Richtig konfrontieren

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Schlucki
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Richtig konfrontieren

Beitragvon Schlucki » 17.10.2013, 19:10

Hola!

Da ich meinen Ängsten praktisch permanent ausgesetzt bin und ihnen nicht aus dem Weg gehen kann, sondern irgendwie damit klarkommen muss, bis ich bei der Ursachenforschung weiterkomme, würde mich mal interessieren, ob ihr vielleicht Tipps oder Hinweise habt fürs Konfrontieren. Das gehört ja im Prinzip in die verhaltenstherapeutische Ecke und viele von euch haben sicherlich schonmal so eine Therapie gemacht oder sind dabei. Jedenfalls betreib ich gerade eine andere Form der Psychotherapie, die weniger praktisch ist und hab das Gefühl, dass ich beim Konfrontieren irgendwas falsch mache, sodass sich meine Schluckbeschwerden nicht wirklich verbessern. Hab ich zumindest manchmal das Gefühl. Und da ich gezwungen bin mich meiner Angst ständig zu stellen (um nicht zu verhungern ;D ) ist es ja eigentlich eine gute Möglichkeit da etwas durch eine vernünftige Konfrontationsstrategie zu reißen, oder was meint ihr? :ja:
Interessant sind halt einfach Grundregeln oder sowas, was man unbedingt beachten sollte, weil ich mittlerweile glaube das man da auch einiges falsch machen kann, was im Endeffekt dazu führt, dasses am Ende noch schlimmer wird. :wink:
Danke schonmal im vorraus für eure zahlreichen Anregungen! :D

Gruß
Schlucki
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Gloria
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Re: Richtig konfrontieren

Beitragvon Gloria » 17.10.2013, 21:35

Hallo Schlucki :)

du willst dich alleine mit dir selbst konfrontieren oder hab ich da was falsch verstanden?
Also ohne Therapeuten? Für mich wäre das undenkbar... aber ich weiß ja auch nicht, wie du mit deiner Angst, die dann wohl zwangsläufig auftaucht, umgehst... Hast du schon eine Vorstellung, WAS du tun möchtest? Aktiv oder passiv konfrontiert werden?

Liebe Grüße :)

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anxia
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Re: Richtig konfrontieren

Beitragvon anxia » 17.10.2013, 22:19

Hallo Schlucki, ich finds grundsätzlich total gut, dass Du das machen willst. Allerdings solltest Du Dir wirklich gut überlegen, ob und was Du allein durchführen kannst. Um Dir Ideen zu geben, müssten wir etwas genauer wissen in welche Richtung Deine Konfrontation gehen soll. An was genau möchtest Du arbeiten. Konkrete Situationen?
Vielleicht hilft in Deinem Fall (Schluckbeschwerden) schon ein bewussterer Umgang mit dem "Phänomen"? Also vielleicht kennst Du den Begriff Achtsamkeit schon aus dem Bereich der Psychotherapie? Vielleicht wäre das ein guter Ansatz für Dich? Zumal Du ja schreibst, dass Du mit Konfronation eh permanent zu tun hast.
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Schlucki
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Re: Richtig konfrontieren

Beitragvon Schlucki » 17.10.2013, 23:25

Ok, ich merk grad dass ich gar nicht so richtig drauf eingegangen bin was ich genau konfrontieren möchte. :biggrin:

Ich hab quasi Angst vorm runterschlucken von Essen, Trinken und manchmal sogar Speichel. Am Anfang gehts immer, aber nach einigen Schlucken wirds immer komplizierter und die Angst baut sich auf beim Essen zum Beispiel. (schwitzige Hände, Anspannung, Hitzewallungen, undso) Hab halt Angst davor dass es mir wieder hochkommt. Joa, das nervt enorm, aber da ich Essen und Trinken muss um nicht vom Fleisch zu fallen, zwing ich mich dazu. Irgendwie gehts auch, mithilfe einer Mischung aus selbst gut zureden, ruhig bleiben und Entspannung. Und viiiiel Geduld. :lach:
Das Ding ist halt, dass ich mich quasi eh permanent damit Konfrontieren muss, weils gar nicht anders geht. Und da kam mir der Gedanke, ob ich nicht vielleicht etwas falsch mache, weil es ja theoretisch immer besser werden müsste, durch die Konfrontation. Oder ob ich etwas verbessern kann, um schneller Fortschritte zu machen. Ursachenforschung und das ganze drumherum läuft ja auf Hochtouren (dadurch ist es glaub ich grad auch wieder schlimmer) und da wärs gut wenn ich vielleicht auf ein paar Erfahrungen hier zurückgreifen könnte.

Die konkrete Situation wär der Moment vorm runterschlucken, in dem die Panik kommt. Und dieser Moment in verschiedenen Umgebungen (allein, mit anderen, Gaststätte, irgendwo unterwegs).

