Mit Partner o.ä. zusammen wohnen

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Engelxx3
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Mit Partner o.ä. zusammen wohnen

Beitragvon Engelxx3 » 30.10.2013, 01:46

Hallo,

habe mal eine Frage,

ich leide seit mehreren Jahren unter anderem an der Emo.

Nun möchte ich langsam aber auch mal von zuhause ausziehen (bin 22), und am liebsten mit meinem Verlobten zusammen ziehen.
Nur bei mir kommt die Frage, wie soll ich das schaffen, bzw wie soll ich damit umgehen wenn er dann mal krank ist? Oder ihm schlecht u.ä.

(ohne ein zweites WC in der Wohnung, würde ich eh nie mit ihm in eine Wohnung ziehen)

Im moment habe ich zuhause bei meinem Eltern oben eine eigene Etage, mit eigenen Bad ect.
Das heißt ich kann mich immer zurück ziehen wenn es meiner Mutter zB. nicht gut geht, und verlasse dann meine Etage auch für paar Tage nicht mehr. (Außer zur Arbeit o.ä, halt nur kurz um komplett raus aus der Haustür zu gehen (wenn ihr wisst was ich meine)) Und dann auch mit nichts anfassen..

Ja aber wie mache ich das wenn ich mit meinem Verlobten zusammen ziehe? Da sind wir ja dann auf einer Etage, und kann ihn nicht so richtig aus dem Weg gehen. Das heißt ich werde alles mit bekommen, wenn er sich übergeben muss und alles. Und davor grauts mir schon. Und er macht sich da auch so seine Gedanken, weil ich ganz schön "abgehen" kann wenn so etwas passiert.



Wie handhabt ihr das so?
Wie kommt ihr damit klar?

Würde mich über paar Antworten freuen und für ein paar Tipps.


Lg

expanse
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Re: Mit Partner o.ä. zusammen wohnen

Beitragvon expanse » 30.10.2013, 08:02

Huhu,

also ich wohne seit 1,5 Jahren mit menem Verlobten zusammen und das 330 km von zuhause entfernt. Du hast immerhn noch die Möglichkeit, wenn er zB einen NoroVirus hat, dich für ein paar Tage be deinen Eltern einzunisten...
Allerdings wäre es für die EMO besser, das durchzustehen und nicht noch mehr vermeidungsverhalten an den Tag zu legen ;)
Mein Verlobter hatte bisher bei uns noch nicht erbrochen, dafür aber 2x einen Vrus mit nur Durchfall und Übelkeit. Klar, schön fand ich es nicht, aber auch wenn er erbrochen hätte, hätte ich es überlebt. Es heißt ja nicht grundsätzlich, dass man sich ansteckt. Man küsst sich dann erstmal nicht und nimmt etwas abstand, trotzdem kann man ja füreinander zB einen Tee kochen o.Ä. Und das Bad kann man ja dann auch noch desinfizieren. Man kann auch zu Not auf der Couch übernachten und muss nicht zusammen im Bett schlafen, wenn man krank ist.

Aber wichtig ist echt, dass man sich nicht das leben von der Angst kaputt machen lässt, denn wegen vielleicht 0-5 x solchen Momenten im Leben.....

lg
Liebe Grüße aus dem schönen Unterfranken :)

entschuldigt eine Tippfehler :/ ich bin manchmal so schnell im schreiben, dass das leider oft passiert :/ ^^

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Franzi_86
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Re: Mit Partner o.ä. zusammen wohnen

Beitragvon Franzi_86 » 30.10.2013, 15:27

Hallo :-)
ich bin mit dem Thema der Emo noch nicht so vertraut, ich vermute zwar dass ich es auch haben könnte aber sicher bin ich mir da noch nicht.
Also ich wohne seit November letzten Jahres mit meinem Freund zusammen. Wenn einer von uns krank ist schläft der kranke im bett und der gesunde aufm Sofa. Toiletten desinfiziere ich dann regelmäßig nach dem Toilettengang.
Ich kann jetzt leider nur den Tipp geben wenn er sich mal übergibt vielleicht Kopfhörer mit lauter Musik aufsetzen. Mein Bruder hat früher immer viel erbrochen nachdem er zu viel gefeiert hat und ich konnte das nie mit anhören habe dann immer laut Musik gehört oder TV geschaut.
Weiß dein Freund von deiner Angst? Es gibt ja viele Wohnungen mir 2 kleinen Bädern oder einem extra Gäste WC das kann man ja evtl. zur Bedingung machen dass jeder sein Bad hat und das auch sauber hält. Vielleicht kannst du da mal mit ihm reden?
Liebe Grüße

