Wartezimmer

Zwischenmenschliches, Schwierigkeiten durch Schule oder Arbeit, eigene Macken und die Suche nach Gemeinsamkeiten, lustige Situationen oder auch mal unangenehme... - das alles ist genau hier richtig!

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minawa
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Wartezimmer

Beitragvon minawa » 12.01.2014, 02:45

Hallo ihr Lieben :)

Zuerstmal: Hallo Forum, hallo du, schön dass ich euch kennenlernen durfte, ihr helft mir <3
Es ist eine gute Idee gewesen "Emetophobie" zu googlen und mich hier anzumelden, hier sind endlich Menschen denen es gleich geht und die einen verstehen, ich kenne im RL keinen einzigen mit Emo, klar welche die sich ekeln aber das zählt ja nicht wenn wir daneben sitzen, weinend, schreiend und zitternd..

Weil ich leider Halsschmerzen habe, (zum Glück nur Halsschmerzen :) ) sich das aber entzündet hat musste ich zum Arzt. Ich hasse Arztbesuche, schon allein aus dem Grund ins Wartezimmer zu müssen.
Mich würde mal interessieren wie es euch da geht, ich weiß nämlich nie was die anderen da haben und habe immer Angst dass sich irgendjemand übergeben muss und sitze dann immer zitternd in diesem Zimmer und höre so laut Musik dass es wahrscheinlich die ganze Praxis hört nur um mich abzulenken.
Meine Mutter meint dann immer dass es ihr noch nie passiert ist, aber das beruhigt mich irgendwie trotzdem nicht :/
Zum Glück habe ich eher Angst dass sich jemand anders übergeben muss als dass ich das muss, ich habe da allerdings auch eine Art "Blockade" die ich wenn ich krank bin erst mal überwinden muss, ich kann es bei mir also kontrollieren und in der Öffentlichkeit fliehe ich nur so vor allen die ungesund im MG-Bereich aussehen, was in Wartezimmern leider oft der Fall ist :/

Mich würde wirklich interessieren was ihr so davon haltet, ich meine niemand geht gerne zum Arzt und ist krank, aber normale Leute sitzen dich nicht zitternd und taub vor Musik im Wartezimmer, oder?

Alles Liebe, ich freue mich über jede Antwort :)
Minawa
Dann nahm ich den Tuschkasten, tunkte den Pinsel in die Tränen und malte mir ein ein Lächeln auf's Gesicht.
- Gronkh

Keks2411
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Re: Wartezimmer

Beitragvon Keks2411 » 12.01.2014, 11:24

Mir ist da auch immer mulmig und ich frage mich was die anderen so haben und ich fasse nichts an

Miezze
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Re: Wartezimmer

Beitragvon Miezze » 12.01.2014, 12:15

hm, beim arzt denk ich mir meistens die sind alle erwachsen, es hat gleich nebenan eine toilette, mir wird schon keiner vor die füße brechen... die viren von potentiellen sich nicht die hände wäschern halten mich trotzdem davon ab, alles anzudatschen... schlimmer wars früher wo ich mim kurzen noch zum kinderarzt musste (mittlerweile ist er mit bei meinem hausarzt), da bist wirkich wegen ner impfung hin und mit mdg, scharlach oder ähnlichem wieder raus...
lebe fröhlich, lebe heiter
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Lori
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Re: Wartezimmer

Beitragvon Lori » 12.01.2014, 12:47

Also mir ist es auch noch nie passiert das sich dort jemand übergeben hat. Es ist ja nun auch so das man gleich am ersten Tag der mdg zum Arzt rennt. Und da sie meist nur einen Tag geht geht man eben am zweiten, redet mit dem Arzt und bekommt den vorherigen Tag auch krank geschrieben.
Nichtsdestotrotz würde ich mit anfassen natürlich auch vorsichtig sein und mich nicht unbedingt neben jemanden setzen aber das vermeiden wir ja meistens sowieso.

