Der Vorgang des Erbrechens (kann Trigger enthalten)

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julimond
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Der Vorgang des Erbrechens (kann Trigger enthalten)

Beitragvon julimond » 07.05.2014, 00:53

Hallo!

Ich habe mal eine Frage die für die meisten vielleicht völlig bescheuert klingt :roll:

Ich habe mich seitdem sicherlich 18 Jahren nicht mehr übergeben (und ich bin erst 28..)
und kann darum überhaupt nicht einschätzen wann es nun wirklich soweit ist...
Durch die Emo ist mir ja so oft und in so vielen unterschiedlichen Situation (spei)übel,
dass ich überhaupt nicht sagen kann, wann es tatsächliche Übelkeit ist, die zum Erbrechen führt.

Ich weiss natürlich was echte und was Angstübelkeit ist.
Ich müsste aber mal dringend wissen was kurz vorm Erbrechen passiert.
Woran merke ich, dass ich nun schleunigst eine Toilette aufsuchen sollte.

Und: angenommen mir ist den ganzen Tag schon übel, habe aber noch einen kurzen Termin.
Muss ich in Panik überfallen weil es ja gleich explosionsartig aus mir ausbrechen könnte
oder kann man ein wirkliches Erbrechen auch noch herauszögern?

Ihr merkt... Ich habe wirklich keinerlei Erinnerung an DAS Gefühl und das macht es mir in meinem Alltag natürlich nicht unbedingt leichter :?

Würde mich sehr über Antwort freuen!

Liebe Grüsse und Gute Nacht :)
Zuletzt geändert von Dianati am 07.05.2014, 10:09, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Triggerwarnung zugefügt

Dianati
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Re: Der Vorgang des Erbrechens

Beitragvon Dianati » 07.05.2014, 10:09

Auch wenn das nun richtig dämlich klingen mag, aber du wirst es merken :ja:

Den einen wird vorm Übergeben heiß und kalt, andere kriegen kalten Schweiß im Nacken, wieder anderen steigt es langsam hoch...
schwierig zu sagen, wie es bei dir ist :wink:

Wenn einem schon lange richtig übel ist, wirst du vermutlich keinen Termin mehr wahrnehmen, weil du dich gar nicht im Stande fühlen wirst.
Gerade Emos, die auf sowas sensibilisiert sind und bei Übelkeit richtig leiden.
Bei meiner letzten MDG letztes Jahr (wo ich vorher auch 16 Jahre nicht kotzen musste) war mir den ganzen Abend hundeelend, da wäre ich niemals irgendwo hingefahren oder gegangen.
Bei mir wars dann auch eher so, dass es langsam hoch stieg und dann erst das Würgen kam, der Weg zum Klo war wirklich machbar.

Es kann aber auch wirklich mal schneller gehen, das kommt auch auf die Heftigkeit der Erkrankung an.
Aber das ist wie alles im Leben einfach nicht planbar
LG Dianati
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dariusbritt
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Re: Der Vorgang des Erbrechens (kann Trigger enthalten)

Beitragvon dariusbritt » 07.05.2014, 15:51

Kann mich anschließen. DAS merkt man wirklich. Ist aber schwer zu beschreiben.
Als ich mich vor 7 Jahren wegen Antibiotikum auf leeren Magen übergeben musste, war mir wirklich lange ziemlich schlecht und schlagartig, wurde es dann SO schlimm, dass ich irgendwie reflexartig losgerannt bin.
Dann bei meiner letzten MDG war es so, dass es vor jedem erbrechen immer kontinuierlich schlimmer wurde. Ich habe auch irgendwie total viel geschluckt. Irgendwann kam dann das würgen. Ich konnte da auch überhaupt keine Wärme, nicht mal annährend ertragen. Es war im Dezember und ich lag mit sperrangelweit offenem Fenster ohne Decke im Bett.
Als ich mal im Freizeitpark (vor meiner Emo-Zeit) brechen musste, war es so, dass ich plötzlich ganz dringend sitzen musste und mich auch überhaupt nicht mehr artikulieren konnte.

