Ich kann nicht mehr.

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whiskeyonmylips
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Ich kann nicht mehr.

Beitragvon whiskeyonmylips » 06.05.2014, 15:15

Hallo,

ich kann einfach nicht mehr, diese Angst saugt mir alles aus was noch übrig war. Vor zwei Wochen war ja noch alles in Ordnung und die Angst (wie seit Jahren) so gering, dass ich alles normal machen konnte.
Mir ging es eh schon nicht mehr so gut, immer dieses Gefühl von Langeweile (habe momentan bis nächstes Jahr keine Schule) und Leere und Wertlosigkeit - aber wenigstens konnte ich eine Pizza essen oder Fast Food oder überhaupt irgendwas. Feiern gehen konnte ich auch. Sowieso habe ich eigentlich einen sehr starken Magen und das weiß ich auch.
Seit über einer Woche geht aber gar nichts mehr, seitdem ich am Sonntag aufgrund eines Katers einen Panikanfall hatte, der der absolute Horror war und danach war nichts mehr so wie es war. Ich habe Angst diese Angst nochmal zu bekommen und Angst bekomme ich jeden Tag (wenn auch nicht so stark wie am besagten Sonntag) und diese Angst ist immer da, wenn ich was esse oder gegessen habe.
Ich bin nur noch am heulen wegen dieser dummen Angst die meine kompletten Gedanken bestimmt, ich kann und will nichts mehr essen und von dem wenigen Essen ist mir schlecht, wenn ich was esse bekomme ich Angst, ich will einfach nur noch pausenlos schlafen weil ich so fertig von dem Allen bin. Mein Körper fühlt sich immer mehr an wie ein Gefängnis und alles scheint mir immer sinnloser seitdem diese Angst mich wieder beherrscht. Vor zwei Wochen war es wenigstens noch einigermaßen in Ordnung, ich bin mittags aufgestanden, habe mir Toast und Kaffee gemacht und gegen Abend irgendwas unternommen, die Angst war nicht in meinem Kopf. Nun warte ich nur noch bis ich endlich wieder so müde bin, dass ich wieder schlafen kann und für ein paar Stunden diesen Mist nicht im Kopf habe. Morgens ist es trotzdem das Erste woran ich denke. In dieser einen Woche habe ich vier Kilo abgenommen, freuen tut mich das gar nicht.
Habe mich nun doch bei einem Psychologen gemeldet, Rückmeldung ob sie mich "aufnehmen" kommt die Tage. Aber ich kann nicht lange warten, ich sinke immer tiefer in dieses Loch und ich kann einfach nicht mehr, ich will so nicht mehr, ich halte das nicht mehr lange aus.
Tut mir Leid, ich musste mir den Frust ein bisschen von der Seele schreiben und ich würde mich so freuen, wenn jemand eine Idee hätte, wie ich da wieder rauskomme und mein "normales" Leben wieder haben kann. Das gerade kann man nämlich nicht Leben nennen, höchstens Existieren.

Ania :)

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Re: Ich kann nicht mehr.

Beitragvon Dianati » 06.05.2014, 15:40

Du klingst wirklich sehr verzweifelt.

Die einzigen Möglichkeiten, die du hast sind

entweder du gehst in eine sofortige stationäre Akutbehandlung in einer psychiatrichen Klinik

oder du gehst zum Arzt, lässt dich komplett durchchecken (denn auch Krankheiten können Paniksymptome auslösen z.B. die Schildfrüse), kommt da nichts raus immerhin eine Überweisung zum Psychiater holen und evtl dann mit Medikamenten wieder einen aushaltbaren Zustand erreichen

oder du reißt dich zusammen und fängst wieder langsam an normal und ausgewogen zu essen, vielleicht erstmal keinen Kaffee sondern etwas gut verträgliches, mindestens 3 mal am Tag. Dann schlafen von abends bis morgens und dann den Tag über nicht mehr oder höchstens zum Mittag, damit du einen Tagesablauf hast.
Geh raus, spazieren oder Rad fahren, lass Sonnenlicht an dich ran und nutz die dadurch gewonnene Energie
Trinke genug und versuch etwas zu finden, dass dich ablenkt.
LG Dianati
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whiskeyonmylips
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Re: Ich kann nicht mehr.

Beitragvon whiskeyonmylips » 06.05.2014, 16:03

Danke für die schnelle Antwort...
Bin ich auch, das wird immer unerträglicher, ich dachte die Wochen davor immer "Schlimmer kann es nicht mehr werden" aber mit dieser beschissenen Angst wurde es sogar noch schlimmer.

Heute sollte ich sowieso zu meiner Ärztin, da ich letzte Woche eine Mandelentzündung hatte und sie sollte nachchecken, wie die Antibiotika angeschlagen haben (die ich nicht genommen habe, wegen den möglichen Nebenwirkungen, obwohl ich genau diese letztes Jahr schon mal super vertragen habe).

Zusammenreißen würde ich mich so gerne, ich habe auch so einen extremen Hunger aber es "könnte ja sein, dass wenn ich was Leichtes esse mein Magen das nicht verträgt, da er kein Essen mehr gewohnt ist" (so spinnt mein Gehirn das um). Und wenn ich was esse ist das Gefühl von dem etwas im Bauch haben auch seltsam und wird natürlich auch sofort als Übelkeit interpretiert - obwohl ich wissen müsste, dass gar nichts passieren kann mit dem starken Magen. Ach, doch, mein Gehirn meint ja auch wenn ich was esse und dann Panik bekomme, könnte es sich wegen der Panik oder meiner allgemeinen Überforderung den Weg nach draußen suchen.
Ich würde so gerne raus aus dieser Wohnung aber dafür müsste ich was essen und ich weiß nicht, ob das was wird (obwohl es muss, sonst kippe ich bald um).

Komisch zu denken, dass vor weniger als zwei Wochen noch alles normal war, scheint mir wie 'ne Ewigkeit...

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Re: Ich kann nicht mehr.

Beitragvon Glycerine » 11.05.2014, 00:40

Wie gehts denn mittlerweile bei dir? Sollte der Zustand sich nicht verändert haben, kann ich dir nur dringend dazu raten, dich in stationäre, psychologische Behandlung zu begeben.
Für kurze Zeit mag dein Körper diese Dauerbelastung aushalten, aber das wird sich irgendwann rächen, besonders das Nicht-Essen. Nimm wenigstens etwas zu dir. Und wenn du klein anfängst mit Suppe, Toast oder Joghurt. Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass es 100x unangenehmer ist auf leeren Magen zu Erbrechen. Nimm dir wenigstens das zu Herzen, um die negativen Gedanken zu durchbrechen.
„Im Leben geht es nicht darum,zu warten bis das Gewitter vorbeizieht, es geht darum, zu lernen, im Regen zu tanzen. “


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