Übelkeit durch Anspannung

Zwischenmenschliches, Schwierigkeiten durch Schule oder Arbeit, eigene Macken und die Suche nach Gemeinsamkeiten, lustige Situationen oder auch mal unangenehme... - das alles ist genau hier richtig!

Moderatoren: Basti, Dianati, *

Seni Go
Beiträge: 5
Registriert: 28.02.2014, 20:33

Übelkeit durch Anspannung

Beitragvon Seni Go » 18.03.2014, 15:20

Hallo Leute,
Ich hab schon viel hier gelesen, wie sich die Emetophobie bei euch auswirkt. Was ich noch nicht gelesen habe, was mir aber bei mir auffällt ist, dass ich durch dieses Gedanken- Karussell total nervös werde. Sprich egal was ansteht ( und sei es eine ganz normale Alltagssituation) ich werde total aufgeregt und durch diese Anspannung wird mir dann übel.
Mir ist nicht ganz schlüssig woher das auf einmal kommt? Beschäftige ich mich zu viel mit diesem Thema momentan? Ist es vielleicht doch besser einen Abstand dazu zu bekommen als sich damit bewusst auseinanderzusetzen?
Ich weiß noch nicht lange, dass dieses Verhalten einen Namen trägt, sprich ich setze mich bewusst erst seit kurzem auseinander...
Es kann doch nicht ernsthaft sein, dass ich aufgeregt bin, wenn ich zum Sport verabredet bin oder vor einem Geschäftstermin? Das ist ja alles nichts neues für mich, sondern Alltag...
Kennt ihr das und was meint ihr dazu?

Viele Grüße
Seni

Viiii
Beiträge: 36
Registriert: 17.03.2011, 15:50

Re: Übelkeit durch Anspannung

Beitragvon Viiii » 18.03.2014, 22:21

Guten Abend!:)

Ja, ich kenne das auch! Ich bin auch immer total nervös, nur schon wenn ich raus muss. Und jetzt nicht mal unbedingt immer weil ich Angst habe, jemanden erbrechen zu sehen oder so...nein, ich bin auch einfach so aus dem Nichts heraus unruhig...bei mir hat sich das jedoch schon gebessert...weiss aber auch nicht genau wie...mir geht es schon seit längerem im allgemeinen besser, ich bin glücklicher und probiere das Leben so gut wie möglich zu geniessen. Seit es mir besser geht, bin ich au weniger unruhig...ich glaube aber, alle gefühle hängen irgendwie zusammen...wenn sich etwas bessert, bessern sich andere sachen automatisch...wenn es einem allgemein nicht gut geht, hat man plötzlich auch andere beschwerden...deswegen bin ich auch der Meinung, dass wenn man möglichst ausgeglichen lebt und wirklich glücklich ist, die anderen sachen langsam verschwinden oder zumindest nicht mehr so oft präsent sind, da man sich sein Glück nicht verderben lassen will...natürlich ist das ein bisschen simpel formuliert, aber im grossen und ganzen empfinde ich das so...

Benutzeravatar
Schlucki
Beiträge: 525
Registriert: 27.09.2013, 13:14

Re: Übelkeit durch Anspannung

Beitragvon Schlucki » 18.03.2014, 23:50

Also ich hab bei mir vor einiger Zeit (zum Glück hat sich das gegeben) festgestellt, dass ich vom lesen hier Forum und besonders beim Beschäftigen mit der Materie Übelkeit verspürte. Diese allgemeine Anspannung kenn ich auch, nur glaub ich mittlerweile, dass die schon immer da war, sich nur irgendwann verstärkte, sodass die Angst und die Übelkeit kam. Bei mir kommt die Übelkeit übrigens definitiv von der Anspanneung, die bei mir irgendwann total in die Magengegend ging.

Es kann doch nicht ernsthaft sein, dass ich aufgeregt bin, wenn ich zum Sport verabredet bin oder vor einem Geschäftstermin? Das ist ja alles nichts neues für mich, sondern Alltag...

