Alleinsein

Zwischenmenschliches, Schwierigkeiten durch Schule oder Arbeit, eigene Macken und die Suche nach Gemeinsamkeiten, lustige Situationen oder auch mal unangenehme... - das alles ist genau hier richtig!

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Bellchen
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Alleinsein

Beitragvon Bellchen » 22.10.2013, 11:22

Mich würde mal interessieren, wie ihr mit dem Alleinsein umgeht? Seid ihr oft allein? Geht es euch damit gut oder nicht? Was macht ihr, um euch nicht einsam zu fühlen?

Ich bin sehr oft allein. Ich wohne allein in meiner Wohnung. Ich bin seit über einem Jahr arbeitslos bzw. krank geschrieben und daher auch wenig unter Leuten. Ab und zu treffe ich mich mit Freunden, aber die haben natürlich auch nicht ständig Zeit, weil sie arbeiten gehen usw.
Mir geht es leider nicht so gut alleine. Ich merke das so richtig, wie ich mich immer unwohler fühle, je länger das her ist, dass ich mich mit jemandem getroffen habe oder bei meinen Eltern war. Das Gefühl der Einsamkeit holt mich immer wieder ein. Telefonieren hilft da leider wenig und auch, dass ich jeden Tag hier im Ort eine Runde mache, was einkaufe, hilft nicht wirklich.

marmelade
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Re: Alleinsein

Beitragvon marmelade » 22.10.2013, 13:21

Also ich bin auch alleine in der Wohnung. An sich finde ich das gut, da ich den ganzen Tag auf Arbeit von Leuten umgeben bin und auch mal erleichtert bin meine Ruhe zu haben. Mir ist nur aufgefallen das mich die Angst oft überfällt wenn ich alleine bin, darum ist es nicht gut wenn ich allein bin, Ein Widerspruch in sich, ich weiß.... momentan bin ich mit der Situation konfrontiert, nie allein zu sein, da ich i der Berufsschule im Internat bin und mein Zimmer teile und alle Mahlzeiten mit vielen Menschen einnehmen muss. Ich finde das sehr anstrengend und sehne mit nach Ruhe und Alleinsein, aber die Angst hält sich in Grenzen, erstaunlicherweise...
vielleicht kannst du ja in Sport gehen, Volleyballverein oder Klettern, ich weiß es ist schwer da allein hinzugehen, aber sowas verschafft viele neue Kontakte und Spaß und lenkt ab....

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tanyamoustache
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Re: Alleinsein

Beitragvon tanyamoustache » 22.10.2013, 19:11

Ich bin sehr gern allein und habe da auch gar keine Probleme damit. Angst habe ich eigentlich fast nie, wenn ich allein bin – meine Ängste sind eher (aber nicht nur) an soziale Situationen gekoppelt. Das führt dann aber auch dazu, dass ich mich manchmal zu sehr einigele, und das wiederum ist dann auch wieder schlecht. Da geht es mir nach einer Weile nicht mehr gut, ich fühle mich unausgelastet und traurig. Einsam aber eigentlich nicht. Ich zwinge mich dann immer, etwas zu unternehmen, was mir nach einer langen Zeit des Alleinseins erst mal total schwer fällt. Hinterher merke ich dann aber immer, wie gut es mir getan hat.
Zurzeit habe ich das Problem aber überhaupt nicht, ich habe jede Menge zu tun und kann mich vor sozialen Kontakten kaum retten. Das wird mir fast zu viel. Ich kann jedem, der Lust auf Menschen hat, übrigens nur Onlinedating empfehlen. :lol: Ist auch gut, wenn sich in sozialen Situationen üben und was für das eigene Selbstbewusstsein tun will. ;)

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Schlucki
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Re: Alleinsein

Beitragvon Schlucki » 22.10.2013, 19:37

Also ich bin momentan auch gern allein. Tut mir nicht unbedingt schlecht mal nicht auf jeder Hochzeit tanzen zu müssen ehrlich gesagt. Eine eigene Wohnung, in der mich alle mal können wenns drauf ankommt wär gerade mein Traum. ;D Mein Tipp: Leg dir ein Hobby zu, bei dem du andere Leute kennen lernst. Auch bei Sachen, die man eigentlich alleine macht, gibts gleichgesinnte. Gerade übers Internet kann man da mittlerweile auch viele Leute kennen lernen. Gibt doch zu allem ein Forum, selbst dzu Emetophobie! :biggrin: Irgendwo hab ich mal den Spruch "Jeder braucht ein Hobby!" aufgeschnappt. Ist meineseachtens einiges dran! :wink:
Alle Lebewesen ausser den Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu geniessen. Samuel Butler