Desinfizier dir danach einfach die Hände :)
Da Düfte schon nix schief gehen :wink:

dariusbritt
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Re: Wartezimmer

Beitragvon dariusbritt » 22.01.2014, 23:11

Arzt ist bei mir das größte Problem, wodurch ich auch von meiner alten Schule geflogen bin (zu oft ohne Krankenschein gefehlt).

Das Problem ist bei mir, dass ich schon zwei mal mitbekommen musste, wie sich dort jemand übergeben hat. Zwar beide Male auf der Toilette, aber beim ersten Mal war es im Wartezimmer SO ruhig, dass man alles hören konnte und beim zweiten Mal musste die Arzthelferin genau gerade da neues Klopapier reinbringen, als sich drinnen jemand übergeben hat. :roll: Zumal ist die Toilette oft zugeschlossen und den Schlüssel muss man sich an der Rezeption geben lassen, dadurch habe ich auch nochmal Angst, dass es jemand nicht schnell genug schafft...
Seit dem schaffe ich es nicht mehr, mich dort länger als 10 Minuten im Wartezimmer aufzuhalten.
Angst vor Ansteckung habe ich eher weniger. Die ist zwar auch da, aber davor kann ich das Risiko vermindern (nichts mit der nackten Hand anfassen, nicht sich selbst anfassen, sobald ich zu Hause bin gründlich Hände waschen und Kleidung wechseln).
Beim Arzt bei meinen Eltern klappt das alles ein bisschen besser. Dort weiß ich aus Erfahrung, dass es "Kotzgeräuschsicher" ist (es kam nämlich mal ein Junge aus dem WC und hat lauthals verkündet, dass er sich gerade übergeben hat und man hat draußen NICHTS gehört :mrgreen:) und es geht normalerweise um einiges schneller (Wartezeit meist so 1-2 Stunden, bei meinem jetzigen Hausarzt geht unter 2 1/2 Stunden gar nichts).

Aber ich arbeite momentan mit meiner Therapeutin daran :)

samadhi
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Re: Wartezimmer

Beitragvon samadhi » 23.01.2014, 10:57

Tatsache ist, Menschen können sich nunmal überall übergeben. Beim Arzt, in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf der Kirmes, im Kino, in Pusemuckel beim Spaziergehen im Wald. Überall und immer. Das ist eine Tatsache, mit der man einfach leben muss bzw. bei der es wichtig ist, mit ihr leben zu lernen. Das fällt mir auch schwer, aber ich versuche trotzdem, alles zu unternehmen, was normale Leute auch machen. Ich war im Winter nach ca. 5 Jahren das erste Mal wieder auf einem Weihnachtsmarkt. Vorher habe ich die gemieden, wegen der Betrunkenen (Glühwein...) und der Enge. Ich fahre jeden Tag mit der U-Bahn zur Uni, obwohl ich viel lieber mit dem Auto fahren würde, aber das wär finanzieller Schwachsinn. Manchmal bin ich schon angespannt, wenn jemand komisch aussieht oder seltsam hustet, aber ich fahre nun seit Mitte Oktober so gut wie jeden Tag mit U- und Straßenbahn und es ist nie was passiert. Man muss einfach die Erfahrungen MACHEN, sonst wird es nur schlimmer und man geht irgendwann gar nicht mehr raus. Das gilt auch für Artzbesuche. Ich bin durch meinen Morbus Crohn Dauergast beim Arzt und es hat sich noch nie jemand in meiner Anwesenheit übergeben. Ich weiß, dass es passieren kann, aber das kann es wie gesagt überall. Weil man Leuten, denen übel ist, nicht verbieten kann, das Haus zu verlassen. Die würden sich sicherlich auch lieber zuhause in ihrem eigenen Bad übergeben als in der Öffentlichkeit.

Nichtsdestotrotz würde ich mit anfassen natürlich auch vorsichtig sein und mich nicht unbedingt neben jemanden setzen aber das vermeiden wir ja meistens sowieso.

