleichgewicht gerät. In diesem Sinne kannst Du deinen Rückfall als ein erneutes Aus-dem-Gleichgewicht geraten verstehen, der durch die schwierige Situation mit deinem Bruder entstanden ist.

VTler

ImStillawakeYes
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Re: Rückfälle und alte Muster >.<

Beitragvon ImStillawakeYes » 03.09.2014, 02:59

Hallo und guten Abend :) !!

Zu aller erst.. Es tut mir leid das ich erst jetzt dazu komme euch zu Antworten ! Habs vor ein paar Tagen schon mal versucht und mich dann nach zwei Stunden schreiben spaßeshalber*HUST* ausgeloggt :roll: Technik mochte mich noch nie :D

Also hier, versuch Nummer zwei :D

Erstmal vielen vielen liebe Dank für Antworten !!

Auch wenn die Angst vorm Erbrechen bestimmt viele ähnliche Muster und Ängst wie Kontrollverlust etc gemein haben, war ich doch überrascht über die Punkte die ihr genannt habt !! Man denkt irgendwann weiß man alles über die Krankheit bzw. sich selbst und die eigenen Verhaltensmuster und dann tada .. doch nicht :D

Das mit der Komfortzone fand ich auch sehr interessant, war ich doch der Meinung sie vor Jahren verlassen zu haben, schade :D .. Gewisse Muster/Zwänge konnte ich wirklich ablegen, so habe ich während meiner schlimmsten Phase jeden Tag bis zu 8 Kaugummis gekaut, und wär am liebsten auch in der Wohnung immer mit Wasserflasche rumgelaufen. Heute kaue ich allgemein kein Kaugummi mehr und nehme mir wirklich nur eine Wasserflasche mit wenn ich den ganzen Tag unterwegs sein werde und sie brauche. Das allein war schon ein riesen Erfolg, ich war kurz davor mit meiner Wasserflasche bis ans Ende der Welt zu gehen! :roll:

Jedenfalls .. War ich der Meinung mich 'vollständig' meinen Ängsten gestellt zu haben, und relativ gut mit der Angst umgehen zu können. Dabei habe ich es mir nur in meiner Komfortzone gemütlich gemacht ohje :D
Das bisschen übertriebene Reinlichkeit schob ich auf meine Erziehung, und Reinlichkeit an sich konnte ja auch gar nicht verkehrt sein, in meinem Kopf hörte sich das alles ganz vernünftig an .. Dabei wollte ich mich unterbewusst nur weiter vor diesen blöden MDV schützen! Nach Jahren der Verdrängung versuche ich also nun mir meine Angst vollständig einzugestehen. Ich glaube Verdrängung war für mich bis zu einem gewissen Punkt ganz hilfreich um nicht vollständig den Boden zu verlieren, aber auf lange Sicht wird sie mir wohl nicht nutzen :( Ich muss also gerade meinen Kompletten Blickwinkel auf die Krankheit, mich selbst etc. ändern was ziemlich beängstigend ist, aber ich habe ein wirklich gutes Gefühl dabei :)

Das mit dem kleinen Kind in mir fand ich auch super interessant. Während meiner schlimmsten Jahre (16-19) habe ich mich ständig wie ein Kind im Körper eines Erwachsenen Gefühlt. Ich habe diese Angst schon mein ganzes Leben, aber erst nach einer schweren und langwierigen Krankheit im alter von 15Jahren, brach diese Angst vollständig aus! Mit 14 fühlte ich mich emotional so Reif wie eine 20jährige, mit 19 fühlte ich mich in etwas so wie eine 12 jährige. Da ich es selbst nicht verstanden hab, und auch nicht einzuordnen vermochte, habe ich es für mich behalten! Ich empfand dieses Gefühl aber als unglaublich unangenehm und bin froh mich heute als 22jährige genauso alt zu fühlen :D !
Nur in diesen Momenten, wenn ich fürchte mich angesteckt zu haben oder Angst habe mich bei jmd anstecken zu können, rutsche ich zurück in diese Kind Rolle, die mit der Situation alleine völlig überfordert ist. Anscheinend muss ich mein inneres Kind doch noch etwas an die Hand nehmen ...

Einen weiteren Schritt in die Hoffentlich richtige Richtung habe ich vor einigen Tagen gemacht :)!!
Ab hier vielleicht eine kleine Warnung, möglicher *trigger*!