Engelxx3
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Re: Mit Partner o.ä. zusammen wohnen

Beitragvon Engelxx3 » 30.10.2013, 20:12

Danke für die antworten.
Mein Verlobter weiß über alles alles bescheid.
Selbst er sagt ja zu mir das es vielleicht doch noch zu früh ist für mich mit ihm zusammen zu ziehen, wegen der Emo.

Und meine Bedingung ist es ja sowieso, wenn ich mit ih m zusammen ziehe, das zwei Bäder oder zumindest ein Gäste Wc vorhanden ist.

Ich würde es so gerne, mit ihm zusammen wohnen, aber ich habe tiiieeerische Angst, wenn aufeinmal im Zusammenhang mit der Emo was passiert. Also das er krank ist oder ihm schlecht ist. Ich will ihn ja schon tagelang dann gar nicht mehr sehen, auch wenn er "nur" Bauchschmerzen hatte/hat.
Für mich sind Bauchschmerzen gleich mit dem Zusammenhang das dies ein Virus oder ähnliches ist.

Lg

Glycerine
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Re: Mit Partner o.ä. zusammen wohnen

Beitragvon Glycerine » 30.10.2013, 21:52

Nunja, du kannst das Zusammenziehen als Art therapeutische Maßnahme sehen. Davor wegzulaufen, bringt dich auf lange Frist gesehen auch nicht weiter.
Ich kann nicht beurteilen, ob du dafür schon bereit bist.
Letztendlich ist es so, dass du im Vorfeld eh nicht planen kannst, was passiert oder wie du reagierst. Das ist immer spontan. Und möchtest du wirklich auf eine gemeinsame Wohnung verzichten, weil es sein KÖNNTE, dass dein Verlobter irgendwann mal erbrechen muss?

Ich lebe seit einem Jahr mit meinem Freund zusammen. Er hatte an Weihnachten eine Magen-Darm-Grippe. Und wir haben lediglich ein Bad. Und ich lebe. Er auch. Ich habe mich nichtmal angesteckt. Klar, ich habe auf dem Sofa geschlafen. Aber das täte ich auch bei Grippe oder anderen infektiösen Krankheiten.

Man steht das alles durch. Besonders, wenn man jemanden liebt. Nach zwei Tagen sind die meisten Symptome sowieso passé. Bleiben 363 wunderschöne Tage mit dem Partner.
„Im Leben geht es nicht darum,zu warten bis das Gewitter vorbeizieht, es geht darum, zu lernen, im Regen zu tanzen. “

Engelxx3
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Re: Mit Partner o.ä. zusammen wohnen

Beitragvon Engelxx3 » 31.10.2013, 23:53

Danke für die Antworten.
Und es hat mir Mut gemacht.
Es stimmt ich kann nicht immer von allem "weg laufen" und alles vermeiden, so kann es nie besser werden.
Und ich glaube so richtig bereit dafür wäre ich glaube nie, da ich mega Angst habe.
Hab auch Angst das ich dann irgendwie unter Dauerpanik stehe, weil ich ständig befürchten muss das er sich übergeben muss oder er krank wird.

Manchmal dreh ich so ab das ich mich am liebsten einfach nur umbringen wollen würde, wenn ich "konfrontiert" werde.

Und den Stress dann immer will ich meinem Partner ja auch nicht immer antun. :/

Ich werde die Tage nochmal genau mit meinem Partner darüber sprechen.

alice1
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Re: Mit Partner o.ä. zusammen wohnen

Beitragvon alice1 » 26.11.2013, 14:46

Nicht zu glauben, dass es jemanden gibt, dems genau so geht wie mir.
ich versuche immer meine Emetophobie vor anderen zu verstecken bzw nur einen "normalen" Ekel vor dem Erbrechen zu zeigen.
Allerdings ist das was ich habe schon lange nicht mehr normal. in solchen Situationen suche ich immer nach den verrücktesten Vorwänden um zu fliehen (kann gar nicht glauben wie viele Ausreden mir in so einer Panik-Situation einfallen!!)