Desinfizier dir danach einfach die Hände :)
Da Düfte schon nix schief gehen :wink:

Solche Tipps zur Unterstützung von Vermeidungsverhalten bringen bei der Arbeit an der Emo überhaupt nichts.

dariusbritt
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Re: Wartezimmer

Beitragvon dariusbritt » 23.01.2014, 11:16

samadhi hat geschrieben:
Nichtsdestotrotz würde ich mit anfassen natürlich auch vorsichtig sein und mich nicht unbedingt neben jemanden setzen aber das vermeiden wir ja meistens sowieso.

Desinfizier dir danach einfach die Hände :)
Da Düfte schon nix schief gehen :wink:

Solche Tipps zur Unterstützung von Vermeidungsverhalten bringen bei der Arbeit an der Emo überhaupt nichts.


Diese Sachen empfinde ich (persönlich) allerdings nicht als unbedingt Emo-spezifische Tipps. Das sind auch Sachen, die von nicht-Emos so gehandhabt werden. Mir wurde sogar einmal von einer Krankenschwester empfohlen, mir nach dem Arztbesuch die Hände zu desinfizieren, wenn ich nicht die Möglichkeit habe sie zu waschen, ohne dass diese von meiner Angst wusste.
Und mit dem sich-nicht-direkt-neben-jemanden-setzen wird auch von normalen Menschen so gehandhabt. Wenn man in ein halbwegs leeres Wartezimmer kommt setzen sich die meisten wenn möglich nicht direkt neben eine andere Person. Das ist auch nicht nur beim Arzt so.

Edit: Vielleicht sehe ich das auch einfach anders, weil bei mir die Vermeidun in Form von einfach nicht hingehen oder sich überhaupt nicht ins Wartezimmer setzen stattfindet. Aber wie gesagt sind das auch teils Verhaltensweisen, die ich von anderen ""normalen"" Menschen auch so erlebe.

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Bellchen
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Re: Wartezimmer

Beitragvon Bellchen » 23.01.2014, 12:00

Ich sehe das auch so wie dariusbritt. Es geht schließlich darum, dass wir einen "normalen" Umgang mit solchen Situationen bekommen und nicht von einem Extrem ins andere kommen (finde ich zumindest). Ein normaler Umgang ist für mich, dass man zum Arzt geht, wenn man krank ist, dass man sich ins Wartezimmer setzt (dass sich die meisten, wenn Platz ist, nicht direkt neben jemanden setzen, ist übrigens immer so, das hat damit zu tun, dass man selber gern 50 cm Freiraum um sich hat. Dazu hatte ich mal im Fernsehen was gesehen, da ging es um öffentliche Verkehrsmittel und darum, dass da oft nur jeder 2. Platz besetzt ist und sich dann Leute trotzdem lieber hinstellen als direkt neben jemandem fremden zu sitzen), wenn man auf Toilette muss, auch mal dort geht und es sich nicht ewig verkneift, nur weil man Angst vor dem Klo dort hat, dass man den Arztbesuch hinter sich bringt und nach Hause geht und danach kann man sich die Hände waschen, oder auch nicht oder auch desinfizieren.

Wenn jemand mit Hundephobie bei jedem Hund die Straßenseite wechselt, ist das natürlich übertrieben und ein Vermeidungsverhalten, aber deshalb muss er nicht gleich um sein Vermeidungsverhalten zu verhindern auf jeden Hund zugehen und den streicheln. Denn die meisten ohne Phobie streicheln ja auch nicht einfach wildfremde Hunde, sondern gehen einfach an denen vorbei. Also wäre das meines Erachtens der normale Umgang mit der Situation, der gelernt werden muss.
Genauso ist meine Denkweise mit dem Wartezimmer. Wie verhalten sich andere, ohne Emo. Die fassen auch nicht alles an und waschen sich nach einem Arztbesuch die Hände, gibt sicher auch welche, die sich die Hände desinfizieren. Den Arztbesuch ganz vermeiden sollte man natürlich nicht.