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Re: Alleinsein

Beitragvon Abbel » 22.10.2013, 19:51

Ich wohn auch allein. Ich komm aber nicht so gut damit klar, weil ich mich immer langweil und nicht weiß, was ich tun soll. Die Arbeit bietet auch nicht viel Abwechslung, weil ich da mit niemandem rede.
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sehnsucht
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Re: Alleinsein

Beitragvon sehnsucht » 23.10.2013, 19:56

Ich hab das Problem mit dem Alleinsein auch. Habe eine Zeit alleine zu wohnt, habe das nicht hinbekommen & bin wieder zurück zu meinen Eltern gezogen. Ich brauche wenigstens irgendjemanden zum Reden, grade wenn man keinen geregelten Tagesablauf (Schule/Job) hat. Ab & an bin ich wirklich gerne alleine, aber auf Dauer würde ich vor Einsamkeit sterben, wenn ich alleine wohnen & so leben würde, wie ich es grade tut. Was die Angst betrifft ist das allerdings einfacher wenn ich alleine bin. Dann tritt sie zwar oft auf, wahrscheinlich sogar öfter als wenn ich in Gesellschaft anderer Menschen bin, weil man dann halt abgelenkt ist, aber ich weiß alleine besser damit umzugehen.

katjaheder83
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Re: Alleinsein

Beitragvon katjaheder83 » 24.10.2013, 09:30

Hallo,

also ich bin ganz ganz ungern allein. Ich hab zwar zwei Hunde und meinen Sohn aber ich habe Angst wenn ich alleine bin. Angst dass mir übel wird, Angst dass mit meinem Sohn was ist gerade dann wenn ich allein bin. Ich bin nicht sehr oft allein. Aber wenn dann mag ich es nicht. Lenke mich dann mit Fernsehen ab. Mein Mann war mal über Nacht weg, da hab ich mir ne Freundin zu mir geholt und wir haben auf der Couch geschlafen. Ich hab z.B. immer das Problem dass ich dann nicht allein ins Bett gehen kann. Ich schlag mir dann lieber bei Fernsehen auf der Couch die Nacht um die Ohren. Mein Mann ist 2 mal im Monat eine Nacht ab 2 uhr weg bis um 8. Da schieb ich vorher schon Panik:-(

Hast du denn Haustiere?

Was mir neuerdings gut hilft und mich ablenkt ist wirklich Yoga. Ich gehe einmal die Woche zu einem Kurs und mache das so alle zwei Tage auch zu Hause. Das ist toll und entspannt mich. Danach fühl ich mich besser.

Lusssia
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Briefe schreiben hilft mir

Beitragvon Lusssia » 24.10.2013, 10:17

Hallo,

ich bin früher wegen meiner Angst gar nicht aus dem Haus und habe mir irgendwann ganz viele Brieffreundschaften zugelegt. Vielleicht hilft das hier jemandem? Ich meine das ist auch keine Lösung für alles, irgendwann sollte man auch mal aus dem Haus gehen aber mir hat es viel geholfen, als ich einfach nicht raus konnte und mich alleine gefühlt habe. Zu meiner Bestzeit hatte ich 38 Brieffreundschaften und daraus sind dann auch ein paar gute Freundschaften entstanden, auch wenn die dann oft weiter weg wohnen. Auch wenn ich mich inzwischen nicht mehr so einigle wie früher, schreibe ich noch gerne Briefe und Mails und habe 10 Brieffreundinnen und 5 Mailfreundinnen. Man fühlt sich nicht so alleine, denn auch übers schreiben lernt man Menschen gut kennen und kann sich mit der Zeit viel erzählen.

Liebe Grüße

Lusssia

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Bellchen
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Re: Alleinsein

Beitragvon Bellchen » 24.10.2013, 10:33

tanyamoustache hat geschrieben:meine Ängste sind eher (aber nicht nur) an soziale Situationen gekoppelt. Das führt dann aber auch dazu, dass ich mich manchmal zu sehr einigele, und das wiederum ist dann auch wieder schlecht.