Das gleiche Problem hatte ich auch vor einigen Monaten mit meinem Verlobten. Wir wohnen nun schon 2 Jahre zusammen und er übergibt sich - genau wie ich- nur alle paar Jahre mal bzw so gut wie nie. Gegen die MDG sind wir so ziemlich immun. Wir haben es eigentlich nie obwohl alle in unserem Umfeld krank sind.

Vor einigen Monaten waren wir feiern und meinem Freund ging es am nächsten Tag gegen Mittag total schlecht. Ich wurde tatsächlich durch Würgegeräusche geweckt (ja man hörte ihn bis ins Schlafzimmer!). Ich hab daraufhin sofort die Schlafzimmertüre zugemacht und den Fernseher eingeschaltet um nichts mehr zu hören. Dazu muss ich sagen ich bekomme immer die selben Symptome wenn sich jemand anderer übergibt, als wäre ich kurz vor dem Kotzen, schweißausbrüche, zittrige Knie, Herzrasen, etc.
Als er fertig war, dachte ich naja gut du hast es überlebt, sooo extrem schlimm wars mit TV gar nicht.
Danach musste ich natürlich auch mal ins Bad. Da bin ich ganz vorsichtig rein und habe erstmal geschaut ob die Toilette soweit in Ordnung ist. Glücklicherweise konnte man nichts sehen. Trotzdem habe ich Toilette geputzt und danach desinfiziert.

Leider war das an diesem Tag nicht das einzige Kotzen. Mein Verlobter erbrach mehrere Male. Beim zweiten Mal hatte ich die Idee meine Mutter zu besuchen, und nahm das auch gleich als Vorwand um abhauen zu können.

Ich weiß es ist nicht gut gleich zu flüchten, aber ich kann in dem Moment nicht anders...
Ich bin dann erst wieder nach Hause gefahren, als mein Verlobter mir geschrieben hat dass es ihm wieder gut geht.

Engelxx3
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Re: Mit Partner o.ä. zusammen wohnen

Beitragvon Engelxx3 » 26.11.2013, 15:12

Das es meinem Verlobten nach dem Feiern schlecht gehen würde, brauche ich nicht zu befürchten, denn er trinkt, so wie ich, so gut wie nie Alkohol..

Wir sind 2 1/2 Jahre zusammen, und er hat laut seinen Aussagen sich in der Zeit nicht übergeben müssen. Das letzte mal als es bei ihm war, sei schon paar Jahre her.
Ich find es gut, das mein Verlobter, nicht empfindlich im Magenbereich ist und das er sich nicht oft übergeben muss *Gott sei Dank* :biggrin:

Mein damaliger Ex, mit dem ich 4Jahre zusammen war, erbrach sich in der Zeit mehrere Male. Und ich konnte ihn dann wochenlang nicht nicht mehr sehen.
Als er bei mir war, schickte ich ihn sofort nach Hause wenn ihm schlecht war oder er zu zuviel getrunken hatte, und er musste ca 45min mit dem Bus fahren. Das war mir aber in dem Moment total egal. :| im Nachhinein tats mir aber immer leid.

Wenn ich mit meinen Verlobten jetzt zusammen ziehen würde, kann ich ihn ja dann nicht einfach wegschicken.

Ich würde wahrscheinlich genau wie du alice1 zu meinen Eltern oder so flüchten, aber das schon beim ersten Mal. Und auch erst dann wenn es ihm wieder gut geht nach hause gehen..

@alice1, weiß denn dein Verlobter von deiner Emo?

Lg

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Re: Mit Partner o.ä. zusammen wohnen

Beitragvon alice1 » 27.11.2013, 12:32

Mein Verlobter hat das Problem glücklicherweise auch so gut wie nie. Wir haben beide Gott sei Dank einen starken Magen :)

Es war das erste Mal in 8 (!) Jahren, dass ich es mitbekommen habe, dass er erbrochen hat...