Das Problem sind dann eher die Gedanken. An denen sollte man natürlich arbeiten, wenn man denkt, ich muss jetzt unbedingt gleich nach dem Arzt meine Hände desinfizieren, damit ich nicht krank werde und dann haben sie ihre Hände desinfiziert und sind beruhigt. Dann ist das ein Denkfehler. Denn ich kann auch gesund bleiben, ohne mir die Hände desinfiziert zu haben, ich kann aber auch krank werden, wenn ich mir die Hände desinfiziert habe (durch die Luft oder ich habe an den Händen eine stelle nicht erwischt, oder ich habe mich vielleicht schon woanders angesteckt, ...)

Als ich letztes Jahr mal beim Arzt war, saß ein Mann im Wartezimmer, der ständig gehustet hat und die Nase geputzt. Leider war schon alles voll und ich musste mich neben diesen Mann setzen. Auch wenn er offensichtlich keine MDG hatte sondern eine Erkältung, war mir das äußerst unangenehm und ich habe mir auch nach dem Arztbesuch gründlich die Hände gewaschen (habe allerdings kein Desinfektionsmittel hier, also nur mit Seife gewaschen). (Und mein Arzt gibt auch jedem Patienten die Hand zur Begrüßung, wenn da schon 20 Leute vor mir dran waren, will ich nicht wissen, wie viele verschiedene Erreger er an der Hand hatte, egal, ob von MDG oder was anderem) Ich finde das ist ein völlig normales Verhalten. An manchen Stellen gibt es ja sogar neben Seife Desinfektionsmittel auf den Toiletten (z. B. bei meiner alten Arbeit auf der Lehrertoilette, oder als ich in der Tagesklinik war dort auf Toilette) Dass man das nicht ständig benutzen sollte, ist klar, aber ab und an ist das auch bei Normalos im Einsatz. Man sagt ja auch nicht umsonst, dass man sich vor dem Essen die Hände waschen soll usw. Eine normale Hygiene ist schon wichtig.

malo

Re: Wartezimmer

Beitragvon malo » 23.01.2014, 15:09

Das sehe ich anders.
Dass man sich nach einem Arztbesuch die Hände waschen sollte ist denke ich völlig in Ordnung. Wo viele kranke Menschen zusammenkommen macht das durchaus Sinn.
die Aussage auf die sich samhadi bezieht war ja aber, dass man sich nach dem Arzt einfach die Hände desinfizieren soll, dass dann schon nichts passiert.
Das so zu sehen halte ich auch für kontraproduktiv. Man muss sich letztlich fragen, ob man lieber alles dafür tun will, seine Emo loswerden oder alles dafür tun will, sich nicht mit MDG anzustecken und seine Emo behalten will.

Sicher gibt es "normale Menschen", die sich nach einem Arztbesuch die Hände desinfizieren. Ob das sinnvoll ist, ist die andere Frage, nicht jedes Mittel wirkt gegen jeden Erreger und dann muss man es auch noch richtig machen. Der Punkt ist aus meiner Sicht aber ein anderer, was für einen Menschen ohne Emo nicht schädlich ist, ist für einen Emo nicht unbedingt dann auch voll okay, weil er ja einen ganz anderen Hintergrund hat. Ein nicht-Emo kann sich denken: Ih, Viren, desinfiziert, gut. Bei einem Emo kann das schon ein Vermeidungsverhalten darstellen, das ihn in seiner Phobie bestärkt. Je nach gedanklichem Kontext.

Besser wäre es, zum Arzt zu gehen, weil der Besuch nötig ist, sich danach normal die Hände zu waschen und zu denken: Egal was passiert, auch wenn ich krank werde, ich werde das schaffen.

