Viele kleine-große Baustellen zur Emetophobie

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fearfairy
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Viele kleine-große Baustellen zur Emetophobie

Beitragvon fearfairy » 01.04.2014, 13:26

Hallo zusammen,

nachdem ich um Weihnachten 2013 herum notfallmäßig hier im Forum gut umsorgt wurde, melde ich mich mit aktuell ein paar "Baustellen" zurück, da mir die Krankheit gerade etwas zu schaffen macht.

Es geht eigentlich schon seit ein paar Monaten so, dass ich ständig Angst habe, mich zu "überfressen". Das Paradoxe daran ist, dass ich trotzdem nicht mein essen Portioniere, sondern meistens vorkoche und alles in eine riesen Schüssel tue und dann daraus esse.
Ich weiss, dass dieses Problem leicht in den Griff zu bekommen ist und ich "übe" auch schon; mich würde aber generell interessieren, ob Ihr die Angst vor dem Überessen auch kennt und ob es eine Art "Angst-Schranke/Grenze" gibt, wo man lieber aufhört, obwohl man eigentlich weiss, dass 2-3 Happen mehr auch noch reinpassen würden.

Die nächste Baustelle ist, was hier viele plagt, die (Angst-)Übelkeit und die Frage, welche Ursachen sie haben kann: Im Moment ist es bei mir so, dass ich, wenn ich weiss, dass ich in ein paar Tagen wichtige Termine habe, dass schon Tage vorher mein Magen streikt, ich Schwindel bekomme und eben diese Übelkeit. Wenn ich wenigstens die Übelkeit im Zaum halten könnte. Obwohl ich glaube, dass die am schwersten zu bekämpfen ist, da es da schon allein darum geht, dass ich bald wohin muss und der Magen mit Übelkeit reagiert, ob ich mir jetzt Stress mach oder nicht.
Oder meint Ihr, mit Entspannungsübungen und mehr Gelassenheit könnte man auch der Übelkeit zumindest einen Teil beikommen.

Ogott, hoffentlich könnt ihr mir in meinem Gedanken -Wirrwarr folgen :oops: . Sonst fragt einfach nach, wenn Ihr was nicht versteht.

Im Moment hadere ich ziemlich mit der Krankheit, komme damit garnicht klar, weil ich diesen Kontrollverlust nicht ertragen kann. Letztens hätte ich abends nach dem Abendbrot gern noch was genascht, aber dann kam wieder diese ***** Übelkeit und ich getraute mich nicht mehr irgendwas zu essen. So, als wenn der Magen "STOPP" sagt. Dabei hab ich an dem Abend bestimmt keine Unmengen gegessen.
Mich ärgert es dermaßen, das die Emo mir sagt, wann ich essen darf, und wann nicht.
Habt Ihr eine Idee, warum der Magen oftmals mit Übelkeit reagiert, wenn man sich in Gedanken sagt: "So, und jetzt noch Nachtisch/Schokolade/Chips."? Habt Ihr vllt. sogar das gleiche Problem und könnt mir Tipps geben, wie ich es bekämpfen kann?

So, ich denk mal, der Roman hier reicht erstmal :)

Wie gesagt, wenn mein Geschreibe zu verwirrend ist dann fragt einfach :ja: .

Wenn sich Jemand hier durchgewurschtelt hat dann schonmal vielen Dank :)

Wäre für Tipps und Anregungen dankbar.

Euch noch einen schönen Tag.

LG

Fearfairy

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Schlucki
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Re: Viele kleine-große Baustellen zur Emetophobie

Beitragvon Schlucki » 02.04.2014, 00:28

Hey!

mich würde aber generell interessieren, ob Ihr die Angst vor dem Überessen auch kennt und ob es eine Art "Angst-Schranke/Grenze" gibt, wo man lieber aufhört, obwohl man eigentlich weiss, dass 2-3 Happen mehr auch noch reinpassen würden.

Das versteh ich irgendwie nicht so richtig - meinst du das normale Sättigungsgefühl? Angstmässig kenn ich da sone Schranke, die viel eher als das normale Sättigungsgefühl kommt - ich ess trotzdem weiter auch wenns ewig dauert. :wink:

Oder meint Ihr, mit Entspannungsübungen und mehr Gelassenheit könnte man auch der Übelkeit zumindest einen Teil beikommen.