Er weiß es nicht wirklich sicher, hab ihn zwar mal an das Thema herangeführt, aber er hätte sicher Verständnis warum ich in gewissen Situationen so reagiere. Ich versuche mir aber jetzt auch nicht die Emetophobie in einem extremen Ausmaß einzureden, denn sonst könnte ich wirklich nicht mehr normal leben, wobei es auch jetzt schlimme Situationen gibt in denen ich einfach nicht anders reagieren kann.

Ich hab speziell das Problem, dass ich mehr Angst davor habe dass jemand anderer erbricht, als wenn mir selbst schlecht ist (außer ich wäre irgendwo in der Öffentlichkeit, aber wenn ich zuhause bin und meine Ruhe habe ist es zwar auch nicht angenehm, geht aber noch).
Hab schon versucht meine Mutter und Schwester an das Thema Emetophobie heranzuführen, allerdings kommt mir vor sie nehmen das nicht so wirklich ernst bzw nicht als eine Störung, sondern als einen ganz normalen Ekel davor, den ja "eh jeder hat". So ist das bei mir aber ganz sicher nicht...

LG

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Re: Mit Partner o.ä. zusammen wohnen

Beitragvon Giiqii » 27.11.2013, 16:17

Ich wohn schon 2 Jahre mit meinem Verlobten zusammen und hatte bisher nie Angst. Mein Freund hat einen "nervösen Magen" sprich er erbricht doch öfters mal. Meist wegen Alkohol oder manchmal einfach weils raus muss, so nach dem Motto :D
Er war meiner Meinung nach auch nie wirklich Krank (MDG)
Aber ich empfinde bei ihm (nur bei ihm) komischer weise Mitgefühl und mehr nicht. Klar bisschen Angst ist immer da, aber nicht das ich mich anstecken könnte sondern einfach wenn ich es gehört hab oder gesehen grauts mich einfach.
Anders herum, hab ich jedoch die Angst vor ihm zu brechen. Wenn ich denn wirklich mal muss, das merk ich dann aber auch. Dann schicke ich ihm raus.. weil wer mag das schon ? Ich denke das geht auch nicht emos so.
Fürchte dich nicht vor dem langsamen Vorwärtsgehen,
fürchte dich nur vor dem Stehenbleiben

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Re: Mit Partner o.ä. zusammen wohnen

Beitragvon AliasHope » 27.11.2013, 19:37

Eine Sache vorweg: Ich weiß genau, wie du dich fühlst und was du meinst.

ABER:

Engelxx3 hat geschrieben: ... (ohne ein zweites WC in der Wohnung, würde ich eh nie mit ihm in eine Wohnung ziehen)
Im moment habe ich zuhause bei meinem Eltern oben eine eigene Etage, mit eigenen Bad ect.
Das heißt ich kann mich immer zurück ziehen wenn es meiner Mutter zB. nicht gut geht, und verlasse dann meine Etage auch für paar Tage nicht mehr. (Außer zur Arbeit o.ä, halt nur kurz um komplett raus aus der Haustür zu gehen (wenn ihr wisst was ich meine)) Und dann auch mit nichts anfassen..


Wenn einen solche Gedanken umtreiben, sollte man sich ernsthaft fragen, wie man sich sein Leben eigentlich vorstellt - also ob man es riskieren will, zu LEBEN, oder bis ans Ende seiner Tage "sicherheitshalber" als Eremit vor sich hin vegetieren möchte.

Was mich anbelangt, ich habe mich für's "Leben" entschieden, und lebe seit mittlerweile 17 Jahren mit meinem Mann zusammen. (Wovon wir 'zig Jahre mit einem WC auskommen mussten.) Und ich habe es nicht einen Tag bereut. Auch ich drehe (leider) immer (noch) ab, wenn bei meinem Mann Kotzen angesagt ist. Doch das ist halt "Lebensrisiko". Denn was sind schon diese paar Tage in Relation zu einem ganzen Leben? Außerdem kann mich Konfrontation (auch am eigenen Leib) immer und überall erwischen.


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