Ich habe auch in sozialen Situationen Angst. Ich komme mit dem Widerspruch selber schlecht klar. Auf der einen Seite gefällt es mir nicht, die ganze Zeit allein zu sein, auf der anderen Seite habe ich aber Angst vor Kontakten. Außer bei meinen Eltern. Da habe ich keine Angst, aber selbst bei meinen Freunden fällt es mir oft schwer, einfach mal anzurufen, oder zu fragen, ob jemand mal spontan vorbeikommen kann, weil es mir nicht gut geht, ... Im Krankenhaus wurde mir eine ängstlich-vermeidende und abhängige Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Ich solle auch nicht ständig (was aber höchstens einmal in der Woche war) zu meinen Eltern fahren. Aber irgendwie komme ich nicht so ganz klar, was ich dann machen soll. Wenn ich nur alleine bin, mache ich ja nichts gegen mein ängstlich-vermeidendes Verhalten und übe meine sozialen Kompetenzen nicht und wenn ich unter Leuten bin, mache ich mich aber auch wiederum zu sehr von denen abhängig. Und ständig unter neue Leute zu kommen bringt mich auch nicht weiter. Das hatte ich 9 Monate lang als Springersekretärin und es hat mich eher noch mehr fertig gemacht als dass es mir in irgendeiner Weise geholfen hätte.
Wenn ich allein in der Wohnung bin, kommt dann so eine unterschwellige Angst, dass ich nicht für mich sorgen kann. Das fängt beim Essen kochen an, weil ich da ständig überlege, was man noch essen könnte und ich immer keine Lust habe, was zu kochen und hört dann bei dem Gedanken auf, was ich mache, wenn ich eine Magen-Darm-Grippe bekomme und ich alleine damit fertig werden muss und mich um mich selbst kümmern muss.

Schlucki hat geschrieben:Eine eigene Wohnung, in der mich alle mal können wenns drauf ankommt wär gerade mein Traum.

Der Satz hätte von mir stammen können vor bisschen mehr als 1,5 Jahren. Da wohnte ich noch bei meinen Eltern und ging arbeiten. Da war ich froh über jede Minute, die ich allein war. Ich hätte auch nicht gedacht, dass es mir so schwer fällt allein zu wohnen.

Hobbies habe ich ja, aber nur Zeug, was man allein macht. Stricken, Basteln, Malen, ... Sport mag ich überhaupt nicht. Und bisher konnte ich mich auch nicht überwinden, mich alleine z. B. bei Yoga anzumelden und dann unter völlig unbekannten was anzufangen. Ist für mich eine ziemlich große Hürde.

@ Sehnsucht: Genauso geht es mir auch. Manchmal denke ich mir auch, warum bin ich nur bei meinen Eltern ausgezogen? Aber ich bin ja nun schon 26. Es wurde ja auch irgendwie Zeit und zurückziehen wäre ja auch keine Lösung. Von den 1,5 Jahren in meiner eigenen Wohnung war ich 2 Monate im Krankenhaus, weil es mir so schlecht ging und dieses Jahr nochmal 6 Wochen bei meinen Eltern.

@ Katja: Ich habe keine Haustiere. Ich habe dummerweise viele Tierhaarallergien.

@ Lusssia: Ich habe auch viele Freundinnen, mit denen ich Mails schreibe oder sogar täglich im icq oder facebook. Aber ich fühle mich trotzdem einsam, wenn ich vorm PC sitze und ihnen schreibe. Aber ohne wäre es sicher noch schlimmer.

buecherfreund
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Re: Alleinsein

Beitragvon buecherfreund » 27.10.2013, 23:47

Also ich liebe es, alleine in meinem Zimmer zu sein :D
Und je länger ich alleine zuhause bin, desto schlimmer wird es, wenn ich "raus" muss. Dann tritt die Angst einfach verstärkter auf. Da sind all die Menschen, die vllt grad ein MD-Virus in sich tragen und mich anstecken könnten. In meinem Zimmer (so denke ich) sind keine Viren, wenn keiner da war, der krank ist.

Natürlich ist das nicht gut, man darf sich sozial nicht so abkoppeln, das ist einfach noch schlechte für die Psyche. Im Moment zwinge ich mich dazu, besonders mit Kleinkindern zu arbeiten (babysitting), obwohl die ja gerade die Virenüberträger sind. So richtig gerne mache ich das aber auch nicht :(
Einsam fühle ich mich trotzdem nicht, mir reicht das, wenn ich z.B. beim Eislaufen oder spazieren gehen Leute sehe. Ausserdem sehe ich ja noch meine Freundinnen in der Uni :wink:
Aber zu Hause will ich einfach nur allein sein...

Vielleicht meldest du dich einfach bei einem Buchclub (vorausgesetzt du liest gerne) oder einem Sprachkurs an? Kleine Erfolge können große Wunder bewirken!

Du schaffst das ganz bestimmt!
Dunkel scheint Dir diese Zeit,
der Weg, er ist so hart, so weit.
Doch hast Du den Kampf aufgenommen,
so weit bist Du jetzt schon gekommen.
Den Rest, den schaffst Du doch ganz leicht!


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