Emetophobie, Zwang, MS und Druck

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Emetophobie, Zwang, MS und Druck

Beitragvon kSchmiddy » 08.04.2014, 13:35

Hallo zusammen,

Ich war schon lange nicht mehr hier im Forum, aber ich dachte ich erzähl mal ein wenig, da es immer wieder ein ständiges auf und ab ist und wie Ihr vielleicht selber wisst, es nicht leicht ist mit außenstehenden Menschen gerade über diese Angst zu sprechen.

Ich hatte mich damals angemeldet als ich wieder in meine Heimatstadt zurück zog und nach einer Magen-Darm-Grippe. Das war damals mein zeitpunkt an dem die Angst zurück kam, denn vorher wohnte ich zwei jahre ca. 300km von meiner Heimat weg und mir ging es super. Mittlerweile ist es so das ich zuhause durchdrehe. Im Sommer 2012 kam dann noch die Diagnose MS hinzu, was mich dann natürlich erstmal in ein tiefes Loch gerissen hat, mit vielen Gedanken von Selbsthass, Verzweiflung und Selbstmord. Ich war aber ja auch bzw bin in Therapeutischer Behandlung, wo durch mir aber auch vieles andere aus meinem Leben sehr viel klarer wird (Ist eine Analyse,keine Verhaltenstherapie). Davon bin ich aber grad gott sei dank wieder weg, auch dank meiner Freundin. Ich weiß ja dass das allgemeine Wohlbefinden sehr viel dazu beiträgt wie stark die Angst gerade aktiv ist und genau daran will ich arbeiten. Endlich weg davon. Ein unbeschwertes (zumindest was die angst angeht) führen.
Momentan frage ich mich aber gerade ob ich übernehme, ob ich zu viel will. Ich will mit meiner Partnerin zusammen ziehen. Irgendwo in oder um Hamburg. Ein einziges hin und her. Schon das 4. mal jetzt das einem große Hoffnungen gemacht wurden und dann wieder gereten wurde. Und das auch nur weil ich Sozialhilfeempfängerin bin. Genau das finde ich verdammt unfähr, denn ich habe mir diese Angst nicht ausgesucht, genauso wenig wie mein dauerhaftes Händewaschen und schon garnicht meine Multiple Sklerose.
Ich will mich da durch kämpfen, egal wie schwer es wird, deswegen frage ich mich auch warum ich einfach keine chance dazu kriege.

Ich weiß das es das richtige wäre. Ich merke es. Ich bin selbst grad zurzeit in Hamburg und sobald ich mit meiner Freundin zusammen bin gehts mir gut, das Händewaschen wird weniger, die Angst merke ich kaum und auch sonst gehts mir gut. Bis auf die Nebenwirkungen meiner Medikamente, wo ich aber ja leider nicht drum rum komme.

Mit dem Essen hab ich natürlich auch Probleme, da ich immer angst habe zuviel zu essen. Ein Teufelskreis, denn ich hab ziemlich abgenommen die letzten Jahre und muss dringend zunehmen, deswegen auch der Druck. Ich muss mich dann immer mehr oder weniger dazu zwingen gewisse sachen trotzdem zu essen, trotz den Fragen ob es noch gut is oder ob ich es vertrage usw.

Allerdings kehren die "bösen" Gedanken gerade leicht wieder, dadurch dass es momentan grad mal wieder überhaupt nicht läuft. Auch "kotzträume" habe ich wieder (habs in ein paar Beiträgen gelesen gestern), dennoch is die Angst noch zurückhaltend. Will nur nich das sie wieder schlimmer wird, denn meine letzte RICHTIGE große Panikattacke is schon fast ein Jahr her, das andere waren immer nur noch so leichte Angst attacken. Ich versuch ja auch so Grundsätzlich der Angst keine Chance zu lassen. Wenn ich Einkaufen gehe und sie kommt plötzlich und ich renn raus, dann atme ich einmal kurz durch und sage mir selber "NEIN, geh wieder rein". Die momente an denen ich stolz auf mich selber bin.

Ich habe jetzt hier einen halben Roman oder eher ein Drama geschrieben :P ... Aber bei den meisten Sachen weiß ich das euch das bekannt vorkommen müsste. "normale" menschen verstehen das ja immer nie, reden sinnlos.

Zum Abschluss wollte ich noch sagen, dass ich glaube, dass jeder von uns diese Angst bezwingen kann (auch wenns oben grad anders klingt von mir gerade, aber ich weiß es kommen Rückschläge), aber Prinzipiell hat jeder von uns die Kraft von uns da raus zu kommen, man müsst nur erstmal durch die Hölle gehen und darf auf keinen Fall aufgeben ;)
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Re: Emetophobie, Zwang, MS und Druck

Beitragvon Sase » 08.04.2014, 16:37

Hallo kschmiddy,
da deine Partnerin ja scheinbar auch in deiner alten Heimat wohnt und du da ggf. ja auch soziale Unterstützung hast, ist es jetzt sicherlich keine Option wieder weit weg zu ziehen, aber ich glaube, es könnte verdammt hilfreich sein, sich wirklich mal ganz intensiv damit auseinanderzusetzen, warum es dir in der Ferne gut ging!
Was ist es, was dich jetzt gerade krank macht... welche Gedanken, Anforderungen, Ansprüche, Erwartungen, Personen, Umstände sind es, die für dich alles "zum kotzen" machen?
Vielelicht kannst du das ja auch zusammen mit deinem Therapeuten angehen...
LG
Sase
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Re: Emetophobie, Zwang, MS und Druck

Beitragvon kSchmiddy » 08.04.2014, 17:36

Hallo,
Alles schon durch mit meinem Therapeuten...nein meine partnerin wohnt nicht in meiner Heimat, sondern in Hamburg, deswegen ja nach Hamburg. Ich kenne diese dinge die mich zuhause ankotzen, die mich runterziehen. Sowohl einige Personen als auch die ganze Umgebung will. Und da ich die Erfahrung ja schon mal gemacht habe weit weg von zuhause zu wohnen, weiß ich das es besser ist.
Mein Therapeut schrieb ja auch extra ein Attest das es besser wäre wegzuziehen.

Mir gehts ja deswegen gerade darum das ich am liebsten lieber heute als morgen weg will, mir nur gerade jetzt verdammt viele Steine in den Weg gelegt werden und ich dadurch die befürchtung habe, dass alles mich wieder zurück reißen könnte, nur habe ich gerade diese Seelische Unterstüntzung und diesesn Rückhalt den ich brauche nur bei meiner Freundin, nich bei meinen Eltern oder Familie von der man es eigentlich erwarten müsste.
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