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Re: Wartezimmer

Beitragvon samadhi » 23.01.2014, 18:19

Danke malo, das ist genau das ,was ich ausdrücken wollte.
Ich finde diesen Hygienefimmel, der sich die letzten Jahre entwickelt hat, übrigens NICHT normal. Früher gabs kein Sagrotan-Hygienegel und erstrecht keine Werbung dafür im Fernsehen (und dann auch noch ne Mutter, die ihrem Kind die Hände desinfiziert, hallelujah!). Man weiß, dass übertriebene Hygiene die Entstehung von Allergien, Asthma, Neurodermitis begünstigt. Ich hab eine Zeit lang in einem solch sterilen Haushalt, wie er in der Sagrotanwerbung gern propagiert wird (und ja, da stand auch überall Sagrotan rum) zwei Kinder gesittet und die waren DAUERND krank. MDG, Erkältung, Scharlach usw. und dann auch jedes Mal so richtig auf übelste Art. Gegensätzlich: Ich durfte als Kind im Dreck spielen, hab die Hunde geküsst und mich von ihnen küssen lassen, habe bis zur Emo nicht gewusst, was Desinfektionsmittel überhaupt ist und wenn bei uns einer krank war, dann war das eben so und ziemlich schnell wieder vorbei. Ich bin nicht mal mit großartiger Handhygiene groß geworden und in meiner Familie wäscht man sich auch nicht die Hände, wenn man einkaufen oder beim Arzt war. Ist dort einfach nicht üblich. Es gibt also auch normale Menschen, die sich NICHT die Hände nach dem Arztbesuch desinfizieren. Ich denke emofreie Leute machen sowas aus generellem Ekel vor anderen Leuten und Keimen, aber nicht aus Angst vor MDG.
Ich kann ansonsten nur vollstens unterschreiben, was malo gesagt hat, das trifft den Nagel auf den Kopf.

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Re: Wartezimmer

Beitragvon Bellchen » 23.01.2014, 19:49

Dass man an den Gedanken arbeiten sollte, meinte ich ja auch ("Das Problem sind dann eher die Gedanken. An denen sollte man natürlich arbeiten, wenn man denkt, ich muss jetzt unbedingt gleich nach dem Arzt meine Hände desinfizieren, damit ich nicht krank werde und dann haben sie ihre Hände desinfiziert und sind beruhigt. Dann ist das ein Denkfehler. Denn ich kann auch gesund bleiben, ohne mir die Hände desinfiziert zu haben, ich kann aber auch krank werden, wenn ich mir die Hände desinfiziert habe (durch die Luft oder ich habe an den Händen eine stelle nicht erwischt, oder ich habe mich vielleicht schon woanders angesteckt, ...)"), aber ich sehe es generell halt nicht so problematisch, wenn man sich die Hände desinfiziert. Bei mir kam das eher so an, dass es sich auf den Fakt, dass man die Hände desinfiziert bezieht und nicht auf den Gedanken, dass dann nichts passiert.

Ich selber besitze auch kein Desinfektionsspray, meine Eltern, soweit ich weiß, auch nicht und früher hatten wir sowas auch nicht. (Allergien haben bei uns trotzdem alle in der Familie, also einen unbedingten Zusammenhang zu Desinfektionsmittel kann man da auch nicht ziehen) Wenn ich damals auf Arbeit mitgekriegt habe, dass viele krank sind, oder ich ein Kind mit Übelkeit im Seki sitzen hatte, dann habe ich mir auch mal die Hände danach desinfiziert, aber ansonsten eher nicht.

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Re: Wartezimmer

Beitragvon Lori » 23.01.2014, 21:06

So. Da mein Beitrag mit dem Hände desinfizieren nun so eine Diskussion entfacht hat werde ich mich nochmal dazu äußern.

Mein Beitrag sollte in kleinster Weise kontraproduktiv wirken.
Wie auch schon gesagt wurde desinfizieren sich auch "normale" Leute nach dem Arzt die Hände und setzen sich nicht direkt neben eine Person.

Mein Beitrag sollte eigentlich mehr Mut machen und keinen Missmut äußern.
Zum Arzt gehen ist logischerweise wichtig und mitunter notwendig. Das man sich da anstecken "kann" ist jedem klar.
Um sich vielleicht ein reineres Gewissen zu schaffen kann man sich danach ja einfach die Hände gründlich waschen oder auch desinfizieren (je nachdem was sie Person will). Ich jedenfalls setze mich nicht neben die Personen, habe noch nie jemanden beim Arzt brechen gesehen und desinfiziere mir danach einfach gern die Hände weil ich die Keime nicht unbedingt in mein Auto bringen möchte. Mir persönlich gibt das also eine Sicherheit.
Es wurde nach Rat gefragt und ich habe meine persönliche Meinung dazu beigetragen.

Wie andere sie annehmen oder nicht das ist ja jedem seine Sache. Dafür fragt man ja um Rat um mehrere Meinungen zu hören oder sehe ich das falsch?

Ich habe das nie so dargestellt das sie sich danach gleich in Desinfektion baden soll oder ähnliches.

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Re: Wartezimmer

Beitragvon samadhi » 23.01.2014, 21:51

Mir persönlich gibt das also eine Sicherheit.

Sollte die Arbeit an der Emo nicht aber eigentlich daraus bestehen, solche vermeintlichen Sicherheiten abzubauen, weil es sie eigentlich gar nicht gibt? :wink: Wenn man Sicherheit vor Ansteckung will, darf man theoretisch nicht mehr das Haus verlassen und selbst dann kann jemand Keime einschleppen oder Grippe durchs Fenster kommen. Verstehst du, worauf ich hinaus möchte?
Ich habe das nie so dargestellt das sie sich danach gleich in Desinfektion baden soll oder ähnliches.

Sagt doch auch keiner. :wink: Es geht um einen kritischen Umgang mit Mitteln wie eben z.B. Desinfektionsmittel, die einem die scheinbare Sicherheit vor einer Ansteckung mit MDG suggerieren, obwohl es diese Sicherheit de facto gar nicht gibt. Mehr nicht :)

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Re: Wartezimmer

Beitragvon Lori » 23.01.2014, 21:58

Möglich. Da stimme ich dir durchaus zu.
Aber da ich mein Leben versuche nicht so sehr einzuschränken mit nicht mehr raus gehen und so gibt mir dieses kleine Tröpfchen Desinfektion nach dem Arzt einfach ein wenig Sicherheit und Beruhigung.
Sonst tut es auch das normale Hände waschen. :ja:

malo

Re: Wartezimmer

Beitragvon malo » 23.01.2014, 22:50

Ich bin auch der Meinung, dass man bevor man gar nicht gehen würde, lieber mit einer "Krücke" hingeht.
Ich finde nur den Gedanken: "Normale Menschen machen das auch, dann kann es nicht falsch sein!" trügerisch.
vielleicht ist es für einen Menschen ohne Emo (neben dem was samadhi nennt, ich sehe den Gebrauch solcher Mittel auch sehr kritisch) auch nicht schädlich.
Aber für einen Emo bei der Bewältigung der Emo vielleicht schon, weil es ihn nicht weiter bringt in seiner Arbeit an sich.

Man muss da vielleicht einfach einen unterschied machen zwischen zwei verschiedenen Dingen.
zur Bewältigung der Akutsituation: Ich muss zum Arzt und hab Angst davor! kann es hilfreich sein, sich so eine künstliche Sicherheit zu schaffen.

zur Bewältigung der Dauersituation: Angsterkrankung wäre es wesentlich sinnvoller, sich keine Sicherheit von außen durch ein kleines Hilfsmittelchen zu holen sondern eine innere Sicherheit zu entwickeln, die einem sagt, dass man eine innere Stärke hat, die einem hilft, die Situation zu durchstehen unabhängig von ihrem Verlauf.

Ich finde es auch nicht schlimm, das jetzt eine Diskussion entstanden ist, kan ja nur hilfreich sein, sich darüber auszutauschen.


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