Also, irgendwie merkst du es schon und du hast meist auch noch genug Zeit, raus oder ins Badezimmer zu rennen.

julimond
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Re: Der Vorgang des Erbrechens (kann Trigger enthalten)

Beitragvon julimond » 07.05.2014, 19:39

Ich danke euch sehr für eure Beiträge!!!! :D :!:

Auch wenn ihr mir nicht sagen könnt, wie es ganz genau bei mir ablaufen wird, ist es doch auf eine Art 'beruhigend' mal zu hören wie ein Emo das Erbrechen erlebt.

Ich habe meinen Mann auch schon einige Male danach gefragt aber ein Nicht-Emo kann das doch nicht so wirklich beschreiben weil er das gar nicht alles so wahrnimmt?
Er hat auch überhaupt kein Problem mit dem Erbrechen... Ich wünschte, dass könnte ich auch mal sagen :P

Natalie
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Re: Der Vorgang des Erbrechens (kann Trigger enthalten)

Beitragvon Natalie » 07.05.2014, 20:07

julimond hat geschrieben:Ich habe meinen Mann auch schon einige Male danach gefragt aber ein Nicht-Emo kann das doch nicht so wirklich beschreiben weil er das gar nicht alles so wahrnimmt?

Mein Freund hat sich vor Kurzem zum ersten Mal seit unserer Beziehung übergeben. Die Erinnerung war also sehr frisch, und ich konnte ihn löchern. Du siehst, anderen geht es genauso wie dir ;-)
Er hat damals übrigens gemerkt, dass es gleich hochkommen würde, und konnte noch in aller Seelenruhe zum Klo gehen. Fand ich irgendwie beruhigend zu wissen.

Er hat auch überhaupt kein Problem mit dem Erbrechen... Ich wünschte, dass könnte ich auch mal sagen :P
Jepp. Als er über der Kloschüssel hing, habe ICH Höllenqualen durchgestanden. Wir sind doch ganz schön bescheuert, oder?! *seufz*

julimond
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Re: Der Vorgang des Erbrechens (kann Trigger enthalten)

Beitragvon julimond » 07.05.2014, 22:17

Genauso ist es, Natalie!!! Der Mann leidet aber WIR sitzen schwitzend daneben und durchleben Höllenqualen... Sowas von bescheuert :evil:

Püppi123
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Re: Der Vorgang des Erbrechens (kann Trigger enthalten)

Beitragvon Püppi123 » 08.05.2014, 12:04

Ich glaube, das nächste Mal, wenn das bei uns so ist, werde ich an diesen Thread denken und grinsen....Auch ich kann mich daran erinnern, wie mein Freund vor ca. zwei Monaten beim abendessen plötzlich ganz still und blaß wurde und den Löffel weglegte. Auf nachfrage kam dann ein. Uuuuui mir gehts grade garnicht gut, geh mal lieber ins schlafzimmer (er kennt mich ja), ich hab schon schweissausbrüche.

Hahaha jaaaaaa ich bin dann ins Schalfzimmer gerannt und bin mir SICHER, dass ICH schlimmere Schweissausbrüche hatte. Vorallem als ich gehört habe wie er sich übergeben hat (die wände sind sehr dünn). Süßerweise hat er mir danach bei whatsapp geschrieben weil ER sich so sorgen um MICH gemacht hat (aslo er hat dann im Wohnzimmer auf der Couch geschlafen). wir sind echt bekloppt. Er hat in der nacht übrigens ca vier stunden mehr geschlafen als ich, nur mal soviel dazu.

julimond
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Re: Der Vorgang des Erbrechens (kann Trigger enthalten)

Beitragvon julimond » 08.05.2014, 17:39

:lol: Oh nein... Ich musste so bei deinem Beitrag lachen :mrgreen:
Wie verrückt wir sind... Ich verstehe wirklich warum andere unser Leiden so gar nicht nachvollziehen können... Wenn man unsere Beiträge so liest - total daneben ;D
Und in der nächsten Emeto-Situation wieder ein Häufchen Elend :roll:

dariusbritt
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Re: Der Vorgang des Erbrechens (kann Trigger enthalten)