Bei mir kam die Angst und die Beschwerden erst vor wenigen Jahren zum Vorschein und ich kenn quasi auch ein Leben vor der Angst und das hab ich mich auch oft gefragt. Im Endeffekt liefen bei mir im Prinzip schon immer Mechanismen, die das Fass irgendwann einfach zum überlaufen gebracht haben - da da viel unbewusst abläuft, kann einen das imho schon überraschen, wenn man aufeinmal Probleme bei alltäglichen Dingen bekommt, denk ich.
Alle Lebewesen ausser den Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu geniessen. Samuel Butler

Benutzeravatar
Becks.
Beiträge: 35
Registriert: 04.03.2011, 17:56

Re: Übelkeit durch Anspannung

Beitragvon Becks. » 20.03.2014, 12:34

Ich weiß noch nicht lange, dass dieses Verhalten einen Namen trägt, sprich ich setze mich bewusst erst seit kurzem auseinander...


Jo, und genau darauf hat deine Angst mal überhaupt keine Lust ;)
Versuch es mal so zu sehen: du hast diese Angst aus einem bestimmten Grund. In irgendeinem Moment deines Lebens war diese Angst für dich überlebensnotwendig.. wahrscheinlich um Gefühle zu überdecken bzw. zu ersetzen, die du in ihrer Reinform nicht hättest tragen können. Deswegen ist sie da, die Angst. Sie hat(te) eine Schutzfunktion.
Und an diesen Schutz klammert sich dein ganzes Sein.
Und jetzt hast du diesem Schutz, der halt vorher einfach da war, einen Namen gegeben. Und entschieden, dass er zu gehen hat. Was denkt sich die Angst dann? "Heey, ich hab hier eine Aufgabe zu erfüllen! Du BRAUCHST mich! Und wenn du das so von alleine nicht kapierst, dann muss ich dir wohl zeigen, wie stark ich bin, damit du mich ja nicht gehen lässt!!!"

Verstehst du, was ich meine?

Das Ding ist halt.. So schrecklich die Angst ist und so bescheuert es erstmal klingt: das Hauptproblem der meisten ist, dass sie die Angst in ihrem tiefsten Inneren gar nicht gehen lassen WOLLEN. Sie hat(te) ihre Berechtigung. Bei vielen, die sie seit Kindertagen haben, ist sie identitätsstiftend. Und so ein großes Stück von sich selbst gehen zu lassen, hinterlässt ein großes Loch, das noch fürchterlicher erscheint als die Angst selbst.
That's the problem my dear, und meiner Meinung nach der schwierigste Teil der ganzen Bewältigungsgeschichte.

Was du konkret machen solltest? Versuche alle Dinge trotz verstärkter Angst zu tun. So schwer es ist.
Ich hab den Fehler gemacht total in die Vermeidung zu rutschen und ich kann heute ungefähr 100mal weniger als noch vor 5 Jahren. Jeder Schritt vorwärts ist ein Kampf. Und ich "bereue" das ganze sehr. Also.. so schwer es ist. Arsch zusammen und durch. Bist du in Behandlung?

Seni Go
Beiträge: 5
Registriert: 28.02.2014, 20:33

Re: Übelkeit durch Anspannung

Beitragvon Seni Go » 20.03.2014, 14:26

Wow :shock: von der Seite hab ich das noch gar nicht betrachtet. Aber macht Sinn!

Bisher stehe ich allein vor dem Thema, daher vielleicht auch das verstärkte lesen etc. Ab Mai habe ich einen Therapieplatz, wo ich sehr viel Hoffnung reinstecke. Alleine vielleicht rauszubekommen woher das überhaupt kommt, würde mir vermutlich sehr helfen.

Das mit der eignen Persönlichkeit (Identität) finde ich einen guten Einwurf, weil eigentlich hast Du ja recht - es ist ein Teil von mir und meinem Sein. Gut wäre vermutlich nur, dass es einen nicht so einnimmt und vielleicht nur dann auftritt, wenn eine akute Situation ansteht, so wie es halt immer war bevor ich davon wusste.

Gut ist, dass ich mir bewusst bin, dass ich mich nun zusammenreißen muss und mich nicht dem ganzen hingebe und mich isoliere durch die Angst. Fällt mal leichter mal schwerer aber ich Arschbacken zusammen und weiter ist glaube ich wirklich das richtige. Wie Du sagst, ansonsten ist das alles irgendwann echt verfahren, ich will diese alltäglichen Dinge auch einfach nicht verlernen dadurch.

Danke für den hilfreichen Post - ein Denkanstoß mit Wirkung eines Arschtritts - das brauch ich manchmal ;)


Zurück zu „Alltag mit Emetophobie“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast