physische Übelkeit.

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sandra92
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physische Übelkeit.

Beitragvon sandra92 » 08.11.2013, 15:55

Hey Leute.. Ich hab ne Frage an euch, hab alles durchsucht, aber nix zu gefunden. Falls es das doch schon gibt, un ich es übersehen hab, dann SORRY! :)

Bin zurzeit wieder sehr verzweifelt, quäle mich ja eh mit Dauerübelkeit..aber seit Montag isses soo arg, das ich mich sogar überwunden hab, mir 'n Eimer ans Bett zustellen. Welch Graus.

Ich hab erst ein gr Blutbild machen lassen - ohne Befund. Demnächst nehme ich eine Magenspieglung in Angriff. Ich konnt mich noch nich dazu durchringen, zuviel Angst. Und in letzter Zeit zuwenig gute Tage.
Mein HA sagte, ich müsse mich damit anfreunden, das es physisch ist, was ich eigl eh hatte.

Nun zu meiner Frage:
Hattet ihr auch Dauerübelkeit? Wenn ja, wielange und was hat euch auf Dauer dagegen geholfen?

Lg Sandra :)

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Giiqii
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Re: physische Übelkeit.

Beitragvon Giiqii » 08.11.2013, 16:31

Hey Sandra.
Ich denke fast alle haben all diese Untersuchungen durch. Was ja nicht verkehrt ist. Aber bei so gut wie alles Betroffenen ist diese "Dauerübelkeit" psychische Natur. Übelkeit ist übelkeit, nur das sie bei uns meist nicht vom Magen her kommt sondern vom Kopf. Und man kan diese Kopf - übelkeit nur selbst abstellen. Versuch trotz der Übelkeit deinen Alltag zu gestalten (ignoriere) sie so zu sagen. Wenn du dich mit etwas ablenkst ist sie ja auch weg oder ? Oder zumindest besser. Mir hilft es auch mir selbst zu sagen das mir nicht wirklich schlecht ist und ich NICHT BRECHEN muss! Dann ist die übelkeit gleich nur noch halb so schlimm. Dir muss klar sein das dass alles nur in deinem Kopf vorgeht. Und zieh dich nicht selbst runter in dem du sagt " mir is sooo schlecht, ich kann nicht usw" damit bestärkst du deine Angst! Sag lieber " ja mir is schlecht, aber nur psychisch, mir kann nichts passieren, ich mach das jetzt einfach" und lächle dabei. Hört sich komisch an aber es hilft mir oft !!
Wenn etwas ganz akut is kannst du mir auch schreiben bei whatsapp ^^

Viel Glück , und ganz liebe grüße Steffi
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Giiqii
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Re: physische Übelkeit.

Beitragvon Giiqii » 08.11.2013, 16:41

Und das trinken nicht vergessen!!! :)
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samadhi
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Re: physische Übelkeit.

Beitragvon samadhi » 08.11.2013, 18:21

Mein HA sagte, ich müsse mich damit anfreunden, das es physisch ist, was ich eigl eh hatte.

Physisch oder psychisch? Das macht einen ziemlichen Unterschied aus ^^.

sandra92
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Re: physische Übelkeit.

Beitragvon sandra92 » 08.11.2013, 21:52

Na eben vom Kopf her, ausgelöst durch die Angst.

Danke Steffi, mit dem Trinken hab ich echt probleme. Meist wirds beim ablenken etwas besser, manchmal kann ich mich auch nich mehr ablenken :/

samadhi
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Re: physische Übelkeit.

Beitragvon samadhi » 08.11.2013, 22:00

Dann meinst du psychische Übelkeit :wink: Dazu gibt es allerdings schon einige Threads. Falls du hier keine befriedigenden Antworten erhältst, kannst du danach ja nochmal suchen. :wink:

Vanenane
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Re: physische Übelkeit.

Beitragvon Vanenane » 09.11.2013, 00:02

Oh ja das kenne ich nur zu gut...
Ich versuche meinen Alltag zu meistern aber es geht kaum noch.
3 Jahre lang haben mir antidepressiva sehr für geholfen da sie angstlosend sind.
Dann wollte ich es ohne probieren, und nun schlagen keine Tabletten mehr an :(
Ich kann kaum essen und trinken und muss mich zu allem zwingen :/
Bald werde ich wohl in eine Klinik müssen, eine Verhaltenstherapeutin möchte mich sogar nicht übernehmen, da ich in meinen Zustand in eine Klinik muss und es ihr zu gefährlich ist ein Risiko mit mir einzugehen ..
Sehr aufmunternd!
Aber ich leide seit Jahren und ich lebe immer noch ;)
Irgendwie muss es immer weiter gehen.
Immer wieder sagen: mir ist nicht wirklich schlecht!
Rumgehen, oder die Hand auf den Bauch legen und tief Atmen hilft ein wenig manchmal.

Was auch gut zur Beruhigung ist (das habe ich in der hypnose gelernt);
Hinlegen, Augen schließen, gemütlich machen und in Gedanken durchgehen:
Schließe die Augen, fühle, wie die unterläge dich tragt,
Wie sie deinen Rücken stärkt und dir halt gibt...
Eine Treppe erscheint, betrete die ersten Stufen und gehe immer höher.. Mit jeder Stufe entfernst du dich weiter von dem hier und jetzt...


Und dann entführst du dich selbst ab einen Ort, an dem du nun gerne wärest oder an dem du als Kind immer gern gewesen bist, als noch alles gut war ..

Hoffe ich konnte dir ein wenig kraft geben ..
Liebe Grüße vane

Feldweg
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Re: physische Übelkeit.

Beitragvon Feldweg » 09.11.2013, 19:42

Hey Sandra

Ich kann ein Lied davon singen - von der psychischen Übelkeit - in Akut - Phasen bis hin zum Brechreiz. Natürlich: auch ich habe die Mühle der Diagnostik hinter mir - und alles ohne Befund - was erstmal erleichterte aber direkt die Frage aufgeworfen hat: "WORUM geht es eigentlich? WAS will das Symptom (übelkeit ) mir sagen.
Das ist ein harter Weg, der Ehrlichkeit und Mut erfordert - UND Geduld.
Zuerst musste ich lernen, die Übelkeit ANZUNEHMEN - sie also nicht zu bekämpfen oder mit meinem Zustand zu hadern, sondern in eine Haltung zu kommen, die LIEBEVOLL ist - mir selbst gegenüber.
Die fundamentale Frage war: " WEN ODER WAS FINDE ICH ZUM KOTZEN". "was will da raus aus mir - " ums Erbrechen auf der körperlichen Ebene ging es NIE. Erbrechen steht für "Abwehr", "nicht -in- mir - haben wollen"
Ich begann mich Schritt für Schritt damit auseinander zu setzen, was ich in der Realität (noch) dulde, bzw mit mir machen lasse - wenngleich mein INNERSTES sich so sehr dagegen sträubt.
Gehe ich gut mit MIR um? mache ich "faule Kompromisse" ? - vielleicht - um anderen zu gefallen, um nicht ausgegrenzt zu werden? - fehlt mir der Mut zum "nein - nicht mehr mit mir!!!! "
Als es mir gelang, die Übelkeit als "Partner" zu begreifen, verlor sie ihren Schrecken.
Wenn es also gelingt, FRÜHZEITIG ins Bewusstsein zu bekommen (und entsprechend zu handeln), wo ich "gegen mich" arbeite, "gegen mein Inneres" - dann wird die Übelkeit überflüssig.
Das ist ein langer Prozess - bei mir dauerte die "schlimme Zeit" fast 10 Jahre - ABER es ist eine solche Chance!!!!!!!
User Körper ist schlau - viel schlauer als unser Ego. Und wenn es gelingt, dem Körper zu vertrauen - und nicht gegen ihn zu arbeiten - dann wird ANNAHME möglich. Und ERST DANN das Loslassen.
Mein Therapeut sagte es treffend: " wenn es gelingt, das Symptom ÜBERFLÜSSIG zu machen, DANN bist du in der wirklichen EIGENLIEBE"

Ich habe geflucht und gehadert, war mutlos und in rasender Angst - die ganze Palette - UND ich durfte MIR begegnen - ein Geschenk.

Nur Mut!
Auch ich erleide Rückschläge. Aber ich gehe bewusster mit mir um - und wenn mir schlecht wird, dann frage ich mich: "na - was willst Du mir sagen" ? und "die Zeiten, wo mir dauerübel ist - die sind lange lange vorbei.

LG

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Becks.
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Re: physische Übelkeit.

Beitragvon Becks. » 17.11.2013, 01:16

User Körper ist schlau - viel schlauer als unser Ego. Und wenn es gelingt, dem Körper zu vertrauen - und nicht gegen ihn zu arbeiten - dann wird ANNAHME möglich. Und ERST DANN das Loslassen.


:top: :top: :top: :top: :top:

DANKE, für diesen wundervollen Beitrag, Feldweg! Damit geh ich jetzt mal meine Wohnung tapezieren.. ;)

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Bellchen
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Re: physische Übelkeit.

Beitragvon Bellchen » 22.11.2013, 16:15

Feldweg hat geschrieben:Zuerst musste ich lernen, die Übelkeit ANZUNEHMEN - sie also nicht zu bekämpfen oder mit meinem Zustand zu hadern, sondern in eine Haltung zu kommen, die LIEBEVOLL ist - mir selbst gegenüber.
Die fundamentale Frage war: " WEN ODER WAS FINDE ICH ZUM KOTZEN". "was will da raus aus mir - " ums Erbrechen auf der körperlichen Ebene ging es NIE. Erbrechen steht für "Abwehr", "nicht -in- mir - haben wollen"
Ich begann mich Schritt für Schritt damit auseinander zu setzen, was ich in der Realität (noch) dulde, bzw mit mir machen lasse - wenngleich mein INNERSTES sich so sehr dagegen sträubt.
Gehe ich gut mit MIR um? mache ich "faule Kompromisse" ? - vielleicht - um anderen zu gefallen, um nicht ausgegrenzt zu werden? - fehlt mir der Mut zum "nein - nicht mehr mit mir!!!! "

Das hast du echt gut geschrieben. Theoretisch ist mir der Zusammenhang auch klar. Vor einem Jahr sagte mir auch ein Arzt, dass ich mich nicht wundern brauche, dass mir übel ist, wenn ich mir alles gefallen lasse und alles "schlucke" und mich nicht zur Wehr setze oder mal Nein sage. Bei mir hapert es aber gewaltig an der Umsetzung, weil ich oft selbst nicht weiß, was ich will. Leider ist die Übelkeit da auch keine Hilfe, weil ich oft nicht unterscheiden kann, ob mir nun übel ist, weil ich wieder zu irgendwas ja gesagt habe, obwohl ich nicht will oder ob es Angst ist vor irgendwas.

Feldweg
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Re: physische Übelkeit.

Beitragvon Feldweg » 22.11.2013, 20:02

Es ist halt ein elendig langer Prozess, ich denke - je nachdem wie viel - und wie lange man schon "schluckt" - und wie sehr man in der Lage ist, oder "bereit" ist hin zu schauen. Das Hin - schauen hat natürlich Konsequenzen. IMMER. Auch solche, die uns erstmal so erscheinen, als würden wir "verlieren" oder etwas "aufgeben". Und da dann eben erstmal der "Verlust" wahrnehmbar ist (bspw. das Aufgeben des Bedürfnisses "zu gefallen") - ist es sooooo schwer. Wie gesagt: ich bin nicht geheilt - bei weitem nicht. Nur - mein Körper reagiert inzwischen kaum mehr mit Übelkeit auf "Fehlverhalten mir selbst gegenüber" - es sind andere Symptome, die ich aber bei weitem nicht als so bedrohlich empfinde.

Die Übelkeit ist das "verzweifelte Schreien" des "inneren Kindes", das sich nicht gehört oder/ und gesehen fühlt. Und es will an die Hand oder besser - auf den Arm genommen werden, zunächst MIT der Übelkeit.
"Es ist wie , als würde Dein tatsächliches Kind stürzen, sich die Knie aufschlagen und blutend zu die gerannt kommen, weinend und schreiend. Keine Mutter der Welt würde das Kind anschnauzen und sagen: ich kann dich jetzt nicht trösten, erst, wenn du mit heulen aufhörst und das Blut finde ich auch eklig Das Kindchen würde natürlich völlig verzweifelt noch mehr kreischen, nicht nur, dass es Schmerzen am Bein und einen Riesen Schreck vom Sturz bekommen hat - nein! es muss damit nun auch noch allein klar kommen.
Das ist leide oftmals das, was wir lernen als Kleinkinder: "Stell dich nicht so an", "was sollen denn die anderen denken, du willst doch keine Heulsuse sein", " wenn es dir schlecht geht - gehts mir auch schlecht" ..... alles Botschaften, die dazu führen, dass ein Kind lernt, dass es eben NICHT so, wie es ist, auch mit seinen Unzulänglichkeiten, angenommen wird.
In meinem Fall war diese Übelkeit wie eine Feuerprobe, wie als fragte das kleine Kind in mir immer wieder : " NIMMST du mich endlich - auch wenn man dir übel mitgespielt hat? " .... ja, ja - ich weiß, das klingt alles leicht. es IST eine Schweine - Arbeit, immer wieder. Und ich bete jeden Tag, dass es mir gelingt, ein winziges bisschen liebevoller mit MIR umzugehen, als ich es vielleicht erfahren habe. Achtsamkeit ist gefragt, denn die destruktiven Muster bleiben uns eben immer erhalten.
Nochmal - ich will hier keinem zu nahe treten - es sind MEINE Erfahrungen, mehr nicht

LG

sandra92
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Re: physische Übelkeit.

Beitragvon sandra92 » 23.11.2013, 14:37

Ich danke euch für die Antworten.

Ich kann leider bei mir nichts finden, was die Übelkeit rechtfertigen würde. Also seelisch gesehen. Ich stecke so in diesem Teufelskreis, ich kann mittlerweile nicht mal mehr essen, was die Übelkeit wohl zunehmend verstärkt.
Seit einigen Wochen ist es so akut, das sogar ein Eimer ständig an der Couch steht. Und ich wirklich jede Verdammte Sekunde denk, ich muss gleich spucken - das schlimme für mich dabei ist, das es mir erfahrungsgemäß nach dem Erbrechen IMMER schlechter ging. Ich habe auch immer nur 1 mal erbrochen, aber Angst, das es nicht mehr aufhört. Und vorallem Angst, das sich all meine Ängste bestätigen und ich danach noch mehr Wrack Bin als jetz. Gott, das klingt alles hirnlos oder?
Eigl müsste ich gleich mit meinem Freund zu meinem Schwager, schränke aufbauen, da er grade mitten im Umzug steckt. Und danach wollt ich mit Fußball schauen. Stattdessen sitz ich heulend im Bad und hasse mal wieder alles. Ich will nicht zwischen allein zuhause sitzen un quälen oder in der Kneipe sitzen, kein Spaß haben durch Übelkeit, wählen müssen!
Warum geht's nicht einfach, das die Übelkeit in den Hintergrund rückt, ich denke die Ursache zu kennen, wie mangelernährung, und kontrollverlust. Doch in diesen akuten Phasen nützt alles nix. Es wird auch einfach nicht besser. Und wenn ich dann, wie heute, keinen Appetit verspüre, dann denk ich wieder, es is körperlich und ES passiert.

Würdet ihr, die aus dem Dauerübelkeitssumpf raus sind, an meiner stelle, die Verabredung heut wahrnehmen?
Sorry für Fehler, Bin mit Handy on, das macht manchmal was es will.

Liebe Grüße

Feldweg
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Re: physische Übelkeit.

Beitragvon Feldweg » 23.11.2013, 15:11

In JEDEM Fall, geh zur Verabredungf!!!! Du must da ja nicht ackern wie verrückt. Aber biete Dir selbst etwas anderes an, als das LEID wegen der Übelkeit und der Angst. Tu IRGENDETWAS - außer Dich dieser Panik zu ergeben. Vielleicht reicht eifach der "Ortswechsel" an sich.

Ich fühle so mit Dir :( es ist fürchterlich, ich weiß es.

sandra92
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Re: physische Übelkeit.

Beitragvon sandra92 » 23.11.2013, 15:17

Danke Dir Feldweg!
Ich würde bei meinem Schwager eh ned viel machen müssen, mir graut es mehr vor der vollen Kneipe. Aber es stimmt wohl, wenn ich brechen muss, dann wohl auch zuhause. Und es bringt auch eh nix, wenn ich es vermeide, ausser das ich immer tiefer reinrutsch.
Nur hätte ich gern mehr Spaß dabei, denn es wird soo quälend. Die Gerüche und die Lautstärke dort. Eigl macht mir das nix, aber wenn mir übel ist.


Trotzdem geben Mir deine posts hoffnung wenigstens ein Bisschn aus der Spirale zu kommen, danke nochmal dafür. :)


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