Selbst- und/oder Fremdk*** Emo

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dariusbritt
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Selbst- und/oder Fremdk*** Emo

Beitragvon dariusbritt » 23.01.2014, 21:14

Ich hoffe es gibt nicht schon irgendwo ein derartiges Thema, habe über die SuFu nichts gefunden. :oops:

Obwohl ich schon relativ lange (ca. 7-8 Jahre) von Emetophobie an sich weiß, bin ich hier das erste mal über den Begriff Fremdkotz-Emo gestolpert. Bzw habe ich hier herausgefunden, dass es Menschen gibt, denen es nichts (oder nicht so viel) ausmacht, wenn sich jemand anders übergibt (oder genau anders herum - man hat hauptsächlich bei anderen Angst). Seit dem beschäftige ich mich ziemlich intensiv damit herauszufinden, was bei mir "schlimmer" ist.

Einerseits habe ich das Gefühl, dass ich es schlimmer finde, wenn sich andere unerwartet übergeben, als wenn ich mich selbst übergebe, da ich eigentlich kaum noch Panik bekomme, wenn mir im Alltag ein bisschen unwohl ist. Das sah früher ganz anders aus.
Dann wiederum bekomme ich bei der Therapie Angst oder brauche sehr viel Überwindung, das Haus zu verlassen.

Auch habe ich festgestellt, dass die Angst bei Fremdkotzen sich ganz anders äußert, wie wenn mir selbst schlecht ist. Wenn ich höre, dass es jemandem sehr schlecht ist oder sich jemand übergeben hat, oder Symptome gar mitbekomme (oder auch mitbekomme, wie jemand umkippt), dann bekomme ich sofort extrem weiche Knie und es fühlt sich an, als würde sich innerlich alles zusammenziehen. Ich bekomme Atemnot und einen Fluchtreflex bei gleichzeitigem Lähmungsgefühl. Wenn mir selbst schlecht oder Unwohl ist, steht eigentlich nur die Übelkeit im Vordergrund. Mir wird heiß und ich bekomme einen Bewegungsdrang der dann auch letztendlich zum Fluchtreflex wird.

Wie ist das bei euch? Welche Angst ist oder war bei euch schlimmer? Und falls ihr vor beidem Angst habt, habt ihr auch unterschiedliche Symptome?

Sahra_
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Re: Selbst- und/oder Fremdk*** Emo

Beitragvon Sahra_ » 02.02.2014, 22:32

Hallo dariusbritt,

mir geht es ganz ähnlich. In meinem Alltag ist die Fremdkotz-Emo stärker, da ich irgendwie durch meine ganzen Vorsichtsmaßnahmen eher davon ausgehe, dass sich andere übergeben als ich selbst, ausserdem kann ich ja die anderen nicht kontrollieren, was ihren Umgang mit dem Erbrechen angeht, das heisst, ich weiss nie, wie es jemandem gerade geht, ob jemand z.B. trotz leichter MDG in die Schule kommt und ich gar nichts davon weiss, und ich kann ja auch nie sagen, ob sich an öffentlichen Orten (Bus, Zug, auf der Straße...) jemand übergibt. Ich habe, wenn sich jemand anderes übergibt übrigens die gleichen Symptome die du auch geschildert hast, besonders stark ist bei mir der Fluchtreflex und die weichen Knie, eigentlich will ich, wenn ich sowas mit ansehen muss oder miterlebe nur noch weg und zwar so schnell und so weit wie möglich und wenn es geht möchte ich auch nicht mehr an diesen Ort, wo das passiert ist, zurück.
Was bei mir die Selbstkotz-Emo betrifft, die kommt erst richtig zum Vorschein, wenn MDG rumgeht oder ich (meistens weil ich mich nicht traue nein zu sagen) auf irgendwelchem Fahrgeschäften oder im Freizeitpark bin.
So richtig das Gefühl, dass es gleich soweit ist hatte ich schon lange nicht mehr, das letzte Mal kam aus heiterem Himmel, als ich gerade ein Vorgespräch mit einem Arzt für eine Weisheitszahn-OP hatte, mir wurde urplötzlich heiss und kalt gleichzeitig, schwindelig und ich hab mich komplett überfordert gefühlt. Dann kam die Panik, dass ich ja keinen Ort hatte, wo ich hinflüchten konnte und dass ich mir ja nichts anmerken lassen durfte. Nach wenigen Minuten verschwand die Übelkeit aber wieder genauso schnell wie sie gekommen war und in Nachhinein schiebe ich es auf die nervliche Anspannung wegen der bevorstehenden OP.

Ich glaube, dass "Kontrolle" "Sicherheit" und das Gefühl, einer Situation hilflos ausgeliefert zu sein (sei es, wenn man mitbekommt, wie sich jemand übergibt, oder dass einem selbst übel ist) eine ganz grosse Rolle spielen, zumindest ist das bei mir so.

Liebe Grüße

Sahra
I'll spread my wings and i'll learn how to fly.

Emmy1990
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Re: Selbst- und/oder Fremdk*** Emo

Beitragvon Emmy1990 » 04.02.2014, 00:11

Guten Abend dariusbritt,

Ich finde das sehr interessant zu hören bzw zu lesen.

Bei mir persönlich hängt das immer von der Situation ab. Also wenn jetzt sich jemand übergeben muss weil er eindeutig zu viel Alkohol getrunken hat, ist mir das Wurscht. Ich kann es zwar nicht hören oder sehen aber ich bin das ein oder andere Mal auch schon dabei gewesen.

Interessant fand ich meine Reaktion auch, als sich auf meiner letzten Flugreise (oder vorletzte) ein Passagier einige Reihen vor mir, sich übergeben musste. Wir hatten sehr starke Turbulenzen und dem einen oder anderen war auch schon übel... Da es klar und deutlich ersichtlich war wieso der Passagiers sich erbrechen musste hatte ich damit überhaupt keine Probleme, da keine Gefahr für mich bestand.

Aber wenn ein Bekannter oder ein Verwandter sich ohne ersichtlichen Grund erbrechen muss, dann zittern meine knie aber nicht weil ich mich vorm dem Geruch oder dem Geräusch (das hört kglaub ich sowieso niemand gern) ekle, sondern es ist die Angst mich mit vor irgendetwas anstecken zu können. Manchmal empfinde ich sogar Mitleid ( wie mit dem Passagier) aber 3 Stunden später konnte er zumindest Das Abendessen wieder zu sich nehmen.


Liebe Grüße

Emmy


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