Beitragvon dariusbritt » 08.05.2014, 23:15

Wobei ich sagen muss, dass ich rein auf die Angst bezogen, weniger gelitten habe, als ich selbst MDG hatte, als wo meine Mutter mal eine Lebensmittelvergiftung hatte. Und sie hatte nur Durchfall! Denn als ich selbst krank war, nach dem Erbrechen, war alles ok. Mir war nicht mehr schlecht und ich hatte keine Angst mehr. Ich habe sogar ganz normal und scherzhaft mit meinem Vater gesprochen "Höhö hab mich die Nacht drei mal übergeben". Aber als es meiner Mutter so schlecht ging, war diese Unwissenheit die ganze Zeit da "Was ist das? Ist es ansteckend? Bekomme ich es auch? Höre ich, wie sie sich übergibt? Muss ich mich übergeben? Wann ist es vorbei?" etc.

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Re: Der Vorgang des Erbrechens (kann Trigger enthalten)

Beitragvon inacarina » 09.05.2014, 00:01

Mein Problem ist, dass es sich die Male wo ich mich noch dran erinnere immer anders war. Auf jeden Fall merkst du es.
Das eine Mal hatte ich Sodbrennen, das andere Mal musste ich komisch heftig aufstoßen, das andere Mal hatte ich richtig heftige Schmerzen in Bauch und Brust und das letzte Mal lief mir total viel Wasser im Mund zusammen und ich merkte wie es vom Darm her komisch hoch drückte.

Momentan hab ich die EMO rech gut im Griff. Von zwei Panikattacken pro Tag bin ich bei 3-4 pro Monat.
Wo es mir so schlecht ging, hats schon ausgereicht wenn ich etwas mehr Speichel im Mund hattedas ich der UÜberzeugung war spucken zu müssen, was nicht der fall war. Oder dann wenn ich malBauchweh hatte oder Aufgestoßen habe.
Bei jedem kleinsten Gefühl im Magen/Darm. Das war echt schlimm. Aber mittlerweile weiß ich wieder das es normal ist mal aufzustoßen oder das der bauch mal weh tut oder man mal mehr speichelfluss hat oder mal Sodbrennen. Jetzt weiß ich das man eben nicht immer gleich spucken muss und das es eben nicht dieses eine bestimmte Gefühl vorm spucken gibt.
Aber man merkt es. Ich habs bis jetzt immer zum Klo/Eimer geschafft.
Allerdings hab ich mir angewöhnt unter dem bett immer ein kleinen eimer zu haben. Dannweiss ich selbst wenn ich schlafe und aufwach und merk das es soweit ist brauch ich nur zack den eimer greifen. Oder wenn mein Freund spucken muss oder so :D

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Re: AW: Der Vorgang des Erbrechens (kann Trigger enthalten)

Beitragvon sapphire » 09.05.2014, 20:30

ich kenne auf jeden Fall das Gefühl wenn man gar nicht mehr weiß wie sich erbrechen anfühlt. ich hatte auch seit meiner Kindheit nicht mehr gekotzt.l über zwanzig Jahre lang.
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Re: AW: Der Vorgang des Erbrechens (kann Trigger enthalten)

Beitragvon sapphire » 09.05.2014, 20:37

Mist. zu früh abgeschickt!

jedenfalls immer wenn ich Angst hatte habe ich mich gefragt wie es sich wohl überhaupt anfühlt... ich habe 4 Wochen lang dauerübelkeit in der Schwangerschaft überstanden ohne mich zu übergeben.

letztes Jahr hat meine Tochter dann MDG nach Hause gebracht. da war es dann soweit...:( die Übelkeit war echt schlimmer als alles was ich zuvor kannte, oder zumindest alles woran ich mich bewusst erinnern konnte. irgendwann habe ich mir gewünscht kotzen zu können nur damit das Gefühl endlich vorbei geht. und so war es dann auch.