Also mir hilft da autogenes Training, Sport und ein gesunder Lebensstil schon ganz ordentlich. Es löst vielleicht nicht das tieferliegende Problem aber etwas Unterstützung hats bei mir auf Dauer deutlich erträglicher gemacht. Ich muss dazu sagen, dass bei mir die Übelkeit warscheinlichg eher als die Angst da war.

Habt Ihr eine Idee, warum der Magen oftmals mit Übelkeit reagiert, wenn man sich in Gedanken sagt: "So, und jetzt noch Nachtisch/Schokolade/Chips."? Habt Ihr vllt. sogar das gleiche Problem und könnt mir Tipps geben, wie ich es bekämpfen kann?

Also dass es jetzt direkt an einen bestimmtne Gedanken gekoppelt war, konnte ich bei mir nicht so direkt beobachten, aber ich glaube dass die Übelkeit einfach durch die allgemeine Anspannung kommt, der Magen bzw die Verdauung in sone Art Notmodus geht - seine/ihre Aktivität zurückfährt (die Verdauung zieht im Normalfall viel Energie - Angst ist ja eigentlich ein Notfall - deswegen wird quasi die Energie erstmal für Flucht oder Kampf bereitgestellt - da aber Dauerzustand beim Emo, kommts zu dieser komischen Angsübelkeit). Die Erklärung fand ich immer sehr plausibel und da hilft nach meiner Erfahrung wirklich Entspannung (ruhig der ganze Körper) und im Optimalfall generall das Stresslevel zu senken. Vermeidung dabei aber halt vermeiden ( :biggrin: ) sondern lernen die "Dinge" trotzdem ,aber entspannt zu machen. Leider leichter gesagt als getan, aber man ist auf jeden Fall nicht machtlos. :ja:

Soo, ich hoffe ich konnte dir auf die schnelle bisschen weiterhelfen und das kam jetzt nicht zu allgemein! :D
Alle Lebewesen ausser den Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu geniessen. Samuel Butler

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Re: Viele kleine-große Baustellen zur Emetophobie

Beitragvon fearfairy » 02.04.2014, 13:54

Hallo Schlucki,

erstmal vielen Dank für deine schnelle Antwort :) .

Ja, genau die "Angstschranke" meine ich, die viel zu früh (vor dem Sättigungsgefühl) runter geht, um ja kein Risiko einzugehen, such zu über(fr)essen.
Ich weiss bis heute auch nicht, ob eine normal-große Pizza vom Discounter zuviel für mich wäre, aber wahrscheinlich ist das bei jedem anders.
Da heisst es wohl in Zukunft, die "wahren" Grenzen Schritt für Schritt abzustecken, was die Essensmenge angeht, die mein Magen "gut" aufnehmen kann.

Ok, Entspannungsübungen können ja auch nicht Schaden. Muss nur eine für mich finden, die gut und effektiv hilft, wenn die Übelkeit mich wieder "überfällt".

Mit der Reihenfolge: Übelkeit --> Angst hast Du recht. Etwas löst die Übelkeit aus, was dann zur Angst führt.
Logik und Zusammenhänge verstehen hilft vllt auch bei der Bekämpfung.

Deine Theorie vom Notmodus könnte eine Erklärung sein.
Ich dachte immer, wenn der Magen nicht "will", "wehrt" er sich mit Übelkeit.

Und ich werde in Zukunft so einige Gelegenheiten haben, die Gelassenheiten bei Terminen zu üben. Dann kann es nur besser werden :D .

LG

Fearfairy

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Re: Viele kleine-große Baustellen zur Emetophobie

Beitragvon Andersfragen » 04.04.2014, 20:34

Hallo

Mir geht es genau so wie dir! Ich kann nicht mehr normal essen, denke dauernd es ist zu viel. Deshalb hab ich jetzt starkes Untergewicht :cry:

Was soll man nur tun :?:

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Re: Viele kleine-große Baustellen zur Emetophobie

Beitragvon fearfairy » 05.04.2014, 02:37

Hallo Andersfragen,

bist du denn in ärztlicher/psychologischer Behandlung deswegen?