Jedenfalls wusste 22 Jahre lang niemand von meiner Angst, nicht mal als es fast unmöglich schien mit dieser zu Leben.
Und da ich ein Fernstudium mache und mein Freund ein Immunsystem hat was man sich nur wünschen kann, fühlte ich mich nur selten mit meiner Angst konfrontiert. Trotzdem habe ich natürlich oft darüber nachgedacht es jemandem anzuvertrauen doch die Scham davor und die Angst vor den möglichen Reaktion war immer zu groß!

Nun musste sich mein Freund aber vor einigen Tagen übergeben :? Damit war so das schlimmste für mich eingetreten was hätte passieren können. (Schon schräg, er übergibt sich und es ist der pure Horror für MICH :roll: ) Ich weiß nicht wie er danach noch in der Lage war zum Arzt zu fahren und sich krank zu melden. Da es sich ja anbot war er gleich noch auf dem Rückweg einkaufen :shock: Meine Reaktion auf sowas wäre wohl etwas anders verlaufen :D Jedenfalls .. ging natürlich die Panik mit mir durch! Einen Tag vorher war ich noch bei ihm gewesen und ich versuchte panisch die letzten 24 Stunde zu rekonstruieren .. Nebenbei dankte ich Gott dafür die Nacht nicht bei ihm geschlafen zu haben :roll: .. Eigentlich ging es ihm gleich nach dem Vorfall wieder gut. Nachmittags aß er tatsächlich einen Döner, weil er wie er sagte: hunger hätte :shock: Der Hunger wäre mir glaub ich für Wochen vergangen :D

Trotzdem versuchte ich unser nächstes Treffen so weit wie möglich zu verschieben..Vorsicht ist ja bekanntlich besser als Nachsicht :roll: .. aber ich habe mich für mein Verhalten unheimlich geschämt :( Und als wir uns nach 4 Tagen endlich wieder sahen, kostete es mich unheimlich Überwindung ihn überhaupt zu küssen :( .. aber ich war trotz allem Stolz auf mich, denn hätte ich meiner Angst nachgegeben wäre ich ihm mind. 2 Wochen konsequent mit den dreistesten und verzweifelsten Lügen aus dem Weg gegangen :oops: .. aber da ich ja meine Komfortzone verlassen wollte schienen mir zwei Wochen etwas zu lang :D .. an jenem Abend nun beschloss ich, er sollte der erste Mensch werden der es erfährt. Das hatte ich so nicht geplant, es war ein völlig spontaner Entschluss, aber obwohl ich mich für meine Angst schäme, plötzlich fand ich den Gedanken schlimmer irgendwann mit dieser Angst beerdigt zu werden, ohne jemals den Mut gefunden zu haben es einem Menschen anzuvertrauen .. Auch wenn es mir nicht gefällt, diese Angst ist ein Teil von mir, und ich empfand es plötzlich als furchtbar traurig diesen Teil meiner Persönlichkeit niemandem zeigen zu können. Also brach ich mein schweigen nach 22 Jahren :)

Und siehe da, nichts schlimmes ist passiert.. Alle furchtbaren möglichen Reaktionen, von Unverständnis bis Ablehnung, auf die sich mein Kopf eingestellt hatte, blieben aus. Er war verständnisvoll und vor allem froh über mein Vertrauen :) Er versteht nur nicht ganz warum ich es so lange für mich behalten hab und hält die Angst für nicht weiter tragisch. Ich befürchte ja er erfasst die Tragweite einer krankhaften Phobie nicht ganz, aber ich glaube das ist für Menschen ohne echte Phobien allgemein schwer nachzuempfinden. Es ist noch total ungewohnt mit ihm darüber zu sprechen, aber es tut unheimlich gut :) 22 Jahre schweigen lassen ein Geheimnis ganz schön riesig werden, ich hätte nie gedacht das drüber sprechen dem ganzen wieder etwas Leichtigkeit gibt :)

Allein es ausgesprochen zu haben macht die Angst für mich viel realer, was beängstigend ist, mir aber meinen 'Gegner' endlich vor Augen führt :). Wie soll man etwas bekämpfen was 'sicher' verdrängt wird, das war mir vorher gar nicht so bewusst :) Verdrängen bietet halt einiges an Komfort, mir war nie vollkommen klar wieso ich das aufgeben sollte, aber jetzt weiß ich warum ..

Ich hoffe ich bin nun auf dem richtigen Weg! :)

Vielen vielen lieben Dank nochmal für eure Hilfe!! :)


Eure Luna !


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