mir wurde heiß und kalt und die Finger wurden taub... an dem Nachmittag musste ich mich 3 mal übergeben.

was soll ich sagen die Angst ist immer noch da, obwohl ich jetzt wieder etwas besser in Erinnerung habe wie es sich anfühlt. manchmal ist bei Übelkeit die Angst jetzt sogar ein bisschen schlimmer... irgendwie hatte ich durch die lange Zeit gedacht ich kann gar nicht kotzen (was natürlich Unsinn ist). jetzt weiß ich dass es passieren kann... :/
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Re: Der Vorgang des Erbrechens (kann Trigger enthalten)

Beitragvon Ohlone » 11.05.2014, 01:58

Denkt mal drüber nach, ob ihr mit solchen Threads eure Angst nur füttert? Sich damit auseinander zu setzen ist zwar wichtig, ich bezweifel aber, dass ein Vergleichen von Übelkeitserlebnissen hier irgendwen weiterbringt. An der Stelle hing ich auch lange fest, weil ich gedacht hab, ich müsste mir "einfach" klarmachen, dass das Erbrechen ja nichts schlimmes ist. Glaubt mir, davon wird es nicht besser. Mir hat es viel mehr geholfen, einfach zu akzeptieren, dass es in meiner Kindheit Umstände gab, die mir nicht ermöglicht haben, damit besser umgehen zu lernen - und das kann man nachholen, in dem man lernt, Vertrauen zu fassen. Sich einfach immer und immer wieder in die Situation reinzudenken, bringt einen nicht aus der Spirale raus.

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Re: Der Vorgang des Erbrechens (kann Trigger enthalten)

Beitragvon Bekks87 » 13.05.2014, 14:24

Hallo. Ich habe mich vor 3 Tagen zweimal übergeben müssen. Es war so schrecklich für mich, obwohl es mir danach besser ging....naja wie es einem geht, der Durchfall und Erbrechen gleichzeitig erlebt :( Durchfall ist für mich nie ein Problem gewesen, aber das Erbrechen. Ich bin heute noch krankgeschrieben, weil ich in einem Krankenhaus arbeite und man drei Tage symptomfrei sein soll. Die Zeit für mich jetzt danach ist besonders schlimm. Ich bin traurig und hab Angst und denke ständig an den Vorgang des Erbrechens und dass es wieder passiert. Ich habe z b immer Tabletten gegen Erbrechen dabei, aber die haben mir vor drei Tagen nicht geholfen. Das macht mir Angst. Auch esse ich z b nicht mehr sehr viel :-(

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Re: Der Vorgang des Erbrechens (kann Trigger enthalten)

Beitragvon julimond » 15.05.2014, 23:32

@ Ohlone

Mich persönlich hat dieser Thread tatsächlich beruhigt!
Erstens das aufschreiben und 'loswerden' - zweitens die 'Gewissheit/Erkenntnis', dass das Erbrechen mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht von jetzt auf gleich passiert (das war oft einer meiner sehr grossen Ängste bzw. der Gedanke der meine Phobie erst richtig zum lodern gebracht hat).
Aktuell z.B. liege ich im Bett, Sohnemann in der Mitte, Mann daneben... Mir ist unwohl da ich wohl eine Erkältung bekommen - sonst war ich in dieser Situation schon total gestresst und konnte mich erst wieder entspannen wenn Sohn und Mann deutlich schlafen (weil sie es dann ja nicht unbedingt mitbekommen wenn ich plötzlich aufstehe und mich erbrechen muss). Jetzt liege ich hier und bin völlig entspannt weil ich A: es ganz deutlich merken werde, wenn es wirklich soweit ist und ich B: seit dem Thread den Gedanken in mir habe, dass es irgendwann passieren wird und ich nicht dabei sterben werde... Erbrechen ist wirklich ekelhaft aber ich werde diesen Zeitpunkt, wenn er irgendwann kommt, auch unter Kontrolle bekommen!
Ich habe also wirklich gerade eine positive Phase und hoffe diese noch gaaaaaanz lange zu haben :D


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