Wie sehen deine Mahlzeiten am Tag aus?

Hört sich viel krasser an, als bei mir, denn mein Gewicht ist glücklicherweise normal.

lg

fearfairy

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Re: Viele kleine-große Baustellen zur Emetophobie

Beitragvon Andersfragen » 05.04.2014, 14:55

Hallo :)

Ja ich bin psychischer Behandlung. Ich esse halt so viel wie ich es richtig halte. Ich nehme aber leider immer mehr ab :cry:

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Re: Viele kleine-große Baustellen zur Emetophobie

Beitragvon fearfairy » 05.04.2014, 16:38

Hallo Andersfragen,

das ist klar, dass Du nur die Menge ist, die Du für richtig hälst.

Kannst Du uns ein Beispiel nennen, was Du an einem ganz normalen Tag so isst mengenmäßig. Du kannst ja z.B. Einheiten wie einen tiefen Teller voll; ein halbes Schälchen usw. benutzen, damit wir ungefähr wissen, wie viel/wenig Du isst.

Darf ich fragen, wieviel Du bei welcher Größe wiegst?

Was sagt deine Familie und dein Umfeld dazu? Bekommst Du von Ihnen Unterstützung?

Wie lange bist Du denn schon in Behandlung wegen der Emo?

Hoffe, dass sind nicht zuviele Fragen auf einmal :wink:

lg

fearfairy

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Re: Viele kleine-große Baustellen zur Emetophobie

Beitragvon Kinabalu » 09.04.2014, 00:29

fearfairy hat geschrieben:mich würde aber generell interessieren, ob Ihr die Angst vor dem Überessen auch kennt und ob es eine Art "Angst-Schranke/Grenze" gibt, wo man lieber aufhört, obwohl man eigentlich weiss, dass 2-3 Happen mehr auch noch reinpassen würden.


Ja ich kenne das auch. Früher habe ich zum Beispiel aus Prinzip beim Abendbrot nur eine halbe Scheibe Brot gegessen. Egal ob es eh schon ganz kleine Scheiben waren oder die Scheiben doppelt so groß waren wie sonst-ich habe IMMER eine halbe gegessen. ich ahbe auch immer so mindestens 1 nudel übergelassen. Von mir aus ne große Portion gegessen aber dann 1 Nudel oder so übergelassen damit ich mir danach sagen konnte "Dir kann nicht schlecht werden-du hast nichtmal alles aufgegessen" :roll:

ich muss sagen bei mir hat das länger gedauert bis das "weg" war. das Problem bei mir, und ich glaube bei vielen hier, ist dass man die positive Einstellung zum Essen verliert. Essen ist irgendwie gefährlich-man verbindet einen vollen Bauch mit erhöhtem Kotzrisiko und grade das will man ja eigentlich vermeiden. Ich würde dir deswegen empfehlen an deinem Verhältnis zum essen zu arbeiten damit du dahin kommst, dass dir essen wieder Spaß macht und du Essen nicht als potenzielle Gefahr wahrnimmst.
Wie sorgst du denn so für dich? kochst du dir auch mal selber was? gönnst du dir auch mal was "feines" zu essen wo du einfach grade Lust drauf hast? Lässt du dir zeit und Ruhe beim Essen oder läuft der fernseher und du isst zwischen Tür und Angel? Versuch mal das ganze etwas ansprechender zu gestalten-neue Geschmäcker auszuprobieren. Mal essen gehen. Und dir dabei immer wieder Zeit lassen. Also wenn du an dem Punkt bist an dem du nichts mehr essen willst wartest du ein bisschen und dann probierst du noch ein Löffelchen. Das ist ein längerer Prozess aber mir hat diese Veränderung der einstellung wirklich geholfen. Das ist natürlich etwas was neben der Arbeit an der Emo läuft und diese nicht ersetzt oder so.
And every demon wants his pound of flesh
but I like to keep some things to myself
I like to keep my issues strong
it's always darkest before the dawn

And it's hard to dance with a devil on your back
so shake him off!


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