Den bewussten Umgang betreib ich momentan, auch wegen der Suche nach Triggern, Gefühlen undsoweiter. :ja: Das führt aber dazu, dass alles wieder schlechter geht als vorher, als ichs noch versuchte zu ignorieren und einfach gemacht hab. Da liefs teilweise sogut, dass ich in einer Gaststätte essen konnte. War anstrengend ohne Ende aber ging. ;D

Ich hoffe ihr könnt jetzt etwas mehr mit meiner Situation anfangen. :D Auf jeden Fall merk ich schon, dass ihr Ahnung habt, wenn ich sowas wie aktiv und passiv hör. Das sagt mir gar nix. Noch nix! :biggrin: Achtsamkeit hab ich schon mal gehört, aber was man konkret macht dabei weiß ich nicht.
Einen Verhaltenstherapeuten hab ich leider nicht an der Hand, da ich momentan eine tiefenpsychologisch fundierte mache. Wollte halt von Anfang an an die Ursache. :wink: Dabei war mir aber nicht so richtig klar, dass ich den praktischen Part, der am Anfang entscheidend ist, alleine hinkriegen muss. :wink:
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Re: Richtig konfrontieren

Beitragvon Feldweg » 17.10.2013, 23:38

sorry, ich habs mehrfach gelesen - aber noch immer nicht ganz verstanden :(

WAS ist "Konfrontation" für Dich konkret? Ist es das Schlucken - als Akt an sich? das Schlucken von Nahrung, sozusagen?

Mir fällt eine Menge dazu ein - aber ehe ich jetzt in die komplett falsche Richtung latsche - kannst Du nochmal ein FeedBack geben bitte?

LG

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Re: Richtig konfrontieren

Beitragvon Schlucki » 18.10.2013, 00:44

Ja ich weiß das klingt komisch, aber genau das meine ich. Je nach Situation in der ich schlucken muss stärker oder schwächer. Mir gehts einfach nur um Grundregeln die man beim konfrontieren immer beachten sollte. Viele haben ja Ängste, denen sie doch irgendwie aus dem Weg gehen können. Das geht bei mir eben überhaupt nicht. Und wenn ichs quasi schon ständig konfrontieren muss, will ichs lieber richtig machen.
Wo sich andere also zB im Supermarkt einer Extremsituation bewusst aussetzen und das aber auf eine bestimmte Art und Weise tun, damits nicht schlimmer wird, sondern auf Dauer besser, will ich quasi ständig anwenden. Weil ichs eh schon machen muss, aber eben nicht wirklich weiß was ich da eigentlich tue. ;D

Ich hoffe das ist jetzt einigermaßen verständlich. ^^
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Re: Richtig konfrontieren

Beitragvon Kaltblau » 19.10.2013, 18:13

Hallo!

Ist es denn wirklich das Schlucken, was die Angst in dir auslöst, oder sind es die eventuellen Konsequenzen, wie Verschlucken, Ersticken, Husten, Schlecht werden wenn etwas im Magen ist, Aversion gegen das Gefühl im Hals....?
Eine therapeutische Exposition sollte auch immer begleitet werden, weil eben so kleine Details dann eine Rolle spielen. Man muss die Gedankenmuster durchschauen, um sie zu bekämpfen.
Oft ist ein offensichtliches Symptom eben nur oberflächlich und es steht für etwas, was tief in uns steckt.

Liebe Grüße!

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Re: Richtig konfrontieren

Beitragvon Schlucki » 19.10.2013, 22:02

Hey, ja es sind die Folgen, das Schlucken selbst funktioniert eigentlich super. Mich hemmt die Möglichkeit, dass es schief gehen könnte und ich mich schlagartig übergeben muss. Ja ich merk schon, warscheinlich ist es wirklich schwierig mal so eben aus der Ferne zu sagen wie mans richtig macht. :? Eigentlich hatt ichs auch schon sehr gut raus, aber momentan geb ich mich der Sache hin und lass sie richtig gehend zu um es besser zu verstehen. Dadurch wirds aber natürlich auch erstmal schlimmer.
Ich versuche momentan einfach mich dabei zu entspannen und setz mich nicht unter Druck wenns nicht klappt. Außerdem probier ichs immer, auch wenn sich alles in mir sträubt etwas zu essen. Wenn ein Schluck echt schlimm war nehm ich auch sofort den nächsten ohne lange drüber nachzudenken. Ich glaub das ist immer gefährlich. Joa und dann hab ich auch mal gelesen, dass man mit einem guten Gefühl aus der Sache rausgehen sollte und nicht flüchten sollte. Also sitz ich noch etwas länger da und versuche runterzukommen. Achja ab und zu versuch ichs auch mit Autosuggestionen ausm Autogenen Training, aber die bringens scheinbar noch nicht so. Positive Gedanken und logisches herangehen bringts irgendwie gar nicht so. Höchstens um mich vorher etwas zu beruhigen. :biggrin:
Hat da eventuell noch jemand Verbesserungsvorschläge? :)
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